Partizipative Kulturarbeit in der Coronazeit ist paradox: Die Abstandsgebote sollen Menschen voneinander fernhalten, gleichzeitig gewinnen der ewig währende Kooperationsimperativ und der Einbezug von möglichst vielen gerade jetzt an besonderer Bedeutung. Mit projektübergreifenden Kooperationen ist aber nur der erste Schritt getan. Wichtig wird die Frage: Wie erreichen wir die Menschen, bei denen die Aktionen und Angebote ankommen sollen? Um zu aktivieren, Menschen und Stimmen zu stärken und Ideen in Umlauf zu bringen, braucht die Soziokultur darüber hinaus neue oder zumindest frisch polierte Werkzeuge, die genau das auch auf kontaktlosem Wege leisten können.

Die Freiraumkarte in Kassel

Das zeigt die Kooperation zwischen dem Kasseler Umwelt- und Gartenamt und dem Nachbarschafts-Kunstprojekt „Hier im Quartier“ des Kulturzentrums Schlachthof in Kassel. Sie wurde im Rahmen der Entwicklung eines gesamtstädtischen Freiraumkonzepts ins Leben gerufen. […]

 

GERRIT RETTERATH, Projektleiter von „Hier im Quartier“ im Kulturzentrum Schlachthof Kassel, und LOUISE LECONTE, Projektleiterin des Freiraumkonzeptes „Kasseler Stadtgrün“ beim Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel, berichten.

Der Artikel aus der aktuellen SOZIOkultur zum Thema KOMMUNE ist nachzulesen hier.

Das Projekt „Hier im Quartier“ wird gefördert durch das Programm UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier des Bundesverbandes Soziokultur e.V.

Ihr wollt mehr erfahren über soziokulturelle Arbeit im Quartier? Ihr fragt euch, wie es auch während der Pandemie gelingt, Menschen zu erreichen und künstlerisch-kreativ zusammenzubringen? Dann ist der UTOPOLIS Newsletter genau das Richtige.

Wir berichten von neuen kontaktfreien Methoden in der soziokulturellen Arbeit, den Herausforderungen und Erfolgen während der Pandemie, und geben Ausblick auf hoffentlich bald wiederkehrende reale Begegnungen in der Nachbarschaft.

Nach rund zwei Jahren Arbeit im Quartier haben wir viele Geschichten zu erzählen und Infos gesammelt, die wir in 2-monatigen Abständen weitergeben wollen.

Hier geht‘s zur Anmeldung

2009 wurde der Verein Kunst und Kulturbaustelle 8001 e.V. in der Flensburger Neustadt gegründet. Ein Ziel war von Beginn an, den Erwartungen aus dem Stadtteil zu entsprechen, Aktionen und Programm an den Bedürfnissen der Nachbarschaft auszurichten. Es gab Kurzfilmabende, Jazzkonzerte, ein interkulturelles Musikprojekt entstand.

Je stärker der Fokus auf dem Stadtteil lag, desto deutlicher wurde die Aufgabe, nicht nur Kultur „für die Stadt“ zu schaffen, sondern ganz gezielt für die Menschen vor Ort. Die Kunstbaustelle wurde auch ein Stadtteilprojekt.

Allerdings ermöglichte erst die Förderung durch das Programm UTOPOLIS des Bundesverbands Soziokultur, mit den vorhandenen Mitteln auf die besonderen Herausforderungen im Stadtteil wirklich einzugehen.

Sichtbar werden und inspirieren, Bestehendes aufzeigen und Möglichkeiten zum Selber-aktiv-Werden eröffnen

Der Stadtteil Flensburg-Neustadt ist total „bunt“. Hier leben Menschen aus vielen Ländern und aus allen Gesellschaftsschichten. Gleichzeitig ist er relativ klein und übersichtlich. Was die Menschen im Quartier interessiert und bewegt, erfahren die Kunstbaustellen-Akteur*innen im alltäglichen Austausch mit der Nachbarschaft, mit den vielen vorhandenen kleinen Organisationen und Vereinen und bei ihren pass genau auf die Zielgruppen ausgerichteten Veranstaltungen. (…)

Ein aktueller Beitrag von Lothar Baur und Katja Hofschröer-Elbers – im Verein Kunst und Kulturbaustelle 8001 verantwortlich für das UTOPOLIS-Projekt „Transformation in der Neustadt“.

Den gesamten Beitrag lest ihr hier.

Im urbanen Kontext nimmt die Soziokultur einen festen Platz ein, aber auch auf dem Land ist sie längst fest verwurzelt. Als Ort für Begegnung und Bildung, Kreativität und Kunst ist sie oft der einzige kulturelle „Player“. Demografische Entwicklung und Digitalisierung lassen ihre Relevanz sogar noch steigen. Der Soziokultur in ländlichen Räumen widmet sich die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur.

Offenes, positives soziales Klima in soziokulturellen Zentren

Zu den ersten Zentren weitab städtischen Lebens gehörte das Haus Felsenkeller in Altenkirchen im Westerwald. Margret Staal beschreibt, wie nicht nur Angebote geschaffen, Akteur*innen vernetzt und Räumlichkeiten instandgesetzt wurden, sondern wie sich damit das soziale Klima generell wandelte, positiver und offener wurde. Das gilt bis heute und zeigt sich vielerorts: Die Künstlerstadt Kalbe in der Altmark begegnet den Folgen des demografischen Wandels.

Ein umgebauter Kleintransporter, die „Fette Elke“, tourt für Demokratie und Weltoffenheit durch Mecklenburg-Vorpommern. Im brandenburgischen Stechlin-Institut trifft Kunst auf Visionen und Zukunftsfragen. In Schleswig-Holstein lässt die KulturAkademie Segeberg während der „SE-KulturTage“ Scheunen und Ställe, Kirchen und Werkstätten zu ungewöhnlichen Kulturorten werden.

Mit Medienkunst befeuert der KulturBahnhof Viktoria in Itzehoe Partizipation und Teilhabe. Die aktuelle Krise ist dabei Katalysator für Entwicklungen, die sich ohnehin vollziehen. Gerd Dallmann ist gespannt, wie sich mit dem Leben auch die Soziokultur auf dem Land verändert.

Schwierig bleibt es allemal. Die strukturschwachen Regionen stellen die Akteur*innen vor große Herausforderungen. Deshalb fordert Katrin Budde, MdB (SPD), gerade im Hinblick auf ländliche Räume, dass Kultur fester Bestandteil der Daseinsvorsorge werden muss, denn kulturelle Angebote gehören zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse dazu.

Förderprogramme des Bundes

Mehrere Förderprogramme des Bundes helfen derzeit, die Programmarbeit fortzusetzen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Mit „LAND INTAKT – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ konnten die Ausstattung verbessert und dringend notwendige Baumaßnahmen realisiert werden. Das „NEUSTART Sofortprogramm“ und „NEUSTART KULTUR“ reagierten direkt auf die Pandemie. Die Förderprogramme „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ und „Jugend ins Zentrum!“ fördern die soziokulturelle Projektarbeit auch in ländlichen Räumen.

Mit der Umsetzung der Förderprogramme unterstützt der Bundesverband Soziokultur nicht nur soziokulturelle Zentren, sondern auch viele andere Kultureinrichtungen, um die einzigartige kulturelle Landschaft in Deutschland zu erhalten. Auch auf dem Land.

Das und noch mehr lesen Sie in der aktuellen SOZIOkultur.

Ihre Ute Fürstenberg und die Redaktion SOZIOkultur

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Die Pressemeldung hier zum Download.

Zum Download hier die Ausgabe der SOZIOkultur zum Thema „LAND“.

Die Printversion können Sie in der Geschäftsstelle des Bundesverbands Soziokultur bestellen.