STADTKULTUR HAMBURG sucht ab sofort eine*n Förderreferent*in in Voll- oder Teilzeit befristet.

Für die inhaltliche und administrative Begleitung eines Förderprogramms suchen wir eine engagierte Persönlichkeit. Die Stelle ist befristet bis voraussichtlich 30. Juni 2023 mit Option auf Verlängerung. Die Stellenausschreibung erfolgt unter dem Vorbehalt der Bewilligung einer Förderung durch die Freie und Hansestadt Hamburg.

Aufgaben:

Profil:

STADTKULTUR HAMBURG bietet:

Über STADTKULTUR HAMBURG:

STADTKULTUR HAMBURG e.V. ist der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturelle Bildung in Hamburg mit rund 120 Mitgliedern. STADTKULTUR HAMBURG vertritt die Interessen der Einrichtungen und Akteur*innen der Hamburger Stadtteilkultur. Der Dachverband schafft Öffentlichkeit für die Angebote und Qualitäten der Stadtteilkultur, sorgt für Austausch und Qualifikation, gibt Impulse und stärkt die Arbeit vor Ort. STADTKULTUR HAMBURG gestaltet Rahmenbedingungen für die Arbeit der Stadtteilkultur mit seinen Mitgliedern und Partner*innen in Politik und Verwaltung und unterstützt  so den sozialen Zusammenhalt in Hamburg.

Bewerbung:

Wir wertschätzen Vielfalt und wünschen uns mehr Diversität in unserem Team. Wir begrüßen daher alle Bewerbungen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, zugeschriebener Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.
Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L. Arbeitsort ist Hamburg. Unter Umständen kann davon
abgewichen werden, sofern andernorts ein Büro oder der heimische Arbeitsplatz genutzt werden kann.

Bitte stellen Sie in Ihrer Bewerbung dar, inwieweit Sie das Anforderungsprofil erfüllen und senden Sie
schnellstmöglich, spätestens aber bis zum 3. Juni 2022 Ihre Kurzbewerbung mit tabellarischem Lebenslauf ausschließlich per E-Mail an:

Corinne Eichner, Geschäftsführung
bewerben@stadtkultur-hh.de

Der Kultur- und Weiterbildungsbetrieb (KuWeBe) der Stadt Schwerte wurde zum 01.01.2003 als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) gegründet. Er versteht sich als zentrale Anlaufstelle und kreativer Impulsgeber für das breite, städtische Kulturangebot und städtische kulturelle Leben und umfasst das Kulturbüro, die Volkshochschule, die Musikschule, die Stadtbücherei sowie das Stadtarchiv. Mit dem Welttheater der Straße veranstaltet der KuWeBe eines der wichtigsten Festivals für Theater im öffentlichen Raum mit überregionaler Ausstrahlung.
Die Stadt Schwerte, Hansestadt an der Ruhr, ist eine dynamische und weltoffene Mittelstadt mit ca. 48.000 Einwohner:innen im Kreis Unna. Sie ist reizvoll gelegen in der Ballungsrandzone des Ruhrgebietes zwischen Dortmund und Hagen am Rande des Sauerlandes.

Im Auftrag des KuWeBe besetzt die als prozessbegleitendes Beratungsunternehmen beauftragte KM Kulturmanagement Network GmbH die Stelle des Alleinvorstands. Der Vorstand (m/w/d) vertritt die Anstalt gerichtlich und außergerichtlich. Der Vorstand (m/w/d) wird vom Verwaltungsrat auf die Dauer von fünf Jahren bestellt, eine erneute Bestellung ist zulässig.

Der Kultur- und Weiterbildungsbetrieb – KuWeBe – Schwerte sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine umsetzungsstarke, leidenschaftliche, visionäre und integrierende Person als

Vorstand (m/w/d)

Ihre Aufgaben:

Als Vorstand sind Sie für die Gesamtleitung, Repräsentation und strategische Weiterentwicklung des Betriebes verantwortlich. Sie gestalten hierbei die operative Basis und Prozesse für eine erfolgreiche kooperative und kollaborative, diskursive und agile Arbeit aller rund 40 Mitarbeiter:innen. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe suchen wir eine erfahrene, fachlich wie persönlich überzeugende Führungspersönlichkeit, die den begonnenen Strategie- und Organisationsentwicklungsprozess gemeinsam mit dem Management strukturiert, vorantreibt und umsetzt.

Zu Ihren Aufgabenbereichen gehören:

Des Weiteren ist der Vorstand zum Geschäftsführer der CC KuWeBe GmbH und CC KuWeBe GmbH und Co. Grundbesitz KG bestellt. Nach der Stiftungssatzung für die Bürgerstiftung Schwerter Mitte nimmt er auch Vorstandsaufgaben gemeinsam mit drei anderen Vorstandsmitgliedern der Bürgerstiftung wahr.

Ihr Profil:

Ihre große Leidenschaft ist es, Menschen zusammen zu bringen und bei ihrer Arbeit durch effiziente Strukturen in Projekten so zu unterstützen, dass sie ihre vollen Potenziale ausschöpfen und Ziele erreichen können. Durch Ihre beziehungsorientierte Art und kommunikativen Fähigkeiten sind sie in der Lage, Mitarbeiter:innen, Stakeholder und Projektpartner:innen zu vernetzen und unterstützen, zu motivieren aber auch in schwierigen Situationen ausgleichend zu wirken und so für alle ein optimales Umfeld für den gemeinsamen Erfolg zu schaffen. Dabei hilft Ihnen nicht nur der Blick für die großenEntwicklungslinien und Herausforderungen, sondern auch die Lust sich mit den Bedürfnissen der beteiligten Menschen und Zielgruppen auseinander zu setzen. Sie denken unternehmerisch und finden
sich operativ schnell in Strukturen und Prozesse hinein und entwickeln diese kontinuierlich weiter. Bei der Projektarbeit lassen Sie diese ganzheitliche Herangehensweise einfließen.

In Ihrem Profil vereinen Sie für diese Aufgabe idealerweise:

Für diese vielseitige und abwechslungsreiche Tätigkeit bieten wir:

Wir wertschätzen Vielfalt und begrüßen daher alle Bewerbungen, unabhängig von Geschlecht,
Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.
Wenn Sie Teil dieser attraktiven Kulturinstitution werden wollen, freuen wir uns über Ihre
aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) unter Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins bis zum 12. Juni 2022 per E-Mail in einer PDF-Datei (max. 10 MB) an das von uns beauftragte Beratungsunternehmen KM Kulturmanagement Network GmbH unter
bewerbung@kulturmanagement.net.

Durch die Abgabe Ihrer Bewerbung willigen Sie darin ein, dass wir Ihre personenbezogenen Daten in unseren Systemen für dieses Bewerbungsverfahren speichern und mit unseren Auftraggebern verarbeiten. Ein Widerruf dieser Einwilligung ist jederzeit möglich. Bitte beachten Sie, dass bei einer Bewerbung per E-Mail Ihre Daten nicht verschlüsselt übertragen werden und daher unter Umständen von Dritten lesbar sind. Per Post eingereichte Bewerbungsunterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ihnen ein frankierter Rückumschlag beiliegt.

Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Dirk Schütz unter Tel.-Nummer +49 163 30 40 601 zur Verfügung.

Die Bewerbungsgespräche können aufgrund der Corona-bedingten Ausnahmesituation
gegebenenfalls per Video-Konferenz (System Zoom) geführt werden. Mit Ihrer Bewerbung erklären Sie Ihr Einverständnis zu dieser Form der Personalauswahl.
Durch die Bewerbung entstehende Reisekosten werden von uns nicht erstattet.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Das 4-köpfige Zirkus ON Team freut sich über Bewerbungen auf die Geschäftsführung in Elternzeitvertretung zwischen August 2022- März 2023.

Zirkus ON e.V. ist das Kreationsbündnis für Zirkuskunst in Deutschland. Mittels Wissenstransfer, Mentoring, Residenzen, Präsentationen, Produktionsunterstützung sowie frühzeitiger Anbindung an professionelle Strukturen vereint Zirkus ON bundesweit aufstrebende Zirkuskünstler*innen, Veranstalter*innen, Ausbildungs- und Spielstätten, um Qualität, Experimentierfreude, Publikumsgewinnung, Touring, ästhetische Diskurse und die Anerkennung von Zirkuskunst zu befördern.
Zum Kreationsbündnis gehören aktuell: Berlin Circus Festival, Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus (BUZZ), Chamäleon Berlin, CircusDanceFestival Köln, Circus MoMolo Jena, Festival PERSPECTIVES Saarbrücken, Katapult Berlin, La Strada Bremen, Le Palc Châlons (FR), Ruhrfestspiele Recklinghausen, TOLLHAUS Karlsruhe und Zirkusfestival Lurupina Hamburg.
Die überregionale Bündnisarbeit von Zirkus ON wird in 2022 und 2023 gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Programm „Verbindungen fördern“ des Bundesverbands Freie Darstellende Künste e.V.

Aufgabenbereich:

Ihr Profil:

Wir bieten:

Bewerbung:

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit Lebenslauf und Motivationsschreiben per Mail an die Geschäftsführerin Alice Greenhill: kontakt@zirkus-on.de
Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich in der KW 26 online per Zoom statt. Die Entscheidung über die Stellenbesetzung trifft der Vorstand des Vereins in Abstimmung mit dem Zirkus ON Team.
Wir stehen für Vielfalt und berücksichtigen Diversität bei den Bewerbungen. Alle Einstellungen werden auf der Grundlage von Qualifikationen, Verdiensten und geschäftlichen Erfordernissen entschieden.

Bewerbungsfrist: 20.06.2022 – 23.59 CET

Kontakt für Rückfragen zur Ausschreibung an: kontakt@zirkus-on.de (Alice Greenhill, Geschäftsführerin)

Grußwort der Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Amtsantritt

Der schwedische Schriftsteller August Strindberg schrieb einmal: „Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.“ Der Bundesverband Soziokultur e.V. ist in diesem Sinne nicht nur ein enger Partner des Bundeskulturressorts. Er ist ein Pionier in Sachen kultureller Teilhabe und Diversität. Er ist die Anlaufstelle für die vom Ehrenamt geprägte Soziokultur, Drehscheibe für Vernetzung und Qualifizierung. In jüngster Vergangenheit hat er darüber hinaus gezeigt, wie professionell und effizient Fördermittel dorthin kommen können, wo sie gebraucht werden.

Seit mehr als 40 Jahren machen der Bundesverband Soziokultur e.V. und seine Mitglieder nun „Kultur für alle“ möglich. Kunst und Demokratie, das sind die beiden Säulen Ihrer Arbeit – einer Kulturarbeit, die ihre gesellschaftliche und politische Verantwortung ernst nimmt und in konkretes Handeln umsetzt. Die Akteurinnen und Akteure der Soziokultur prägen und gestalten gesellschaftspolitische Debatten mit den Mitteln der Künste. Ein Großteil dieser Arbeit wird ehrenamtlich erbracht. Trotzdem oder gerade deshalb werden Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt nirgends selbstverständlicher gelebt als in der Soziokultur. Dafür möchte ich Ihnen Danke sagen!

Wie wichtig Ihre Arbeit ist, haben die mühseligen Zeiten der Pandemie wieder einmal gezeigt. Trotz Lockdowns und zahlreicher Einschränkungen haben Sie mit viel Kreativität und Phantasie „Kultur für alle“ ermöglicht, etwa mit Balkonkonzerten und Fassadenprojektionen, mit Ausstellungen in Schaufenstern und Malworkshops per Video. Gerade für Kinder und Jugendliche, denen die Schulen als Orte der Begegnung verschlossen waren, war dieses gemeinsame künstlerische Tun ein Lichtblick.

Wir alle wissen um die Kraft der Kunst, um ihre Bedeutung für die Entfaltung junger Menschen und um ihre prägende Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre Arbeit kann deshalb nicht hoch genug geschätzt werden. Im direkten sozialen Umfeld, ob Stadtquartier oder ländlicher Raum, fördern Sie darüber hinaus Integration und Diversität, unterstützen Geflüchtete und generationenübergreifendes Arbeiten. Kulturelle Bildung ist ein Schlüsselfaktor der Integration, sie erschließt den Zugang zum gesellschaftlichen Leben. Wer in Kunst und Kultur kreativ wird, trägt dazu bei, unsere Demokratie mitzugestalten und lebendig zu erhalten. Soziokulturelle Zentren sind darüber hinaus vor allem in den ländlichen Räumen meist die einzigen Orte für Kultur und Kommunikation. Sie passen sich mit ihren kulturellen und partizipativen Angeboten den regionalen Bedarfen und Lebensverhältnissen an. Das ist gerade in strukturschwa-chen Gebieten ganz wichtig.

In meinem neuen Amt als Staatsministerin für Kultur und Medien will ich die vielen engagierten Akteurinnen und Akteure in den soziokulturellen Zentren und Kulturhäusern, in Verbands- und Projektarbeit, im Bundesverband Soziokultur e.V. und im Fonds Soziokultur deshalb noch mehr als bisher unterstützen. Für die neue Bundesregierung ist die Förderung der Freiheit und der Vielfalt von Kunst, Kultur und Medien zentral.

Es ist gut, den Bundesverband Soziokultur e.V. dabei an meiner Seite zu wissen. Er bündelt nicht nur die Mitgliedseinrichtungen, sondern steht als Partner der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien im Förderprogramm NEUSTART KULTUR mittlerweile in Kontakt mit mehr als 1600 soziokulturellen Zentren und Initiativen, Kultur- und Literaturhäusern, Kulturzentren und kulturellen Initiativen in den Städten und Gemeinden. Der Bedarf an Beratung, Qualifizierung und Vernetzung ist, ganz besonders seit 2020, enorm. lmpulsgebend und koordinierend ist der Verband ein zentraler Multiplikator, der diesen wichtigen Kulturbereich stabilisieren, professionalisieren und stärken kann.

Für Ihr großes Engagement danke ich dem Bundesverband Soziokultur e.V. und allen, die sich auf diesem Feld engagieren, sehr herzlich. Ich freue mich auf die weitere enge Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen und der Kultur.

 

Dieses Grußwort ist erschienen in der SOZIOkultur Heft 1/2022 zum Thema OSTEN.

Die LAG Soziokultur Schleswig-Holstein e.V. sucht zum 01. Januar 2023 eine Projektleitung (w/m/d) für das landesweite Tourneeprogramm Kindertheater des Monats (ca. 20 Wochenstunden), Vergütung in Anlehnung an TV-L 10

Die Landesarbeitsgesellschaft Soziokultur Schleswig-Holstein e.V. ist seit 1993 Trägerin des Kindertheaters des Monats, das mittlerweile zu einer nicht mher wegzudenkenden Institution in der Schleswig-Hollsteinischen Kulturlandschaft geworden ist. Auftrag des Kindertheaters des Monats ist es, landesweit Kinder altersgerecht an die ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten des Theaters heranzuführen, sie spielerisch zu motivieren, sich auch mit den inhaltlichen Themen der Theaterstücke auseinanderzusetzen – und nicht zuletzt Kindern und Erwachsenen ein schönes gemeinsames Erlebnis zu ermöglichen. Im Rahmen von sieben Tourneen pro Spielzeit finden 150 Vorstellungen an rund 22 Spielorten statt. Neben Schleswig-Holsteinischen Ensambles gastieren auch nationale und internationale Theater. Dem Ansatz der aufsuchenden Kulturarbeit folgend, setzen sich die Spielstätten neben soziokulturellen Zentren aus Jugend- und Familienzentren so wie Bildungs- und Sozialeinrichtungen zusammen. Der jährliche Spielplan wird zusammen mit den Spielstätten im Rahmen einer Planungsgruppe zusammengestellt.

https://kindertheater-des-monats.de

Aufgabenprofil:

Was wir uns wünschen:

Arbeitsort ist Kiel. Das Arbeiten aus Homeoffice/mobiles Arbeiten ist teilweise möglich, aber nicht ausschließlich.

Vergütung nach TV-L 10

Wir wertschätzen Vielfalt und begrüßen daher alle Bewerbungen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität. Bewerber:innen mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Eignung nach maßgabe des Sozialgesetzbuches IX bevorzugt berücksichtigt. Ein Nachweis ist beizufügen.

Zu Zwecken der Durchführung des Bewerbungsverfahrens werden personenbezogene Daten gespeichert und verarbeitet.

Wir freuen uns über Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Referenzprojekte) bis zum 08. Juni 2022 an lag@soziokultur-sh.de

Für Rückfragen stehen wir gerne jederzeit zu Verfügung.

LAG Soziokultur Schleswig-Holstein e.V.
Geschäftsstelle Kiel, Mieke Bohl
Heiligendammer Str. 15, 24106 Kiel
Anscharpark Haus 8
Fon: +49 431 60801060
lag@soziokultur-sh.de

www.soziokultur-sh.de
fb.me/SoziokulturSH

Die neue Ausgabe der Zeitschrift SOZIOkultur widmet sich der soziokulturellen Realität in den östlichen Bundesländern und zeigt ein buntes, dynamisches Bild, das von Kreativität, Agilität und Resilienz geprägt ist.

Soziokultur in Ostdeutschland ist nicht zuletzt als Reaktion auf den Strukturbruch nach der Wende entstanden – aus der Möglichkeit, Freiräume zu erschließen sowie aus dem großen Bedürfnis, kulturell eigenmächtig zu handeln und selbst aktiv zu werden. Seit den Anfangsjahren haben sich Soziokultur in Ost und West gemeinsam entwickelt, dennoch lässt sich in den östlichen Ländern bis heute eine besondere Spezifik erkennen.

Bettina Rößger, gebürtige Thüringerin und Geschäftsführerin des Landesverbandes Soziokultur Thüringen, und Laura Armborst, Wahl-Greifswalderin und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Soziokultur Mecklenburg/Vorpommern e.V., sprechen über die Potenziale und Wahrnehmung von soziokulturellen Einrichtungen in den ostdeutschen Bundesländern. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, erklärt, welch tiefgreifenden Strukturwandel Kultur und Kulturpolitik in ebendiesen Regionen durchleben und gemeistert haben. Piotr Michałowski zeigt mit seinem Bericht über die Entwicklungen in Polen, dass die Soziokultur und ihre gesellschaftliche Gestaltungskraft natürlich nicht an der Oder und Neiße enden.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth bekräftigt zum Amtsantritt mit einem Grußwort an die Soziokultur, dass Kunst und Demokratie die Säulen soziokultureller Arbeit sind.

Das Porträt widmet sich schloss bröllin, einem internationalen Produktionszentrum in der deutsch-polnischen Grenzregion. 30 Jahre leidenschaftliches Engagement haben es gleichzeitig zu einem Hotspot für darstellende Künstler*innen weltweit gemacht sowie zu einem Treffpunkt für Nachbarschaft und regionale Netzwerke.

Der Redaktionsschluss dieser Ausgabe lag vor Beginn des russischen Angriffskriegs. Aus aktuellem Anlass wurden dem Thementeil zwei Seiten zu „Willkommenskultur, Inklusion und Integration – Kernkompetenzen der Soziokultur“ vorangestellt. Sie bieten einen konzentrierten Überblick über das Wissen und die Erfahrungen, die bereits in den vergangenen Jahren zur Kulturarbeit mit Geflüchteten gesammelt wurden und zeigen, dass soziokulturelle Einrichtungen den derzeitigen Herausforderungen aktiv begegnen.

Das und noch mehr lesen Sie in der aktuellen SOZIOkultur.

Soziokulturelle Zentren und Initiativen in Deutschland bereiten sich auf Geflüchtete aus der Ukraine vor. Der Bundesverband Soziokultur unterstützt die Netzwerk- und Spendeninitiative von MitOst e.V.

Wie unfassbar mutig eine starke Zivilgesellschaft sein kann und wie grausam und rückwärtsgewandt ihr Fehlen, sehen wir fassungslos seit dem 24. Februar in der Ukraine und Russland. Menschen kämpfen um den Preis ihres Lebens für Freiheit und Demokratie – und das in Europa, von dem wir dachten, es sei einen entschiedenen Schritt weiter, freier, sicherer.

Wir sind geschockt und betroffen über die Verbrechen, die in der Ukraine geschehen und verurteilen den Angriffskrieg Wladimir Putins aufs Schärfste wie auch die Repressionen gegen das Aufbegehren der Zivilgesellschaft in Russland selbst.

Die Aktivierung und Stärkung der Zivilgesellschaft durch kulturelle Teilhabe ist das erklärte Ziel der Soziokultur in Deutschland. Derzeit finden bundesweit zahlreiche kulturelle Aktionen zur Solidaritätsbekundung und Spendensammlung statt. Vor allem bereiten sich die soziokulturellen Zentren und Initiativen mit ihrer langjährigen Erfahrung im Aufbau einer Willkommenskultur auf die Ankunft der geflüchteten Ukrainer*innen vor. Die Türen sind geöffnet für die Phase der Ankunft, der Orientierung, sie werden Orte des Austauschs und der nötigsten Bedarfe sein, der Kinderbetreuung und Sprachkurse. Sie werden eine Verbindung zur Nachbarschaft herstellen und gemeinsam ein Zusammenleben gestalten.

Soziokultur ist aktive Zusammenarbeit, Kooperation und Netzwerk. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auf eine wichtige Initiative aus unserem Partnernetzwerk aufmerksam machen:

MitOst e.V. koordiniert die gemeinsamen Bemühungen zivilgesellschaftlicher Organisationen vor Ort, um die Sicherheit der Menschen, den Schutz, die Evakuierung und die Bereitstellung von Notunterkünften direkt zu unterstützen. Dazu gehören die Überbrückung von Kommunikationswegen, die Lenkung finanzieller Unterstützung, Bedarfsanalysen und die Verknüpfung von Netzwerken und Hilfsangeboten.

MitOst ist seit über zwei Jahrzehnten in der Ukraine aktiv und Teil eines starken, dezentralen Netzwerks unabhängiger Initiativen, engagierter Fachleute und sektorübergreifender Akteur*innen, die in den Bereichen Demokratie und Menschenrechte, Kunst und Kultur, kulturelle Bildung und Medien tätig sind. Derzeit sind über 80 Organisationen und 400 Einzelpersonen in diesem Netzwerk aktiv.

Durch Vernetzung und Spenden kann das Projekt unterstützt werden:
https://www.mitost.org/ukraine/

Ebenso sei auf das Netzwerk elinor verwiesen, das über eine einfache Registrierung Übernachtungsplätze für Geflüchtete aus der Ukraine koordiniert und vermittelt:
https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/

Vielen Dank für Ihre und Eure Unterstützung!

150 Kulturzentren in ländlichen Räumen haben vom Soforthilfeprogramm LAND INTAKT, umgesetzt durch den Bundesverband Soziokultur, profitiert. Mit der Bundesförderung wurden dringende Investitionen in den Häusern durchgeführt und die Rahmenbedingungen für Kultur und Partizipation verbessert. Soziokulturelle Angebote und Formate konnten weiterentwickelt und professionalisiert werden. Die Fördermittel in Höhe von 2,76 Millionen Euro, bereitgestellt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, kamen deutschlandweit zum Einsatz. LAND INTAKT wurde in den Jahren 2020/2021 umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen.

Zielgenaue Förderung – ein Meilenstein für die Umsetzung von Investitionen
Der Förderschwerpunkt bei LAND INTAKT lag in der Durchführung von Maßnahmen zum Bauunterhalt und zur Instandsetzung der Häuser. Die Förderanträge signalisierten deutlich den riesigen Bedarf und bestätigten die Passgenauigkeit des Soforthilfeprogramms. Rund zwei Drittel des gesamten Fördervolumens flossen in diesen Bereich.

Wirkung und Ergebnisse: Kurze Projektlaufzeit – schneller Nutzen vor Ort
Vielerorts konnte ein Beitrag zum Abbau des Investitionsstaus geleistet werden: 12 Kultureinrichtungen haben durch die Sanierung buchstäblich „wieder ein Dach über dem Kopf“, andere konnten alte Fenster und Türen austauschen. Durch den Ausbau von Dachböden und zuvor ungenutzten Räumen ist mehr Raum für die Kultur entstanden. Ob Empore, Probenraum oder Büro – optimiert wurden auch die brandschutztechnischen Voraussetzungen in den Häusern. Nicht zuletzt vereinfachen zeitgemäße Ausstattung und moderne Veranstaltungstechnik die Arbeit der Kulturschaffenden vor Ort. Die maximale Fördersumme lag bei 25.000 je Einrichtung, durchschnittlich belief sie sich auf 15.000 Euro.

Für eine nachhaltige Unterstützung und Verstetigung des kulturellen Lebens in ländlichen Gemeinden!
Die Strahlkraft kultureller Orte auf dem Land ist nicht zu unterschätzen. Kurze Projektberichte, die die vielfältigen Ergebnisse vor Ort in den Blick nehmen, finden sich auf der Webseite in der Rubrik Blog. Ausführlichere Einblicke gibt es hier zu lesen. Und nicht zuletzt lohnt das Anschauen des Kurzfilms, welcher ebenfalls Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet  ins Bild rückt.

Ellen Ahbe, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Soziokultur:

„Wenn wir von Soziokultur in ländlichen Räumen sprechen, dann haben wir es mit Ideenreichtum, Engagement mit Leib und Seele und einer Vielfalt an Themen, Genres und Zielgruppen zu tun. Soziokulturelle Zentren halten Räume vor, erworbene Immobilien, die häufig mit viel Eigenleistung renoviert und somit einer neuen Nutzung überführt werden. Deshalb freuen wir uns überaus, dass wir mit diesem Projekt das überwiegend ehrenamtliche Engagement durch Investitionen und damit verbundenen ideellen Zuspruch  grundlegend unterstützen konnten.“

Im zeitraumexit in Mannheim ist experimentelle Kunst lebendiger Teil des nachbarschaftlichen Engagements.

Wolfgang Sautermeister wächst im Ländle auf, studiert hier Sonderpädagogik und widmet sich autodidaktisch dem Zeichnen, Malen und Performen. Als er knapp dreißig ist, lockt ihn eine anthroposophische Einrichtung mit einem Jobangebot nach Mannheim. Damit beginnt für ihn herrlich intensives Leben. Die Mannheimer*innen begegnen ihm freundlich, sie sind neugierig, für vieles offen und für manches zu haben. Beruflich darf er experimentieren. Er bekommt Kontakt zur Kunstszene. Bald lernt er Menschen kennen, die ticken wie er. Sie heißen vor allem Gabriele Oswald, Tilo Schwarz und Elke Schmidt.

Kunst, denken sie, gehört weder auf den Sockel noch in den Elfenbeinturm. Jeder und jedem soll sie mehr sein als nur ein abstrakter Anspruch. Nämlich ein sehr persönliches, sehr konkretes Instrument, um sich selbst und verborgene Welten zu erkennen, sich selbst auszudrücken und mit anderen auszutauschen. Wie lassen sich, überlegen die vier, Kunst, Stadtgesellschaft und Alltagsleben miteinander verbinden? Was kann Kunst alles sein, was lässt sich mit ihrer Hilfe zur Synthese führen? Die vier sprühen vor leidenschaftlichem Elan, wollen in Mannheim etwas auf die Beine stellen, brauchen dafür eine Struktur und gründen 1995 den Verein Zeitraum Büro für Kunst, vereinigen sich 2001 mit EX!T Ausgangspunkt Theater. Gemeinsam heißen sie seitdem zeitraumexit.

Wegstrecken

Inzwischen hat sich im zeitraumexit die Crème der experimentellen Kunst die Klinke in die Hand gegeben. Die wundersam spektakulären Ereignisse aus Bildern, Bewegungen, Klängen und Worten ziehen regelmäßig begeisterten Applaus, enthusiastische Presseberichte, anerkennende Kritiken und auch Laudationes für diesen oder jenen Preis nach sich.

Am Anfang jedoch erweisen sich die Türen, die zeitraumexit öffnen will und muss, als durchaus sperrig. Ausdauer und Stehvermögen sind gefragt. Für die Konzepte braucht es eine Unzahl künstlerischer und institutioneller Kooperationspartner*innen mit jeweils ganz unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen. Unablässige Gänge und Anträge um Finanzen lassen Blasen an den Füßen wachsen und Finger über Tastaturen ermüden. Teilnehmer*innen und Besucher*innen der Projekte halten letztlich das Team immer wieder mit ihrer Faszination bei der Stange.

Großes Krabbeln

2002 hat zeitraumexit sein Quartier noch unter Hinterhofbedingungen im Stadtteil Neckarstadt-Ost. Dort gründen sie in Kooperation mit Hygiene Heute den „Mannheimer Ameisenstaat“. Das heißt: Unterstützt durch die deutsche Ameisenschutzwarte richten sie über mehrere Räume hinweg ein Terrarium ein, in dem Millionen der kleinen schwarzen Gesellen herumkrabbeln und sich ihre staatliche Ordnung schaffen. Das können die Leute beobachten. Sie tun’s erst zögerlich, dann in großer Zahl. Die Insekten bilden die Bühne und Kulisse, um sich gemeinsam ein Bild darüber zu erarbeiten, was menschliche staatliche und gesellschaftliche Ordnungen ausmacht, quer durch die Geschichte bis heute. Dabei wird allerlei auf den Kopf gestellt.

Kunst als Saat

Ameisen haben es leichter als Menschen. Die komplizierte Aufgabe, ihr geregeltes Zusammenleben zu bewerkstelligen, können sie ihren Körpern überlassen. Egal ob es für sie Gründe gibt, Alarm zu schlagen, sich über Nahrung zu freuen oder den Bau zu sichern, sie sondern ein entsprechendes Hormon ab. Das dringt ohne Umwege in all die winzigen Mitbürger*innen ein, so dass sie sofort Bescheid wissen. Menschen hingegen müssen sich einander in ziemlich komplexen Kommunikationsvorgängen mitteilen. Das ist schon schwierig genug, wenn sie sich über Jahrhunderte aneinander, an die gleichen Chiffren und Regeln gewöhnt haben. Denn auch dann sind große Bevölkerungsgruppen nur bedingt mit von der Partie.

Zum Beispiel weil es, wie nicht nur Peter Weiss in der „Ästhetik des Widerstands“ feststellt, nach einem harten Tag körperlicher Arbeit unausdenkliche Mühe bedeutet, sich mit dem klassischen Kanon der sogenannten Hochkultur oder mit den Feinheiten gehobenen Redens abzugeben. Was aber, wenn die hart Arbeitenden, wie hier in Mannheim-Jungbusch, auch noch aus 160 Nationen kommen und mindestens ebenso viele unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie man sich in welcher Situation richtig verhält und mitteilt? Wo diverse Tabus der Communities und Gruppen als Grenzen im jeweils Inneren wie nach außen wirken?

Aus all dem Gesellschaft wachsen zu lassen ist eine Kunst und: Kunst kann dabei wirklich helfen. Ganz so easy wie die cleveren Hormone der Ameisen funktioniert sie nicht. Aber als welches Genre auch immer ist sie so raffiniert verdichtete Kommunikation, dass sie von Blutbahn zu Blutbahn in die fühlenden Bäuche der Menschen gelangen kann, ohne unterwegs über die unterschiedlich besetzten und deshalb leicht missverständlichen Wörter und Begriffe in den Köpfen der beteiligten Menschen zu stolpern. So kann eine Grundvoraussetzung aller Gesellschaft wachsen – Bindung.

Hürden umlegen

Zu dumm, dass ausgerechnet diejenigen, denen Kunst eine große Hilfe sein kann, oft höchste innere Hürden überspringen müssen, um sich auf sie einzulassen. Genau das nehmen Wolfgang und das zeitraumexit eben nicht als unabänderlich gegeben hin. Ob Wolfgang hier mit Jungbuscher*innen ein Projekt durchführt, als Gastprofessor lehrt, psychisch Kranken den eigenen künstlerischen Ausdruck als Weg aus der Sprachlosigkeit öffnet oder ursprünglich fremdelnde Leute verblüfft begreifen lässt, dass sie sich in diesem oder jenem Museum plötzlich heimisch fühlen – mit allem, was er tut, beweist er konkret und praktisch, dass fast jeder Mensch eine ihr oder ihm gemäße Art des Selbst-Ausübens von Kunst finden kann. Es gelingt ihm, die Neugier von Menschen zu wecken, die nie von sich gedacht hätten, dass sie einmal eine Bühne betreten, einen Pinsel oder ein Instrument zur Hand nehmen würden – und: sie zum Mitmachen zu bewegen. Er prägt ihre Leben, positiv.

Manche sprechen ihn noch viele Jahre nach dem ersten Zusammentreffen an. „Was für ein Glück“, bedanken sie sich, „Kunst ist zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden“. Direkt nach Projekten oder Veranstaltungen kommen in den seltensten Fällen Teilnehmer*innen zu Wolfgang, um zu sagen: Wow, was ich heute gelernt habe! Doch er spürt, dass genau das Glück, eben im Moment etwas verstanden zu haben, wozu man auf keine andere Art einen Zugang hätte finden können, dass solches Glück immer wieder geschieht. Wenn es auf ganz spezielle Weise in den Köpfen der Beteiligten klickt, dann teilt sich das mit als intensives Hochgefühl im Raum, als Leuchten in Gesichtern, als besonders berührender Applaus.

Kunst der einfachen Worte

Zusammen mit Gabriele Oswald und Tilo Schwarz verantwortet Wolfgang bis 2016 die künstlerische Leitung des zeitraumexit. Weil sie einen Generationswechsel für wichtig halten und sich auf eigene Projekte konzentrieren wollen, übergeben sie dann die Geschäfte an Jan-Philipp Possmann.

Jan-Philipp kommt mit dem Studium von Theater-, Politik sowie Kulturwissenschaft und mit viel praktischer Erfahrung aus der Arbeit an unterschiedlichen Theatern und Projekten. Seit er in seiner Schulzeit in Frankfurt am Main ein Praktikum im Theater am Turm absolvierte, strebt er nach der Symbiose aus Dramatik, Weltoffenheit und gesellschaftlichem Anspruch, zieht es ihn zu internationalen Produktionen, zum Experiment, zur Straße und zu unbekannten Orten. Unter anderem bei Rimini-Protokoll hat er als Dramaturg, Produktionsleiter und Regieassistent diverse dramatische Stoffe in Szene gesetzt und auf die Bühne gebracht. Er ist es gewöhnt, auf der Höhe des künstlerischen Fachdiskurses mitzureden.

Jetzt heißt es für Jan-Philipp, in Wolfgangs Fußstapfen auf die Jungbuscher Straßen zu gehen, dort Leute anzusprechen, die Einkaufbeutel oder ein Werkzeug in der Hand, die eine Behinderung oder ein Sprachproblem haben oder vielleicht einen kniffligen Familienkrach im Kopf. Ganz normale Passant*innen also soll er dafür begeistern, sich in den Dunstkreis abgefahrenster experimenteller Kunst zu bewegen und dort sogar mitzuwirken. Seine vielen Fachwörter und die angesagten Wendungen der aktuellen Kunstdebatten helfen ihm nun nicht. Hier braucht es einfache Worte für den Sinn von Kunst im ganz normalen Leben. Das ist eine Herausforderung, doch wegen der täglichen kreativen Ungewissheit vor allem aufregend flirrendes Leben.

Lebenselixiere

2017, in Jan-Philipps erstem Jahr als Geschäftsführer, findet das „Mannheimer Erbe der Weltkulturen statt. Zeitraumexit fragt die Migrant*innen der Stadt nach dem, was sie an Wichtigem mitgebracht haben, von dort, wo sie einmal hergekommen sind. Viele stellen etwas vor. Aus der Tatsache, dass sie als zugewanderte Menschen solche Aufmerksamkeit genießen, dass sie mit ihren spezifischen Prägungen, mit ihren Erinnerungen an andere Lebensweisen wichtig genommen werden, entstehen wochenlange Freude und Feiertagsstimmung. Jan-Philipp liebt und genießt das, auch, dass er heute noch, und sei’s beim Friseur, darauf angesprochen wird, wie toll das war. Unvergesslich.

Wie sollte er nicht gern mit seinen Begrüßungsworten für Veranstaltungen oder Ereignisse vorn stehen und in die Vielzahl erwartungsfreudiger Augen blicken. Erfahren, dass ein Neunjähriger aus einer bulgarischen Familie hierher kommt, um offen übers Schwul-Sein zu reden, was bei ihm zuhause ein Tabu ist. Im zeitraumexit an einer Tür vorbeikommen, wo aus der Scheu vor Geigen, Gitarren oder Flöten in popartiger Weise Lust am Musizieren wird. An all dem hängt Jan-Philipp sehr.

Wechsel

Trotzdem geht er. Denn er ist auch erschöpft. Von der geringen Zeit, die ihm für eigene inhaltliche Arbeit bleibt. Die administrativen Aufgaben fressen ihn auf, besonders die niemals nachlassende Notwendigkeit, Fördermittel zu beantragen und Spenden einzuwerben. Davon hängen die Projekte und nicht zuletzt auch die Einkommen des Teams ab. Ihm blutet das Herz, dauernd sehen zu müssen, wie leidenschaftlich engagiert das Team arbeitet und wie schlecht es dafür entlohnt wird. Die Förderungen durch die Stadt Mannheim und das Land Baden-Württemberg ergeben zusammen gerade einmal die Hälfte der Betriebskosten. Zeitraumexit verfolgt nicht das Konzept, möglichst viel Publikum dafür ins Haus zu holen, dass es Künstler*innen zuschaut, zuhört und zahlt. Hier geht es darum, dass viele Einzelne gemeinsame Wege in eigene künstlerische Aktivität und Produktion finden, dass Jungbusch ein liebenswert verbindendes kulturelles Zentrum hat. Der selbst erwirtschaftete Teil des Finanzbedarfs kann deshalb kaum über zehn Prozent liegen.

Künftig wird das zeitraumexit durch zwei Geschäftsführende geleitet. Einen davon gibt es schon. Wolfgang, nach wie vor im Vereinsvorstand aktiv, sagt: „Wer am Ende die oder der Zweite auch sein mag. Er oder sie bringt neue Impulse, neue Nuancen mit. Das hält uns lebendig und jung.“

 

Dieser Artikel ist erschienen in der SOZIOkultur Heft 4/2021 zum Thema NEUE FORMATE.

Das Pilotprogramm zu NEUSTART KULTUR, durchgeführt vom Bundesverband Soziokultur, wurde erfolgreich beendet: 1223 Kultureinrichtungen konnten mit Fördergeldern der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in Höhe von 26,8 Millionen Euro bei der Wiederöffnung nach dem ersten Lockdown und der Aufrechterhaltung von Kulturangeboten während der Pandemie unterstützt werden. In unserem Abschlussvideo haben wir kurzweilig die wichtigsten Zahlen sowie konkrete Beispiele der Umsetzung zusammengefasst.

Im Mai 2020 startete die ehemalige Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) Staatsministerin Monika Grütters das NEUSTART Sofortprogramm als direkte Reaktion auf den ersten pandemiebedingten Lockdown. Es war der Pilot zum milliardenschweren Programm NEUSTART KULTUR, das nun von Staatsministerin Claudia Roth fortgeführt wird.

Der Bundesverband Soziokultur erklärte sich bereit, die dringend notwendige Sofortmaßnahme spartenübergreifend für kleine und mittlere, gemeinnützige und überwiegend öffentliche geförderte Kultureinrichtungen durchzuführen. Gefördert wurden investive Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie zu reduzieren und die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Betriebs zu schaffen. Die Entwicklung digitaler Vermittlungsformate und der Ausbau technischer IT-Infrastruktur sollte zur Aufrechterhaltung des kulturellen Angebots beitragen.

Nachdem der Bundesverband Soziokultur in Windeseile die Verwaltungsstrukturen und ein digitales Förderportal aufgebaut hatte, wurden bereits Mitte Mai erste Mittel verausgabt und bis Ende des Jahres 2020 sämtliche Mittel ausgezahlt. Das Jahr 2021 stand im Zeichen der Abrechnung der 1223 Verwendungsnachweise.

Das Gesamtfördervolumen von 26,8 Millionen Euro verteilt sich wie folgt auf die drei Förderbereiche: 10,7 Millionen Euro im Bereich Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten, 8,5 Millionen Euro im Bereich Veranstaltungsorte für Konzert-, Tanz- und Theateraufführungen, 7,6 Millionen Euro im Bereich soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser. Zusätzlich brachten die Kultureinrichtungen insgesamt 3,4 Millionen Euro an Eigen- und Drittmitteln ein.

Die bundesweite Verteilung lässt sich anschaulich auf der Förderkarte des NEUSTART Sofortprogramms auf der Website sofortprogramm.neustartkultur.de nachvollziehen. Ausführliche Projektberichte, die lebhaft die diversen Maßnahmen, den Erfindungsreichtum sowie das beeindruckende Durchhaltevermögen der Kultureinrichtungen beschreiben, finden sich auf der Webseite unter #neustartwirkt.

Ellen Ahbe, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Soziokultur:
„Der Lockdown im März 2020 hat vor allem die kleineren, oftmals ehrenamtlich geführten Kultureinrichtungen hart getroffen. Die schnelle Bereitstellung von Fördergeldern durch die BKM und die zügige und umsichtige Antragsbearbeitung, Mittelausreichung und Abrechnung im NEUSTART Sofortprogramm konnte 1.223 Museen, Bühnen und soziokulturellen Zentren dabei helfen, ihre Häuser umzubauen und den dringend notwendigen Digitalisierungsschub voranzutreiben. Diese gemeinsame Pionierarbeit von allen Beteiligten in kürzester Zeit bildete die Grundlage für das darauffolgende Förderprogramm NEUSTART KULTUR.“