standard-logo

21.12.2020

Kulturpolitik, Position

Verwaltungsmodernisierung und Bürokratieabbau – Bund und Länder legen erstmals gemeinsames Arbeitsprogramm auf

Von: Redaktion

Seit Jahren tritt der Bundesverband Soziokultur e. V. für eine Vereinfachung und Verschlankung des Verwaltungsrechts ein. Gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement (BBE) entwickelte der Bundesverband Handlungsempfehlungen und setzte sich unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung ein – für Bürokratieabbau, Vereinfachung der Zuwendungspraxis und für Verwaltungsmodernisierung ein. Denn klar ist: Die Kulturschaffenden müssen sich mittlerweile im Übermaß mit formalen Fragen beschäftigen und verlieren wertvolle Ressourcen wie Zeit und personeller Expertise für ihre eigentliche Kulturarbeit.

Antragstellung vereinfachen

Schon bei der Beantragung von Mitteln haben Kommunen, Länder und Bund bislang unterschiedliche Anforderungen und Richtlinien. Wieder andere Voraussetzungen müssen die Antragstellenden beim Einwerben von EU-Geldern erfüllen. Und auch in der Abrechnungspraxis verlangen diejenigen, die Mittel bereitstellen, jeweils eine andere Art der Abrechnung.

Eine Kombination von EU-, Bundes- und Landesmitteln kann für einen kleinen soziokulturellen Verein mitunter einen Großteil seiner personellen Ressourcen binden. Und wer kümmert sich dann um das Eigentliche? Wer übernimmt die Planung, Umsetzung und Nachbereitung der Social Media Workshops mit den Rentner*innen aus der Nachbarschaft, für den die Gelder beantragt werden? Wer findet in der Kommune heraus, welche Art Kultur die Menschen dort wirklich brauchen, damit der Verein nicht Mittel beantragt, für die am Ende der Bedarf gar nicht vorhanden ist? Sollen das immer wieder Ehrenamtliche übernehmen? Vor lauter Bürokratie nicht den Fokus auf das Wichtigste zu verlieren, darum geht es in einer Vereinfachung der Verwaltung.

Wir sichern Mitwirkung zu

Wir, der Bundesverband Soziokultur e. V., begrüßen deshalb das erste gemeinsame Programm von Bund und Ländern für Rechtsvereinfachung, Praxisorientierung in der Gesetzgebung und Verständlichkeit im Verwaltungshandeln.

Selbstverständlich stehen wir zur Verfügung, unsere kontinuierliche Arbeit der letzten Jahre und die daraus erwachsene Erfahrung einzubringen, und an der Umsetzung wie gehabt tatkräftig mitzuwirken. 

 

 

Autor*innen

Ähnliche Artikel

 

28.09.2026

Kulturpolitik, Landesverbände

Sachsen: Landeskulturverbände warnen vor Kürzungen

Die Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände Sachsen warnt vor erheblichen Folgen der geplanten Kürzungen im sächsischen Kulturhaushalt. Im laufenden parlamentarischen Verfahren zum Doppelhaushalt 2027/2028 fordert sie Nachbesserungen, um kulturelle Infrastruktur und kulturelle Teilhabe im Freistaat zu sichern. Zu den zentralen Forderungen gehören [...]

Mehr lesen
 

28.09.2026

Kulturpolitik, Netzwerk

Fonds Soziokultur steht 2027 erneut vor Kürzungen

Die finanzielle Ausstattung des Fonds Soziokultur soll 2027 weiter sinken. Im BKM-Haushaltsansatz sind 2,9 Millionen Euro vorgesehen. 2026 stehen dem Fonds rund 3,58 Millionen Euro zur Verfügung. 200 von 1.425 Projekten gefördert Von 1.425 beantragten Projekten konnten in diesem Jahr [...]

Mehr lesen
 

24.09.2026

Kulturpolitik, Landesverbände

Räume offen halten

Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stehen soziokulturelle Einrichtungen vor der Frage, wie sich die Bedingungen für ihre Arbeit verändern werden. Darüber haben Ulrike Hanf, Geschäftsführerin des Landesverband Soziokultur MV, bei NDR Kultur und Laura Armborst, Leiterin des Kulturprogramms der STRAZE [...]

Mehr lesen