Soziokultur in Sachsen 2013

SOZIOKULTUR IN SACHSEN – 2013 – Kriterienkatalog und Bestandsaufnahme

„Der Vielfalt die Krone“ ist nicht nur ein Leitspruch der Soziokultur, sondern steht für kulturelle Vielfalt, die der Unterschiedlichkeit der Menschen und der Ausdifferenziertheit der modernen Gesellschaft Rechnung trägt. Die Soziokulturellen Zentren Sachsens sind für sich und in Summe Ausdruck vielfältiger kultureller Angebotsformen. Vielfalt heißt aber nicht Beliebigkeit. Die Soziokultur ist mit einer konkreten Idee angetreten, nämlich Menschen an Kunst und Kultur aktiv zu beteiligen, um darüber gesellschaftliche Teilhabe und das tägliche Miteinander zu fördern. Im Kern geht es damit um einen gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch, der sich am Gemeinwohl orientiert.

Dies ist eine Aufgabe, die konkretisiert werden kann und muss. Der Kriterienkatalog Soziokultur nennt Gelingensbedingungen, damit dieser am Gemeinwohl orientierte Gestaltungsanspruch erreicht werden kann. Dazu gehören strukturelle Voraussetzungen, wie etwa eine Basisfinanzierung oder die Arbeitsweise der Zentren, deren Anspruch nach Offenheit und Bürgernähe auch konzeptionell übersetzbar ist.

Der Kriterienkatalog ist somit ein Management-Instrument, das eine ziel und ergebnisorientierte Arbeit ermöglichen soll und dabei auch zur Selbstevaluation der bestehenden sächsischen Zentren aber auch nachwachsender Initiativen herangezogen werden kann. Dabei ist die Entwicklung von Kriterien ein Prozess, der immer wieder die soziokulturelle Arbeit anhand ihrer selbst gesteckten Ziele reflektiert und damit zur Qualitätssicherung beiträgt.

Kriterien bilden dabei den Rahmen, das Bild darin ist Ausdruck der kreativen und künstlerischen Freiheit. Kein Zentrum gleicht dem anderen. Sowohl das künstlerisch-kulturelle Profil als auch die Häuser selbst tragen eine eigene Geschichte. Sie sind Ausdruck der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Kultur und Ausdruck des Engagements unzähliger Bürger, Künstler, Pädagogen und Kreativer. In den Häusern wird kulturelle Vielfalt par excellence gelebt – keine Spartenfestlegung, kein programmatischer Kanon, Laien und Profis, Menschen für Menschen, die Kunst als Experiment, Bildung als Selbstbildung. Der Freiraum Soziokultur ist auch die Blackbox in der das Unerwartete entstehen und gedeihen kann. Deshalb braucht das Bild keine Kriterien, der Rahmen dagegen schon, weil er die Freiheit des Bildes ermöglicht.

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