Seit ihren Anfängen in den 1970er Jahren erobert sich die Soziokultur die Räumlichkeiten, in denen sie ihre Aktivitäten entfalten kann, oft erst. Heute finden soziokulturelle Aktivitäten vielerorts in Gebäuden statt, die nicht als kulturelle Bauten geplant wurden. Wir haben uns umgesehen und stellen exemplarische Häuser vor.

HESSEN: Hafen 2, Offenbach

Das Kulturzentrum Hafen 2 begann als Zwischennutzung eines Lokschuppens der Hafenbahn. Als der Abriss dieses Gebäudes bevorstand, ermöglichte eine Spendenkampagne, die von der Stadt Offenbach verlangte Mietkostenvorauszahlung für ein neu zu errichtendes Gebäude aufzubringen. Das neue Haus ist weniger „Haus“ als vielmehr Blechgebäude, ermöglicht aber einen komfortableren Kulturbetrieb. Zudem kommt zum Tragen, dass der Hafen 2 schon immer seinen Schwerpunkt auf Open-Air-Veranstaltungen hatte. Dafür ist das neue Gelände überaus attraktiv: Kinoleinwand und Konzertbühne haben den Fluss im Hintergrund und das Publikum schmiegt sich in eine Art Amphitheater. Das neue Gebäude hat eine Veranstaltungshalle und ein kleines Café, jedoch keine ausreichenden Nebenräume für Büro, Backstage, Garderobe, Personal, Werkstatt, Lager et cetera, deshalb wurden einige Container und Zirkuswagen hinzugefügt.

Text: Alex Braun

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Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.

In einem Streifzug durch die Republik zu exemplarischen Orten stellen wir Häuser der Soziokultur vor.

HESSEN: Theater Altes Hallenbad, Friedberg

Das Jugendstilbad in Friedberg/Wetterau wurde 1909 auf Betreiben und mit maßgeblicher Finanzierung durch Friedberger Bürger*innen erbaut. Anstöße dafür waren das wachsende Interesse an Freizeitgestaltung und das steigende Hygienebedürfnis. Nach jahrzehntelanger Nutzung durch Bürger*innen, Vereine und Schulen wurde das Bad 1980 geschlossen und der denkmalgeschützte Bau versank in einen 27 Jahre währenden Dornröschenschlaf. 2007 waren es wiederum Friedberger Bürger*innen, die den Verein Gesellschaft der Freunde Theater Altes Hallenbad e.V. gründeten und sich die Erhaltung und Umwidmung in ein Kulturzentrum zur Aufgabe machten. Ein Prinzip, das der baulichen Entwicklung und dem Bekanntheitsgrad des Vorhabens sehr gut tat, war die parallele Begleitung der Baufortschritte durch kulturelle Aufführungen. Mit dem Programm „Kulturtaucher“ veranstaltet der Verein im Jahr zirka 50 Events, von Lesung, Theater, Musik, Kabarett bis zur Oper. Eigenmittel werden durch die Vermietung und Verpachtung von Räumlichkeiten erwirtschaftet.

Text: Wolfgang Diny

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Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.