Gute Nachrichten für die stark belastete Soziokultur: Im Februar soll das dringlich erwartete Förderprogramm zum Kulturfonds Energie des Bundes starten. Bis zu einer Milliarde Euro wurde zur Unterstützung des Kulturbereichs aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds zur Verfügung gestellt. Der Bundesverband Soziokultur wiederholt seinen ausdrücklichen Dank an die Bundesregierung, an die Kulturstaatsministerin Claudia Roth und alle Bundestagsabgeordneten, die sich dafür eingesetzt haben.

Der Kulturfonds Energie wird als Bund-Länder-Kooperation umgesetzt und über die Strukturen des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen ausgereicht. Die administrative Abwicklung erfolgt über die Kulturministerien der Länder.

Infosession Kulturfonds Energie des Bundes

Vor Programmstart laden die Länder gemeinsam mit dem Deutschen Kulturrat zu der Online-Informationsveranstaltung Infosession Kulturfonds Energie des Bundes für interessierte Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltende ein. Dort informieren Vertreter*innen der Länder und der Bundesregierung über den Kulturfonds Energie und beantworten Fragen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und über zoom statt.

Mittwoch, den 15. Februar 2023, 14:30 – 16:00 Uhr
Anmeldung: http://bit.ly/40lcDZL

Soziokulturelle Zentren können bis zu 80 Prozent ihrer Mehrbedarfe beantragen. Bei Kulturveranstaltenden wird der Energiekostenmehrbedarf über einen Festbetrag pauschal gefördert, gestaffelt nach der Kapazität des jeweiligen Saales, in dem die Kulturveranstaltung stattfindet.

Der Förderzeitraum des Kulturfonds Energie des Bundes erstreckt sich rückwirkend vom 1. Januar 2023 bis zum 30. April 2024 (Ende der Gas-, Wärme- und Strompreisbremse).

Der Bundesverband Soziokultur empfiehlt nachdrücklich ein umfassendes Beratungsangebot besonders für kleinere, überwiegend ehrenamtlich betriebene Kultureinrichtungen anzubieten und dafür mit den Fachverbänden zusammenzuarbeiten. Soziokulturelle Einrichtungen sind generell personell unterfinanziert, in ihrem Veranstaltungsbetrieb nach der Pandemie in vielfacher Hinsicht noch immer stark belastet. Sie brauchen deshalb ein schlankes und leicht verständliches Antrags- und Abrechnungsverfahren, damit die Mittel flächendeckend abgerufen und eingesetzt werden können.

Ellen Ahbe, Geschäftsführung des Bundesverbands Soziokultur: „Gerade im europäischen Vergleich ist es wirklich beachtlich wie Kultur und im Speziellen die Soziokultur in Deutschland geschützt und unterstützt wird. Unsere umfassenden Erfahrungen mit der Weiterleitung von Bundesmitteln, insbesondere im Programm NEUSTART KULTUR, haben jedoch gezeigt, dass vor allem überwiegend ehrenamtlich getragene Einrichtungen, die nicht zuletzt in den ländlichen Räumen eine so bedeutsame Arbeit leisten, bei der Antragstellung und auch Abrechnung gut beraten werden müssen. Sie befürchten Rückzahlungen, die aus Unkenntnis des komplexen Zuwendungsrechts resultieren. Daher empfiehlt der Bundesverband Soziokultur dringend eine unbürokratische und leicht verständliche Antragsstellung. Auch in das Beratungsangebot sollte personell investiert werden. Es lohnt sich, denn es qualifiziert die Soziokultur, auch künftig Förderprogramme des Bundes zu nutzen.“

Der vollständige Text der Pressemitteilung der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien (BKM) kann hier nachgelesen werden.

Die Sumpfblume ist ein soziokulturelles Zentrum in Hameln.

Mit Jan Delay, Ina Müller oder den Beatsteaks sind hier schon die einen oder  anderen namenhaften Künstler*Innen aufgetreten. Neben jeder Menge Konzerten, finden Kabarett- und Kleinkunstabende, Kino,  Theaterveranstaltungen, Autorenlesungen und Vorträge statt. Auf ca. 1.000 m² stehen ein  Café, verschiedene Gruppenräume und ein großer Veranstaltungssaal mit Bühne zur Verfügung.

Für unser Team suchen wir zum nächstmöglichen Termin Unterstützung in der  Veranstaltungstechnik. Die wöchentliche Arbeitszeit ist von 20 bis 30 Stunden verhandelbar. Schwerpunkt neben der Veranstaltungstechnik sind hausinterne technische Aufgaben.

Dein Profil:

Deine Aufgaben:

Du liebst Kultur, Kaffee und Technik? Du übernimmst gerne Verantwortung, arbeitest
lösungsorientiert und hast Lust auf Teamwork? Dann bewirb dich bei uns! Wir freuen wir uns
auf deine Bewerbung per Post oder Mail bis zum 08.02.2023 mit den üblichen Unterlagen.

Kultur-und Kommunikationszentrum Sumpfblume GmbH
Am Stockhof 2A
31785 Hameln
05151/932121
linda.meier@sumpfblume.de

Der Pavillon in Hannover sucht Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau bzw. zum Veranstaltungskaufmann, eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik, eine*n Mitarbeiter*in für die Personalbuchhaltung, Projektassistenz für die klimaneutrale Konzertreihe ACT NOW und FSJ in der Öffentlichkeitsarbeit und im Programmbereich.

Alle Informationen sind hier zu finden.

 

Der Historische Kornspeicher ist ein soziokulturelles Zentrum im Landkreis Stade, das seit 2014 von einem gemeinnützigen Förderverein betrieben wird. Über 12.000 Besucher genießen jährlich ein vielfältiges Kultur- und Bildungsprogramm, feiern gemeinsam und tauschen sich miteinander aus. Durch das tatkräftige ehrenamtliche Engagement und die Unterstützung von ca. 600 Mitgliedern hat sich der Kornspeicher als erfolgreiches Bürgerprojekt des ländlichen Raumes in Niedersachsen etabliert.

Für unser Haus suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Büroleitung in Vollzeit

Die Tätigkeit umfasst u.a. folgende Aufgaben:

Wünschenswerte Qualifikationen:

Natürlich erwarten wir nicht, dass Sie alle hier aufgeführten Fähigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften mitbringen. Wir wünschen uns aber , dass Sie sich mit Neugierde und Kreativität auch neuen, unbekannten Herausforderungen stellen.

Es handelt sich um eine Vollzeitstelle. Der Arbeitsplatz erfordert Präsenz sowie die Bereitschaft gelegentlich auch an Wochenenden bei Veranstaltungen zu arbeiten.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit einer Angabe zu Ihrer Gehaltsvorstellung und Ihrem frühstmöglichen Eintrittstermin per Post oder E-Mail. Einsendeschluss ist der 15. Januar 2023.

Historischer Kornspeicher, z. Hd. Jörg Petersen, Elbstraße 2, 21729 Freiburg (Elbe)

info@kornspeicher-freiburg.de

www.kornspeicher-freiburg.de

Beim Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle der Assistenz der Geschäftsstelle (30 h/ Woche) unbefristet zu besetzen.

Der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. ist der Dachverband für soziokulturelle Einrichtungen und Initiativen im Freistaat Sachsen. Als Dachverband bündelt er die Interessen der einzelnen Kulturorganisationen und tritt als Vermittler zwischen Politik, Verwaltung und soziokulturellen Einrichtungen auf. Als Fachverband arbeitet er an Expertisen und wirkt in zahlreichen Gremien und Fachbeiräten mit. Als zivilgesellschaftlicher Akteur wirkt er für die Bedarfe des Gemeinwesens und des Gemeinwohls im Sinne einer kulturellen Infrastruktur.

AUFGABEN:

VORRAUSSETZUNG:

SIE BRINGEN MIT:

WIR BIETEN:

BEWERBUNGEN:

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis zum  06.02.2023 in einer zusammenhängenden pdf-Datei (max. 5 MB) ausschließlich per E-Mail
an die Geschäftsführerin Kirstin Zinke zinke@soziokultur-sachsen.de

Die Bewerbungsgespräche finden am 15.02.2023 in Präsenz in der Geschäftsstelle des Landesverbandes statt.

 

HINWEISE:
Die im Zusammenhang mit einer Bewerbung möglicherweise anfallenden Fahrtkosten bzw. sonstige Kosten werden nicht erstattet.
Mit Ihrer Bewerbung erklären Sie sich einverstanden, dass Ihre personenbezogenen Daten vorübergehend gespeichert und zur Abwicklung des Bewerbungs- und ggfs. eines Einstellungsverfahrens gespeichert werden.
Wir behandeln diese Daten mit größter Sorgfalt nach den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz.

Der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Ein herausforderndes Jahr ist zu Ende gegangen und den unermüdlichen Akteur*innen in der Soziokultur gebührt ein riesengroßer Dank für ihre wertvolle, oftmals ehrenamtlich geleistete Arbeit!

Trotz anhaltender Belastung durch die Pandemie habt Ihr Euch seit Februar für die Ukraine eingesetzt, habt Hilfstransporte mitorganisiert, Geflüchtete willkommen geheißen und sie in Eure Arbeit integriert. Ein weiteres Jahr habt Ihr Euch engagiert, um einem verunsicherten und kulturentwöhnten Publikum ein sicheres und spannendes Angebot zu bieten, habt Miteinander, Begegnung und kulturellen Genuss ermöglicht. Auch das drängende Thema Nachhaltigkeit habt Ihr nicht aus dem Blick verloren. Unsere Umfrage „Das braucht’s! Nachhaltige Entwicklung in der Soziokultur“ hat eindrücklich gezeigt: Wo es Euch möglich ist, habt Ihr bereits Maßnahmen ergriffen, um soziokulturelle Einrichtungen als Orte des Austauschs und der Begegnung zukunftsfähig zu gestalten. Offen und mutig habt Ihr Euch in spannende, oftmals nicht einfache Transformations- und Change-Prozesse begeben.

Ihr seid großartig!

Vieles konnte mit Hilfe der NEUSTART KULTUR-Förderung der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien umgesetzt werden. Unser großer Dank gilt daher auch der Kulturstaatsministerin und den beteiligten, stets auf das Förderziel fokussierten Mitarbeitenden in den Referaten. Wir freuen uns auf eine weiterhin so produktive Zusammenarbeit im Jahr 2023!

Der Bundesverband Soziokultur wird sich auch 2023 dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen für die unschätzbare Arbeit in der Soziokultur zu verbessern und zu sichern. Dabei werden wir uns im nächsten Jahr weiterhin schwerpunktmäßig dem Thema Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit widmen und natürlich auch die notwendigen kulturpolitischen Maßnahmen in Folge der Energiekrise verfolgen. Stabile Vernetzung und fachlicher Austausch mit weiteren Fachverbänden werden uns dabei unterstützen und stärken.

Das Thema Energie wird in seiner ökologischen und sozialen Dimension auch der Schwerpunkt der nächsten Ausgabe des Magazins „SOZIOkultur“ sein, das im nächsten Monat erscheinen wird. Der sparsame und achtsame Einsatz von Ressourcen ist nicht nur in den soziokulturellen Einrichtungen eine oberste Priorität, sondern sollte es auch bei Akteur*innen sein.

Der Bundesverband Soziokultur wünscht allen Kolleg*innen sowie unseren Förderern und Partnern ein frohes, energiereiches und vor allem gesundes Neues Jahr!

Das Stadtteilkulturzentrum MOTTE in Hamburg Ottensen sucht zum 1. Juni 2023 eine neue Geschäftsführung (w/m/d)
Die MOTTE ist ein Zentrum für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit, das seit 1976 Veranstaltungs-, Kurs- und Werkstattangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene macht. Die Bereiche Kita (60 Plätze), Jugendsozialarbeit, Kultur und Bildung, Veranstaltungen und Werkstätten verfolgen den Ansatz, sozialpädagogische, kulturelle, künstlerische, handwerkliche und nachhaltige Angebote zu vernetzen. Ziel ist die Gestaltung einer vielfältigen soziokulturellen Praxis, die sich den Herausforderungen einer sich ständig wandelnden Gesellschaft stellt. Dabei werden innovative und emanzipatorische Konzepte kontinuierlich mitgestaltet und umgesetzt. Die MOTTE ist Mitgesellschafterin in ver-schiedenen Netzwerken und Organisationen und tritt als Vermieterin auf. Sie befindet sich derzeit in einem öffentlich geförderten baulichen Umgestaltungs­prozess.


Aufgaben der Geschäftsführung

Erforderliche Voraussetzungen und Fähigkeiten der Geschäftsführung

Die MOTTE bietet eine anspruchsvolle und vielfältige Position mit weitgehenden Gestaltungsspielräumen im Einvernehmen mit einem konstruktiven Vorstand und einem aufgeschlossenen und kreativen Team. Einstellungstermin ist der 1. Juni 2023.

Die Bezahlung erfolgt nach dem TVL- E 11.

Die wöchentliche Arbeitszeit ist von 30 Stunden bis Vollzeit verhandelbar.

Bitte richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung in einem PDF per E-Mail bis zum 10. Februar  2023 an: Bewerbung@diemotte.de

Rückfragen gern an gf@diemotte.de (Michael Wendt).

 

Die Kraftstation betreibt in Remscheid über zwei Vereine und eine GmbH zwei Kindertagesstätten, ein Jugendfreizeitheim und ein soziokulturelles Zentrum.

Wir suchen, unbefristet und in Vollzeit, die Leitung des Jugendkulturbereichs im soziokulturellen Zentrum Kraftstation (w/m/d)

Der Jugendkulturbereich ist Teil unserer Arbeit im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit gemäß § 11 SGB VIII. Wir halten hier ein umfassendes, bedarfsorientiertes Angebot im soziokulturellen Zentrum Kraftstation und im Jugendfreizeitheim Gelbe Villa vor.

Unsere Angebote und Maßnahmen richten sich vor allem an junge Menschen vom 6. bis 21. Lebensjahr aus dem Stadtbezirk Remscheid-Mitte und zum Teil aus dem gesamten Stadtgebiet. Darüber hinaus werden bei besonderen Angeboten und Maßnahmen junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr einbezogen. Auch wenn wir unsere Arbeit als komplexes Miteinander sehen, lassen sich folgende Schwerpunkte benennen: schulbezogene/arbeitsweltbezogene Angebote, aufsuchende Angebote, offene Tür für Kinder, offene Tür für Jugendliche, Medienbereich und Jugendkulturbereich.

Wir suchen eine fachlich und menschlich überzeugende Persönlichkeit für die professionelle Steuerung und Weiterentwicklung des Jugendkulturbereichs im soziokulturellen Zentrum Kraftstation.

Wir wünschen uns:

Wir bieten:

Die Besetzung der Stelle erfolgt schnellstmöglich. Voraussetzung ist ein sozialarbeiterisches, (kultur-) pädagogisches oder sozialpädagogisches Studium bzw. ein gleichwertiger Studienabschluss.

Weitergehende Informationen zur Kraftstation und eine Stellenbeschreibung finden Sie unter www.kraftstation.de. Aussagefähige Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an: radfeld@kraftstation.de oder Kraftstation Jessica Radfeld Postfach 100338 in 42803 Remscheid.

Mitarbeiten und mitgestalten – wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Der DAKU – Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V. informiert über das vielfältige bürgerschaftliche Engagement für die Kultur und setzt sich für die Interessen der Fördervereine aller Kultursparten ein. Um zur Weiterentwicklung der Kulturfördervereine beizutragen, arbeitet er eng mit Politik, Öffentlichkeit und Wirtschaft zusammen. In seiner Geschäftsstelle in Berlin neben dem Charlottenburger Rathaus stellt er für sie Kontakte zu Weiterbildungsangeboten her und vergrößert sein bundesweites Netzwerk. In unserem kleinen Team suchen wir miteinander immer wieder nach neuen Ideen, um das kulturfördernde Engagement in Deutschland zu stärken

Wir freuen uns auf Kolleginnen und Kollegen, die Freude daran haben, in einem Team zu arbeiten, in dem immer wieder nach neuen Ideen gesucht wird, großes Engagement für die Kulturfördervereine selbstverständlich ist und sich jeder auf den anderen verlassen kann.

Projektassistenz (auch geeignet für Berufsanfänger:innen) Vollzeit (40h/Woche), zum nächstmöglichen Zeitpunkt, befristet auf ein Jahr mit Option auf Verlängerung gesucht.

Zu den Aufgaben gehören:

Was wir bieten:

Was wir uns wünschen:

Wir freuen uns über Ihre zeitnahe Bewerbung mit kurzem Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Ihren Gehaltsvorstellungen (bitte in einer pdf-Datei) ausschließlich per E-Mail mit dem Betreff „Bewerbung Projektassistenz“ an Lena Vennes, info@kulturfoerdervereine.eu.

www.kulturfoerdervereine.eu

Mit Kunst, Kultur und Bildung setzt QUARTIER Bremen den Fliehkräften globaler Krisen und ökonomischer Entwicklungen lebendige Nachbarschaften entgegen.

Weitblick

Etwas Besseres als den Tod finden wir allemal, sagen die Bremer Stadtmusikanten und verlassen ihr Zuhause. Da sind sie nicht die Einzigen. In den 1970er und 1980er Jahren suchen neben den Ölkrisen auch die Werften-, die Stahl- und die Hafenkrise die Hansestadt heim. Abertausende, unter ihnen türkische Gastarbeiter, verlieren ihr Ein- und Auskommen. Besser Qualifizierte ziehen weg. Im gleichen Zeitraum treiben unter anderem Kriege und ein fanatischer Ajatollah in großer Zahl Menschen aus Sri Lanka, Marokko, dem Iran und von sonst wo nach Bremen. Dennoch sinkt die Einwohnerzahl binnen anderthalb Jahrzehnten um fast 70 000. Bürgerschaft und Senat beweisen in dem wilden Fahrwasser Weitblick. Sie verabschieden als eine der ersten Städte überhaupt einen Kulturentwicklungsplan. Darin richten sie ihren Fokus nicht nur auf die großen Tanker des bildungsbürgerlichen Kulturbetriebs, sondern auch ganz bewusst auf die soziale und urbane Peripherie. Sie schauen sich in anderen europäischen Städten mit ähnlichen Herausforderungen um. Paris schickt Animateurs culturelles in seine knirschenden Banlieues.

Bremen hat viele arbeitslose Akademiker*innen, darunter aber niemanden, den man auf der Stelle als Kulturanimateur*in losschicken kann. Studiengänge für Kulturvermittlung oder Kulturpädagogik gibt es an deutschen Universitäten noch nicht. 1988 legt der Kultursenator gemeinsam mit dem Arbeitsamt und der Volkhochschule ein Fortbildungsprojekt auf. Die 20 Teilnehmer*innen befassen sich darin von Kultur bis Pädagogik und Stadtentwicklung mit dem Wichtigsten, was sie brauchen, um in den sozialen Neubausiedlungen und Brennpunkten als Kulturanimateur*innen aktiv werden zu können. Drei der Absolvent*innen, eine davon die Sozialpädagogin Andrea Siamis, übernimmt 1990 der eigens zur Förderung der kulturellen Breitenarbeit gegründete Verein Kulturbüro.

Viel Armut, viele Brennpunkte, kaum oder keine soziokulturellen Netzwerke, keine Strukturen, auf die sich zurückgreifen lässt. In dieser Situation sind die drei frisch gebackenen Bremer Kulturanimateur*innen zunächst nicht mehr als ein winziger Keim, aus dem dann die QUARTIER gGmbH wächst.

Im Zeitraffer

Gemeinsam mit Künstler*innen und Kulturschaffenden gestaltet das Team Projekte der kulturellen Bildung nicht an zentralen Kultorten, sondern in Nachbarschaften, quer durch Altersgruppen, unterschiedliche Kulturen und soziale Schichten. Heute listet die Website eine Vielzahl von Unterstützer*innen, Kooperationspartnern, Preisen und Auszeichnungen auf.

Andrea sieht nach mehr als 30 Jahren den Weg dahin im Zeitraffer. Anfangs ist sie Organisatorin, Künstlerin, Buchhalterin, Drittmittelakquisiteurin – einfach alles in einer, durchlebt sie regelmäßig im Advent den existenziellen Elchtest ihrer vorsorglichen Kündigung. Keiner weiß, ob im nächsten Januar das Geld reicht. Inzwischen knüpft ein vierzehnköpfiges Team Knoten in einem gewaltigen Netzwerk aus Künstler*innen, Pädagog*innen, Einwohner*innen, Vereinen, Institutionen, Ämtern, Behörden. Der Senat finanziert die Basismittel für Personal, Miete und Ausstattung.

Inzwischen gilt als beispielhaft, wie friedlich Menschen aus 90 Nationen miteinander leben.

Zu Beginn der 1990er Jahre wird in Tenever, der Hochhaussiedlung, die Andrea zum Mittelpunkt ihres engagierten Lebens gewählt hat, mit ganzen Wohnblocks Monopoly gespielt, ist der Stadtteil durch Armut, Verwahrlosung und Ausgrenzung geprägt. Heute sind viel mehr als nur die Wohnblocks saniert. Immer noch braucht jede*r Dritte der 10 000 Einwohner*innen Transferleistungen. Doch inzwischen gilt als beispielhaft, wie friedlich die Menschen aus 90 Nationen, zu zwei Dritteln mit Migrationshintergrund, zu einem Drittel jünger als 18 Jahre, miteinander leben. Ein anregender, ein inspirierender Schmelztiegel der Kulturen. Andrea erinnert sich an die Iraner und Tamilen während der frühen 1990er. Sie sind mit Geld und Bildung gekommen, erkennen die Projekte sehr schnell als eine Möglichkeit der Integration und persönlichen Entwicklung. Manche von ihnen schicken ihre Kinder zum Studieren nach Amerika. Die später hier eintreffen, bringen neben existenzieller Not manches Tabu mit, auch patriarchale, einseitig enge Weltbilder. Eine aus Kasachstan eingebürgerte Russlanddeutsche begegnet einem Tamilen und ruft erschrocken:

„Huch, ein schwarzer Mann!“ Egal, ob die Menschen hier mit Wolle und Mode arbeiten, kochen, tanzen, Theater spielen, malen oder musizieren, sie lernen einander in aller Unterschiedlichkeit zu respektieren, indem sie gemeinsam ihre Umwelt gestalten. Und nein, man mag sich das Mikroklima von Tenever oder einem der anderen Bremer Brennpunkte wirklich nicht ohne die unzähligen soziokulturellen Projekte vorstellen.

Wertsachen

Auf die Frage, ob ihr die Teilnehmer*innen aus den Nachbarschaften Widerstände entgegensetzen, antwortet Andrea: „Nein, gar nicht, sie sind mindestens so aufgeschlossen wie bunt. Vorbehalte kommen eher aus der öffentlichen Verwaltung, aus kooperierenden Einrichtungen.“ Wer ihr da gegenüber sitzt, sind oft nicht direkt die geistigen Nachfahren von Alfons Spielhoff oder Hilmar Hoffmann. Sie haben auch nicht die inzwischen fast 30 Projektkataloge durchgeblättert oder den übergewichtigen Zwölfjährigen gesehen, der, statt sich allein vorm PC mit Süßigkeiten vollzustopfen, bei „Rhythm is it“ mitmacht und jubelt: „Ich wusste gar nicht, dass ich tanzen kann!“ Oder das kleine Mädchen, das hingebungsvoll zeichnet und malt, das sich zum Ende des Projekts schüchtern meldet: „Ich möchte gern weitermachen. Darf ich den Bleistift mitnehmen? Zuhause haben wir keinen.“ Zwar trägt der Senat die Basiskosten von QUARTIER Bremen, doch die Projektmittel müssen aus anderen Quellen herbeigeschafft werden. Also fängt Andrea wieder und wieder bei null an, den Wert und Sinn soziokultureller Arbeit zu erklären. Ihr Berufsalltag besteht aus hmzig Prozent Papageiendasein. Das ist mühselig.

Streiten, bitte

Doch wirklich Sorgen macht sie sich um eine andere Entwicklung. Die Arbeit mit Kindern nimmt im QUARTIER breiten Raum ein. Viele Pädagog*innen aus kooperierenden Schulen und Kitas sind daran beteiligt. Zu keinem Zeitpunkt zeigen sich auf Anhieb alle von den jeweiligen Projektideen überzeugt. Die Geister scheiden sich an der Frage, ob man Kindern die schwierigen Fragen von Leben, Tod, Sexualität und Gewalt zumuten darf. Viele sagen, das muss man. Die Kunst liegt eben im altersgerecht bestmöglichen Umgang mit den Themen. Manche äußern Bedenken. Zum Beispiel vor etwa zehn Jahren bei „Ich komme als Blümchen wieder“. Es geht da um Vergänglichkeit und Sterben. Das Projekt findet schließlich statt. Mit an die 40 Künstler*innen und Musiker*innen aus verschiedenen Kulturen an der Seite der Kinder verläuft es genauso bunt und lebendig wie alle anderen.

Die Geister scheiden sich an der Frage, ob man Kindern die schwierigen Fragen von Leben, Tod, Sexualität und Gewalt zumuten darf.

Während der letzten drei, vier Jahre spürt Andrea eine deutliche Zunahme von Bedenken angeblicher Unzumutbarkeit. Sie sagt: „Dabei haben die betreffenden Pädagog*innen gar nicht so sehr Angst, was sie etwa bei den Kindern anrichten. Sie fürchten sich vor den Eltern.“ Und sicher vor Shitstorms in sozialen Medien. Es schrillen alle Alarmglocken von Cancel Culture und zensurtypischer Schere im Kopf. Wie soll eine Demokratie existieren, die den Streit fürchtet? Wer nicht streitet, der ist unverbun- den, hat keine Beziehung, lebt aneinander vorbei, redet umeinander herum. Bestenfalls.

Allround

Nachdem er in einem der Projekte als Künstler mitgewirkt hat und die QUARTIER gGmbH 2013 einen neuen Geschäftsführer braucht, übernimmt das Uwe Martin. Er hat Bildende Kunst studiert, als Künstler gearbeitet, den Master für Kulturmanagement erworben, leitende Funktionen in mehreren privaten und öffentlich geförderten Einrichtungen ausgeübt. Er kennt sich in Kunst, Buchhaltung und Verwaltung aus, kennt Bremen und den Bremer Kulturbetrieb.

Auch aus persönlicher Erfahrung weiß er wie Andrea, welche große Bedeutung Kinder für gelingende Nachbarschaften haben. Sie knüpfen Verbindungen zwischen den Erwachsenen. Die Küchentische in den armen Vierteln sind mit schweren Sorgen beladen. Sitzen Kinder daran, auf deren Gesichtern der Abglanz der Kunstprojekte liegt, fühlen auch die Eltern, dass sie wahr- und ernstgenommen werden. Die Kinder bringen ungewohnte Themen mit und ermöglichen ihren Familien, sich ihnen zu öffnen. Das Projekt „FREI.RAUM“ mit seinem komplexen Ansatz liegt Uwe besonders am Herzen. Hier werden junge Frauen gefördert und zur Kreativität ermutigt, während ihre kleinen Kinder sich in guter Betreuung befinden. Die Frauen kommen miteinander in Kontakt, können in manchem Selbsthilfe entwickeln, finden beim Team offene Ohren und Beratung für alle Fragen von Kinderarzt und Familienhilfe über den Zugang zu einer Kita bis zu Problemen mit patriarchalen Strukturen.

Nach den Lockdowns

Die Zeiten der Isolation stellen auch für QUARTIER Bremen eine fast nicht aushaltbare Härte dar. Andrea erzählt von einer Ausstellung, die sie im menschenleeren Haus trotzdem auf die Beine stellen, die sie mit einer Drohne filmen und wenigstens via Bildschirm zu den Teilnehmer*innen bringen. Der Mangel an Begegnung bleibt trotzdem schmerzlich fühlbar.

Lange Wochen und Monate dürfen die Künstler*innen der Projekte nicht in die Schulen. Als die Türen sich endlich wie- der öffnen, strahlt ein Junge sie an: „Mein Herz leuchtet“, sagt er. Andrea findet es wunderbar, dass das Kind diesen Satz sagt. Im selben Moment ist ihr die seelische Dürre bewusst, die es während der Lockdowns erfahren musste. Wenig später spürt sie: Was sie an Kraft in einem Arbeits- leben verausgaben konnte, hat sie längst hergegeben. Jetzt kann sie einfach nicht mehr. Sie kündigt und geht in den Ruhestand. Das Team verabschiedet die letzte der Gründer*innen mit einer sehr liebevollen Feier. Nun ist sie weg, konsequent, ohne jedes Türchen zum Reinreden.

Kaum sind ein paar Monate ins Land gegangen, wird Uwe zum Ortsamtsleiter von Neustadt Woltmershausen gewählt, Dienstantritt am 1. August 2022. Das ist gut so. Soziokulturelle Sachkunde in der öffentlichen Verwaltung kann nur helfen. Uwe bleibt Partner von QUARTIER. In seinen Bereich fällt der Alte Tabakspeicher. Auf Initiative und in Regie von QUARTIER treten im Herbst über 100 Musiker*innen des Stadtteils in dessen neuen Räumen auf.

Das QUARTIER-Team muss sich neu sortieren. Was wünscht man ihnen? Viel Unterstützung, mehr Freude und Erfolg als Stress in den großen Fußstapfen der Vorangegangenen. Das verdienen sie.

Andrea Siamis war Mitbegründerin und bis 2021 Vorstandsmitglied und Gesellschafterin der QUARTIER gGmbH. Uwe Martin hatte von 2013 bis 2022 die Geschäftsführung der QUARTIER gGmbH inne. Er ist seit August 2022 Ortsamtsleiter des Stadtteils Neustadt/ Woltmershausen in Bremen.

 

Dieser Artikel ist erschienen in der SOZIOkultur 3/2022 Nachbarschaften