Der Landesverband Soziokultur Mecklenburg-Vorpommern e.V. feierte im August 2021 sein 30-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Derzeit zählt der Verband 49 soziokulturelle Zentren und Kulturvereine im ländlichen Raum und in den Städten zu seinen Mitgliedern. Das sind Orte der kulturellen Vielfalt, der Fantasie und der kreativen Ideen, Orte voll positiver sozialer Energie, Orte der Toleranz – hier findet Miteinander, Teilhabe, Austausch und gelebte Demokratie statt oder einfach: Soziokultur.

Die Festwoche lud ein, die Soziokultur zu entdecken. Es gab im ganzen Land Veranstaltungen, ein Schwerpunkt lag in Greifswald, da sich die Geschäftsstelle des Landesverbandes dort im soziokulturellen Zentrum St. Spiritus befindet. Auch der im letzten Jahr ausgefallene 30-jährige Geburtstag des St. Spiritus‘ wurde bei dieser Gelegenheit nachgefeiert. Dieses in einem atmosphärischen Denkmal in der Innenstadt beheimatete soziokulturelle Zentrum wurde in der Wendezeit auf einen Beschluss des Runden Tisches hin gegründet. Seitdem befindet es sich in städtischer Trägerschaft.

Der grüne Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder kam zur Eröffnung der Festwoche und überbrachte Geburtstagsgrüße und einen großen Dank an alle Akteur*innen der Soziokultur, die Kultur für alle aktiv erlebbar machen. „Soziokultur steht nicht im Duden, ist dennoch unverzichtbar. Kultur nicht nur konsumieren und genießen, sondern gestalten, mitwirken, sich einmischen, sich streiten – Greifswald leistet sich das und das muss auch so bleiben“, so Dr. Fassbinder.

Festakt mit Ministerin Bettina Martin

Vor seinem Grußwort spielte die Ska-Punk-Band KRACH den Song „Ich bin noch da – wir sind noch da“ – ein gutes Auftakt-Motto zum Feiern einer lebendigen Soziokultur in Mecklenburg-Vorpommern nach 30 Jahren – und nach 18 Monaten Pandemie. Eine Ausstellung im St. Spiritus präsentierte das reiche künstlerische Schaffen seiner Kurse. An den weiteren Tagen der Festwoche gab es Kindertheater, Konzerte, Kurse, einen Filmabend mit Diskussion zur Klimakrise, Lesungen, Diskussionen zu Widerstand und Sophie Scholl. Den Höhepunkt bildete ein Festakt am 13. August, zu dem auch die Kultusministerin des Landes Bettina Martin anwesend war, außerdem die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Soziokultur Ellen Ahbe sowie Kooperationspartner*innen, Politiker*innen und Vertreter*innen der Verwaltung und die Mitglieder des Landesverbandes.

Förderpreis Soziokultur an radio 98eins e.V.

Ministerin Bettina Martin würdigte die Soziokultur und stellte die weitere Unterstützung durch das Ministerium in Aussicht. Das ist eine wichtige Aussage, denn diese fast hundertprozentige Unterstützung durch das Land sichert die Geschäftsstelle und die Projektmittel. Die Ministerin verlieh auch den Förderpreis in Höhe von 1500 Euro, den der Landesverband Soziokultur alle drei Jahre auslobt. Die Entscheidung fiel der Jury nicht leicht, denn es hatten sich viele engagierte Vereine und Projekte beworben. Die Wahl fiel auf radio 98eins e.V.

Das lokale Bürgerradio für Greifswald und Umgebung ist ein Standort des Offenen Kanals der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern. In zwei mit moderner Technik ausgestatteten Studios können interessierte Menschen selbst Radio machen. Gesendet wird täglich zwischen 19 und 23 Uhr auf der UKW-Frequenz 98,1 MHz sowie rund um die Uhr im Livestream. Etwa 30 Ehrenamtliche gestalten mit Leidenschaft und Engagement ein spannendes Programm mit Musiksendungen, Literatur- und Kulturtipps, gesellschaftspolitischen Themen, Talkrunden, lnterviews und Livekonzert-Mitschnitten.

Kultur auch in der Corona-Zeit erleben

In der Corona-Zeit hat sich radio 98eins besonders eingebracht, um Kultur weiterhin erlebbar zu machen. So entstand das Format „Radiokonzert“ mit wöchentlichen Konzert-Liveübertragungen in Ton und Bild. Ob die „Fête de la Musique“, die „Kulturnacht“, Lesungen, Poetry Slam, Performances oder Festivals – der Verein stand für alle Anfragen von Künstler*innen und Kultureinrichtungen offen und hat ehrenamtlich viele Extrastunden mit dem Übertragen, Aufnehmen und Schneiden der Sendungen verbracht. Dadurch konnte in der Region gerade in einer Zeit ohne Treffen und Veranstaltungen ein lebendiges Kulturprogramm gesendet werden – und das nicht nur digital, sondern im guten alten Medium Radio.

Nach der Förderpreisübergabe dankte Elle Ahbe in ihrer Rede auch den drei Geschäftsführerinnen dieser drei Jahrzehnte Soziokultur in Mecklenburg-Vorpommern: Gudrun Negnal, Ulrike Hanf und Andrea Döteberg, die den Landesverband entscheidend prägten. Zum Abschluss gab es ein Konzert der finnlandschwedischen Band Bubbeli & the Runeberg Orchestra, das der Verein Nordischer Klang beisteuerte, der jährlich das größte Kulturfestival der nordischen Länder außerhalb dieser in Greifswald veranstaltet. Die Reggaeklänge passten perfekt zu dem Sommerabend und luden auch zum Tanzen – auf Abstand und mit Maske – ein.

Geballtes „Schwarmwissen“ im Reiseführer

Ein besonderes Geschenk zum Geburtstag bereitete sich der Verband selbst: Dank einer Sonderförderung des Landes präsentiert ein frisch gedruckter Reiseführer auf 180 Seiten geballtes „Schwarmwissen“ – die Orte der Soziokultur in Mecklenburg-Vorpommern und weitere kulturelle und landschaftliche Geheimtipps der Mitglieder.

Dazu wurden auch gleich zwei Touren angeboten: Am 12. August wurde zu einem kurzweiligen soziokulturellen Stadtspaziergang in Greifswald eingeladen, vier Mitglieder stellten sich vor, kulturelle und kulinarische Überraschungen säumten den Weg. Der Verein BoddenFolk forderte zum Mittanzen auf, im Funkhaus von radio 98eins konnten Jingles eingesprochen werden, beim Nordischen Klang gab es nordische Sounds und Selbstgebackenes und im Kultur- und Initiativenhaus STRAZE warteten nach der Hausführung ein Minikonzert und ein Abend im Biergarten.

Soziokulturelle Landpartie im „Kultursommer 2021“

Soziokultur im ländlichen Raum konnte man am 15. August bei einer soziokulturellen Landpartie erkunden. In Anklam, Broock und Lubmin warteten spannende Entdeckungen, Livemusik begleitete die Bustour. Sehr schön war, dass Ellen Ahbe und Claudia Ballschuh vom Bundesverband mit von der Partie waren. Im Demokratiebahnhof Anklam wurde in einem Spiel erfahrbar, dass gemeinsames Handeln ein gutes Miteinander erfordert. Das Kunstlabor im Tollensetal des Kulturvereins Schloss Brook hatte als Überraschung ein spontanes Konzert monogolischer Sängerinnen organisiert – die Weite des vorpommerschen Dorfes und der mongolischen Steppe haben ja auch Parallelen und in Mecklenburg-Vorpommern muss man bei einer solchen „vollen Packung Kultur“ auf alles gefasst sein.

 

Die Erkundungen durch die Soziokultur in Stadt und Land wurden im Rahmen des Projektes Kultursommer 2021 durch den Landkreis Vorpommern Greifswald aus Mitteln der Bundeskulturstiftung gefördert. Ein großer Dank für die Organisation der Festwoche geht an die Geschäftsführerin des Landesverbandes Andrea Döteberg.

Dieser Artikel erschien in der SOZIOkultur Heft 3/2021 zum Thema FRAUEN.


Weitere Informationen:

Manchmal fügt es die Geschichte einfach wunderbar. In Köln-Mülheim zeigt sie Sinn für produktive Ironie. Um die Beschäftigten der Rüstungsbetriebe und deren Angehörige im Zweiten Weltkrieg am Leben zu halten, wird in der Berliner Straße ein Hochbunker errichtet. Er ist jetzt als Kulturbunker Treff- und Ausgangspunkt kulturellen Reichtums. Seine Geschäfte führt Sevgi Demirkaya.

Kein dolce vita

Sevgi wird in Malatya im Südosten der Türkei geboren. Als die boomende deutsche Autoindustrie um Gastarbeiter wirbt, ergreift Sevgis Vater die Chance. Ihre Eltern können sich lange nicht entscheiden, wo sie bleiben wollen. Wie viele Kinder ihrer Generation lebt Sevgi als Kofferkind erst in der Türkei, dann in Deutschland, wieder in der Türkei und schließlich ganz in Deutschland. Das und die neue Sprache erschweren den Bildungsweg. Sie schafft das Abitur und lernt bis dahin viel mehr als das Schulwissen. Als kurdische Aleviten sind ihre Eltern zwar liberaler als viele andere Einwandererfamilien, aber das traditionelle Rollenverständnis bleibt Streitthema. Sevgi darf nicht auf Klassenfahrten, nicht ausgehen, keinen Freund haben. Die schwierigsten Auseinandersetzungen um ihre Rechte müssen Frauen mit ihren Allernächsten führen, in der Familie. Die Eltern schwanken zwischen Tradition und Realität.

Sevgi behauptet sich und setzt sich schließlich durch. Zu Beginn ihres Studiums der Wirtschaftswissenschaft zieht sie aus. Um die gerade aufscheinenden Möglichkeiten der IT nutzen zu können, schließt sie einen Aufbaustudiengang in IT-Mediengestaltung an. Sie macht sich selbständig als Öffentlichkeitsberaterin für deutsche und türkische Unternehmen, die die Einwanderercommunities verstärkt in den Blick nehmen wollen.

Wandlungen

Richtig still wird es nach Kriegsende im Hochbunker nie. Bald nach dem Krieg nutzt man ihn als Hotel, dann für Proben, Konzerte, Theater, Kino, Ausstellungen, Tanz. Immer wieder wird hier etwas saniert, dort etwas umgebaut. Die Mülheimer*innen brauchen dringend einen Raum für öffentliches Kulturleben. Doch alle Versuche zeigen: Der Betrieb des Bunkers für Stadtteilkultur funktioniert auf Dauer privatwirtschaftlich nicht. Was sich kommerziell viel eher rechnet, sind Veranstaltungshallen, die mehrere Tausend Besucher*innen fassen. Davon hat Mülheim gleich drei. Viele Plätze also für zahlendes Publikum, aber keine Orte, an denen die Mülheimer*innen miteinander ihr eigenes Ding machen können. Aus einer Kulturinitiative heraus, die genau das will, gründet sich 1991 der Verein Kulturbunker e.V. Nach sechs Jahren haben sie den Kölner Rat so weit, dass er den Umbau zum Kulturbunker beschließt. Es entstehen ein neuer Treppen-aufgang, ein Ateliergeschoss, Seminar- und Büroräume sowie der Anbau eines Cafés. 2000 findet die Eröffnung des Stadtteilkulturzentrums statt.

Zu dieser Zeit studiert Vera Krämer, die heute Veranstaltungsmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Vermietungen verantwortet, gerade Kulturwirtschaft in Passau. Sevgi wohnt noch in Wuppertal, wo es ihr aber zu eng wird. Sie findet endlich im rechtsrheinischen Stadtteil Mülheim eine Wohnung.

Fürs Veedel

Die Arbeitslosigkeit liegt im Viertel mit knapp 13 deutlich über den 7,5 Prozent der Gesamtstadt. Jede*r dritte Einwohner*in ist Ausländer*in. Der Verein muss und will einen Spagat schaffen zwischen dem ständigen kritischen Umgang mit der Geschichte des Orts und den alltäglichen kulturellen Bedürfnissen der Mülheimer*innen. Ehrenamtlich und geduldig arbeitet der Verein für einen lokalen Kulturort mit offenen Türen und niedrigen Schwellen. Die Eintrittspreise müssen aufgrund der Sozialstruktur gering sein. Gleichzeitig sollen diese Einnahmen aus Vermietungen und die Gewinne aus dem Cafébetrieb das Kulturprogramm finanzieren. Das Kulturamt stellt lediglich die Mittel zur Unterhaltung des Baus zur Verfügung. Trotz der schwierigen Bedingungen reicht die Ausstrahlung des Programms bald weit über den Stadtteil hinaus.

Bevor es sich ergibt, dass Sevgi Veranstaltungen besucht, läuft sie oft am Bunker vorbei, ohne den Betonklotz bewusst als einen Ort der Kultur zu registrieren. Das ändert sich ungefähr zu der Zeit, als Vera im Kulturbunker angestellt wird. Vera fühlt sich dort sofort unendlich wohl. Sie liebt es, wenn mit unterschiedlichen Formaten das ganze Haus bespielt wird. Die Hörspielmesse, das Kneipenhopping der Mülheimer Nacht!

Kultur als Sozialfall

Ende 2012 muss die Stadt sparen. Das Kulturamt beschließt, sich auf die „professionelle Kunstszene“ zu konzentrieren. Das „semiprofessionelle Veranstaltungsprogramm“ des Kulturbunkers passt ihm nicht mehr ins Konzept. Ab 2013, informiert es, soll die Förderung des Bunkers entfallen, ersatzlos. Empörung bricht aus. Es kommt zu Demonstrationen, Unterschriftensammlung, Solidaritätsfest und viel kritischer Presse.

Parallel dazu stellt die Kämmerei fest, dass Köln bei einer Schließung 300 000 Euro Fördermittel zurückzahlen muss. Der Kulturbunker bleibt schließlich, jedoch aus dem Sozialbudget bezuschusst. Die Botschaft: Elitentaugliche Kunst verdient Kulturförderung, der Stadtteilkultur gewährt man Sozialhilfe.

Innere Erweiterung

Im Viertel leben Menschen, die sind aus Japan oder Ostpreußen, Griechenland oder Korea, Marokko oder Polen, Brasilien oder Schlesien, Portugal oder Ghana, Vietnam oder der Türkei oder von noch anderswo gekommen. Mehr als die Hälfte der Einwohner*innen hat eine Migrationsgeschichte.

Das spiegelt sich nicht in den Besucher*innen des Bunkers wider, stellt der Verein fest und will das ändern. 2014 bittet er deshalb Sevgi, im Vorstand mitzuarbeiten, zwei Jahre später übernimmt sie die Geschäftsführung. Die einhergehenden Veränderungen stellen auch den Verein auf die Probe. Einigen wird das Programm buchstäblich zu bunt. Sevgi arbeitet unermüdlich an Konzepten und schreibt Anträge. Mit doppeltem Erfolg. Der Kulturbunker erhält Projektfördermittel. Die Besucher*innen und Nutzer*innen kommen aus breiteren Bevölkerungsgruppen und ihre Zahl nimmt zu – bis zur Pandemie steigt sie auf das Vierfache.

Heimat und Zukunft

Als Horst Seehofer Anfang 2018 das Innenministerium in Heimatministerium umbenennt, ist das keine schöne Überraschung. Nicht nur Sevgi, auch viele Mitstreiter*innen und regelmäßige Kulturschaffende und Künstler*innen erkennen die Absicht: Seehofers Heimat meint sie nicht als Mitwirkende, sondern als Hinnehmende. Das nehmen sie aber gerade nicht hin, sondern machen es selbst viel besser: Der Kulturbunker wird zum „Mülheimer Heimatministerium – Zentrum für Heimat, Gemeinschaft und Kulturen“. Das Land NRW fördert das dreijährige Projekt. Hier verschaffen sich die Akteur*innen erst einen Überblick, welche Heimaten die Mülheimer*innen so alles mitgebracht haben. Dann erforschen sie die Gegenwart dieser Heimaten im Viertel, um im dritten Schritt zu überlegen, wie sie daraus gemeinsam Zukunft gestalten können.

Heimat jetzt

Das Kulturleben, das Miteinander im Kulturbunker, zieht immer mehr Menschen an und erzeugt Wünsche an das Programm, steigenden Bedarf an neuen Projekten. Die wollen konzipiert und finanziert werden. Projektförderung bedeutet wie überall in der Soziokultur auch für Sevgi und Vera zusätzliche unbezahlte Arbeit. Von der haben sie mehr als genug. Sie brauchen Verstärkung im Team.

Die Räume des Kulturbunkers werden zunehmend für eigene Veranstaltungen benötigt und deshalb seltener für kommerzielle Events oder private Feste vermietet. Hochzeiten zum Beispiel. Da ist es schon vorgekommen, dass eine 16-Jährige verheiratet werden soll, dass Männer oben im großen Saal und gleichzeitig die Frauen von ihnen getrennt unten im kleinen Gruppenraum feiern sollten. Mit solchen Kollisionen zwischen dem eigenen Selbstverständnis und den traditionellen Bräuchen mancher Gruppen konnte und kann im Kulturbunker nicht abstrakt umgegangen werden. Die Neugestaltung des Programms ist immer mit Konflikten verbunden. Die verschwinden nicht durch aufgeschriebene Formulierungen. Sie lassen sich nur von Angesicht zu Angesicht, im ganz konkreten Hier und Jetzt wirklich lösen.

Sevgi erweist sich für den Verein Kulturbunker e.V. als Glücksgriff. Sie besitzt aus Lebenserfahrung neben Gefühl auch Kraft in den Fingerspitzen.

 

Dieser Artikel ist in einer ausführlicheren Fassung erschienen in der SOZIOkultur Heft 3/2021 zum Thema FRAUEN.


Weitere Informationen:

Im Kulturhaus Walle Brodelpott ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle der Geschäftsführung (Umfang 30 Std Woche) neu zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach dem Haustarif.

Das Kulturhaus Walle Brodelpott ist ein seit 40 Jahren im Stadtteil verankertes soziokulturelles Zentrum. Die vereinsgeführte Einrichtung bietet ein Programm aus Abend- und Kinderveranstaltungen, Ausstellungen, Stadtteilrundgängen und Vorträgen. Der Veranstaltungsbereich zeichnet sich durch ein in Bremen einmaliges „Plattdeutsch-Profil“ aus. Der Werkstattbereich bietet Kreativangebote für Kinder und Erwachsene. Das Geschichtskontor im Kulturhaus recherchiert zur Geschichte des Bremer Westens und arbeitet kontinuierlich an innovativen Formen der Vermittlung von Geschichte. Mit der Bibliothek und dem dazugehörigen Bib-Café arbeiten zwei Vereine unter einem gemeinsamen Dach.

Für unser Haus suchen wir eine kreative, tatkräftige und empathische Führungskraft!

Aufgaben:

Voraussetzungen:

Wir bieten Ihnen:

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Bitte richten Sie diese unter Angabe des frühestmöglichen Antritts bis spätestens 15.12.2021 per E-Mail als Pdf-Datei an: a.piplak@kulturhauswalle.de

Seit nunmehr 35 Jahren ist das Haus Felsenkeller ein Ort für innovative Bildungs- und Kulturangebote und ein Treffpunkt für unterschiedliche Gruppen und Initiativen, vom Lesben- und Schwulenstammtisch über Jagdpächter und NABU bis zu Freiwilligendiensten oder Trommelgruppen mit Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland.

Das Haus selbst ist ein ehemaliges Hotel am Rande der Kleinstadt Altenkirchen im Westerwald, umgeben von einem großen naturbelassenen Grundstück – ein ungestörtes Gelände am Waldrand für die unterschiedlichsten Aktivitäten.

Über Pionierarbeit in Altenkirchen – Engagement für ein lebendiges Umfeld

Was wir hier Mitte der 1980er und Anfang der 1990er Jahre begonnen haben, war in dieser ländlichen Region innovativ und Pionierarbeit für unterschiedlichste Themen, Inhalte und Formate. So gab es bei uns Jazztanz- und Bauchtanzkurse, wir zogen mit den ersten Computern in die Dorfgemeinschaftshäuser und boten für Frauen Kurse am Vormittag an, wenn neben den Kindern Zeit dafür war, oder trafen uns dort zu Frühstücksrunden mit Diskussionen und Vorträgen.

Auch mit unseren Kulturangeboten zogen wir in die Dorfgemeinschaftshäuser, um die Schwelle für den Besuch dieser neuartigen Angebote wie Kabarett, Kleinkunst oder Musik aus anderen Ländern möglichst niedrig zu halten. Im Haus gab es den Restaurantbetrieb mit einem legendären Sonntagsfrühstück – etwas, was hier völlig unbekannt war und schon damals den Anspruch einer Vollwertküche hatte.

Soziokulturelle Angebote und berufliche Qualifizierung in naturnaher Umgebung

Im Haus gibt es inzwischen statt der Jazz- oder Bauchtanzgruppen Yoga- oder Qi-Gong-Angebote, aber auch unterschiedliche berufliche Weiterbildungen. Seit der Corona-Zeit wird, soweit möglich, das Gelände für Kurse genutzt. Der Übernachtungsbereich wird – inklusive der Selbstversorgerküche – von Teilnehmer*innen der überregionalen Bildungsangebote und häufig von bis zu 30 Freiwilligen aus Nordrhein-Westfalen belegt, die hier ihre Seminarwoche abhalten und Haus und Gelände beleben.

Vornehmlich in den Sommerferien toben 50 Grundschulkinder zwei Wochen lang über das Grundstück, bauen im Wald Hütten, machen Schnitzeljagden, spielen auf der Wiese Fußball oder erstellen künstlerische Werke. Senioren halten im Kneipp-Verein ihre Tanzstunde im Bewegungsraum ab, Hochzeitsgruppen nutzen Vollwertrestaurant und Gelände. Es ist immer was los im und ums Haus.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Herausforderungen und Chancen im ersten Lockdown

Umso schrecklicher war der Lockdown, vor allem im Übernachtungsbereich, der fast eineinhalb Jahre geschlossen war. Es war plötzlich still im und ums Haus herum – sehr still. In der ersten Zeit durfte ja nicht einmal etwas auf dem Gelände stattfinden. Wir nutzten die Zeit dennoch intensiv, um zum Beispiel für den Übernachtungsbereich die notwendigen Brandschutzauflagen baulich umzusetzen: Wir ließen Türen in die Außenwände einsetzen, Treppenaufgänge wurden mit brandsicherem Material abgedichtet, neue Zwischentüren für den Rauchschutz eingebaut und vieles mehr – es gab genug zu tun. Dazu kam der Anbau der über LAND INTAKT finanzierten zwei Außenfluchttreppen. Eine fast fünfjährige Odyssee durch den Dschungel an Brandschutzvorschriften hat dadurch ein Ende gefunden. Die Umsetzung dieser Maßnahme ermöglicht uns nun eine sichere Weiterführung des Betriebes.

Eine neue Webseite und Sanierung des Außengeländes

Im Herbst 2020 waren wir fertig und hätten wieder starten können, aber mit dem erneuten Lockdown kam es anders. So folgten weitere Anträge auf Unterstützung für den Übernachtungsbereich und ein Antrag im Rahmen von NEUSTART KULTUR „Programm“, der es uns ermöglichte, eine neue Internetseite mit einer umfassenden Anmeldesoftware zu erstellen, Know-how vor Ort zu schulen, uns neue Bildungsangebote im Online-Bereich zu überlegen und dafür entsprechende Referenten zu finden.
Durch eine Förderung über NEUSTART KULTUR „Zentren“ konnten wir zusätzlich unser Außengelände so sanieren, dass es für Aktivitäten im Freien besser nutzbar sein wird. Wir waren und sind mehr als gut beschäftigt und haben keine Zeit, den Kopf hängen zu lassen, obwohl uns oft danach zumute war.

Der Kulturbereich des Felsenkellers ist seit 2008 in einem eigenständigen Verein mit Sitz in der Stadt aktiv. Er bietet im Haus Felsenkeller nur noch selten Veranstaltungen an, weil die Räume zu klein sind und das Restaurant verpachtet ist, aber er war durch die Pandemie natürlich ebenso betroffen. Das alle zwei Jahre stattfindende kulturelle Highlight für die Region ist das „Spiegelzelt“, das Ende August bis Mitte September 2020 wieder in der Stadt aufgebaut werden sollte. Bereits mindestens 50 Prozent der Karten waren verkauft und doch musste es schweren Herzens auf 2021 verschoben  werden – zum Glück wussten wir damals noch nicht, dass es auch in diesem Jahr nicht würde stattfinden können. Nun kam zu der Sorge um den Bestand der nur über Projektmittel geförderten Vereine noch die Not: Wie nehmen wir Kontakt zu unserem Publikum, zu unseren Teilnehmer*innen auf?

Open Air-Veranstaltung im Sommer und erneuter Lockdown im Winter

Hatte der Bildungsbereich die Möglichkeit, schon bald die ersten Online-Angebote für den einen oder anderen Kurs durchzuführen, war dies im Kulturbereich nicht so einfach. Live-Veranstaltungen durften nicht stattfinden und die Technik für Aufnahme und Streaming besaßen wir noch nicht. Also organisierte der Kulturbereich des Felsenkellers im Sommer 2020 ein dreitägiges Open Air auf dem Schloßplatz der Stadt, um dem Publikum, so gut es ging, wenigstens etwas Kultur und den Künstler*innen Auftrittsmöglichkeiten zu bieten. Beide Seiten waren gleichermaßen begeistert und nahmen das Angebot dankbar an.

Für Veranstaltungen im Herbst und Winter hatte der Kulturbereich eine ehemalige Kaufhausetage angemietet, sie entsprechend umgestaltet und eingerichtet. 4000 Quadratmeter boten reichlich Platz für sichere Veranstaltungen – so glaubten wir. Nachdem die Genehmigungsverfahren abgeschlossen, die Reinigung erledigt und alles fertig aufgebaut war, wurden Künstler*innen verpflichtet und Programme gedruckt, es sollte endlich losgehen. Zwei Stapel vorverkaufte Karten lagen bereit und es kam – ein neuer Lockdown und damit erneut die Notwendigkeit, alle Veranstaltungen zu verschieben. Bis auf einige wenige war das Publikum zum Glück im Großen und Ganzen verständnisvoll.

Es geht weiter! Feier zum 35-jährigen Jubiläum

Doch das 35-jährige Jubiläum des Zentrums sollte gefeiert werden!
Für die Monate Juli bis September  2021 organisierte der Kulturbereich deshalb 35 unterschiedlichste Kulturangebote, von Konstantin Wecker und Pippo Polina über Lisa Eckert und Jess Jochimsen bis hin zum Kindertheater und regionalen Künstlern. Alle Veranstaltungen fanden Open Air statt, glücklicherweise mit einem großen Zeltdach, sonst wäre in diesem Sommer viel ins Wasser gefallen. Aber der Besuch war insgesamt – selbst bei bekannteren Namen – eher verhalten. So sind wir gespannt, wie das Publikum in nächster Zeit Veranstaltungen annehmen wird, die wieder in den Innenräumen stattfinden.

Der Felsenkeller hat sich verändert und wird es weiter tun, durch den Generationenwechsel in der Leitung des Bildungsbereiches und, noch bevorstehend, in der Kultur, durch neue Strukturen und durch die Förderungen durch LAND INTAKT und NEUSTART KULTUR. Ohne diese Mittel hätten wir all das nie stemmen können – bei aller Bereitschaft zu viel Eigenleistung. So war diese Pandemie auch eine Chance und wir sind gespannt, was die Zukunft uns bringen wird.

Frauen waren in der Soziokultur von Beginn an tatkräftig beim Aufbau von Einrichtungen wie auch bei der Entwicklung von Landesstrukturen dabei – auch in verantwortlichen Positionen. Davon zeugen die Ergebnisse unserer Recherche bei den Landesgeschäftsstellen zur Situation der Frauen seit der Gründung der Landesverbände bis heute. Es ergab sich ein interessantes Bild.

In ähnlicher Weise, wie sich seit Jahren in der regelmäßig erhobenen Statistik des Bundesverbandes ein ausgewogenes Bild der Beschäftigung von Frauen auch in Entscheidungsfunktionen präsentiert, hat – nach den erhaltenen Rechercheergebnissen – die Entwicklung der Landesverbände stattgefunden. So wurde ein Landesverband – Mecklenburg-Vorpommern– Anfang der 90er Jahre von Frauen angestoßen und aufgebaut und bis heute besetzen Frauen dort in der Überzahl wichtige Positionen. Komplett anders stellt sich die Situation in Thüringen dar. Dort vergrößerte sich sowohl auf Landes- wie auf Zentrenebene der Frauenanteil in den vergangenen Jahrzehnten allmählich. In Hamburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein waren Frauen aktiv in verantwortlichen Positionen bereits an der Verbandsgründung beteiligt und im Vorstand oft in der Überzahl. Auch andere Landesverbände, zum Beispiel Niedersachsen, hatten die gleichberechtigte Besetzung von wichtigen Positionen von Beginn an deutlich im Fokus.

Frauenförderung in der Soziokultur

Nordrhein-Westfalen startete sogar ein Unterstützungsprogramm – einen Frauenförderplan, der von der Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NRW) als verbindliche Grundlage für alle Mitgliedszentren verabschiedet wurde. Dieser Frauenförderplan entstand als Reaktion auf die Ergebnisse der ersten bundesweiten empirischen Erhebung, die in Kooperation mit dem Bundesverband 1992 erarbeitet wurde. Darin wurden detailliert Arbeitsfelder, die Ausprägung von Beschäftigungsverhältnissen und die Präsenz von Frauen in Entscheidungsfunktionen in soziokulturellen Zentren erfragt. Auf Basis der Auswertung der Umfrage führte die LAG NRW in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband 1995 in Essen eine „Frauenkulturbörse“ durch. Ab 1996 praktiziert sie mit dem „Auftrittsnetzwerk Frauenkultur“ eine direkte Künstlerinnenförderung in Nordrhein-Westfalen. Das 1991 eingerichtete, als eingetragener Verein aktive und vom Land finanzierte Frauenkulturbüro NRW e.V. widmet sich seit nunmehr 30 Jahren der Frauenförderung. In ähnlicher Mission unterwegs ist das seit 2004 laufende Mentoringprojekt der LAG Soziokultur und Kulturpädgogik in Rheinland Pfalz – hier vor allem für bildende Künstlerinnen.

Seit den 1970ern in entscheidenen Positionen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in der Soziokultur – im Gegensatz zu anderen Kulturbereichen – Frauen auf kommunaler und Landesebene in vielen Bundesländern von Beginn an in wichtigen Entscheidungsfunktionen dabei waren. In den letzten Jahrzehnten haben sie auch auf Bundesebene mehr Mitbestimmung erreicht. Seit mehr als 20 Jahren sind Frauen als Geschäftsführerinnen des Bundesverbandes Soziokultur tätig, seit mehr als zehn Jahren bringen sie sich verstärkt im Vorstand ein und wirken gleichberechtigt auf Bundesebene mit. Dies ist nur folgerichtig, wurden doch zahlreiche soziokulturelle Einrichtungen bereits seit Ende der 1970er Jahre von und mit feministischen Initiativen gegründet. In vielen Zentren gab es von Beginn an spezielle Angebote für Frauen und Mädchen. Vielfach gibt es diese bis heute – erweitert auch für Frauen mit anderen kulturellen Hintergründen und Fluchterfahrungen. Gerade vor diesem Hintergrund ist das heute genauso wichtig wie in den Gründungsjahren der Soziokultur.

Die ganze Ausgabe der Zeitschrift SOZIOkultur zum Thema FRAUEN finden Sie hier.

Am 04.11.2021 fand die erste von zwei öffentlichen Videokonferenzen im Rahmen der Antragsberatung zur zweiten Ausschreibung von NEUSTART KULTUR – Zentren statt. Über 100 Teilnehmer*innen nutzten die Veranstaltung, um sich bei dieser Gelegenheit einen Überblick über die Rahmenbedingungen des Förderprogramms zu verschaffen und Fragen an das Team zu stellen.

Auf der Webseite von NEUSTART KULTUR – Zentren 2 können Sie die Aufzeichnung einsehen.

Der Landesverband Soziokultur Niedersachsen e.V. sucht zur Verstärkung seines Kulturberater*innenteams eine*n neue*n Mitarbeiter*in in Nord-Ost-Niedersachsen. Der LV Soziokultur ist der Dachverband soziokultureller Zentren und Vereine in Niedersachsen. Als Fachverband vertritt der Landesverband diesen Kulturbereich auf vielen Ebenen in ganz Niedersachsen.

Die Kulturberatung des Verbands steht Einzelpersonen, Vereinen, Initiativen und Kommunen zur Verfügung und umfasst alle Fragen der Kulturarbeit: inhaltliche, konzeptionelle, finanzielle, organisatorische, technische und politisch-administrative. Die Berater*innen des Landesverbands begleiten und beraten mit regionaler Zuständigkeit in ganz Niedersachsen und in allen kulturellen Sparten. Die ausgeschriebene Stelle soll als räumlichen Schwerpunkt Nord-Ost-Niedersachsen haben.

Wir suchen eine Person mit

Wünschenswert sind

Wir erwarten

Eine Kombination der Beratungsarbeit für den Landesverband mit einem eigenen „Standbein“ in der
soziokulturellen Arbeit halten wir für vorteilhaft.

Wir bieten

Wir wollen die neue Stelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt besetzen und freuen uns auf aussagekräftige Bewerbungen bis zum 19.11.21.

Senden Sie Ihre Bewerbungen bitte per E-Mail an Hanne Bangert:
bangert@soziokultur-niedersachsen.de

Bei Rückfragen zur Stelle wenden Sie sich gern an
Hanne Bangert unter 0511 / 590904-62.

Heute hat der Bundesverband Soziokultur die Ausschreibung zu NEUSTART KULTUR in der Fördermaßnahme „Zentren 2“ veröffentlicht. Antragsberechtigt sind soziokulturelle Zentren, Kulturzentren und Literaturhäuser – auch dezentrale Träger. Einzelunternehmer*innen, die eine soziokulturelle Einrichtung betreiben, können ebenfalls einen Antrag stellen. Gefördert werden pandemiebedingte Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen in einer Höhe von maximal 100.000 Euro. Ein Förderantrag kann ab dem 15. November bis spätestens zum 30. November 2021 online gestellt werden. Die Ausschreibung sowie weitere Informationen sind auf www.soziokultur.neustartkultur.de/zentren2 zu finden.

„Zentren 2“ ist die Neuauflage der im vergangenen Jahr vom Bundesverband Soziokultur durchgeführten NEUSTART KULTUR Förderung für pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt dafür weitere 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Förderung pandemiebedingter Investitionen umfasst beispielsweise Technik für Open-Air-Veranstaltungen, die Modernisierung sanitärer Anlagen, Klima- und Belüftungssysteme oder die Erweiterung von Nutzflächen. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen ist nach Möglichkeit auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit zu achten.

Um die nachhaltige Entwicklung kultureller Einrichtungen zu unterstützen, weitet der Bundesverband Soziokultur seine Beratungsangebote aus. „Nachhaltigkeit ist für unseren Verband ein zentrales Thema. Es freut mich deshalb besonders, dass wir erstmalig eine kompetente Beratung zur nachhaltigen Entwicklung im Rahmen von NEUSTART KULTUR anbieten können“, so Bundesgeschäftsführerin Ellen Ahbe.

In einer öffentlichen Videokonferenz zum Thema „Wie kann ich den ökologischen Fußabdruck bei Investitionen berücksichtigen?“ am 8. November 2021 informiert der Bundesverband zur nachhaltigen Beschaffung im Rahmen von NEUSTART KULTUR – Zentren 2. Die Online-Beratungen zu allgemeinen Fragen zur Förderung finden am 4. und 9. November 2021 statt.

Einrichtungen, die bereits eine Förderung im NEUSTART KULTUR Programmteil „Pandemiebedingte Investitionen“ in Anspruch genommen haben, sind nicht antragsberechtigt. Eine Kombination mit anderen Programmteilen aus NEUSTART KULTUR ist möglich.


Online-Antragsberatung

Videokonferenz zum Thema „Nachhaltig investieren“

Beratungstelefon

Beratung per E-Mail


Am 11. Oktober ist die Bewerbungsphase für den Deutschen Jazzpreis 2022 gestartet. Der Deutsche Jazzpreis prämiert seit 2021 herausragende künstlerische Leistungen der nationalen und internationalen Jazzszene in 31 Kategorien. Realisiert wird er von der Initiative Musik mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Konzept des Deutschen Jazzpreises wurde gemeinsam mit einem von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters berufenen Beirat, der sich aus Vertreter*innen der Jazzszene zusammensetzt, entwickelt.

Bewerbungen einreichen

Bis zum 30. November 2021 können auf der Webseite des Deutschen Jazzpreises Bewerbungen in elf Kategorien eingereicht werden, zum Beispiel für nationale wie internationale Alben des Jahres Instrumental oder Vokal sowie für Debüt-Alben. Darüber hinaus sind Einreichungen für Rundfunkproduktionen, das Festival des Jahres, die besten Kompositionen sowie Arrangements und besondere journalistische Leistungen möglich. Zur Einreichung berechtigt sind Künstler*innen, die an der Produktion beteiligt sind, genauso wie Labels, Verlage, Rundfunkanstalten, Managements und Promoter*innen sowie Komponist:innen, Arrangeur*innen und Autor*innen journalistischer Beiträge.

Tina Sikorski, Geschäftsführerin Initiative Musik: »Mit dem Deutschen Jazzpreis werden seit 2021 nicht nur die herausragendsten nationalen und internationalen Musiker*innen ins Rampenlicht gerückt, es geht auch darum, der gesamten Jazzszene ein Podium zu geben. Bei der jetzt beginnenden Vorauswahl setzen wir auf zwei unterschiedliche Ansätze, um die besondere Vielfalt im Jazz bestmöglich abzubilden. Daher ist in insgesamt elf Kategorien eine Bewerbung möglich. Die Vorschläge für die weiteren Nominierungen erfolgen durch die jeweiligen Fachjurys.«

Eingereicht werden können künstlerische Leistungen, die im Zeitraum vom 11. Januar 2021 bis 30. November 2021 erbracht wurden bzw. noch erbracht werden.

Preisverleihung

In 31 Kategorien werden beim Deutschen Jazzpreis besondere nationale wie internationale künstlerische Leistungen im Jazz prämiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Musiker*innen, für die es in der Hauptkategorie 1: Künstlerinnen und Künstler insgesamt 17 Auszeichnungen geben wird. Darüber hinaus werden in vier weiteren Hauptkategorien 14 Auszeichnungen für Aufnahme/Produktion, Live, Komposition/Arrangement sowie drei Sonderpreise verliehen. Die Auszeichnungen sind mit 10.000 Euro dotiert.

Der Deutsche Jazzpreis 2022 wird in der Freien Hansestadt Bremen verliehen. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, dem 27. April 2022 am Vorabend der jazzahead! statt. Die größte Jazz-Fachmesse der Welt mit über 3.400 Fachgästen aus über 60 Ländern gilt als weltgrößter Branchentreff des Jazz.

weiterentwickeltes Konzept

Nach der erfolgreichen Premiere des Deutschen Jazzpreises wurde das Konzept evaluiert und auf Empfehlung des Beirates weiterentwickelt. So werden beispielsweise die Kategorien „Künstler:in des Jahres“ und „Künstler:in des Jahres international“ stärker hervorgehoben. Dazu kommen Verfahrensverbesserungen und Klarstellungen unter anderem für die Kategorien „Komposition des Jahres“, „Arrangement des Jahres“ und „Club des Jahres“. Die letztgenannte Kategorie wurde zum einen in „Spielstätte des Jahres“ umbenannt und zum anderen werden zukünftig die Nominierungen, zu denen neuerdings auch Jazzreihen zählen können, auf Vorschlag der Jurymitglieder ermittelt. Im Anschluss erfolgt eine Wahl durch die Mitglieder der Deutschen Jazzunion. Auch zukünftig soll der Preis fortlaufend evaluiert werden. Darüber hinaus werden weiter Rückmeldungen und Vorschläge aus dem steten Dialog mit der Jazzszene in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Deutschen Jazzpreises einfließen.

Neu im Beirat

Für den Deutschen Jazzpreis wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ein 13-köpfiger Fachbeirat berufen, der an der Weiterentwicklung des Konzeptes, der Besetzung der Fach- und Hauptjury und Durchführung des Deutschen Jazzpreises mitwirkt. Neu in den Beirat berufen werden die Musikerin und Kulturmanagerin Lisa Tuyala und der Musikwissenschaftler und Dozent Dr. Harald Kisiedu.

Weiterführende Informationen

Der 22. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur zum Thema „Lokale Kultur, ihre Wirkung und die globalen Herausforderungen“ findet am 4. und vom 9. bis 11. November 2021 in Präsenz und online statt. Der Ratschlag widmet sich seit 2000 jährlich aktuellen kulturellen und gesellschaftspolitischen Themen, präsentiert die Vielfalt und Praxis der Hamburger Stadtteil- und Soziokultur, liefert Denkanstöße und Hintergrundinformationen für die praktische und kulturpolitische Arbeit.

Soziokultur wirkt. Das hat die Hamburger Stadtteilkultur immer wieder bewiesen: Sie ermöglicht kulturelle Teilhabe, fördert kulturelle Vielfalt, stärkt den sozialen Zusammenhalt, gestaltet die Stadt mit und reagiert schnell auf gesellschaftliche Herausforderungen.

Aber kann die „Superkraft Soziokultur“ auch einen wirkungsvollen Beitrag leisten zu den großen Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel und Umweltzerstörung, Rassismus, gesellschaftliche Spaltung und Ungleichheit? Oder zieht sich die lokale Kultur angesichts der Globalisierung der Probleme auf den Stadtteil zurück? Was kann Stadtteilkultur bewirken zur Lösung der größten Probleme unserer Zeit? Und was bedeutet das für die Freiheit der Kunst?

Diesen Fragen geht der 22. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur nach – und zwar am Donnerstag, 4. November in Präsenz in der WIESE e.G. in Barmbek-Nord und vom 9. bis 11. November online in einem Workshop-Programm.

Der Ratschlag wird veranstaltet von STADTKULTUR HAMBURG in Kooperation mit dem Landesrat für Stadtteilkultur an der Behörde für Kultur und Medien.

PROGRAMM

DO | 4. NOVEMBER 2021 IN PRÄSENZ

ab 13.00 Ankommen und MOHLTIED (Imbiss)
ab 14.00 KEYNOTES von DR. CARSTEN BROSDA (Behörde für Kultur und Medien) und PROF. DR. BIRGIT MANDEL (Uni Hildesheim) mit anschließendem TALK
ab 16.00 SESSIONS: Wo liegen die spezifischen Stärken der Stadtteilkultur und wie können lokale Kultur und lokale Politik bei globalen Herausforderungen zusammenarbeiten?
Zum Programm der Tagung

DI | 9. NOVEMBER 2021 ONLINE

ab 10.00 WIRKUNG – Über Wirkungsanalyse, Social Campaigning und Storytelling
MI | 10. NOVEMBER 2021 ONLINE
ab 10.00 HANDS ON – Über nachhaltiges Veranstalten, sozialen Konsum und Good Practice
DO | 11. NOVEMBER 2021 ONLINE
ab 11.30 NACHKLAPP – Über Wege aus der erlernten Hilflosigkeit
Zum detaillierten Online-Programm

CORONA-HINWEIS
Die Präsenz-Tagung am 4. November ist eine 2G-Veranstaltung. Nachweis über Impfung oder Genesung erforderlich.

ANMELDUNG
Anmeldung bis zum 27. Oktober 2021 online: anmeldung.ratschlag-hh.de
Die Teilnahme ist kostenlos.

Für Fragen
STADTKULTUR HAMBURG
Große Bergstraße 264 · 22767 Hamburg
040 / 879 76 46-0
ratschlag@stadtkultur-hh.de
www.ratschlag-hh.de

Einladung als pdf: Einladung_Ratschlag_2021