Die Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände Sachsen warnt vor erheblichen Folgen der geplanten Kürzungen im sächsischen Kulturhaushalt. Im laufenden parlamentarischen Verfahren zum Doppelhaushalt 2027/2028 fordert sie Nachbesserungen, um kulturelle Infrastruktur und kulturelle Teilhabe im Freistaat zu sichern.
Zu den zentralen Forderungen gehören eine verlässliche Finanzierung über das Kulturraumgesetz, die Rücknahme geplanter Kürzungen bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie die Sicherung der kulturellen Bildung und der institutionellen Förderung der Freien Szene. Besonders kritisch bewertet die IG Einschnitte bei regionalen Netzwerkstellen und Jugendkunstschulen. Auch Einrichtungen ohne oder mit nur geringer kommunaler Förderung seien von den geplanten Kürzungen besonders betroffen.
Der Landesverband Soziokultur Sachsen ist Mitglied der IG Landeskulturverbände. Die vollständige Pressemitteilung und den offenen Brief gibt es beim Landesverband Soziokultur Sachsen.
Die finanzielle Ausstattung des Fonds Soziokultur soll 2027 weiter sinken. Im BKM-Haushaltsansatz sind 2,9 Millionen Euro vorgesehen. 2026 stehen dem Fonds rund 3,58 Millionen Euro zur Verfügung.
200 von 1.425 Projekten gefördert
Von 1.425 beantragten Projekten konnten in diesem Jahr lediglich 200 bewilligt werden. Die Förderquote liegt damit bei rund 14 Prozent. Im Jahr 2025 waren es noch 17 Prozent. Anlässe und Orte für kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhalt drohen dadurch wegzubrechen.
„Profil: Soziokultur“ ausgesetzt, „U25“ vor Kürzung
Das Stabilisierungsprogramm „Profil: Soziokultur“ musste 2026 trotz hoher Nachfrage ausgesetzt werden. Notwendige Transformationen für mehr Resilienz können damit nicht durch das Programm unterstützt werden.
Dem Nachwuchsprogramm „U25 – Richtung: Junge Kulturinitiativen“ droht 2027 ebenfalls eine Kürzung. Es ermöglicht jungen Erwachsenen, Verantwortung in der Kultur zu übernehmen und sich als Kulturmacher*innen auszuprobieren.
Fonds und Mitgliedsverbände fordern Korrektur
Seit fast 40 Jahren fördert der Fonds Soziokultur bundesweit beispielgebende Projekte, die Menschen an Kunst und Kultur beteiligen. Er stärkt gesellschaftliches Engagement, unterstützt Kulturelle Bildung und setzt Impulse für den Nachwuchs. Als einziger Bundeskulturfonds fördert er gesellschaftliche Mitwirkung in allen Sparten.
Der Fonds erreicht mit seiner Förderung ländliche Räume und städtische Randgebiete sowie Menschen, die wenig oder kaum Berührung mit Kunst und Kultur haben. Er entwickelt innovative Programme in Partnerschaften, fördert mit „U25“ den Nachwuchs, begleitet Transformationsprozesse und unterstützt Kultur jenseits der Kulturmetropolen.
Wir appellieren an die Bundesregierung und die parlamentarisch Verantwortlichen, sich gerade jetzt für den Bundeshaushalt 2027 für eine adäquate Ausstattung dieses wichtigen Feldes der Mitwirkung und kulturellen Demokratie einzusetzen.
“Die Soziokultur verkörpert ein zutiefst demokratisches Prinzip: Sie setzt auf Beteiligung statt Bevormundung, auf Eigentätigkeit statt Konsum, auf gemeinsame Werteverständigung statt ideologischer Vorgaben.” Kurt Eichler, Vorsitzender des Fonds Soziokultur e.V.
Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stehen soziokulturelle Einrichtungen vor der Frage, wie sich die Bedingungen für ihre Arbeit verändern werden. Darüber haben Ulrike Hanf, Geschäftsführerin des Landesverband Soziokultur MV, bei NDR Kultur und Laura Armborst, Leiterin des Kulturprogramms der STRAZE in Greifswald, bei Deutschlandfunk Kultur gesprochen.
Die Auseinandersetzungen haben längst begonnen
Schon vor der Wahl waren Nichtregierungsorganisationen und ihre politische Arbeit Gegenstand Kleiner Anfragen. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem das Neutralitätsgebot und die Frage, inwiefern sich Organisationen politisch äußern dürfen. Auch der Landesverband Soziokultur und viele seiner Mitglieder wurden darin benannt. Ulrike Hanf sieht darin ein Vorgehen gegen Projekte, die sich für Zusammenhalt und Vielfalt einsetzen.
Den Kulturbegriff im Wahlprogramm der AfD kritisiert sie als „sehr eng gefasst“: Er konzentriert sich aus ihrer Sicht vor allem auf Brauchtum, Heimat und Niederdeutsch. Vielfalt und Meinungsfreiheit sieht sie dagegen ausgeblendet oder ausdrücklich verneint. Mit einer starken AfD-Opposition befürchtet sie Blockaden bei kulturpolitischen Vorhaben. Dabei geht es um den Erhalt und Ausbau der kulturellen Grundversorgung sowie die Debatten um das Staatsziel Kultur und ein Kulturfördergesetz.
Wie konkret solche Konflikte werden können, zeigt die STRAZE in Greifswald. „Wir stehen seit Jahren als Haus auch schon im Fokus“, sagt Laura Armborst. Sie erinnert an eine Kampagne der AfD und weiterer rechter Bürgerinitiativen gegen die Einrichtung im Jahr 2024. Ende 2025 stellte ein AfD-Vertreter in der Greifswalder Bürgerschaft die ordnungsgemäße Verwendung von Fördermitteln durch die STRAZE und weitere Einrichtungen infrage. Armborst betont zugleich, dass sich Vertreter*innen verschiedener demokratischer Parteien für die weitere Förderung eingesetzt haben.
„Wir wollen weitermachen“
„Wir wollen weitermachen“, sagt Ulrike Hanf im Interview mit NDR Kultur. Für die soziokulturellen Einrichtungen bedeutet das vor allem, den Kontakt zu den Menschen vor Ort weiter zu suchen und Räume offen zu halten, in denen Begegnung möglich ist. Gerade in den ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns kommt solchen Orten eine besondere Bedeutung zu.
Sie sollen Menschen miteinander ins Gespräch bringen, auch dort, wo Positionen auseinanderliegen. Unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und gemeinsam zu verhandeln, gehört für Hanf ebenso dazu wie die Aufgabe, Schutzräume für Minderheiten und Menschen zu bieten, die womöglich angegriffen werden. Beides zusammenzubringen, beschreibt sie als einen zentralen Spagat für die Soziokultur und die freie Kulturszene.
Wie gut solche Orte angenommen werden, hängt aus ihrer Sicht auch davon ab, ob Menschen selbst mitgestalten können. Wo Beteiligung möglich ist, wächst die Identifikation mit dem, was vor Ort entsteht. Kultur wird dann nicht als etwas von außen Gesetztes erlebt, sondern als etwas Eigenes – „von uns und für uns“.
Gerade dort, wo diese Arbeit besonders wichtig ist, sind die Strukturen jedoch oft fragil. Rund die Hälfte der Mitglieder des Landesverbandes kommt aus ländlichen Regionen, viele Angebote werden ehrenamtlich getragen. Gleichzeitig fehlen teilweise schon die Mittel, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu sichern. Die Frage, wie diese Orte erhalten und weiterentwickelt werden können, ist deshalb nicht nur eine politische, sondern ganz unmittelbar auch eine finanzielle.
Ein Wahlabend in der STRAZE
Was ein solcher Treffpunkt in einer angespannten Situation bedeuten kann, zeigte sich am Wahlabend in Greifswald. Die örtlichen Aktiven des landesweiten Bündnisses „Zusammen bewegen“ hatten in die STRAZE eingeladen. Menschen, die von den politischen Entwicklungen besonders betroffen sein können, sollten den Abend nicht allein verbringen müssen.
Familien, Engagierte verschiedener Generationen und Aktive aus dem Bündnis kamen zusammen, aßen miteinander und verfolgten die Ergebnisse. Als um 18 Uhr die ersten Zahlen im Livestream erschienen, wurde es „mucksmäuschenstill im Raum“.
Perspektiven
Armborst rechnet mit weiteren Auseinandersetzungen um die Finanzierung. Sie verweist auf die angespannte Finanzlage der Kommunen und erneute Haushaltsverhandlungen. Vorschläge, bei Kulturorten und Jugendzentren zu sparen, kommen dabei immer wieder zur Sprache. Auch auf Landesebene erwartet sie weitere Anfragen und Debatten über die Förderung solcher Einrichtungen.
Angesichts knapper öffentlicher Haushalte will Armborst gegenüber Vertreter*innen demokratischer Parteien deutlicher machen, welche Wirkung Soziokultur hat. Für Hanf steht fest, dass die Möglichkeiten zum Mitmachen und Mitbestimmen erhalten und weiterentwickelt werden müssen.
Die vollständigen Gespräche mit Ulrike Hanf bei NDR Kultur und Laura Armborst bei Deutschlandfunk Kultur sind online nachzuhören.
- NDR Kultur: „Kultur mit der AfD im Landtag: Angst vor Blockaden“ – Gespräch mit Ulrike Hanf
- Deutschlandfunk Kultur: „Die STRAZE: Was bedeutet der Wahlausgang für die Kulturarbeit in Greifswald?“ – Gespräch mit Laura Armborst
Spätis sind vertraute, niedrigschwellige Treffpunkte im Kiez, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Einkommen oder politischer Haltung zusammenkommen. Ihr besonderes Potenzial liegt darin, sie zu langfristigen Orten der Begegnung, des Austauschs und der Mitgestaltung weiterzuentwickeln, an denen demokratische Teilhabe im Alltag gelebt wird.
Späti als Dritter Ort
Das Projekt “Der Späti als Dritter Ort ” entwickelt Berliner Spätis zu niedrigschwelligen Orten demokratischer Begegnung, des gesellschaftspolitischen Austauschs und der nachbarschaftlichen Teilhabe weiter. Gemeinsam mit Späti-Betreiber*innen, Nachbar*innen und Initiativen entstehen alltagsnahe Formate, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen und lokale Beteiligung stärken.
Das Trio vereint drei komplementäre Perspektiven: Die Vertrauensgesellschaft e.V. bringt Expertise in demokratischer Beteiligung und politischer Bildung ein, Späti e.V. verfügt über ein berlinweites Netzwerk von Spätis als Alltagsorten, und der Kiosk of Solidarity entwickelt interventionistische, soziokulturelle Formate für Dialog, Sichtbarkeit und Teilhabe im öffentlichen Raum.
AllzeitOrt ist in der Region Mecklenburgische Schweiz ein kontinuierliches Netz von belebten dritten Orten.
AllzeitOrt bringt Menschen, Geschichten und Perspektiven zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden. Aus Zuhören, Mitreden und Anpacken wächst ein Ort, an dem Gemeinschaften entstehen und Zukunft gestaltet wird.
Trio: Projekthof Karnitz e.V., Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung und Sozialwerk der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Malchin-Teterow e.V.
Aus der Einkaufspassage Wutzkycenter, dem zentralen Alltagsort der Berliner Gropiusstadt, machen wir gemeinsam einen dauerhaften Ort für Begegnung, Mitsprache und gemeinsames Handeln. Mit einem demokratisch verwalteten Wutzky-Fonds entscheiden Anwohnende, Gewerbetreibende und weitere Stakeholder gemeinsam, welche Ideen ihren Kiez voranbringen.
Trio: Kreisler e.V., die Werbegemeinschaft Wutzky und goals connect e.V. verbinden ihre Stärken: Nachbarschaftsarbeit, einen lebendigen Alltagsort und politische Bildung. Gemeinsam entwickeln wir das Wutzkycenter zu einem Ort, an dem Menschen sich begegnen, mitentscheiden und ihren Kiez mitgestalten.
Seit zehn Jahren bringt die Häselburg in Gera Kunst, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement unter einem Dach zusammen. Zum Jubiläum hat der Kulturjournalist Carsten Probst das Haus für Deutschlandfunk Kultur begleitet.
Der Beitrag erzählt, wie aus einem leer stehenden Gebäudekomplex ein lebendiger Kulturort mit Ateliers, Werkstätten, Proberäumen, einer Galerie und Platz für unterschiedliche Initiativen entstanden ist. Zugleich zeigt er, unter welchem Druck die Häselburg arbeitet. Mitarbeitende berichten von Anfeindungen und einer zunehmend angespannten Atmosphäre in der Stadt. Hinzu kommt die Frage, wie unabhängige Kulturorte dauerhaft finanziert und politisch gestärkt werden können.
Ihre Bedeutung liegt, so eine zentrale Beobachtung des Beitrags, nicht vor allem in überregionaler Strahlkraft. Orte wie die Häselburg wirken durch ihre Verbindungen vor Ort: Sie bringen unterschiedliche Menschen und gesellschaftliche Bereiche zusammen, öffnen Räume für Begegnung und schaffen Möglichkeiten, das Zusammenleben gemeinsam zu gestalten.
Damit greift der Beitrag ein Thema auf, das auch für uns wichtig ist. Gerade in kleineren Städten und ländlichen Räumen sind solche Kulturorte ein wesentlicher Teil der kulturellen und demokratischen Infrastruktur. Damit sie diese Aufgabe dauerhaft erfüllen können, brauchen sie verlässliche Unterstützung.
Die Häselburg ist Mitglied der LAG Soziokultur Thüringen.
Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur anhören
Die Silvercity Box ist ein umgebauter 20-Fuß Überseecontainer. Der Ort selbst entstand als Beteiligungsverfahren: Junge Nutzer*innen des Skateparks Silberhöhe in Halle (Saale) engagierten sich für einen wettergeschützten Treffpunkt, ausgestattet mit einer Selbsthilfewerkstatt für die Skater*innen. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die Silvercity Box als Allzeitort weiterdenken.
Trio: Bürgerstiftung Halle, das Projekt „Halle rollt!“ des congrav new sports e.V. und das Projekt „DeMO – Demokratie mobilisieren“ der AWO SPI
Vom 2. Oktober bis 2. November 2026 können beim Fonds Soziokultur wieder Anträge für die Allgemeine Projektförderung und das Programm U25 – Junge Kulturinitiativen gestellt werden.
Die Allgemeine Projektförderung unterstützt zeitlich befristete soziokulturelle Projekte, die Menschen vor Ort aktiv einbeziehen und gesellschaftspolitische oder soziale Themen mit kulturellen Mitteln bearbeiten. Beantragt werden können zwischen **5.000 und 30.000 Euro**, maximal 80 Prozent des Gesamtbudgets.
U25 – Junge Kulturinitiativen** richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, die eigene soziokulturelle Projekte entwickeln und umsetzen. Beantragt werden können bis zu 4.000 Euro. In der aktuellen Ausschreibungsrunde kann die Förderung bis zu 90 Prozent des gesamten Projektbudgets betragen.
Infoveranstaltungen
Zur Vorbereitung auf die Antragstellung bietet der Fonds Soziokultur mehrere digitale Infoveranstaltungen an.
U25 – Junge Kulturinitiativen
- 5. Oktober, 16–17 Uhr
- 16. Oktober, 13–14 Uhr
- 22. Oktober, 17–18 Uhr
Allgemeine Projektförderung auf Deutsch
- 1. Oktober, 17–18.30 Uhr
- 6. Oktober, 18–19.30 Uhr
- 16. Oktober, 9.30–11 Uhr
- 21. Oktober, 16–17.30 Uhr
- 26. Oktober, 11.30–13 Uhr
Allgemeine Projektförderung auf Englisch
- 14. Oktober, 14.30–16 Uhr
Weitere Informationen zu den Infoveranstaltungen, Förderbedingungen und zur Antragstellung gibt es beim Fonds Soziokultur.
Der Deutsche Kulturrat hat am 10. September 2026 seine Stellungnahme zur geplanten „KI-Strategie für die Kultur- und Kreativbranchen“ der Europäischen Kommission veröffentlicht. Der Bundesverband Soziokultur hat sich als Mitglied des Deutschen Kulturrats an der Erarbeitung beteiligt und dabei insbesondere die Perspektive gemeinnütziger und zivilgesellschaftlich getragener Kulturorganisationen eingebracht.
Die geplante europäische KI-Strategie soll Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz für Kultur und Kreativwirtschaft in den Blick nehmen. Der Deutsche Kulturrat begrüßt, dass dabei der Kultursektor insgesamt betrachtet wird: der öffentliche und öffentlich finanzierte ebenso wie der gemeinnützige und der erwerbswirtschaftliche Bereich.
Gemeinnützige Kulturorganisationen berücksichtigen
Aus Sicht des Bundesverbandes Soziokultur ist diese breite Perspektive wichtig. Auch kleine, lokal verankerte und teilweise ehrenamtlich getragene Kulturorganisationen nutzen KI bereits in unterschiedlichen Bereichen. Zugleich können sie Orte sein, an denen ein kritischer, kreativer und gemeinwohlorientierter Umgang mit neuen Technologien erprobt und vermittelt wird.
Mehrere Anliegen, die der Bundesverband im Beratungsprozess eingebracht hat, finden sich in der verabschiedeten Stellungnahme wieder. So fordert der Deutsche Kulturrat, dass Selbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmen sowie gemeinnützige Organisationen einen wirtschaftlich tragfähigen Zugang zu professionellen und rechtssicheren KI-Angeboten erhalten.
Dazu gehören auch verlässliche Schutzstandards. Die vertrauliche Verarbeitung von Eingaben, transparente Speicher- und Löschfristen sowie der Ausschluss einer Nutzung von Daten zum Training von KI-Modellen ohne Zustimmung sollen nicht von der Größe oder finanziellen Leistungsfähigkeit der Nutzenden abhängen.
KI-Kompetenz und kulturelle Vielfalt stärken
Ein weiterer Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf dem Schutz menschlicher Kreativität, kultureller Vielfalt und persönlicher Rechte. Der Deutsche Kulturrat verweist unter anderem auf die Risiken durch Deep Fakes und die rechtswidrige Nutzung von Bildern, Stimmen und Abbildern.
Gleichzeitig sollen KI- und Medienkompetenz als Kultur-, Bildungs- und Teilhabekompetenzen gestärkt werden. Gerade kleinere Organisationen benötigen dafür Zugang zu professionellen und rechtssicheren Anwendungen sowie die entsprechenden Kenntnisse für einen verantwortungsvollen Einsatz.
Auswirkungen auf Arbeit im Blick behalten
Auch die Folgen von KI für Beschäftigung und Erwerbsmöglichkeiten werden thematisiert. Nach Einschätzung des Deutschen Kulturrats können durch den Einsatz von KI bereits heute Arbeitsplätze und Aufträge entfallen. Die Auswirkungen auf abhängig Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen unterschiedlicher Größe sollen deshalb fortlaufend untersucht werden.
Für den Bundesverband Soziokultur ist wichtig, dass dabei auch die Bedingungen im gemeinnützigen Kulturbereich berücksichtigt werden. KI kann Arbeitsprozesse verändern und neue Möglichkeiten eröffnen. Damit auch kleinere Kulturorganisationen diese sinnvoll nutzen können, braucht es geeignete Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Ressourcen.
Darüber hinaus spricht sich der Deutsche Kulturrat für mehr technologische Souveränität in Europa, verlässliche urheberrechtliche Standards und eine stärkere Berücksichtigung der ökologischen Auswirkungen von KI aus.

