24.04.2021
Förderung

WaWiTo, Tückhude – ein kreativer Ort für Alle im Tollensetal

Von:  Lina Lindenbacher

WaWiTo steht für Wald, Wiese und den Fluss Tollense und beschreibt eine idyllische Landschaft inmitten in der Natur. Mit dem Ziel, die Bildung und den Zusammenhalt der Menschen in der Region zu stärken, hat der Verein Natürlich Lernen am Tollensetal e. V. ein ehemaliges Schullandheimgelände der Gemeinde Golchen gepachtet. 2015 entstand der Verein aus einer Elterninitiative. 2019 eröffnete er einen eigenen Waldkindergarten im kleinen Ort Tückhude.

„Die Idylle der Landschaft steht dem Alltag mit schwacher Infrastruktur, industrieller Landwirtschaft, geringen Bildungsangeboten und einem politischen Rechtsruck entgegen. Mit künstlerischen Angeboten fördern wir hier ein zukunftsfähiges soziales, kreatives Miteinander“, erklärt Alina Wander (Vorstand). Mehr als 30 Akteure, darunter u. a. Künstler*innen, Pädagog*innen, Wissenschaftler*innen, Handwerker*innen, und vor allem Ehrenamtliche wirken in Tückhude.
Das ganze Jahr finden künstlerisch-kreative Angebote statt, die meisten sind niedrigschwellig und kostenfrei. Zahlreiche Familien, Kinder und Jugendliche, auch aus sozial benachteiligten Verhältnissen, profitieren vom abwechslungsreichen Programm. WaWiTo definiert sich als kreativer und nachhaltiger Ort für Alle.

Entstehung des Ideenraums – eine bleibende Investition, gefördert durch LAND INTAKT

„Mit unserem Ideenraum bekommen unsere Ideen einen eigenen Raum!“, freut sich Alina Wander. Ein alter Holzbungalow auf dem Vereinsgelände wurde mit Fördermitteln aus LAND INTAKT umgebaut. Bei der Umsetzung spielte der Aspekt lokal & nachhaltig eine wesentliche Rolle. Die ausführende Baufirma und die Baumaterialien stammen aus der Region, das Lärchenholz wurde gezielt aus heimischen Wäldern bezogen.

„Ich nehme wahr, dass viele Kinder und vor allem Jugendliche häufig wenig Vertrauen in sich haben, überfordert sind oder wenig Kreativität haben. Auch auf dem Land verbringen sie immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen (Schule, Kita, Einrichtungen) und ihre Themen können nicht sichtbar werden. Durch Teilhabe und Empowerment ist nun ein eigener Raum geschaffen worden, in welchem die Kinder und Jugendlichen sich ermächtigt fühlen, Prozesse aktiv mitzugestalten und kreativ zu sein“, berichtet Alina Wander.

Nun kann der Verein mit dem neuen Raum und den vielen Ideen Zukunft planen. Weitere positive Effekte stellen sich ein: Die Beteiligung einzelner Akteure an der Gestaltung des Lebensumfeldes wird gestärkt und die Vernetzung mit anderen kulturellen Bildungsinitiativen gefördert. Durch die entstehenden Projekte im Ideenraum werden mehr als 50 Kinder und Jugendliche angesprochen. Schulen und weitere Kindergärten besuchen die hier entstehenden Angebote. Das eigene Lebensumfeld mitgestalten, motiviert viele Kinder und Jugendliche, auch weiter in Tückhude aktiv zu sein. Der Ideenraum steht damit für ein Weiterbestehen der kulturellen Projekte und ein Wachsen und Entfalten des bürgerschaftlichen Engagements im Tollensetal.

Weiterentwicklung, Kreativität und Schaffensfreude und was bringt die Zukunft?

Aktiv werden, selber gestalten und dort Strukturen entwickeln, wo es zuvor keine gab – das verbindet die Akteure in Tückhude. Vieles ist schon geschafft und doch gibt es noch viel zu tun. Die Freude am Planen und Ideenschmieden ist groß.
Ein starkes und aktives Netzwerk mit den umliegenden Gemeinden und Initiativen stützt die Arbeit, da sich viele kleine Initiativen zu einem großen Netzwerk verbinden.
Derzeit wird der Ort als Neulandgewinner-Projekt (gefördert durch die Robert Bosch Stiftung) weiter konzipiert und aufgebaut.

Für 2021 stehen neben Festen und Begegnungsaktionen diverse Projekte in den Startlöchern. Unter anderem sind im „KunstKlub“ junge Menschen aufgerufen, Kunst zu machen. So, wie sie wollen und womit sie wollen. Im Projekt „KunstHänger“ wird ein alter Haushaltswaren-Marktanhänger behutsam zur mobilen Kunstwerkstatt umfunktioniert. Mit „HiergeLANDet!“ entsteht außerdem eine Audioreihe über Menschen, die das Leben in der Region aktiv mitgestalten.

Alina Wander verfolgt mit ihren Mitstreiter*innen allerdings noch ein größeres Ziel: „In Zukunft wollen wir das Gelände kaufen und das alte Schullandheim ökologisch sanieren, um noch mehr Möglichkeiten und Räume für Begegnung, Bildung und Kultur zu schaffen, vor allem auch in den Wintermonaten“.

Der Beitrag erschien hier auf der Webseite des Förderprogramms „LAND INTAKT- Soforthilfeprogramm Kulturzentren“.

Hier geht es zur Website des Vereins: www.wawito.de

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