Mit dem Programm „LAND INTAKT – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ werden soziokulturelle Zentren, Kulturzentren, sowie Kultur- und Bürgerzentren in ländlichen Räumen gefördert.

Insgesamt 2,76 Millionen Euro hat die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien für nachhaltige Investitionen bereitgestellt. Wie wurden die Mittel eingesetzt und welche Ergebnisse wurden vor Ort erzielt?

Wir ziehen Bilanz.

Erstmals Investitionsmittel für Kulturzentren in ländlichen Räumen
Anfang letzten Jahres war die Freude groß: Erstmalig wurde ein Soforthilfeprogramm angekündigt, welches sich an Kulturzentren in ländlichen Räumen richtet und bundesweit Modernisierungsmaßnahmen sowie programmbegleitende Investitionen fördert. Bereits eine Befragung von Mitgliedern des Bundesverbands Soziokultur e.V. hatte vorab gezeigt, wie dringend Investitionsmittel zum Erhalt der Häuser benötigt werden. In Windeseile galt es für das neue Projektteam, Ausschreibungsunterlagen zu entwerfen und ein Antragsprozedere zu entwickeln. Um Förderanträge komplett digital verwalten zu können, wurde in enger Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister eine eigene Förderdatenbank entwickelt. Ein Novum für den Bundesverband – und ein großer Fortschritt zugleich. (…)

Fast 150 Kulturzentren erhielten eine Förderung – durchschnittlich 16 250 Euro +++ 2,21 Millionen Euro flossen in Bauunterhalt und Instandsetzung, davon rund 300 000 Euro in technische Modernisierung zur Steigerung der Energieeffizienz. +++ Mehr als 1 Million Euro wurden in Ausstattung für den Veranstaltungsbetrieb investiert, 291 000 Euro in den Verwaltungsbereich und in die Öffentlichkeitsarbeit.

Den gesamten Artikel, erschienen in der SOZIOKULTUR zum Thema „LAND“, lest ihr hier.

Häuser, in denen man sich treffen, lachen, tanzen, Kunst erleben und kreativ sein kann, sind gerade jetzt im Lockdown Sehnsuchtsorte. Ihnen, der bewährten Basis und Hülle soziokultureller Arbeit, widmet sich die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur.

Dass die Orte der Soziokultur Knotenpunkte in kommunalen Netzwerken bilden, umreißt Georg Halupczok. Als sogenannte Dritte Orte und „Facility Manager der zivilgesellschaftlichen Debatte“ sind sie für das Klima der Demokratie wichtig – gerade auch in der Pandemie. Christine Steiner und Thomas Putz beschreiben die unterschiedliche Entstehungsgeschichte der Häuser in Ost und West und zeigen, wie sie sich in der Arbeit der Landesverbände in Baden-Württemberg und Thüringen niederschlägt.

Orte kultureller Selbstbestimmung

Viele soziokulturelle Zentren sind in Gebäuden beheimatet, die nicht für kulturelle Zwecke erbaut wurden: in Fabriken und Speichern, E-Werken und Schlachthöfen, Kirchen und Profanbauten. Ihrer Funktion enthoben werden sie – erträumt, erstritten und mit großem Engagement erarbeitet – zu Orten kultureller Selbstbestimmung. Ob in Trägerschaft der Kommune, als Vorhaben eines Vereins oder als private Initiative, immer wirken dabei Teams zusammen: Künstler*innen und Bauleute, Profis und Ehrenamtler*innen schaffen authentische Orte mit hohem Identifikationspotenzial.

So lenken Britta Velhagen und Team mit dem Tollhaus einen „Tanker“ in Karlsruhe und haben bei laufendem Veranstaltungsbetrieb über Jahre komplexe Bauvorhaben geschultert. Auch in Offenbach und Saarburg, Strodehne und Greifswald, Hamburg, Göppingen und unzähligen anderen Orten sind soziokulturelle Hotspots entstanden, die tagein, tagaus unterhalten und bewirtschaftet werden. Einmal mehr wird klar, dass die Aktiven Allrounder sind und sich mit großer Verantwortung in ihren Häusern auch den Herausforderungen der Architektur und Denkmalpflege, Instandsetzung und Modernisierung, Technik und Sicherheit stellen.

Die Gemeinde Schüttorf nutzt die Energie und Kompetenz der Soziokultur für die Gestaltung kommunaler Prozesse. Sie will ein Sanierungsgebiet entwickeln und zeigt mit dem Neubau eines soziokulturellen Zentrums, wie dieses als Impulsgeber wirken kann.

Förderprogramme des Bundesverbands

Das Anliegen mehrerer Bundesprogramme, die aktuell durch den Bundesverband Soziokultur umgesetzt werden, ist es ebenfalls, den Fortbestand soziokultureller Zentren und anderer Kultureinrichtungen zu sichern, die Ausstattung zu verbessern und die Programmarbeit zu gewährleisten. Die Zeitschrift belegt in Analysen und Zwischenbilanzen eindrucksvoll, was in den Häusern umgesetzt wird – Grund genug für einen zuversichtlichen Blick in eine Zukunft, in der wir uns hoffentlich bald wieder vor Ort treffen können!

Ihre Ute Fürstenberg und die Redaktion SOZIOkultur
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Zum Download hier die Ausgabe der SOZIOkultur zum Thema „HÄUSER“.

Die Printversion können Sie hier bestellen.

Bild: Theater der Nacht, Northeim © TdN