21.01.2021
Zeitschrift SOZIOkultur

Häuser – Aktuelle Ausgabe SOZIOkultur

Von:  Redaktion

Häuser, in denen man sich treffen, lachen, tanzen, Kunst erleben und kreativ sein kann, sind gerade jetzt im Lockdown Sehnsuchtsorte. Ihnen, der bewährten Basis und Hülle soziokultureller Arbeit, widmet sich die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur.

Dass die Orte der Soziokultur Knotenpunkte in kommunalen Netzwerken bilden, umreißt Georg Halupczok. Als sogenannte Dritte Orte und „Facility Manager der zivilgesellschaftlichen Debatte“ sind sie für das Klima der Demokratie wichtig – gerade auch in der Pandemie. Christine Steiner und Thomas Putz beschreiben die unterschiedliche Entstehungsgeschichte der Häuser in Ost und West und zeigen, wie sie sich in der Arbeit der Landesverbände in Baden-Württemberg und Thüringen niederschlägt.

Orte kultureller Selbstbestimmung

Viele soziokulturelle Zentren sind in Gebäuden beheimatet, die nicht für kulturelle Zwecke erbaut wurden: in Fabriken und Speichern, E-Werken und Schlachthöfen, Kirchen und Profanbauten. Ihrer Funktion enthoben werden sie – erträumt, erstritten und mit großem Engagement erarbeitet – zu Orten kultureller Selbstbestimmung. Ob in Trägerschaft der Kommune, als Vorhaben eines Vereins oder als private Initiative, immer wirken dabei Teams zusammen: Künstler*innen und Bauleute, Profis und Ehrenamtler*innen schaffen authentische Orte mit hohem Identifikationspotenzial.

So lenken Britta Velhagen und Team mit dem Tollhaus einen „Tanker“ in Karlsruhe und haben bei laufendem Veranstaltungsbetrieb über Jahre komplexe Bauvorhaben geschultert. Auch in Offenbach und Saarburg, Strodehne und Greifswald, Hamburg, Göppingen und unzähligen anderen Orten sind soziokulturelle Hotspots entstanden, die tagein, tagaus unterhalten und bewirtschaftet werden. Einmal mehr wird klar, dass die Aktiven Allrounder sind und sich mit großer Verantwortung in ihren Häusern auch den Herausforderungen der Architektur und Denkmalpflege, Instandsetzung und Modernisierung, Technik und Sicherheit stellen.

Die Gemeinde Schüttorf nutzt die Energie und Kompetenz der Soziokultur für die Gestaltung kommunaler Prozesse. Sie will ein Sanierungsgebiet entwickeln und zeigt mit dem Neubau eines soziokulturellen Zentrums, wie dieses als Impulsgeber wirken kann.

Förderprogramme des Bundesverbands

Das Anliegen mehrerer Bundesprogramme, die aktuell durch den Bundesverband Soziokultur umgesetzt werden, ist es ebenfalls, den Fortbestand soziokultureller Zentren und anderer Kultureinrichtungen zu sichern, die Ausstattung zu verbessern und die Programmarbeit zu gewährleisten. Die Zeitschrift belegt in Analysen und Zwischenbilanzen eindrucksvoll, was in den Häusern umgesetzt wird – Grund genug für einen zuversichtlichen Blick in eine Zukunft, in der wir uns hoffentlich bald wieder vor Ort treffen können!

Ihre Ute Fürstenberg und die Redaktion SOZIOkultur
_________________________________________________

Zum Download hier die Ausgabe der SOZIOkultur zum Thema „HÄUSER“.

Die Printversion können Sie hier bestellen.

Bild: Theater der Nacht, Northeim © TdN

Ähnliche Artikel

17.03.2021
Zeitschrift SOZIOkultur

MECKLENBURG-VORPOMMERN: Kornhaus, Bad Doberan

In einem Streifzug durch die Republik zu exemplarischen Orten wird klar: Seit ihren Anfängen in den 1970er Jahren bis heute muss (und will) sich die Soziokultur die Räumlichkeiten, in denen sie ihre Aktivitäten entfalten kann, oft erst suchen und erobern. Heute finden soziokulturelle Aktivitäten vielerorts in Gebäuden statt, die nicht als kulturelle Bauten geplant wurden. Teils jahrelang werden ehemalige Kirchen- und Klostergebäude, alte Fabrikhallen und Elektrizitätswerke, Scheunen, Lagerstätten oder Höfe mit viel persönlichem Engagement und körperlichem Einsatz, mit Knowhow und Liebe zum Detail für die spartenübergreifende Nutzung ertüchtigt. Wir haben uns umgesehen und stellen exemplarische Häuser vor. MECKLENBURG-VORPOMMERN: Kornhaus, Bad Doberan Das Kornhaus ist ein Profanbau aus dem 13. Jahrhundert. Nach wechselvoller Nutzung, zuletzt als Pionierhaus, drohten in der Nachwendezeit Leerstand und Verfall. Daher gründete sich 1992 der Kornhaus e.V., der schrittweise ein soziokulturelles Zentrum, eine Umweltbegegnungsstätte, eine Jugendkunstschule sowie Klosterherberge und Café aufbaute. Nach langem Ringen um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erhielt das Kornhaus 2011 die heutige Gestalt. Lage und Gestalt des Hauses prägen die Arbeit darin: Architektur und Atmosphäre unterscheiden es von den Wohn- und Arbeits- beziehungsweise Lernorten der Besucher*innen. Dies trägt dazu bei, dass hier andere Regeln gelten, dass experimentiert und geträumt wird. Auf dem Klostergelände liegt es abseits der Alltagswelt. Doch es ist profan und unterliegt nicht den Regeln des Sakralen. Die größte aktuelle Herausforderung ist die Abstandsregel. Unter Pandemiebedingungen sind die Räume für nahezu alle Angebote zu klein. Unser Ziel ist die Verlagerung ins Freie, ins Proprofane. Die Investitionsmaßnahme ist beantragt. Text: Ronald Richardt www.kornhaus-doberan.de - Kornhaus Doberan auf Facebook  Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.
Mehr lesen
16.03.2021
Zeitschrift SOZIOkultur

HESSEN: Hafen 2, Offenbach

Seit ihren Anfängen in den 1970er Jahren erobert sich die Soziokultur die Räumlichkeiten, in denen sie ihre Aktivitäten entfalten kann, oft erst. Heute finden soziokulturelle Aktivitäten vielerorts in Gebäuden statt, die nicht als kulturelle Bauten geplant wurden. Wir haben uns umgesehen und stellen exemplarische Häuser vor. HESSEN: Hafen 2, Offenbach Das Kulturzentrum Hafen 2 begann als Zwischennutzung eines Lokschuppens der Hafenbahn. Als der Abriss dieses Gebäudes bevorstand, ermöglichte eine Spendenkampagne, die von der Stadt Offenbach verlangte Mietkostenvorauszahlung für ein neu zu errichtendes Gebäude aufzubringen. Das neue Haus ist weniger „Haus“ als vielmehr Blechgebäude, ermöglicht aber einen komfortableren Kulturbetrieb. Zudem kommt zum Tragen, dass der Hafen 2 schon immer seinen Schwerpunkt auf Open-Air-Veranstaltungen hatte. Dafür ist das neue Gelände überaus attraktiv: Kinoleinwand und Konzertbühne haben den Fluss im Hintergrund und das Publikum schmiegt sich in eine Art Amphitheater. Das neue Gebäude hat eine Veranstaltungshalle und ein kleines Café, jedoch keine ausreichenden Nebenräume für Büro, Backstage, Garderobe, Personal, Werkstatt, Lager et cetera, deshalb wurden einige Container und Zirkuswagen hinzugefügt. Text: Alex Braun www.hafen2.net  - Hafen 2 auf Facebook Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.
Mehr lesen
14.03.2021
Zeitschrift SOZIOkultur

THÜRINGEN: Kunstpavillon Eisenach

In einem Streifzug durch die Republik zu exemplarischen Orten wird klar: Soziokulturelle Aktivitäten finden vielerorts in Gebäuden statt, die nicht als kulturelle Bauten geplant wurden. Wir haben uns umgesehen und stellen exemplarische Häuser vor. THÜRINGEN: Kunstpavillon Eisenach Der Verein Zentrum für Gegenwartskunst fördert zeitgenössische Kunst und Kultur, Bildung sowie Denkmalschutz und -pflege durch die Erhaltung des ehemaligen Ausstellungspavillons des Automobilwerkes Eisenach und dessen sinnvolle und regelmäßige Nutzung. Nach der Rettung vor dem Abriss und der Gebäudesicherung treibt der Verein derzeit eine denkmalgerechte Sanierung des inzwischen als Kulturdenkmal eingetragenen und seit 2018 als national bedeutend eingestuften Gebäudes voran. Sein Baustil wird in der Nachfolge der Bauhaus-Architektur mit Bezügen zu Bauten von Mies van der Rohe bewertet. Seit 2007 werden regelmäßig Angebote der Kunst, der Soziokultur und der Bildung geschaffen, die bis dato in dieser Form in Eisenach nicht zu finden waren - von Kunstausstellungen und -auktionen und Nächten der Kunst über Workshops mit Schüler*innen, die offene „Bühne FREI“ und Poetry Slams bis zu Live-Konzerten, Lesungen und Film-, Theater- und Kabarettaufführungen. Als Zentrum der Begegnung und als Raum zur freien Meinungsbildung lädt der KUNSTPavillon zum Verweilen, Genießen und Feiern ein. Text: Peter Schäfer www.kunstpavillon.info - Kunstpavillon auf Facebook Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.
Mehr lesen
12.03.2021
Netzwerk Soziokultur, Zeitschrift SOZIOkultur

SCHLESWIG-HOLSTEIN: Planet Alsen

In einem Streifzug durch die Republik stellen wir exemplarisch Häuser der Soziokultur vor. Planet Alsen in Schleswig-Holstein Das Projekt „Planet Alsen“ ist eine Keimzelle für die Entwicklung des Alsen-Geländes in Itzehoe. Bis 1982 war hier eine Zementfabrik angesiedelt. Das Unternehmen war 1863 von Gustav Alsen gegründet worden. Heute wandelt sich das Gelände von einer Industriebrache zur Kulturlandschaft. Ziel ist es, ein Kulturzentrum und einen Kommunikationsraum für Kunst, Bildung und Industriegeschichte zu schaffen. Durch die großzügigen räumlichen Gegebenheiten sowie das außergewöhnliche Ambiente entsteht für Künstler*innen aller Couleur die für den Raum Südholstein einmalige Möglichkeit und Chance, ihre Kunst auch im Zusammenspiel von Events, Freizeitangeboten, Ausstellungen und Gastronomie generationsübergreifend zu präsentieren. Es ist beabsichtigt, das ehemalige Industriegelände mit der Stadt Itzehoe zu einem Ganzen zu entwickeln. „Planet Alsen“ möchte den industriekulturellen Teil der Stadtgeschichte bewahren und ihn den Bürger*innen und Besucher*innen zugänglich machen. Durch Projekte und Veranstaltungen unterschiedlichster Art soll ein kreativer Raum entstehen. Text: Setus Studt www.planet-alsen.de - Förderverein Planet Alsen auf Facebook Der Artikel erschien in der Zeitschrift SOZIOkultur zur Thema HÄUSER. Hier die Ausgabe zum Download.
Mehr lesen