10.02.2021
Jugend ins Zentrum, Zeitschrift SOZIOkultur

Ein Ort der Arbeit

Von:  Käthe Bauer 

Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Berlin-Friedrichshain als sozialer und kultureller Freiraum

2017 feierte das RAW-Gelände seinen 150. Geburtstag. Nach der Wende wurde der Betrieb des Reichsbahnausbesserungswerks nach und nach stillgelegt, ab 1994 lag das 74000 Quadratmeter große ehemalige Industriegelände neben dem S-Bahnhof Warschauer Straße verlassen, bis es Ende der neunziger Jahre zu ganz neuem Leben erweckt wurde, und zwar von Anwohner*innen und Initiativen vornehmlich aus Friedrichshain.Deren Ziel war es, dort ein gemeinsames soziokulturelles Projekt zu schaffen und im Sinne einer „Stadtentwicklung von unten“ aufzubauen und langfristig zu sichern.

Ein Experimentierfeld alternativer Lebensentwürfe

Mit dem RAW-tempel e.V. entstand 1999 ein soziokulturelles Zentrum, das bis Ende 2013 vom Verein verwaltet und durch die Aktiven vor Ort entwickelt und gestaltet wurde. Der ehemalige Industriestandort wurde zu einem Experimentierfeld alternativer Lebensentwürfe, zu einem selbstverwalteten Freiraum für unabhängige Kunst und Kultur und für eine Lebens- und Arbeitsweise, die auf Autonomie, Basisorganisation und Selbsthilfe beruht. Über Vision oder temporäre Manifestation hinweg ist er heute ein zugänglicher physischer Ort, der neben der strukturellen eben die räumliche und damit auch eine soziale Basisbieten will und kann, für Aktivist*innen und Initiativen, für Kunst- und Kulturschaffende – am besten für all jene, die den Anschluss an einen solchen Ort suchen und brauchen.

Uta Kala ist Regisseurin und Theaterpädagogin und kam 2012 als künstlerische Leitung zum Obdachlosen Theater RATTEN 07 und so zum RAW. „Gerade für Menschen, die aus der Obdachlosigkeit kommen, war der Prozess des Verortens von immenser Bedeutung. Es war ihnen möglich, sich hier zu treffen, anzudocken und dabei so zu bleiben, wie sie sind.“ Uta berichtet, dass es kaum Anpassungsdruck gab, das war wichtig.

Wirkungsort für Menschen mit unterschiedlichen Biographien

Der RAW-tempel war Anlaufstelle und gemeinsamer Wirkungsort für Menschen mit unterschiedlichen Biographien. „Für alle Identifikation zu stiften, das war das besondere Potenzial des RAW – so etwas kann nicht jeder Ort leisten“, sagt Uta. Verstetigung und Kontinuität sind dabei elementar für Menschen, um sich sozial zu verorten, aber auch für die vielen ansässigen Kunst- und Kulturschaffenden, die existenziell auf ihre Arbeitsräume angewiesen sind. Bis heute bietet das soziokulturelle Zentrum auf dem RAW kostengünstige Produktionsräume und eine vielfältige und lokal verwurzelte, spartenübergreifende Mischung an kulturellen Nutzungen und Angeboten.

Planungssicherheit braucht auch Olaf Schenkenberg, Geschäftsführer der Vuesch gGmbH, die vor über 20 Jahren als Kollektiv startete und heute Träger des Zirkus Zack auf dem RAW und des Circus Schatzinsel in Berlin-Kreuzberg ist. 400 Kinder und Jugendliche lernen hier Zirkuskünste, daneben sind vielfältige regionale und internationale Projekte und ein großes europaweites Netzwerk entstanden. Ausgangspunkt für all das war und ist das RAW. „Das war die Plattform des Möglichmachens, des Gestaltens und der Netzwerkbildung, großartig. Das wächst und geht von einer auf die nächste Generation über bei Akteur*innen und Kindern. So ein Ort ist identitätsstiftend: Ohne das RAW wäre der Zack nicht der Zack.“ Einige der Kinder, die hier einmal für den Zirkus begeistert wurden, sind jetzt selbst Trainer*innen und Partner*innen des Zack.

Förderung durch Jugend ins Zentrum!

„Ganz vielen Kindern und Jugendlichen sollte der Zugang ermöglicht werden, die in spezifizierte Systeme nicht so leicht reinkommen – um im Machen ihren Platz zu finden.“ Dass es „ein offener Platz für alle“ sei, ist für Olaf die besondere Qualität des RAW. Neben der Vuesch gGmbH machen auch die ansässigen Vereine Drop In, Tune Up und RAW//cc Kinder- und Jugendarbeit auf dem RAW und wurden bereits von „Jugend ins Zentrum!“ gefördert.

Natürlich gab und gibt es Konfliktpotenziale: Kinder sind heute die Schwächsten gegenüber der Dominanz des Mainstreams, der auf dem Gesamtgelände seit Jahren in Richtung Partymeile und Kommerzialisierung geht. Wo es früher geschützt und wildromantisch war, geht es nun ganz anders zur Sache. „Die bestehende Nutzungsstruktur muss kanalisiert werden. Auch wir brauchen Veränderung“, ist Olafs Meinung dazu.

Scheitern und Weitermachen

Der Ort für alle stellt eine offene Struktur vor Herausforderungen. Auch die basisdemokratische Entwicklung bedarf bis heute enormer Leistungen und unzähliger Arbeitsstunden von freiwillig Engagierten. Diese Prozesse brauchen nicht nur viel Zeit und informelle Kommunikation, sie beinhalten auch Reibungsverluste, vor allem angesichts der Vielfalt an Projekten und Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Nicht zuletzt mussten auch die genutzten denkmalgeschützten Gebäude vom Verein durch die Jahre als Bestand erhalten, verwaltet und vermietet werden. Es ist, wie viele andere auch, ein Ort, an dem Überforderung, Selbstausbeutung und Scheitern Teil der Geschichte sind, genauso wie die Solidarität und das Weitermachen.

Nach der Insolvenz des RAW-tempel e.V.2014 haben die Mieter*innen kollektive Einzelmietverträge direkt mit der Eigentümer-Gesellschaft abgeschlossen. Trotzdem konnten sie ihre Selbstorganisation weitgehend beibehalten und sogar ausbauen: In insgesamt drei Häusern bilden sie heute das Soziokulturelle Projektezentrum (RAWSKPZ) auf dem sogenannten Soziokulturellen L. Letzteres umfasst die in einem L angeordneten Gebäude auf dem Westteil des Areals, in denen daneben auch Sportnutzungen und kultur-gastronomische Betriebe verortet sind. 2018 wurde als Bestandteil des übergreifenden Netzwerks die Genossenschaft RAW Kultur L e.G. gegründet. Nun soll das gesamte RAW in einem Bebauungsplanverfahren neu entwickelt werden. Es geht um ein riesiges Filetstück innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings, mit internationaler Strahlkraft, mit Potenzial und entsprechender Wertsteigerung. Im Jahr 2014 wurde der Westteil an die Kurth Immobilien GmbH aus Göttingen verkauft. Ungefähr zwei Drittel des Gesamtgeländes kosteten weit über 20 Millionen Euro.

Wie gelingt der Erhalt des RAWs?

Ab 2017 wurden in einem kooperativen Dialogverfahren Empfehlungen für einen konsensfähigen Bebauungsplan erarbeitet – unter Berücksichtigung des Erhalts der sozio-kulturellen Nutzungen. Erfolg und Ergebnis dieses Beteiligungsprozesses werden bis heute kontrovers bewertet und diskutiert. „Kontroversen sind kein Wunder, bei dem Verwertungsdruck, der auf dem Gelände lastet“, sagt Uta Kala. Es gibt verschiedene, auch widerstreitende Interessen und Standpunkte – im weiteren Prozess geht es darum, Mieter*innen und Stadtgesellschaft einzubinden und den verschiedenen Bedarfen und Bedenken Gehör und Geltung zu verschaffen. Gemeinsam ist allen ihr Ziel: der Erhalt des RAWs. Was das bedeutet, bleibt eine bewegende Frage.

Die Soziokultur braucht Zeit, Raum, Selbstbestimmung

„Für mich ist klar: Die Stadt wird sich weiterentwickeln, mit oder ohne uns. Die Soziokultur muss in dieser Stadt, muss auf dem RAW verankert werden“, meint Olaf Schenkenberg. Für den Erhalt sozialer und kultureller Freiräume braucht es Parameter, die in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden müssen. Was die Soziokultur braucht, ist keine Frage: Zeit, Raum, Selbstbestimmung, günstige Mieten. Zur Sicherung des Soziokulturellen L wird von den Mieter*innen nun ein Generalmieter-Modell mit der Berliner Treuhandgesellschaft GSE (Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH) als gemeinsames Dach verfolgt. Auf mindestens 30 Jahre. Plus.

Es wird spannend werden. Das RAW-Gelände wird sein Gesicht verändern.

www.raw-kultur-l.de, www.raw-skpz.de, www.rawcc.org, www.ratten07.de, www.vuesch-ggmbh.de, www.raw.kulturensemble.de

Hier der Artikel zum Download.

Weitere Artikel

09.08.2019
Aktuelles

Geteiltes Wissen

Frischer Wind mit CoKultur für die alte Dame Soziokultur im Süden der Republik. Noch bis Ende 2020 läuft in Bayern das Projekt, bei dem eine beachtenswerte Kulturpraxis eingeübt und angewandt werden soll.

Ausgangspunkt unseres Projekts CoKultur ist der Begriff „Commons“. Darunter verstehen wir gemeinschaftlich genutzte Ressourcen, einerseits materielle, aber vor allem immaterielle. Commoning ist eine alltägliche Praxis, die uns allen relativ bekannt sein dürfte, zum Beispiel nutzen wir sie im Internet auf Portalen wie Wikipedia, oder wenn wir jemanden nach einem guten Rezept fragen. „Commons“ sind dabei Leute, die aktiv bestimmte Inhalte miteinander teilen, weiterentwickeln und für sich selber nutzen. Dieses Prinzip zeichnet sich durch Offenheit und Hilfsbereitschaft aus: Man behält sein Wissen, seine Erfahrungen, seine Kompetenzen und seine guten Ideen nicht für sich, sondern stellt sie anderen zur Verfügung. Augenscheinlich passt das alles sehr gut zur Soziokultur, womit wir dann bei CoKultur wären.

 

Man behält sein Wissen, seine Erfahrungen, seine Kompetenzen und seine guten Ideen nicht für sich!

 

Wir möchten soziokulturelle Akteure in ihrer Arbeit unterstützen, sie miteinander vernetzen und zum gegenseitigen Wissensaustausch befähigen. Oftmals stehen wir alle in der Kulturarbeit vor ähnlichen Problemen, haben die gleichen Fragen oder möchten uns von Gleichgesinnten inspirieren lassen. Gerade ein Flächenland wie Bayern verlangt da nach dezentralen und überörtlichen Angeboten. Das CoKultur-Projekt ist daher in vier Bausteine aufgeteilt:

 

  • CoKulturTour
    Bei rund zwölf bayernweiten Workshops erlernen die Teilnehmer*innen vor Ort das „Commonsprinzip“ und wie sie es für sich nutzen können. Dabei werden ihnen Lösungsmuster an die Hand gegeben und eigene Ressourcen aufgezeigt.

 

  • CoKulturKoffer
    Der Koffer ist ein Tool, mit dem sich die lokalen Gruppen selbstständig und spielerisch in der CoKultur ausprobieren können. Die insgesamt fünf Koffer werden von Ort zu Ort weitergeben und mit Erfahrungen und Materialien gefüllt.

 

  • CoKulturWiki
    Das Wiki ist eine kollaborative Datenbank im Internet, auf der Tipps und Anleitungen eingestellt und gelesen werden können.

 

  • CoKulturTreff
    Im Anschluss an die CoKulturTour soll ein regelmäßiges Treffen die Ergebnisse und Strukturen verstetigen und weitere Aktionen anstoßen.

 

Unsere Hoffnung ist es, dass die alte Dame Soziokultur – die zwar auch in Bayern beheimatet ist, doch gerade hier auf schwachen Füßen steht – frischen Wind bekommt. Noch immer erhalten wir als Landesverband keine institutionelle Förderung. Die CoKultur empfinden wir daher als ein selbstbewusstes Lebenszeichen. Seit Anbeginn der soziokulturellen Bewegung gibt es hier Initiativen im urbanen wie im ländlichen Raum, die trotz aller Umstände wunderbare Arbeit leisten. Mit der CoKultur sollen sie sichtbarer werden, sich gegenseitig besser kennenlernen und untereinander austauschen.

Hilfe zur Selbsthilfe
Da wir als ehrenamtliche Landesarbeitsgemeinschaft nur sehr begrenzt Hilfestellung und Unterstützung leisten können, verordnen wir der bayerischen Soziokultur eben eine Hilfe zur Selbsthilfe. Und auch wenn die Bayern scheinbar nur ungern Rat von außen annehmen, darf das CoKulturWiki gerne auch von jenseits der bayerischen Grenzen gefüllt werden! Das Projekt CoKultur wird gefördert vom Fonds Soziokultur und dem Kulturfonds Bayern.

 

www.cokulturwiki.de

www.soziokultur-bayern.de

 

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13.09.2019
Verbandsnachrichten

Zur Aktualität der Soziokultur

Vor etwa fünf Jahren hat das Schauspiel Hannover auf einem zentralen Platz in der Stadt ein Hüttendorf aufgebaut und insbesondere mit Jugendlichen ein Projekt zum Thema Atomenergie und gesellschaftlicher Widerstand gemacht. Das Staatsschauspiel Dresden hat seit einigen Jahren eine Bürgerbühne, das Staatstheater Oldenburg ein Repair Café und die Bundeskulturstiftung fördert mit dem Programm „360°“ die programmatische und strukturelle Orientierung großer Kulturinstitute an den Kulturen der Einwanderungsgesellschaft – die Soziokulturalisierung der Kulturlandschaft ist weit fortgeschritten. Soziokultur ist mainstream!?

Dies ist das Eine. Zum Anderen: Wir erleben eine Zunahme an populistischen Strömungen und die Tendenz, sich abzuschotten gegenüber allem Fremden, allem als anders Empfundenen und wir befinden uns – trotz aller Bemühungen um kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe – in einer neuen Klassengesellschaft, in der die unterschiedlichen Klassen wie Parallelgesellschaften nebeneinander existieren und es kaum gemeinsame Erfahrungs- und Diskursräume gibt.

 

Erreicht

Zunächst können wir die Geschichte der Soziokultur als Erfolgsgeschichte beschreiben. Soziokultur hat von Beginn an Kultur nicht als abgegrenzte Sphäre unseres Lebens betrachtet, sondern als integralen Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Wer sich in der Soziokultur engagiert, schert sich nicht um die Trennung von schönen Künsten hier und sozialer Arbeit oder Politik dort. Soziokultur hat Freiraum geschaffen für Kunst und Kultur mit gesellschaftlichem und politischem Engagement sowie für gesellschaftliche Bewegungen. Sie hat zivilgesellschaftliches Engagement für mehr Lebensqualität in ihrem jeweiligen Umfeld ermöglicht und unterstützt. Soziokultur hat die Kunst aus „hohen Häusern“ herausgeholt, hat sie auf die Straße, in leerstehende Fabrikgebäude, in den Wald und die Scheune, in Gefängnisse und Dorfgasthäuser gebracht. Sie hat somit der Unwirtlichkeit der Städte etwas entgegengehalten wie auch dem Verlust an öffentlichen Orten in vom Strukturwandel betroffenen ländlichen Gemeinden. Soziokultur hat von Ausgrenzung oder Benachteiligung betroffenen Gruppen die Möglichkeit gegeben, ihren Anliegen Ausdruck zu geben und sie auf die Bühne zu bringen. Sie hat – lange bevor Inklusion oder Diversität Megatrends wurden – die Emanzipation von Menschen mit Handicaps, diversen kulturellen Herkünften oder mit unterschiedlicher sexueller Orientierung ernst genommen und unterstützt.

 

Unsere Gesellschaft ist in den vergangenen 40 Jahren ganz offensichtlich – auch unter tatkräftiger Mitwirkung der Soziokultur – offener und vielfältiger geworden.

 

In der Soziokultur können Besucher*innen zu Nutzer*innen werden, ihre eigenen kreativen Potentiale entdecken und ausbilden. Soziokultur hat neue Formen von Demokratie entwickelt und erprobt: Mitbestimmung der Nutzer*innen, selbstverwaltete Betriebe, flache Hierarchien und bewegliche Organisationsstrukturen, die inzwischen auch in anderen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft und der Dienstleistungsgesellschaft erfolgreich praktiziert werden. Soziokultur hat vor Ort Netzwerke gebildet und zu unterschiedlichen Themen Kommunalverwaltung, Bürgerinitiativen, Vereine und andere Organisationen und Betriebe zusammengebracht. Sie hat darüber hinaus eigene Netze in Gestalt von Bundes- und Landesverbänden gesponnen, die sich aktiv in die Zusammenarbeit aller Kulturverbände einbringen, und dabei auch auf diesen Ebenen mit dem soziokulturellen Selbstverständnis agieren, also über die Interessenvertretung hinaus Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik verstehen.

 

Selbstreflexion

Soziokultur hat mit ihren Verbänden – und der erste war die Bundesvereinigung, deren 40-Jähriges wir gerade begehen – ein qualifiziertes System an gegenseitiger Unterstützung, an Beratung, Fortbildung und Kooperation aufgebaut und ist in diesen Strukturen in hohem Maße selbstreflexiv. Ich bin überzeugt, es gibt keinen Kulturbereich, in dem so oft und so drängend gefragt wird: Was tun wir hier eigentlich? Wozu tun wir es? Und: Wie könnten wir es noch besser tun? Ausdruck dieser Selbstreflektion ist natürlich auch die regelmäßige Statistik, die ja heute vorgestellt wird, die auch in quantitativer Hinsicht belegt, dass zwar nicht alle, aber eben immer mehr Menschen in der Soziokultur und durch Soziokultur die Möglichkeit haben und nutzen, aktiv am kulturellen Leben und damit auch am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Unsere Gesellschaft ist in den vergangenen 40 Jahren ganz offensichtlich – auch unter tatkräftiger Mitwirkung der Soziokultur – offener und vielfältiger geworden und bietet ihren Mitgliedern deutlich mehr Möglichkeiten der eigenen Entfaltung.

 

Alles gut also?

Dem steht die oben zitierte Diagnose einer neuen Klassengesellschaft ebenso entgegen wie die uns alle beunruhigende Zunahme an populistischen Strömungen – nicht nur in Deutschland. Blicken wir zum Verständnis dieser anderen Seite unserer gesellschaftlichen Lage auf den Wandel der unsere Gesellschaft prägenden Werte. Vor Entstehung der soziokulturellen Zentren war zumindest die westdeutsche Gesellschaft eine nivellierte Mittelstandsgesellschaft, in der die kulturellen Werke und Werte der bürgerlichen Moderne die Lebensentwürfe der meisten Menschen bestimmten. Verbunden mit dem Aufstiegsversprechen, dass es der jeweils nachfolgenden Generation einmal besser gehen solle als der vorangegangenen, konnten Werte wie Treue, Disziplin, Ordnung erfolgreich weitergegeben werden. Das dies recht geschichtsblind war und unter dieser wärmenden Decke äußerst dunkle Seiten unserer Geschichte mehr zugedeckt als aufgearbeitet wurden, ist eine andere Geschichte. Emanzipation, Partizipation, Kommunikation, Identitätsfindung, Authentizität, Subjektivität, Kreativität – dieser bunte Strauß an Werten, gebildet aus ehemaligen Kampfbegriffen, kennzeichnet heute akzeptierte Leitbilder.

 

Wertewandel

Die Vielfalt und Pluralität dieses bunten Angebots ist verbunden mit Verunsicherung und mit der Aufforderung, ja mit der Notwendigkeit, sich aus den möglichen Leitbildern und Lebensentwürfen eine ganz persönliche, unverwechselbare Identität zu basteln. Je ausdifferenzierter die Bilder von einem guten, gelingenden Leben werden und je mehr sie alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringen, desto subjektiv herausfordernder ist der Prozess der Identitätsfindung. Die weltoffenen, gut gebildeten Angehörigen einer neuen Mittelschicht haben mit diesen Herausforderungen gut zu tun. Sie gehören dabei eher zu den Modernisierungsgewinner*innen. Diesen Modernisierungsgewinner*innen steht die moderne Dienstleistungsklasse der geringfügig Beschäftigten und prekär Bezahlten gegenüber und dazwischen die sehr diffus beschriebene Mittelschicht mit Teilen des alten, den Traditionen verbundenen Bürgertums, des Kleinbürgertums und des traditionellen Facharbeitermilieus. Das populistische Protestpotential speist sich nicht allein aus den sogenannten „Abgehängten“, sondern auch aus diesem mittleren Drittel

 

Drei Herausforderungen

Die Kämpfe um Identität und kulturelle Werte bestimmen unsere gesellschaftliche Spaltung. Daraus ergeben sich Herausforderungen für Kultureinrichtungen – nicht nur die Soziokultur. Was braucht es in unserer Gesellschaft und was kann Kultur dabei leisten? Kulturarbeit kann Kommunikationsblockaden begegnen mit der Schaffung von Gelegenheiten zur zwanglosen Begegnung. Sie kann Verlustängsten begegnen mit Verlässlichkeit, Offenheit, Erreichbarkeit und Glaubwürdigkeit, wenn sie Teilnehmenden nicht nur als Zielgruppe begegnet, sondern als Partner*innen mit eigenen Anliegen und eigener Geschichte. Sie kann Ohnmachtsgefühlen begegnen mit Momenten von Selbstwirksamkeit und spielerischem Probehandeln auf der Bühne, in der Werkstatt, in der Organisation von Gemeinschaftsaktivitäten.

Soziokulturelle Einrichtungen sind für diese Herausforderungen gut gerüstet: Sie sind kontextsensibel, sind gewohnt, auf Bedarfe in ihrem Umfeld einzugehen und sind dabei mit zivilgesellschaftlichen Organisationen gut vernetzt. Sie sind es gewohnt, Gruppen eine Plattform zu bieten, unterschiedliche Positionen auszuhandeln, Themen und Interessen zu artikulieren und zum Beispiel an kommunale Gremien heranzutragen. Sie sind gut mit Künstler*innen und -gruppen vernetzt, die ihre Kreativität in gesellschaftliche Prozesse einbringen mögen. Sie haben bewegliche Organisationsstrukturen, die es möglich machen, Ideen aufzugreifen und auf Bedarfe zu reagieren. Sie haben Know-how in der Finanzierung von neuen, schrägen Ideen. Kurz: Die Qualitäten der Soziokultur sind aktuell besonders gefragt.

 

Aktuelle Handlungsfelder

Das Potential, diesen aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden, wird z.B. in den Programmen der Bundesvereinigung Jugend ins Zentrum und UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier deutlich. Ein drittes Handlungsfeld ist meines Erachtens zunehmend von Bedeutung, insbesondere in Bezug auf die Ländliche Kulturarbeit; die Zusammenarbeit mit traditionellen Kulturträgern – im weitesten Sinne: Chöre, Sportvereine, freiwillige Feuerwehr, Kleingarten- oder Heimatvereine. Mit soziokulturellen Akteuren, interessierten Künstler*innen und traditionellen Gruppen begegnen sich unterschiedliche Lebenswelten in Prozessen gegenseitigen Lernens und kreativen Tuns. Bei der Empfehlung, dieses Handlungsfeld noch stärker auszubauen, geht es mir selbstverständlich nicht darum, die erreichte kulturelle Liberalisierung und Vielfalt zurückzudrehen. Was angestrebt und erreicht werden kann, sind Beheimatungsprozesse in der Vielfalt. Ich wünsche für die Zukunft hierbei viel Freude und Erfolg!

 

Dieser Beitrag entstand aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e. V. am 15. Mai 2019

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19.10.2019
#BEHEIMATEN

Uns beheimaten – eine Anstrengung

„Heimat“ wird oft für fragwürdige Zwecke instrumentalisiert. „Beheimaten“ bedeutet für die Soziokultur einen Prozess des aktiven Schaffens von wünschenswerten Lebenswelten.

Ursprünge

Der Ausdruck „Heimat“ teilt eine Eigenschaft mit dem Ausdruck „Nachhaltigkeit“: Es gibt vage Übereinstimmung darüber, worum es ungefähr geht, und dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Verständnisse, Deutungen und Anwendungen. Das Wort entstammt der indogermanischen Wurzel *kei – liegen; ursprünglich handelt es sich um ein Lager, um einen Ort, an dem man sich niederlässt. Bis vor knapp 200 Jahren wurde „Heimat“ als sachliche Bezeichnung für juristische oder geografische Gegebenheiten benutzt. Hauptsächlich ging es um das Aufenthalts- und Bleiberecht. Aus der Geburt in einem bestimmten Landstrich folgte nicht unmittelbar ein Heimatrecht. Das war an Besitz und Eigentum gebunden. Heimat definierte das Recht auf Ansprüche aus den öffentlichen Kassen. Romantisch aufgeladen wurde der Ausdruck erst während der frühen Phase der Industrialisierung. Die Landflucht von Arbeitssuchenden führte zu Massenelendsquartieren in den Städten. Unter Heimat wurde nostalgisch das idyllische Landleben als positiver Gegenentwurf gefasst. Erst seit relativ kurzer Zeit gesteht man auch Großstädten zu, dass sie Heimat sein können. Neurobiologen sehen Heimat im Hirn jedes Menschen präsent, sozusagen als in Fett und Eiweiß gemeißelte Einschreibungen, die meistens bereits in frühester Kindheit erfolgen und deshalb relativ schwer mit anderen Bewusstseinsinhalten überschrieben werden können. Akteure mit emanzipatorischen Zielen haben das Thema aus guten Gründen lange gemieden.

Wandel

Aus noch besseren Gründen wenden sie sich ihm als komplexem Phänomen jetzt verstärkt zu. Denn: Heimat ist weder eine auf- und abschwellende Laune von Zeitgeistern, noch die dumpf-niedliche kleine Schwester der Nation, die sich ein Trachtenkleid anzieht und zu fröhlichen oder melancholischen Volksweisen ihre Suppe aus naiv bemalter Keramik löffelt. Sie ist zum einen tatsächlich wie ideell der Schauplatz, auf dem die alten Bewertungen, Regeln und Lösungswege mit neuen Entwicklungen und Notwendigkeiten kollidieren. Deshalb wird nicht nur manchmal, sondern immer um sie gestritten. Zum anderen: „Kulturpolitik …“ kann, heißt es in der Erklärung der Kulturpolitischen Gesellschaft zum Kongress „KULTUR.MACHT.HEIMATen“, „auch aufgeklärte und aufklärende Heimatpolitik sein, um als ‚konkrete Utopie‘ und in ‚reale Demokratie begründet‘ in der Welt [Heimat] entstehen zu lassen […].“ Im Sinne einer konkreten Utopie ist Heimat zu beschreiben als der gesellschaftliche Raum, in dem man über enge soziale Kontakte verfügt und sein Leben im Miteinander lebt, seine existenziellen Bedürfnisse wie Wohnen und Ernährung sichern kann, einfachen Zugang zu Einrichtungen der Bildung, der Kultur und der humanen Dienstleistungen besitzt. Für Soziokultur besteht im Phänomen Heimat nicht nur eine Möglichkeit des Engagements, sondern eine zentrale Aufgabe. In seinem Vortrag zum 40. Jahrestag der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren spricht Gerd Dallmann von „Beheimatung in der Vielfalt“ und von „Beheimatungsprozessen“ (Soziokultur 2/19, S. 26 f.). Heimat ist demnach nicht einfach etwas so oder so Gegebenes, sondern eine aktiv zu erbringende Anstrengung. Für soziokulturelle Interventionen besteht hier dringender Bedarf.

Gutes als Trug

Heimat wird im Wesentlichen aus zwei Gründen immer positiv konnotiert. Was wir dazu bildlich in unserem Gedächtnisvorrat abgespeichert haben, ist ein Übermaß an friedlicher, gesunder Idylle. Auch, wenn wir weder Anhänger von Kitsch noch von trügerischen Illusionen sind: Die Bilder, die unsere Hirne zu Heimat abrufen können, zeigen das Gegenteil von Elend, Krankheit, Schmutz und Krieg. Und: Die meisten von uns stellen einen Zusammenhang zur Kindheit her. Wer eine unschöne hatte, benutzt nicht „Heimat“ als Bezeichnung für die räumliche Gegend seiner ersten Jahre. Wer allerdings in seiner Kindheit Liebe, Zuwendung und Unbeschwertheit erfuhr, der überträgt dieses Lebensgefühl – das im Kern neben der Anwesenheit von Liebe ja auch in der Abwesenheit von Verantwortung und Entscheidungsfreiheit besteht – gern unbewusst in den Kontext von Heimat. Überspitzt ausgedrückt kann man sagen: Heimat steht oft auch für die Illusion, man könne das kindliche Seins-Gefühl der Sorglosigkeit und der vollkommenen Herrschaft des Guten zurückerlangen, wenn man nur die alten Zustände wiederherstellt.

Trägheit des Erbguts

Unsere Ideen, Überzeugungen und Verhaltensmuster übernehmen wir zuerst von den Eltern oder von anderen frühesten Kontaktpersonen. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins geht sogar davon aus, dass sie – ähnlich wie unsere biologische Konstitution durch Gene – durch Meme soziokulturell vererbt werden. Fest steht: Ihre Veränderung erfolgt im Verlauf der Evolution relativ langsam. Wir übernehmen unsere Bewusstseinsinhalte, vor allem unsere sozialen Verhaltenskoordinatoren, zunächst von den Eltern. Während wir uns in der Pubertät abnabeln, beginnen wir die Eltern lebenslang einer kritischen Prüfung zu unterziehen und uns bewusst zu entscheiden, was wir übernehmen und was wir künftig anders halten wollen. Zum großen Teil tun wir das am Maßstab der elterlichen Regeln selbst, zum kleineren anderen Teil gleichen wir ab, ob unsere Werte und Überzeugungen zu unseren anderen Lebensumständen passen. Zu dem Zeitpunkt, zu dem wir unsererseits die Hirne unserer Nachkommen prägen, sind die meisten von uns mit der Selbstaneignung der Welt noch nicht besonders weit fortgeschritten. Als individuelle soziokulturelle Erbträger sind wir objektiv nicht in der Lage, mit der Dynamik der globalen und komplexen gesellschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten. Vielfalt ist nicht nur Ergebnis von Entwicklungen, sie ist vor allem existenzielle Bedingung für unsere Welttauglichkeit. Wenn Gerd Dallmann für die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren über Beheimatungsprozesse in der Vielfalt spricht, dann heißt das: Vielfalt von der Bildung der allerersten Gedanken in der frühesten Kindheit an.

Ressentiments als Erbe

Noch unter den nostalgischromantischen Zeit-Schichten in den Vorstellungen von Heimat überdauern hartnäckig die alten exkludierenden Rechtsnormen von Blut und Scholle. Da es sich – sowohl was das Phänomen Heimat als auch was die Normen als Bewusstseinsinhalte betrifft – um frühe Prägungen handelt, existieren sie als empfundenes Recht und sind mit starken Emotionen behaftet. Wir beobachten, dass Menschen aus strukturschwachen Gegenden, an deren soziokultureller Prägung eine vergleichsweise kleine Menge unterschiedlicher Einflüsse beteiligt war, mit auffallender Leidenschaft auf Heimat und Heimatrechten bestehen. Rassismus und Fremdenhass haben hier ihren Ursprung. Wer aus Gründen von Blut und Scholle, oder einfach, weil er später kommt, nicht dazugehört, wird bis zur brachialen Konsequenz abgelehnt. Nicht von ungefähr findet die AfD in dünn besiedelten und schrumpfenden Regionen und unter Russlanddeutschen ebenso Zustimmung wie unter Vertriebenenverbänden oder Migrant*innen mit türkischen oder syrischen Wurzeln, derentwegen gern nach ihnen alle Brücken hochgezogen werden sollen.

Verlust und Angst

Für lange Zeit wurde der Ortsbezug als das Bestimmende an Heimat gesehen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzen sich die sozialen Beziehungen als das Ausschlaggebende durch. Gegenwärtig finden sowohl in ländlichen Regionen als auch in Stadtquartieren, die der Gentrifizierung oder Verwahrlosung unterliegen, Prozesse des Abbaus von Heimaten statt: Bezugspersonen verziehen oder sterben, erworbene Kompetenzen werden entwertet, Treffpunkte, Bildungs- und Dienstleistungseinrichtungen, Handels- und Wirtschaftsstrukturen verschwinden. Oskar Negt verwies schon 1990 auf die Heimatlosigkeit aller sozial Entwurzelten. Menschen sind soziale Wesen. Sie empfinden Heimatlosigkeit als ultimativen Angriff auf ihre Würde – und deshalb angstvoll. Angst wiederum ist eine so starke Emotion, dass sie sich oft kaum artikulieren geschweige denn mit rationalen Erwägungen beheben lässt. Drohender Heimatverlust bewirkt einen emotionalen Humus, der bereit ist, physische Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung zu tolerieren. Bleibt die Deutungshoheit über Heimat konservativen oder nationalistischen Kräften überlassen, die ja genau an diese Urängste appellieren und an die illusorische Idee, in früheren Zuständen sei die ultimative Idylle zu gewinnen – dann erhöht das die Gefahren für den sozialen Frieden unmittelbar.

Bühne für Heimaten

Mit ihrem Engagement für Beheimatung spielen die Akteur*innen der Soziokultur nicht nur als Schöpfer*innen von Bindungen, verlässlichen Anlaufpunkten und tragfähigen Strukturen eine wichtige Rolle. Sie gehören auch zu denjenigen, denen es gelingen kann, Zugang zu den oft ablehnenden Emotionen von Menschen zu bekommen, die für den vernünftigen gesellschaftlichen Diskurs längst verloren scheinen. Sie besitzen hohe Kompetenz in dem Einsatz von ästhetischen Techniken und künstlerischen Mitteln, die dafür nötig sind. „Soziokultur“, sagt Gerd Dallmann, gibt „von Ausgrenzung oder Benachteiligung betroffenen Gruppen die Möglichkeit, ihren Anliegen Ausdruck zu geben und sie auf die Bühne zu bringen.“

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24.10.2019
#BEHEIMATEN

Unterwegs zu meiner Kultur

Seit 2008 veranstaltet die LAG Soziokultur Thüringen jährlich das Projekt MEINE KULTUR, um die soziokulturellen Akteure in Thüringen zusammenzubringen, gegenseitig die regionalen Bedingungen für Kulturarbeit kennenzulernen und sich zu unterstützen.

MEINE KULTUR erfindet sich jedes Jahr ein bisschen neu – mal als spartenübergreifendes Festival, mal als Fachforum im ländlichen Raum, mal als wandernde Workshop-Reihe oder als soziokultureller Reiseführer – wie in diesem Jahr: Der erste Thüringer Soziokultur-Reiseführer „Pappe, Peng & Paradiese“ lädt auf 180 Seiten zu einer spannenden Entdeckungstour zu den 72 wildesten und aufregendsten Kulturplätzen des Freistaates ein. Von Beginn an sind selbstorganisierte Kulturbustouren fester Bestandteil von MEINE KULTUR. Vollbesetzt mit Kulturmacher*innen und Interessierten geht es in die entlegensten Ortschaften des Freistaates. Unterwegs und dann vor Ort heißt es: Lokale Soziokultur erleben und neue Netze knüpfen! Die bemerkenswerteste Tour fand sicherlich im August 2012 statt, als drei Busse gleichzeitig von Erfurt, Weimar und Jena in Richtung des kleinen Ortes Steinach im Thüringer Wald aufbrachen. Unterwegs wurden in den Bussen eigene Versionen des Rennsteigliedes – der heimlichen Hymne Thüringens – eingeübt. Auf dem Steinacher Marktplatz angekommen, empfing die Busse bei glühender Hitze nicht nur von einer Menge Schaulustiger, sondern auch der traditionelle Steinacher Sängerkreis. Mit Trommel, Tuba und Heimatchorgesang wurde gemeinsam das Rennsteiglied aufgeführt – oder besser: improvisiert. Es war die sicherlich längste, chaotischste und einzigartigste Version dieses Liedes. Eine spektakuläre Hochzeit zwischen urbaner Alternativ- und ländlicher Breitenkultur!

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