standard-logo

Hitze, Starkregen, Hochwasser und Trockenheit wirken sich zunehmend auch auf Kultureinrichtungen aus. Wie Kulturorte auf die Folgen der Klimakrise reagieren und sich langfristig an veränderte Bedingungen anpassen können, hat die Kulturstiftung des Bundes im Pilotprojekt „Klimaanpassung in Kultureinrichtungen“ untersucht. Die daraus entstandene Dokumentation und ein ergänzender Maßnahmenkatalog bieten Kultureinrichtungen eine umfangreiche Orientierung für die Praxis.

Die Kulturstiftung des Bundes macht deutlich, dass Klimaanpassung neben dem Klimaschutz zu einer unverzichtbaren Aufgabe geworden ist. Hitzewellen belasten Mitarbeitende und Publikum, Starkregen gefährdet Gebäude und Veranstaltungen, Hochwasser kann Sammlungen und Infrastruktur bedrohen. Klimaschutz und Klimaanpassung müssten deshalb als „zwei Seiten derselben Medaille“ zusammengedacht werden.

Klimarisiken erkennen und Maßnahmen entwickeln

Im Pilotprojekt untersuchten 20 Kulturinstitutionen unterschiedlicher Sparten aus allen 16 Bundesländern, wie sie auf konkrete Folgen der Klimakrise reagieren können. Beteiligt war auch die Tuchfabrik Trier (TUFA). Gemeinsam mit einem interdisziplinären Expert*innenteam wurden zunächst die jeweiligen Klimarisiken ermittelt und darauf aufbauend Anpassungsmaßnahmen und individuelle Konzepte entwickelt.

Die Dokumentation beschreibt dafür einen vierstufigen Weg zum eigenen Klimaanpassungskonzept: Am Anfang steht die Analyse der standortspezifischen Klimagefahren, etwa Hitze, Starkregen, Trockenheit oder Hochwasser. Darauf folgen eine Bestandsaufnahme der Einrichtung, die Erstellung eines Klimarisikoprofils sowie die Entwicklung und Priorisierung geeigneter Anpassungsmaßnahmen.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt stark vom jeweiligen Standort, vom Gebäude, den Freiflächen und der Nutzung ab. Die Kulturstiftung empfiehlt deshalb, Klimaanpassung datenbasiert und strategisch anzugehen und zunächst zu untersuchen, wo eine Einrichtung besonders exponiert und verletzlich ist.

Nicht jede Anpassung beginnt mit einem Umbau

Klimaanpassung umfasst dabei weit mehr als bauliche Eingriffe. Die Dokumentation nennt beispielsweise angepasste Arbeits-, Öffnungs- oder Veranstaltungszeiten, eine flexible Nutzung kühlerer Räume, die Verlagerung von Programmen an andere Orte oder Notfallpläne für extreme Wetterereignisse. Auch Kommunikation, klare Zuständigkeiten und die Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen gehören dazu.

Der ergänzende Maßnahmenkatalog bündelt 30 konkrete Ansätze. Dazu gehören Hitzeschutzpläne und Lüftungsroutinen, unterschiedliche Formen der Verschattung, Trinkwasserspender, Starkregeneinsatzpläne und mobiler Hochwasserschutz ebenso wie Gründächer, Fassadenbegrünung, Baumpflanzungen oder Wassermanagement. Die einzelnen Steckbriefe beschreiben unter anderem Zielsetzung, Voraussetzungen, Aufwand, Kostenrahmen und mögliche nächste Schritte.

Klimaanpassung braucht Ressourcen

Gleichzeitig macht die Kulturstiftung deutlich, dass Klimaanpassung nicht allein durch veränderte Routinen zu bewältigen ist. Viele Einrichtungen arbeiten bereits mit begrenzten Ressourcen. Anpassungsmaßnahmen können tiefgreifende Veränderungen an Gebäuden und in organisatorischen Strukturen erfordern. Die Dokumentation formuliert deshalb ausdrücklich: „Der Kultursektor braucht eine gezielte Förderung für die dringend notwendigen Investitionen in Anpassungsmaßnahmen.“

Viele Maßnahmen an Gebäuden und Freiflächen sind kostenintensiv. Die Dokumentation verweist auf Fördermöglichkeiten auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene und empfiehlt, Klimaanpassung möglichst mit ohnehin geplanten Umbauten, Renovierungen oder Sanierungen zu verbinden. Zugleich braucht es für Planung und Fördermittelanträge entsprechende personelle Kapazitäten.

Für die Kulturstiftung ist Klimaresilienz daher keine optionale Zusatzaufgabe. Die langfristige Nutzung vieler Kulturorte werde nur möglich sein, wenn sie an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden. Ausdrücklich nennt die Dokumentation dabei auch soziokulturelle Zentren.

Die Dokumentation „Klimaanpassung in Kultureinrichtungen“ und der ergänzende Maßnahmenkatalog bieten Grundlagen, Leitfragen und konkrete Ansätze für Einrichtungen, die sich mit ihren eigenen Klimarisiken und möglichen Anpassungsmaßnahmen beschäftigen wollen.

Zur Website

Wie gelingt Beteiligung? Wo finden Menschen Räume, in denen sie Kultur aktiv mitgestalten können? Und was entsteht, wenn junge Menschen ihre eigenen Ideen verwirklichen?

Die 26. Ausgabe des Magazins „Kulturszene“ des Fonds Soziokultur widmet sich der kulturellen Beteiligung und stellt insbesondere Projekte aus dem Förderprogramm „U25 – Junge Kulturinitiativen“ vor. Die Beispiele reichen von selbstorganisierten Festivals und Theaterprojekten über Podcasts und partizipative Ausstellungen bis zu einem Filmcamp, in dem junge Menschen Kurzfilme mit und über Künstliche Intelligenz entwickelt haben.

Darüber hinaus dokumentiert das Magazin die Fördertätigkeit des Fonds Soziokultur im Jahr 2025. Insgesamt gingen 1.310 Anträge ein, von denen 219 bewilligt wurden. In den vier Förderprogrammen Allgemeine Projektförderung, U25 – Junge Kulturinitiativen, Cultural Bridge und Profil: Soziokultur wurden insgesamt 3,9 Millionen Euro weitergereicht. Die Förderquote lag bei 16,7 Prozent.

Weitere Einblicke geben Projekte aus der Allgemeinen Projektförderung, aus dem deutsch-britischen Programm Cultural Bridge und aus Profil: Soziokultur. Ein Rückblick auf die Konferenz „RE:CONNECT – Kulturelle Strategien für den Zusammenhalt“ in Chemnitz ergänzt die Ausgabe.

Zur Kulturszene 2026 auf der Website des Fonds Soziokultur

Am 17. und 18. Juni 2026 lud der Landesverband Soziokultur Sachsen zum Fachtag „JETZT. Stärken, was uns trägt.“ nach Hoyerswerda ein. Vor dem Hintergrund aktueller kulturpolitischer Entwicklungen – von der Novellierung des Kulturraumgesetzes bis zur zunehmenden Politisierung von Kulturförderung – stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Soziokultur in einer sich wandelnden Gesellschaft spielt und wie sie als demokratische, offene und partizipative Praxis gestärkt werden kann.

Der Fachtag brachte Akteur*innen aus Soziokultur, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen und bot Raum für fachlichen Austausch, Einordnung und Vernetzung. Diskutiert wurden unter anderem kulturelle Bildung und Teilhabe, regionale Verantwortung sowie die Bedingungen, unter denen soziokulturelle Einrichtungen auch künftig verlässlich arbeiten können.

Soziokultur zwischen Gemeinwesenarbeit und politischer Zuschreibung

Kristina Rahe, Geschäftsführerin des Bundesverbands Soziokultur, beteiligte sich an der Eröffnung des Fachtags und moderierte gemeinsam mit Dr. Roland Löffler das Panel „Soziokultur – bürgernahe Gemeinwesenarbeit oder politischer Störfaktor?“.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche gesellschaftliche und politische Rolle soziokulturelle Einrichtungen übernehmen. Sie schaffen Räume, in denen Menschen ihre Stadtgesellschaft mit den Mitteln von Kunst und Kultur mitgestalten können. Zugleich werden solche Freiräume mitunter als laut, unbequem oder politisch wahrgenommen.

Die Diskussion nahm dieses Spannungsverhältnis auf: Welchen Mehrwert bieten soziokulturelle Einrichtungen für eine Stadtgesellschaft? Wo entstehen Konflikte? Und in welcher Weise dürfen und sollen sie sich politisch positionieren?

„Soziokultur hält Räume für Dialog und Teilhabe offen, wenn demokratische Kultur unter Druck gerät. Jetzt braucht sie Rückhalt: politisch, finanziell und gesellschaftlich“,  Kristina Rahe

Am zweiten Veranstaltungstag richtete sich der Blick auf die Lausitz und auf konkrete Transformationsprozesse vor Ort. Exkursionen und Gespräche verdeutlichten, wie soziokulturelle Einrichtungen regionale Entwicklungen begleiten, Beteiligung ermöglichen und neue Verbindungen schaffen.

Dabei wurde deutlich, dass die Debatten über Soziokultur nicht abstrakt geführt werden. Sie sind eng mit den jeweiligen Orten, gesellschaftlichen Veränderungen und politischen Rahmenbedingungen verbunden.

Dokumentation erscheint zum Jahresende

Zum Ende des Jahres wird der Landesverband Soziokultur Sachsen eine Publikation zum Fachtag veröffentlichen. Darin sollen Redebeiträge, Ergebnisse der Diskussionen und weitere Eindrücke dokumentiert werden. Die Publikation ermöglicht es, die fachlichen Impulse des Fachtags noch einmal vertieft aufzugreifen.

Ehrenamt koordinieren, neue Finanzierungsmodelle entwickeln, das Publikum zurückgewinnen oder die eigene Organisation weiterentwickeln – viele Aufgaben soziokultureller Einrichtungen finden jenseits einzelner Projekte statt. Gefördert werden bislang jedoch meist Projekte oder Investitionen, nicht aber die Strukturen, die kulturelle Arbeit dauerhaft ermöglichen. Genau hier setzte das Thüringer Modellprojekt „Strukturförderung Soziokultur 2023–2025“ an.

Mit Unterstützung des Freistaats Thüringen wurden sechs soziokulturelle Einrichtungen in ihrer strukturellen, programmatischen und strategischen Entwicklung gefördert. Ziel war es, ein Instrument zu erproben, das Zeit und Ressourcen für Organisationsentwicklung, Ehrenamtsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Publikumsentwicklung, Vernetzung und neue Finanzierungsstrategien schafft. Aufgaben, die durch klassische Projektförderung häufig nicht abgedeckt werden.

Gefördert wurden das FUNDAMENT Gotha, das KLEINOD Ilmenau, der Kulturschlachthof Jena, die Goetheschule Lauscha, Schloss Kannawurf und das 10aRium Greiz. Die Einrichtungen standen jeweils vor unterschiedlichen Herausforderungen: Einige mussten ihre Strukturen und Profile neu ausrichten, andere befanden sich noch im Aufbau oder mussten ihre überwiegend ehrenamtliche Arbeit stabilisieren.

Die jetzt veröffentlichte Dokumentation zeigt die Ergebnisse des Modellprojekts. Arbeitsabläufe wurden neu organisiert, Profile geschärft, Ehrenamtliche entlastet, Kooperationen ausgebaut und neue Formate entwickelt. In mehreren Einrichtungen trug die Förderung außerdem dazu bei, Krisen zu bewältigen und neue Entwicklungsperspektiven zu eröffnen.

Zur Dokumentation des Modellprojekts des Landesverbands Thüringen

In den aktuellen „Kulturpolitischen Mitteilungen“ beschreibt Prof. Dr. Markus Hilgert die Soziokultur als zentrale Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz. Soziokulturelle Einrichtungen schaffen Räume, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vertrauen, kulturelle Teilhabe und demokratische Praxis im Alltag entstehen und eingeübt werden.

„Soziokultur ist nicht lediglich ein Teilbereich kultureller Förderung oder eine historisch gewachsene Förderkategorie der Kulturpolitik. Sie ist vielmehr eine zentrale Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz.“ Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft

Wie bleiben demokratische Gesellschaften angesichts von Krisen, Polarisierung und gesellschaftlicher Fragmentierung handlungsfähig? In seinem Beitrag „Soziokultur als Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz“ richtet Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft, den Blick auf die kulturellen und sozialen Orte, an denen Menschen einander begegnen, unterschiedliche Perspektiven aushandeln und Selbstwirksamkeit erfahren.

Viele Eigenschaften, die resiliente Gesellschaften auszeichnen, gehören nach seiner Einschätzung seit Langem zum Kern soziokultureller Arbeit: lokale Vernetzung, Teilhabe, Anpassungsfähigkeit, Diversität und demokratische Konfliktfähigkeit. Soziokulturelle Einrichtungen seien häufig niedrigschwellig, lokal verankert und partizipativ organisiert. Dadurch könnten sie gesellschaftlicher Entkopplung, sozialer Isolation und demokratiefeindlichen Entwicklungen entgegenwirken.

Hilgert hebt zudem die besondere Rolle der Soziokultur an gesellschaftlichen Schnittstellen hervor. Ihre Erfahrungen mit partizipativer Prozessgestaltung, lokaler Netzwerkbildung und kultureller Übersetzungsarbeit reichten weit über den Kulturbereich hinaus. Soziokulturelle Einrichtungen reagierten häufig frühzeitig auf gesellschaftliche Bedarfe, soziale Leerstellen und neue Formen der Fragmentierung.

Daraus leitet Hilgert eine klare kulturpolitische Konsequenz ab: Soziokultur dürfe nicht länger als randständiger Förderbereich betrachtet werden. Vielmehr müsse sie als Teil einer demokratischen Kulturinfrastruktur und als zentraler Bestandteil kulturpolitischer Strategien für gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit anerkannt und gestärkt werden.

Der Beitrag „Soziokultur als Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz. Plädoyer für eine neue kulturpolitische Zentralität“ ist in Ausgabe 193 der „Kulturpolitischen Mitteilungen“ erschienen.

Zur Ausgabe 193 der Kulturpolitischen Mitteilungen

Am 20. September 2026 wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Das Forum Kulturverbände Mecklenburg-Vorpommern hat die Parteien zur Landtagswahl zu zentralen kulturpolitischen Fragen befragt. Wir dokumentieren eine Auswahl der Fragen und Antworten, die für die Soziokultur besonders relevant sind.

Hinweis: Die Fragen werden im Wortlaut des Forums Kulturverbände Mecklenburg-Vorpommern wiedergegeben. Veröffentlicht werden die Antworten von Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Die CDU hat die Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Die Antworten der AfD veröffentlichen wir nicht. Die vollständige Übersicht mit allen Fragen und eingegangenen Antworten ist beim Forum Kulturverbände Mecklenburg-Vorpommern abrufbar.

Die kulturellen Fachstellen im Land

Die kulturellen Fachstellen im Land (für Kulturelle Bildung, Teilhabe,
Förderberatung, Museumsberatung, Bibliotheken, Tanz, Soziokultur,
Literatur) haben sich zu einer wichtigen Infrastruktur im Kulturland MV
entwickelt.

a) Werden Sie sich für eine Verstetigung der Arbeit und die langfristige
Finanzierung der Fachstellen einsetzen?

b) Werden Sie die Rolle der spartenübergreifenden Fachstellen in den
Bereichen kulturelle Bildung, Teilhabe und Inklusion gezielt stärken?

c) Sollten die Fachstellen als Expert:innen in kulturpolitische
Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Und wenn ja, in welchen
Gremien?

Die Linke

a) Ja. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern setzt sich klar für eine
Verstetigung der Arbeit kultureller Fachstellen und ihre langfristige
Finanzierung ein. Die kulturellen Fachstellen haben sich als
unverzichtbare Infrastruktur für Beratung, Vernetzung, Qualifizierung
und kulturelle Teilhabe etabliert. Sie stärken Kulturakteure vor Ort,
unterstützen ehrenamtliches Engagement und tragen dazu bei, kulturelle
Angebote auch im ländlichen Raum zu sichern.

b) Ja. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern will die Rolle der
spartenübergreifenden Fachstellen für kulturelle Bildung, Teilhabe und
Inklusion gezielt stärken. Diese Einrichtungen leisten einen wichtigen
Beitrag dazu, kulturelle Angebote zugänglich zu machen, Akteure zu
vernetzen und kulturelle Teilhabe unabhängig von Wohnort, Herkunft oder
Einkommen zu ermöglichen.

c) Ja. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern hält es für sinnvoll und
notwendig, die kulturellen Fachstellen als Expert:innen systematisch in
kulturpolitische Entscheidungsprozesse einzubinden. Sie verfügen über
unmittelbare Praxiskenntnisse, kennen die Bedarfe vor Ort und leisten
wichtige Arbeit in Beratung, Vernetzung und Qualitätsentwicklung.
Kulturpolitik gelingt aus unserer Sicht am besten im Dialog mit
denjenigen, die Kultur täglich gestalten und begleiten.

Eine Einbindung halten wir insbesondere für sinnvoll in
Landeskulturbeiräten, Facharbeitsgruppen zur Kulturentwicklung,
regionalen Kulturkonferenzen, Förderbeiräten sowie bei der
Weiterentwicklung kulturpolitischer Leitlinien und Förderinstrumente.

SPD

a. Ja. Die Fachstellen sind Teil der kulturellen Infrastruktur und
brauchen verlässliche Perspektiven.

b. Ja. Gerade die spartenübergreifenden Fachstellen in den Bereichen
kulturelle Bildung, Teilhabe und Inklusion wollen wir gezielt stärken.

c. Ja. Die Fachstellen werden bereits jetzt als wichtige Partner im
fachlichen Austausch geschätzt. Eine Einbindung als Expertinnen erfolgt
insbesondere über den Landeskulturrat und die „Runden Tische Kunst und
Kultur“, welche die Landesregierung zu Förderschwerpunkten und
strategischen Zielen beraten. Auch die Einbindung in Jurys bei
ressortübergreifenden Themen wird als sinnvoll erachtet.

Bündnis 90/Die Grünen

a) Eindeutig ja

b) Eindeutig ja.

c) Ja, besonders wenn es um Förder- und Jury-/Preisentscheidungen
(Kunst, Film, Bands…) geht und bei der von uns angestrebten Erarbeitung
eines Kulturgesetzes für das Land MV

FDP

a) Ja, wir setzen uns für eine Verstetigung und langfristige
Finanzierung der Fachstellen ein. Projektlogiken dürfen dort, wo
dauerhaft öffentliche Aufgaben erfüllt werden, nicht zu struktureller
Unsicherheit führen.

b) Ja. Gerade spartenübergreifende Fachstellen in den Bereichen
kulturelle Bildung, Teilhabe und Inklusion wollen wir gezielt stärken,
weil sie Zugänge schaffen, Qualität sichern und Akteure im ganzen Land
vernetzen. Inklusion ist für uns ein grundlegender Anspruch einer
offenen Gesellschaft. Kultur muss grundsätzlich für alle Menschen
zugänglich und erlebbar sein, unabhängig von Behinderung, Herkunft,
Alter, sozialem Hintergrund oder Wohnort. Kulturelle Teilhabe stärkt
Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische
Beteiligung. Fachstellen leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag:
Sie beraten Einrichtungen beim Abbau von Barrieren, vermitteln
Expertise, entwickeln inklusive Formate, unterstützen Vernetzung und
helfen dabei, Teilhabe strukturell zu verankern. Gerade kleinere
Kulturorte und ehrenamtlich getragene Strukturen profitieren von dieser
Unterstützung. Deshalb sehen wir die Fachstellen als wichtigen
Bestandteil einer modernen und chancengerechten Kulturpolitik in
Mecklenburg-Vorpommern.

c) Ja. Fachstellen sollten mit ihrer Expertise systematisch in
kulturpolitische Entscheidungsprozesse einbezogen werden, etwa im
Landeskulturrat, in Fachbeiräten, bei Evaluationen der
Kulturpolitischen Leitlinien, bei Förderprogrammen und in
ressortübergreifenden Arbeitsgruppen zu Bildung, Inklusion,
Digitalisierung und ländlichen Räumen.

CDU

nicht beantwortet

Kulturförderung und Dynamisierung

Die finanzielle Ausstattung der Kulturförderung (insbesondere
Zuwendungen des Landes an nicht-öffentliche Träger für Kulturförderung)
stagniert seit Jahren. Durch Inflation und Preissteigerung wird dieses
Kulturbudget de facto immer kleiner und entspricht in den letzten 10
Jahren einer Kürzung um 40%. Die beschlossene Dynamisierung von 2,5%
kann die Preisentwicklung nicht auffangen und wird zudem nicht allen
Trägern zugebilligt.

a) Wie wollen Sie den Kulturhaushalt des Landes entwickeln?

b) Wo setzen Sie Prioritäten bei der Verteilung der Kulturmittel?

c) Setzen sie sich für eine Dynamisierung aller geförderten
Kulturprojekte ein, die mindestens der Entwicklung des Landeshaushalts
entspricht?

Die Linke

a) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern sieht den bestehenden Handlungsdruck
sehr klar: Wenn Kulturförderung über Jahre nominal stagniert, bedeutet
das eine reale Kürzung. Deshalb setzen wir uns für eine spürbare und
verlässliche Aufwuchsperspektive des Kulturhaushalts ein, damit
Preissteigerungen, Tarifentwicklungen und gestiegene Betriebskosten
tatsächlich aufgefangen werden können.

Zudem halten wir es für notwendig, die Förderung künftig inflations- und
tarifgerecht weiterzuentwickeln, damit Einrichtungen und freie Träger
reale Planungssicherheit erhalten und nicht jährlich Kaufkraft verlieren.
Kulturförderung muss aus unserer Sicht als dauerhafte öffentliche Aufgabe
verstanden und entsprechend finanziell hinterlegt werden.

b) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern setzt Prioritäten dort, wo Kultur
Teilhabe ermöglicht, Infrastruktur sichert und dauerhaft gesellschaftliche
Wirkung entfaltet. Im Mittelpunkt stehen für uns daher zunächst die
verlässliche Absicherung kultureller Grundstrukturen – insbesondere
Theater, Bibliotheken, Museen, Musikschulen, soziokulturelle Zentren,
freie Kulturorte und kulturelle Angebote im ländlichen Raum.

Eine zweite Priorität sehen wir bei fairen Arbeitsbedingungen für
Kulturschaffende. Öffentliche Förderung muss mit fairer Bezahlung,
Mindest- und Basishonoraren sowie sozialer Absicherung verbunden sein.

Darüber hinaus setzen wir Schwerpunkte bei kultureller Bildung, Teilhabe,
Inklusion und der freien Szene. Kinder und Jugendliche sollen früh Zugang
zu Kunst und Kultur erhalten, Barrieren müssen abgebaut werden, und
ehrenamtlich getragene sowie innovative Kulturprojekte brauchen
verlässliche Unterstützung. Auch Fachstellen, Netzwerke und
Beratungsstrukturen sehen wir als wichtige Investition in die Zukunft der
Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

c) Ja. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für eine verlässliche
und auskömmliche Dynamisierung der Kulturförderung ein. Wenn
Kulturförderung real nicht schrumpfen soll, müssen Preissteigerungen,
Tarifentwicklungen und steigende Betriebskosten systematisch
berücksichtigt werden.

SPD

a. Wir wollen den Kulturhaushalt verlässlich weiterentwickeln und die
reale Handlungsfähigkeit der Kulturförderung sichern. Kulturarbeit vor
Ort braucht aus unserer Sicht stabile und berechenbare Förderstrukturen.

b. Priorität haben die Theater- und Orchesterlandschaft: Durch den
Theaterpakt wird die Finanzierung der Mehrspartentheater langfristig
abgesichert, um Planungssicherheit und Tarifgerechtigkeit für die
Beschäftigten zu garantieren. Dann ebenso die freie Kultur-und
Soziokulturszene: Diese Bereiche sollen weiterhin gestärkt werden, da sie
einen großen Anteil an der Vielfalt und Qualität des kulturellen Lebens
haben. Um die kulturelle Grundversorgung abzubilden, liegt ein besonderes
Augenmerk auf der Unterstützung von Musik- und Jugendkunstschulen,
Bibliotheken und Museen, insbesondere als Ankerpunkte im ländlichen Raum.

c. Wir setzen uns für eine Dynamisierung ein. Entscheidend ist, dass
Förderung nicht durch Kostensteigerungen faktisch entwertet wird.
Förderung muss so ausgestaltet sein, dass kulturelle Arbeit vor Ort auch
unter veränderten Kostenlagen tragfähig bleibt.

Bündnis 90/Die Grünen

a) Die derzeit vorhandenen Mittel sind nicht ausreichend und bedeuten
Stillstand bzw. Rückgang. Eine angemessene Dynamisierung verlangt eine
triftige Begründung gegenüber anderen Politikbereichen, wo und warum mehr
Mittel für Kultur zur Verfügung stehen sollen. Die bestandswahrende
Sicherung der kulturellen Grundversorgung sehen wir prioritär. Auch
Innovationen und neue Projekte dürfen wir dabei nicht aus dem Blick
verlieren. Inflationsbedingte Kostensteigerungen müssen daher zeitnah in
der Kulturförderung aufgefangen werden und Kultureinrichtungen durch
langfristige Förderung mehr Sicherheit gegeben werden.

b) (Siehe auch Frage 3)

Schwerpunktverschiebungen zugunsten der jüngeren Generation scheinen
demografisch schwer darstellbar, müssen aber angegangen werden, wie zum
Beispiel die Förderung einer Games-Entwicklung in unserem Bundesland.
Kulturelle Festivals und Clubs im Land wollen wir aktiv stärken durch
eine Verbesserung und Verstetigung der landesseitigen Förderung,
insbesondere von Personalkosten.

Das Kulturportal www.kultur-mv.de muss dringend modernisiert und z.B. um
eine leicht anwendbare Landesdatenbank „Kultur aus MV“ erweitert werden,
um die Vielfalt der Kulturakteur*innen und -angebote MVs sichtbar zu
machen. Dafür braucht es auch unkomplizierte Schnittstellen.

c) Ja, das ist die Mindestforderung. Wünschenswert wäre ein nachhaltiger
Aufwuchs der Mittel mit verteilungsgerechtem Anspruch bezogen auf das
ganze Flächenland MV.

FDP

a) Wir wollen den Kulturhaushalt verlässlich, transparent und
bedarfsgerecht weiterentwickeln. Kulturpolitik braucht Planungssicherheit.
Reine Symbolpolitik hilft den Kulturakteuren nicht; notwendig sind
verlässliche Strukturen, faire Verfahren und eine realistische
Berücksichtigung von Kostensteigerungen.

b) Priorität haben für uns Freie Demokraten die Sicherung kultureller
Infrastruktur in der Fläche, kulturelle Bildung, freie Szene,
Fachstellen, Bibliotheken, Museen, soziokulturelle Zentren, faire
Honorare, Barrierefreiheit, Digitalisierung und die Stärkung
unabhängiger Förderverfahren.

c) Ja, wir halten eine Dynamisierung grundsätzlich für richtig. Sie
sollte möglichst alle dauerhaft geförderten Kulturprojekte erfassen und
mindestens die reale Kostenentwicklung berücksichtigen. Eine
Dynamisierung darf nicht selektiv oder intransparent erfolgen.

CDU

nicht beantwortet

Inklusive und diversitätsorientierte Kulturarbeit

Erkennen Sie eine inklusive und diversitätsorientierte Kulturarbeit
als festen Bestandteil der öffentlichen kulturellen Infrastruktur an
und wenn ja, welche strukturellen Maßnahmen planen Sie zur Stärkung
der Diversität und des Barriereabbaus in Kunst und Kultur?

Die Linke

Ja. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern erkennt inklusive und
diversitätsorientierte Kulturarbeit ausdrücklich als festen Bestandteil
der öffentlichen kulturellen Infrastruktur an. Kultur muss für alle
Menschen zugänglich sein – unabhängig von Herkunft, Behinderung, Alter,
Geschlecht, Einkommen, sexueller Identität oder Wohnort. Kulturelle
Teilhabe ist für uns ein demokratisches Recht und kein Privileg.

Strukturell wollen wir Barrieren konsequent abbauen und Diversität
verbindlich in der Kulturförderung verankern. Dazu gehören barrierefreie
Kulturorte und Veranstaltungsformate, diskriminierungssensible
Förderstrukturen sowie die stärkere Berücksichtigung von Inklusion,
Gleichstellung und kultureller Teilhabe als Qualitätskriterien
öffentlicher Förderung. Förderprogramme und Gremien sollen
transparenter, vielfältiger und paritätischer besetzt werden.

SPD

Ja. Inklusive und diversitätsorientierte Kulturarbeit ist für uns Teil
öffentlicher kultureller Infrastruktur. Wir setzen uns ausdrücklich für
barrierefreie, inklusive, interkulturelle und nachhaltige Kulturangebote
ein und wollen eine solche Kulturpraxis gezielt befördern. Daraus folgen
für uns Förderbedingungen und Unterstützungsstrukturen, die
Barriereabbau, Zugänglichkeit und Diversitätskompetenz stärker
mitdenken.

Bündnis 90/Die Grünen

Ja, durch Mehrsprachigkeit, verstärkte Weiterbildung für die
Akteur*innen und mehr Wissenstransfer zwischen z.B.
Behindertenbeiräten und der Kulturszene. Der Teilhabefonds und die
dazugehörige Beratungsstelle dürfen nicht weiter schrumpfen, sondern
müssen in der Lage sein, gezielte Projekte in unserem Bundesland zu
unterstützen.

FDP

Ja. Für uns ist Kultur dann stark, wenn möglichst viele Menschen an ihr
teilhaben, sie mitgestalten und sich in ihr wiederfinden können. Eine
inklusive und diversitätsorientierte Kulturarbeit ist deshalb für uns
Freie Demokraten ein selbstverständlicher Bestandteil öffentlicher
kultureller Infrastruktur. Viele Kulturschaffende und Einrichtungen in
Mecklenburg-Vorpommern leisten bereits heute beeindruckende Arbeit, um
Zugänge zu schaffen, Barrieren abzubauen und unterschiedliche
Perspektiven sichtbar zu machen, oft mit großem persönlichem Engagement
und unter schwierigen finanziellen Bedingungen. Dieses Engagement
verdient Anerkennung, Unterstützung und verlässliche
Rahmenbedingungen.

Wir wollen kulturelle Teilhabe stärken, indem Barrierefreiheit stärker
in Förderprogrammen berücksichtigt wird, Beratungs- und
Qualifizierungsangebote ausgebaut werden und inklusive Kulturprojekte
langfristiger abgesichert werden. Dazu gehören sowohl bauliche und
digitale Barrierefreiheit als auch sprachliche, soziale und finanzielle
Zugänge zu Kulturangeboten.

CDU

nicht beantwortet

Kulturorte als demokratische Begegnungsräume

Die Kulturelle Grundversorgung im ganzen Land sicherzustellen ist eine
Querschnittsaufgabe. Gleichzeitig erfüllen Kulturorte bei der
Entwicklung ländlicher Räume, bei der Ermöglichung von Inklusion und
Teilhabe und als demokratische Räume Funktionen, die weit über Kunst
und Kultur hinausgehen.

a) Wie muss Kultur aus Ihrer Sicht in anderen Ressorts (und in welchen)
verankert werden, um Wirksamkeit noch besser zu entfalten?

b) Welche Rolle spielen Kulturorte als demokratische Begegnungsräume aus
Ihrer Sicht und wie können sie dabei unterstützt werden?

Die Linke

a) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern versteht Kultur als
Querschnittsaufgabe, die stärker in andere Ressorts eingebunden werden
muss. Kulturorte sind nicht nur Orte der Kunst, sondern auch der Bildung,
Demokratie, Teilhabe und regionalen Entwicklung.

Kunst und Kultur sind unverzichtbare Rahmenbedingungen für das
Tourismusland M-V und damit wichtig für dessen weitere wirtschaftliche
Entwicklung. Hier liegen aus Sicht der Linkspartei M-V erhebliche
Ressourcen, die noch besser erschlossen werden müssen. Das Landes
Marketing muss hier weitaus stärker auf die kultur- und kunstbasierten
Stärken unseres Landes eingehen.

b) Kulturorte spielen aus Sicht der Linken eine zentrale Rolle als
demokratische Begegnungsräume. Theater, Bibliotheken, Museen,
soziokulturelle Zentren oder freie Kulturorte schaffen Räume für
Austausch, Diskussion, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt –
gerade in ländlichen Regionen. Sie fördern Teilhabe, stärken Demokratie
und wirken Ausgrenzung entgegen.

Unterstützt werden können sie durch verlässliche Finanzierung,
mehrjährige Förderstrukturen, den Erhalt kultureller Infrastruktur –
insbesondere im ländlichen Raum – sowie den Abbau von Barrieren für
kulturelle Teilhabe. Wichtig sind zudem die Stärkung ehrenamtlichen
Engagements und niedrigschwellige Fördermöglichkeiten.

SPD

a. Kultur muss noch stärker als Querschnittsaufgabe verstanden werden,
insbesondere in den Ressorts Bildung, Soziales, Integration und
Tourismus.

b. Kulturorte sind demokratische Begegnungsräume, in denen Teilhabe,
Austausch und gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret gelebt werden.
Kultur ist ein Motor für Demokratie und kann als Raum gesehen werden,
in dem Menschen ins Gespräch kommen; genau daran wollen wir anknüpfen.
Dafür sind verlässliche Förderung, gute Rahmenbedingungen und Schutz vor
politischem Druck wichtige Voraussetzungen.

Bündnis 90/Die Grünen

a) Kultur ist eine Querschnittsaufgabe, die von der Staatskanzlei bis
zum Wirtschaftsministerium, vom Innen-/Bauministerium bis ins
Sozialressort gelebt werden muss – ob in interministeriellen
Arbeitsgruppen oder externen Beiräten.

b) Kulturorte sind Labore der Demokratie. Bibliotheken, Theater und
Kulturhäuser sind mehr als nur Gebäude. Sie sind Orte, an denen Menschen
zusammenkommen, Geschichten entdecken und Kultur gemeinsam erleben.
Gerade für Kinder und Jugendliche sind sie oft der erste Zugang zu Kunst
und Teilhabe. Hier probiert die Gesellschaft von morgen sich aus.

Als Pilotprojekt möchten wir ein Kulturmobil für den ländlichen Raum auf
die Straße bringen. Aufsuchende Kulturarbeit wollen wir durch gezielte
Förderung verwirklichen. Bei Stadtentwicklungsplanungen planen wir
Bündnisgrüne MV, schon multikulturelle, interdisziplinäre
Begegnungsorte mitzudenken, wie z.B. bei dem Neubau einer Schule oder
eines Schulcampus. Bibliotheken als kulturelle und Orte der Begegnung
möchten wir insbesondere für Kinder und Jugendliche stärken und länger
öffnen. Wir unterstützen Bibliotheken überall dabei, ihr
Dienstleistungsangebot um interaktive und soziokulturelle Angebote zur
Förderung der Lese- und Medienkompetenz sowie der kulturellen Bildung zu
erweitern.

FDP

a) Kultur muss stärker als Querschnittsaufgabe verstanden und
ressortübergreifend mitgedacht werden, insbesondere in Bildung,
Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Sozialpolitik, Demokratiearbeit,
Digitalisierung, Bau, Landesentwicklung und den Strategien für
ländliche Räume. Damit Kulturpolitik ihre Wirkung entfalten kann,
braucht es aus unserer Sicht einen kontinuierlichen und strukturierten
Dialog mit den Kulturverbänden, Kommunen, kulturellen Fachstellen,
Kulturschaffenden und weiteren Akteuren vor Ort. Die Menschen, die
Kultur täglich organisieren und gestalten, kennen die Herausforderungen
und Potenziale am besten. Ihre Expertise sollte deshalb frühzeitig und
verbindlich in ressortübergreifende Entscheidungen einbezogen werden.

b) Kulturorte sind sind Räume der Begegnung, des Austauschs und der
gesellschaftlichen Verständigung. Gerade in einer Zeit zunehmender
Polarisierung, wachsender gesellschaftlicher Spannungen und eines
erstarkenden Populismus kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Für uns
als FDP sind offene Kulturorte Ausdruck einer freien und demokratischen
Gesellschaft. Sie schaffen Räume, in denen unterschiedliche
Perspektiven sichtbar werden, Debatten respektvoll geführt werden
können und Menschen miteinander in Kontakt kommen, die sich im Alltag
oft kaum begegnen. Kultur fördert Empathie, Perspektivwechsel und den
demokratischen Zusammenhalt.

Gerade in MecklenburgVorpommern leisten viele Kulturorte einen wichtigen
Beitrag gegen gesellschaftliche Spaltung und demokratiefeindliche
Tendenzen. Insbesondere im ländlichen Raum sind sie häufig zentrale Orte
des sozialen und kulturellen Miteinanders. Dort, wo demokratische Räume
unter Druck geraten oder extreme Akteure versuchen, Einfluss auf
gesellschaftliches Leben zu nehmen, braucht es starke, sichtbare und
unabhängige Kulturorte, die Offenheit, Vielfalt und Menschenwürde
verteidigen.

Viele Kulturschaffende engagieren sich bereits heute mit großem
persönlichem Einsatz für eine offene Gesellschaft und gegen
Ausgrenzung. Dieses Engagement verdient Rückhalt und Schutz. Damit
Kulturorte diese Rolle langfristig erfüllen können, brauchen sie
verlässliche Rahmenbedingungen: Planbare Förderung, weniger Bürokratie,
Investitionen in Infrastruktur und Barrierefreiheit, Unterstützung bei
Digitalisierung und Fachkräftesicherung sowie eine stärkere Vernetzung
mit Schulen, Vereinen, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Initiativen.

CDU

nicht beantwortet

Gutes Geld für gute Arbeit und Fachkräftesicherung

Der Grundsatz “Gutes Geld für gute Arbeit” gilt in Kultureinrichtungen
oft nicht, da Vollzeit-Aufgaben häufig von Teilzeit-Stellen gestemmt
werden müssen, die zudem weit unter tariflicher Bezahlung entlohnt
werden. Aufgrund des Generationenwechsels stehen viele Kulturorte vor
einer ungewissen Zukunft, da sie zu diesen Bedingungen keine Fachkräfte
finden.

a) Wie wollen Sie diesem Problem begegnen?

b) Wie planen Sie mit den Finanzierungsrealitäten bei steigenden
Honorar- und Sozialversicherungskosten umzugehen bei gleichzeitiger
Knappheit der Mittel?

c) Ist die Schließung von Kulturorten für Sie eine Option?

Die Linke

a) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern will diesem Problem mit einer
Kombination aus besserer Finanzierung, fairer Bezahlung und
verlässlicher Personalentwicklung begegnen. Deshalb setzen wir uns dafür
ein, dass öffentliche Förderung stärker an tarifnahe Bezahlung, faire
Arbeitsbedingungen und verbindliche Mindesthonorare gekoppelt wird.

b) Die steigenden Honorar-, Personal- und Sozialversicherungskosten
dürfen nicht zulasten der Beschäftigten oder der kulturellen Qualität
gehen. Die Linke Mecklenburg-Vorpommern setzt deshalb auf eine
auskömmlichere Kulturfinanzierung, verlässliche Dynamisierung und
langfristige Förderstrukturen, damit Kostensteigerungen real
berücksichtigt werden können. Wer faire Bezahlung fordert, muss sie auch
finanzieren.

c) Nein. Für Die Linke Mecklenburg-Vorpommern ist die Schließung von
Kulturorten grundsätzlich keine politische Zieloption. Sie sind Orte der
Begegnung, Bildung, demokratischen Teilhabe und sozialen Infrastruktur –
insbesondere im ländlichen Raum.

Unser Ziel ist daher Erhalt, Weiterentwicklung und langfristige
Sicherung kultureller Infrastruktur. Statt Schließungen braucht es
verlässliche Finanzierung, stärkere Unterstützung von Kommunen und neue
Nutzungskonzepte, wo nötig – etwa Kooperationen, Mehrfachnutzungen oder
stärkere Vernetzung vor Ort.

SPD

a. Wir sehen, dass Kultur nur dann Zukunft hat, wenn die Menschen, die
sie tragen, unter verlässlichen und fairen Bedingungen arbeiten können.
Unser Grundsatz „Gute Löhne für Gute Arbeit“ gilt ausdrücklich nicht nur
für Industrie oder Verwaltung, sondern muss auch in Kultur, kultureller
Bildung und freier Szene stärker eingelöst werden. Prekäre
Beschäftigungen, sachgrundlose Befristungen und Lohndumping wollen wir
weiter zurückzudrängen. Für den Kulturbereich heißt das: Förderungen
müssen so ausgestaltet sein, dass faire Bezahlung nicht als freiwilliger
Zusatz, sondern als Teil von Qualität und Zukunftsfähigkeit verstanden
wird.

– Ein wesentliches Instrument ist der Theaterpakt, der den
Mehrspartentheatern im Land langfristige Planungssicherheit bietet und
explizit die Tarifgerechtigkeit für die Beschäftigten stützt. Damit
sollen Vollzeitaufgaben auch entsprechend vergütet und attraktive
Arbeitsbedingungen geschaffen werden, um Fachkräfte im Land zu halten

– Für freie Künstlerinnen und Künstler wurden bereits Mindesthonorare
eingeführt, um eine untere Haltelinie gegen Lohndumping zu ziehen und die
soziale Absicherung zu verbessern

– Langfristig sollen öffentliche Aufträge verstärkt an die Einhaltung
von Tarifverträgen oder eine tarifgleiche Entlohnung gebunden werden, was
auch für geförderte Kultureinrichtungen als Orientierungsrahmen dient.
Konkret knüpfen wir an stabile und berechenbare Förderstrukturen an, die
es zu stärken gilt. Musik- und Jugendkunstschulen sollen auch nach dem
Herrenberg-Urteil eine stabile Zukunft haben. Da ist der richtige Ansatz,
um Fachkräfte zu halten, Generationenwechsel zu ermöglichen und
Kulturorte nicht in Selbstausbeutung laufen zu lassen.

b. Steigende Personal-, Honorar- und Sozialversicherungskosten müssen in
der Kulturförderung realistisch abgebildet werden. Wer gute Arbeit
verlangt, muss auch anerkennen, dass Qualität Geld kostet. Steigende
Ausgaben, der demografische Wandel und notwendige Zukunftsinvestitionen
treffen jedoch auch im Landeshaushalt auf begrenzte finanzielle
Spielräume. Öffentliche Mittel müssen so eingesetzt werden, dass sie
Stabilität sichern, Zukunft ermöglichen und gesellschaftlichen
Zusammenhalt stärken. Die Antwort kann deshalb nicht sein, Kulturträger
mit steigenden Kosten allen zu lassen. Notwendig sind mehrjährige,
verlässliche Förderperspektiven, eine stärkere Berücksichtigung realer
Personal- und Honorarkosten in Zuwendungen und eine bessere Verzahnung
von Landes-, kommunalen, Bundes- und EU-Mitteln.

c. Nein, die Schließung von Kulturorten ist für uns keine Option. Kultur
gehört zum freien und offenen Zusammenleben in MV.

Bündnis 90/Die Grünen

a) Die Fachkräftesicherung im Kulturbereich muss sich analog der im
Verwaltungs- und Wirtschaftsbereich verhalten. Der Wettbewerb um die
besten Köpfe verlangt die Akzeptanz der Tatsache, dass durch die
Umwegrentabilität das Kulturland MV längst ein Wirtschaftsfaktor ist. Wir
unterstützen die Kopplung von Fördermitteln in MV an Mindesthonorare für
Künstler*innen. Kulturelle Bildung braucht gute Arbeitsbedingungen.

Öffentlich geförderte Kultur darf nicht auf Selbstausbeutung beruhen.
Faire Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für kulturelle Vielfalt und
künstlerische Qualität.

b) Siehe auch Frage 10a. Auch die Kreativität der Kulturschaffenden wird
dieses Problem nicht aus der Welt schaffen können. Wenn eine Verknappung
des Angebots (bspw. an Musik- oder Jugendkunstschulen) verhindert werden
soll, muss mehr Geld in das System fließen. Sowohl eine sozial gestaffelte
moderate Erhöhung der Elternbeiträge als auch eine deutlichere
Dynamisierung der Förderung können hier Hilfe bringen.

c) Nein.

FDP

a) Die Herausforderungen im Kulturbereich lassen sich nicht durch
einzelne Maßnahmen lösen. Viele Einrichtungen stehen gleichzeitig unter
Druck durch Fachkräftemangel, steigende Kosten, hohe bürokratische
Anforderungen und unsichere Förderperspektiven. Gerade kleinere
Kulturorte und Träger geraten dadurch zunehmend an Belastungsgrenzen.

Wir wollen die Rahmenbedingungen so verbessern, dass Kulturarbeit
langfristig attraktiver und verlässlicher wird. Dazu gehören planbarere
und mehrjährige Förderstrukturen, realistischere Berücksichtigung von
Personal- und Sachkosten, weniger Bürokratie sowie einfachere
Förderverfahren. Wer dauerhaft gesellschaftlich wichtige Arbeit leistet,
braucht mehr Planungssicherheit.

Zugleich müssen Kulturberufe stärker als qualifizierte und
gesellschaftlich relevante Arbeit anerkannt werden. Kultur ist kein
„freiwilliger Luxus“, sondern trägt wesentlich zu Bildung,
gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Kultur bei.
Entsprechend wichtig sind gute Arbeitsbedingungen,
Entwicklungsperspektiven und verlässliche Strukturen.

Besonders wichtig ist uns Freien Demokraten außerdem der enge Dialog mit
Kulturverbänden, Einrichtungen, Kommunen und Kulturschaffenden selbst.
Die Lösungen für Fachkräftesicherung und zukunftsfähige Strukturen
müssen gemeinsam mit denjenigen entwickelt werden, die die
Herausforderungen täglich erleben.

b) Steigende Honorar-, Tarif- und Sozialversicherungskosten stellen
viele Kulturakteure vor erhebliche Herausforderungen. Für uns ist klar:
Wer faire Arbeitsbedingungen, qualifiziertes Personal und professionelle
Kulturarbeit erhalten möchte, muss diese Kostenentwicklungen bei der
Kulturförderung realistisch berücksichtigen.

Gleichzeitig wissen wir, dass öffentliche Mittel begrenzt sind. Deshalb
braucht es aus unserer Sicht vor allem verlässlichere und effizientere
Strukturen statt immer kurzfristiger Projektlogiken. Förderverfahren
müssen einfacher, transparenter und planbarer werden, damit vorhandene
Mittel möglichst wirksam eingesetzt werden können und weniger Ressourcen
in Bürokratie gebunden werden.

c) Kulturorte sind zentrale Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens in
Mecklenburg-Vorpommern. Für uns Freie Demokraten ist deshalb klar: Der
Erhalt kultureller Infrastruktur hat einen hohen Stellenwert. Kulturorte
schaffen Begegnung, stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt, ermöglichen
Teilhabe und leisten einen wichtigen Beitrag für eine offene und
demokratische Gesellschaft. Schließungen dürfen deshalb nicht zur
kulturpolitischen Normalität werden.

Gleichzeitig gehört zu einer verantwortungsvollen Politik auch
Ehrlichkeit darüber, dass nicht jede Herausforderung dauerhaft allein
durch zusätzliche Mittel gelöst werden kann. Entscheidend ist aus
unserer Sicht deshalb, frühzeitig tragfähige Lösungen gemeinsam mit
Kommunen, Trägern, Verbänden und Kulturschaffenden zu entwickeln.

CDU

nicht beantwortet

Ehrenamt und unterstützendes Hauptamt

Kultur ist der zweitgrößte Engagementbereich in unserem Land. Wie
wollen Sie die vielen Ehrenamtlichen besser unterstützen und wie das
ihnen zur Seite gestellte Hauptamt?

Die Linke

Die Linke Mecklenburg-Vorpommern sieht das große ehrenamtliche
Engagement im Kulturbereich als unverzichtbare Grundlage der
kulturellen Vielfalt – insbesondere im ländlichen Raum. Ehrenamt
braucht aus unserer Sicht verlässliche Unterstützung statt bloßer
Anerkennung. Dazu gehören unbürokratische Fördermöglichkeiten,
Qualifizierungsangebote, bessere Beratung sowie verlässliche
Rahmenbedingungen für Vereine, Initiativen und Kulturorte.

Gleichzeitig gilt: Ehrenamt braucht Hauptamt. Hauptamtliche Strukturen
sichern Kontinuität, Organisation, Antragstellung, Vernetzung und
fachliche Begleitung. Deshalb setzen wir uns für verlässlich finanzierte
Personalstrukturen, langfristige Förderung und gute Arbeitsbedingungen
im Kulturbereich ein. Ehrenamt darf professionelle Arbeit ergänzen,
aber nicht ersetzen müssen.

SPD

Die SPD MV begreift das ehrenamtliche Engagement im Kulturbereich als
einen unverzichtbaren Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts und
als zweitgrößten Engagementbereich im Land.

– wir stärken das kulturelle Ehrenamt durch die Ehrenamtsstiftung MV,
Mitmachzentralen, Landes-Ehrenamtskarte, Kleinprojekteförderung und die
neue landesweite Engagementstrategie (2026)

– Die ab 2026 steigende Übungsleiterpauschale ist ein weiterer
konkreter Schritt.

Das Hauptamt – als unverzichtbares Rückgrat des Ehrenamts – wollen wir
durch verlässliche Finanzierung hauptamtlicher Stellen in
Kulturverbänden langfristig absichern.

– Weiterhin sollen Antragsverfahren vereinfacht werden, um den Zugang
zu Fördermitteln zu erleichtern.

– wir möchten ein Qualifizierungsprogramm für ehrenamtliche Kulturarbeit
aufgelegen.

Bündnis 90/Die Grünen

Sowohl die Ehrenamstsstiftung des Bundes (Neustrelitz) als auch des
Landes (Güstrow) leisten hier gute Arbeit. Die eingeführte
Ehrenamtskarte wie auch die Anwendung der Übungsleiterpauschale für
Kurslehrkräfte sind geeignete Mittel, um Sichtbarkeit, Anerkennung und
Wertschätzung zu verbessern. Die geförderte Digitalisierung der
Vereinsarbeit kann dabei zusätzlich das Hauptamt und die Ehrenamtlichen
entlasten. Wir möchten ehrenamtliches Engagement außerdem dadurch
stärken, indem wir die Inanspruchnahme von Bildungsfreistellungen
erleichtern und einen Anspruch auf Freistellung für weitere
ehrenamtliche Tätigkeiten prüfen.

FDP

Das kulturelle Ehrenamt ist ein unverzichtbarer Pfeiler des
gesellschaftlichen Lebens in MecklenburgVorpommern. Viele
Kulturangebote im Land wären ohne das große Engagement Ehrenamtlicher
nicht möglich. Dieses Engagement verdient Anerkennung, Respekt und
verlässliche Unterstützung.

Gerade im ländlichen Raum schaffen Ehrenamtliche kulturelle Teilhabe,
Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wollen sie deshalb
durch weniger Bürokratie, einfachere Förderverfahren, bessere Beratung,
digitale Unterstützung, Qualifizierungsangebote und mehr
Planungssicherheit entlasten.

Gleichzeitig braucht starkes Ehrenamt verlässliches Hauptamt.
Hauptamtliche Strukturen koordinieren, beraten und sichern Kontinuität.
Deshalb wollen wir auch das unterstützende Hauptamt in
Kulturinstitutionen, Verbänden und Fachstellen stärken.

CDU

nicht beantwortet

Kulturelle Bildung und schulischer Ganztag

Kulturelle Bildung eröffnet Räume um kreative Ausdrucksformen zu
entdecken, ihre eigene Stimme zu entwickeln, Selbstwirksamkeit zu
erfahren und soziale Kompetenzen zu entwickeln.

a) Wie wollen Sie die Kulturelle Bildung in MV stärken und in welchem
Ressort soll sie als Querschnittsaufgabe verankert sein?

b) Wie wollen Sie die Einbindung von Fachkräften der Kulturellen Bildung
in den schulischen Ganztag befördern?

Die Linke

a) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern will die Kulturelle Bildung entlang
der gesamten Bildungsbiografie stärken – von der Kita über Schule und
Jugendkulturarbeit bis in die Erwachsenenbildung. Kinder und Jugendliche
sollen Kunst und Kultur nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten
können. Dafür braucht es stabile Kooperationen zwischen
Bildungseinrichtungen, Kulturorten und freien Trägern sowie eine
verlässliche Förderung kultureller Bildungsangebote.

b) Die Linke Mecklenburg-Vorpommern will die Einbindung von Fachkräften
der Kulturellen Bildung in den schulischen Ganztag systematisch stärken,
indem Kooperationen zwischen Schulen, Kulturorten, freien Trägern,
Künstler:innen und Fachstellen verlässlicher gefördert werden. Ganztag
sollte auch Raum für kreative, kulturelle und soziale Bildung bieten.
Dafür braucht es aus unserer Sicht verlässliche Finanzierungsstrukturen,
langfristige Kooperationsvereinbarungen und bessere Rahmenbedingungen
für externe Fachkräfte im Ganztag.

Wichtig ist uns außerdem, kulturelle Bildung multiprofessionell zu
denken. Schulen brauchen neben Lehrkräften stärker die Zusammenarbeit
mit Künstlerinnen, Musikpädagogen, Theaterpädagoginnen,
Medienpädagogen, Bibliotheksfachkräften oder Museumspädagoginnen. Kinder
profitieren davon, unterschiedliche Perspektiven und Arbeitsweisen
kennenzulernen.

SPD

a. Die SPD MV begreift die Kulturelle Bildung als ein zentrales Element
der gesellschaftlichen Teilhabe, das unabhängig vom Einkommen, Alter
oder Wohnort für alle Menschen zugänglich sein muss. Zur Stärkung
verfolgen wir folgende Ansätze: Die Fachstelle „Kulturelle Bildung“ als
zentrale Anlauf- und Beratungsstelle festigen wir weiter festigen und
bauen sie bedarfsgerecht aus; In unserem Programm ist klar definiert,
dass Kunst und Kultur – und damit auch die Kulturelle Bildung – eine
Querschnittsaufgabe aller Ressorts ist; wir fördern Kulturelle Bildung
generationsübergreifend – an Kitas, Schulen, Hochschulen sowie an
außerschulischen Lernorten. Dazu gehört auch die Unterstützung von
Projekten, die Demokratie und Vielfalt durch künstlerische
Ausdrucksformen stärken

b. Um die Kulturelle Bildung fest im Schulalltag zu verankern, setzen wir
auf eine enge Verzahnung von Bildungsangeboten mit der Ganztagsschule.
Dies soll durch folgende Maßnahmen befördert werden:

– Kooperationsmodelle: Ganztagsschulen sollen durch die Zusammenarbeit
mit Vereinen, Verbänden und kulturellen Institutionen bereichert werden.
Wir unterstützen Schulen dabei, Angebote für außerunterrichtliche
Lernförderung mit externen Partnern zu entwickeln. Außerschulische
Partnerinnen und Partner sollen dabei als gleichberechtigte
Bildungspartner anerkannt werden.

– Finanzierung über Lehrerstunden: Wir begrüßen und unterstützen
ausdrücklich, dass Musikschulen und andere Träger kulturelle Bildung im
Ganztag anbieten. Dies kann bereits jetzt gezielt mit Mitteln aus
kapitalisierten Lehrerstunden finanziell unterlegt werden.

– Planungssicherheit für Träger: Die Ganztagsfinanzierung soll so
ausgestaltet werden, dass kulturelle, soziale und sportliche Träger in
die Lage versetzt werden, langfristig sicher planbare und dauerhafte
Angebote bereitzustellen.

– Strukturelle Zusammenarbeit: Wir wollen die Kooperation zwischen
Schulträgern und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe (zu denen viele
kulturelle Bildungsakteure gehören) weiter ausbauen, um ein ganztägiges
Lernen „aus einem Guss“ zu ermöglichen.

Bündnis 90/Die Grünen

a) Kulturelle Bildung ist ein Scheck auf die Zukunft. Im Bildungsbereich
leistet sie wertvolle (Selbst-)Ermächtigungsarbeit. Mit lokalen und
regionalen Bildungspartnerschaften zwischen Institutionen und
Bildungsträgern kann dieser Prozess aktiver gestaltet werden. Wenn der
derzeitige Ressortzuschnitt Bestand hat, sollte die Zuständigkeit für
Kulturelle Bildung im Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und
Europaangelegenheiten verbleiben und die Kooperation mit dem Ministerium
für Bildung und Kindertagesförderung verbessert werden. Sie in einem
Ministerium zu bündeln, wäre ideal.

b) Siehe auch Frage 9b Regional gut verankerte Strukturen ermöglichen den
Transfer von Praxiswissen in die Ganztagsangebote. Durch Bildungsmessen
mit Vereinen und Kunstschaffenden und im Rahmen der Angebote der Musik-
und Jugendkunstschulen, die direkt in den Ganztagsprogrammen verankert
werden können, befördert sich die Einbindung von Fachkräften am besten.

FDP

a) Kulturelle Bildung stärkt Kreativität, Selbstwirksamkeit, soziale
Kompetenzen und demokratische Teilhabe. Sie ermöglicht jungen Menschen,
eigene Perspektiven zu entwickeln und sich aktiv in die Gesellschaft
einzubringen. Für uns ist sie deshalb ein zentraler Bestandteil
ganzheitlicher, chancengerechter Bildung.

Wir wollen kulturelle Bildung langfristig stärken, indem Kultur- und
Bildungseinrichtungen besser vernetzt, außerschulische Angebote
verlässlicher gefördert und kulturelle Teilhabe unabhängig vom Wohnort
ermöglicht werden. Gerade im ländlichen Raum leisten Musikschulen,
Jugendkunstschulen, Bibliotheken, Theater, Museen und soziokulturelle
Zentren dabei wichtige Arbeit. Kulturelle Bildung muss aus unserer Sicht
als ressortübergreifende Aufgabe insbesondere in Kultur und Bildung
verankert werden. Wichtig ist uns dabei der enge Dialog mit den
Fachstellen, Verbänden und Akteuren vor Ort, die die praktische Expertise
einbringen.

b) Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Akteuren der
kulturellen Bildung stärken und den Zugang zu Kooperationen erleichtern.
Fachkräfte der kulturellen Bildung bringen wichtige kreative, soziale
und pädagogische Kompetenzen in den Ganztag ein und ergänzen schulische
Bildung sinnvoll. Dafür braucht es aus unserer Sicht verlässliche
Kooperationsstrukturen, weniger bürokratische Hürden, faire
Rahmenbedingungen und eine bessere Planbarkeit für Schulen und
Kulturakteure. Schulen sollten mehr Freiräume erhalten, um gemeinsam mit
regionalen Partnern passgenaue kulturelle Angebote entwickeln zu können.

CDU

nicht beantwortet

Kampagne zur Landtagswahl 2026

Begleitend zur Landtagswahl hat der Landesverband Soziokultur Mecklenburg-Vorpommern die Kampagne „Soziokultur für eine bunte Gesellschaft – Keine Normalisierung rechtsextremer Politik“ gestartet. Sie macht auf die möglichen Auswirkungen rechtsextremer Politik aufmerksam, bekennt sich zu Demokratie und Vielfalt und ruft dazu auf, zur Wahl zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen.

Zur Kampagne „Soziokultur für eine bunte Gesellschaft“

Bis zum 16. August 2026 können sich Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Vereine, Verbände und Initiativen für den erstmals vergebenen Deutschen Gemeinsamkeitspreis bewerben. Ausgezeichnet werden Ansätze, die Einsamkeit entgegenwirken und soziale Verbundenheit stärken.

Einsamkeit ist eine vielschichtige gesellschaftliche Herausforderung. Sie kann die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Der Deutsche Gemeinsamkeitspreis soll Projekte, Organisationen und Initiativen sichtbar machen, die bereits heute gegen Einsamkeit aktiv sind und sich für ein gelebtes Miteinander einsetzen.

Vergeben wird der Preis vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Kompetenznetz Einsamkeit im Rahmen der Allianz gegen Einsamkeit. Die Schirmherrschaft übernimmt Bundesfamilienministerin Karin Prien. Der Preis wird 2026 erstmals vergeben und soll zunächst bis 2029 jährlich ausgelobt werden.

Vier Kategorien

Der Deutsche Gemeinsamkeitspreis wird in vier Kategorien vergeben:

In jeder Kategorie werden drei Projekte ausgezeichnet. Der erste Platz ist mit 3.000 Euro, der zweite mit 2.000 Euro und der dritte mit 1.250 Euro dotiert. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung.

Für soziokulturelle Einrichtungen dürften insbesondere die Kategorien „Zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement“ und „Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen“ relevant sein. In der vierten Kategorie werden unter anderem niedrigschwellige, aufsuchende oder quartiersbezogene Ansätze gewürdigt, die Zugangsbarrieren abbauen und Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen.

Bewerbung bis zum 16. August 2026

Die Bewerbung ist ausschließlich über die Online-Bewerbungsmaske möglich. Pro Projekt können bis zu zwei passende Kategorien ausgewählt werden. Die endgültige Zuordnung trifft das Kompetenznetz Einsamkeit in Abstimmung mit dem Bundesministerium.

Die Preisträger*innen werden bis zum 1. November 2026 informiert. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember 2026 im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin statt.

Bewerbungsschluss ist der 16. August 2026.

Weitere Informationen und Online-Bewerbung

Die Bewerbungsphase für das Programm Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen endete am 15. Mai 2026. Inzwischen hat die Jury 15 Vorhaben ausgewählt, die in die viermonatige Konzeptionsphase starten.

Die 15 Allzeitorte Projekte

Diese 15 Projekte haben nun Zeit, um vor Ort in die Feinplanung ihres Projektes zu gehen – idealerweise im partizipativen Prozess mit den Menschen vor Ort. Bis Mitte November erstellen sie ein konkretes Konzept und Finanzpläne. Eine Jury wählt daraus sieben Projekte aus, die ihre Ideen bis September 2029 umsetzen können.

Begegnungsort Gewächshaus Kassel
Arbeitstitel: Recht auf Raum – Gemeinsam weiterkommen

Trio: Kulturzentrum Schlachthof, Gewächshaus e.V. und Stadtrundgangster e.V.

Beratungsstelle Sozialwerk Malchin
Arbeitstitel: Alltag verbindet – Orte im Dialog im Herzen der Mecklenburgische Schweiz

Trio: Projekthof Karnitz e.V., Sozialwerk der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Malchin-Teterow e.V. und KMGNE Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung

Buchladen in Kaufungen
Arbeitstitel: Ein Dorfbuchladen als Beteiligungsplattform

Trio: Dorfleben Kaufungen e.V., die Kunigundengemeinde Kaufungen und Dorfbuchladen Kaufungen

Eckkneipe in Düsseldorf
Arbeitstitel: Spüren, wo es gärt 
Trio: zakk, FORENA – Forschungsschwerpunkt Rechtsextremius / Neonazismus an der Hochschule Düsseldorf und Cemil’s Manege

Einkaufscenter in Berlin-Neukölln
Arbeitstitel: Wutzky wuppt et! – Teilhabe ins Center 

Trio: Kreisler e.V., Werbegemeinschaft Wutzky und goals connect e.V.

Kirche & Vorplatz in Stuttgart-Freiberg
Arbeitstitel: Platz für 70437

Trio: Internationaler Bund e.V., Citizen.KANE.Kollektiv e.V. und Evangelisches Gemeindezentrum Michaelshaus

Landhaus und Grundstück in Markgrafpieske
Arbeitstitel: Vom Lager zum Lagerfeuer: Heim(at)gefühle im Dorf

Trio: Women in Exile e.V., Home in Exile e.V. und Haus des Wandels e.V.

Leerstand: ehemalige Förderschule Neustrelitz
Arbeitstitel: Von der leeren Platte zum vollen Mitmachcampus

Trio: Seeland Medienkooperative e.V., Bürger, Horst & Freund:innen e.V. und AWO Vielfalt Mecklenburgische Seenplatte

Medienwerkstatt in Potsdam
Arbeitstitel: MakeSpace! Demokratie machen.

Trio: Medienwerkstatt Potsdam, KUBUS | Bürgerhaus am Schlaatz und Demokratie und Integration Brandenburg | RAA

Nachbarschaftshaus | Turnhalle Meißen
Arbeitstitel: Trimmdich-Pfad der Beteiligung – Bewegungsräume für demokratische Praxis

Trio: Bürgerstiftung Meißen, JuCo Soziale Arbeit gGmbH und Landgestalten e.V.

Öffentlicher Raum: Hein-Köllisch-Platz in Hamburg Altona
Arbeitstitel: Pflaster der Vielen – vom Ankommen und Aushandeln an einem gefährlichen Ort

Trio: GWA St. Pauli e.V., Bildunsgbüro Hamburg e.V. und Diakonie St. Pauli /Pflegeberatung

Parkanlage in Murrhardt
Arbeitstitel: Park der Beteiligung – ein Allzeitort für Begegnung und Demokratie

Trio: Pyramidea e.V., Weltenküche e.V. und Erich Schumm Stiftung

Skatepark in Halle
Arbeitstitel: Silvercity-Box

Trio: Bürgerstiftung Halle, congrav new sports e.V. und AWO SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft

Späti in Berlin
Arbeitstitel: Der Späti als Dritter Ort für gesellschaftspolitischen Austausch und Teilhabe im Kiez

Trio: Vertrauensgesellschaft e.V., Berliner Späti e.V. – Interessensvertretung der Berliner Spätverkaufsstellen und Kiosk of Solidarity

Stadtbad in Luckenwalde | Dönerimbiss
Arbeitstitel: Stadtbad für Alle – Luckenwalde gestaltet Zukunft

Trio: E-WERK Luckenwalde, Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V. und Stadt Luckenwalde

 

Der Deutsche Kulturrat hat in seiner Stellungnahme „Vertrauen statt Misstrauen: Durch Bürokratieabbau Ressourcen in der Kultur freisetzen“ vom 25. Juni 2026 konkrete Vorschläge für die Modernisierung des Zuwendungsrechts auf Bundesebene formuliert. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Vorrang der Festbetragsfinanzierung, die Abschaffung des Verbots des vorzeitigen Maßnahmenbeginns, die Vereinfachung von Mittelanforderungsverfahren, längere Mittelverwendungsfristen, die Anerkennung von Gemeinkostenpauschalen sowie die Aktualisierung des Bundesreisekostengesetzes und der Bewirtungsrichtlinie.

Wir haben uns bei der Erarbeitung der Stellungnahme eingebracht und unterstützen die Vorschläge. Die konkreten Beschreibungen für die Vereinfachung der Verwaltung von öffentlichen Fördermitteln resultieren – neben anderen Bundesprogrammen – aus der Umsetzung von NEUSTART KULTUR. Sie zeigen, an welchen Stellen Förderverfahren praxistauglicher gestaltet werden können.

Erfahrungen aus NEUSTART KULTUR

Zwischen 2020 und 2023 hat der Bundesverband Soziokultur im Rahmen von NEUSTART KULTUR rund 70 Millionen Euro an über 1.700 Zuwendungsempfänger*innen weitergeleitet. Allein bei diesem Förderprogramm wurden mehr als 4.000 Mittelanforderungen bearbeitet. Im Rahmen dessen erfolgten 761 Rückzahlungen, weil Mittel nicht innerhalb der geltenden Sechswochenfrist verwendet werden konnten – um kurz darauf erneut angefordert zu werden. Diese Zahlen beschreiben kein Fehlverhalten der Geförderten. Sie zeigen exemplarisch mit diesem einen von vielen Aspekten des Zuwendungsrechts, welcher Verwaltungsaufwand entstehen kann, wenn Förderregeln nicht zur Praxis passen.

Auf Grundlage seiner umfangreichen Erfahrungen hat der Bundesverband Soziokultur Handlungsempfehlungen für zuwendungs- und verwaltungsrechtliche Reformbemühungen entwickelt. Sie benennen in elf Punkten konkrete Ansätze für eine einfachere Förderpraxis – etwa längere Mittelverwendungsfristen, vereinfachte Mittelanforderungen, die stärkere Nutzung von Pauschalen und Festbetragsfinanzierungen sowie praxistauglichere Regelungen bei Bewirtungs- und Reisekosten. Sieben Punkte davon finden sich in der Stellungnahme des Deutschen Kulturrats wieder, andere werden bereits umgesetzt.

Verhältnismäßigkeit statt Misstrauen

Verwaltungsmodernisierung im Zuwendungsrecht ist für die Kulturförderung von großer praktischer Bedeutung. Aufwendige Verfahren binden Personal und Ehrenamt, das bei gemeinnützigen Trägern, auch in soziokulturellen Einrichtungen, für die inhaltliche Arbeit gebraucht wird – auf Seiten der Geförderten ebenso wie bei den prüfenden Stellen.

Der Deutsche Kulturrat bringt den notwendigen Perspektivwechsel auf den Punkt: „Bürokratieabbau bedeutet im Kern, dass vertraut und nicht misstraut wird.“ Förderverfahren müssen den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln sicherstellen. Zugleich sollten sie verhältnismäßig, verständlich und praktikabel sein.

Dass Vereinfachungen möglich sind, zeigt der Blick in die Praxis: Längere Mittelverwendungsfristen, Festbetragsfinanzierungen, Gemeinkostenpauschalen und vereinfachte Verwendungsnachweise werden in mehreren Bundesländern und in der EU-Förderung bereits angewendet. Auch die geringe Höhe der Rückforderungen aus NEUSTART KULTUR zeigt nach einem aufwändig gestalteten rechtskonformen Prüfverfahren, dass den Kultureinrichtungen mehr als bisher vertraut werden kann.

Wir werden weiterhin Vorschläge für die Reform des bestehenden Rechts und für das Ausloten von Gestaltungspielräumen einbringen.

Update vom 17. Juli 2026: Erste Empfehlungen aufgegriffen

Am 15. Juli 2026 hat die Bundesregierung weitere Maßnahmen zum Bürokratieabbau auf den Weg gebracht. Die von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer angekündigte „Liberalisierungsinitiative für Kultur und Medien“ greift mehrere Empfehlungen des Bundesverbands Soziokultur und des Deutschen Kulturrates auf.

„Längere Mittelverwendungsfristen, Bagatellgrenzen bei Rückforderungen, weniger Dokumentationspflichten und digitalisierte Förderverfahren sind wichtige erste Schritte. Darin finden sich zentrale Empfehlungen wieder, die wir auf Grundlage unserer Erfahrungen mit NEUSTART KULTUR in die politische Diskussion eingebracht haben. Entscheidend ist jetzt, dass daraus schnell konkrete und verbindliche Regelungen werden. Weitere grundlegende Reformen des Zuwendungsrechts bleiben notwendig“, erklärt Ellen Ahbe, kaufmännische Geschäftsführerin des Bundesverbands Soziokultur.


Weitere Informationen

Am 17. Juni 2026 fand der Auftakt unserer Reihe Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns statt. Er zeigte, wie wertvoll der Austausch untereinander ist, und wie viel wir voneinander lernen können. In unserem ersten Webtalk ging es um das Thema: “Dritte Orte: Begegnungen ermöglichen, Räume schaffen”.

Fünf Schlüssel für gelingende Begegnungen

Beim ersten Webtalk teilte Inga Gertmann von More in Common Deutschland fünf entscheidende Erkenntnisse, die für das Gelingen von Begegnungsprojekten von großer Bedeutung sind. Diese Punkte mögen einfach klingen, doch sie bergen ein enormes Potenzial, Menschen zu begeistern, die sich sonst vielleicht nicht angesprochen fühlen:

  1. Langfristige Vertrauensarbeit: Es geht darum, wirklich zuzuhören und zu verstehen, was sich die Menschen vor Ort wünschen. Kontinuierliche, offene Angebote mit Vertrauenspersonen sind meist wirkungsvoller als Events, die kurzfristig Aufmerksamkeit erregen.
  2. Die Anliegen der Menschen im Mittelpunkt: Angebote werden attraktiver, wenn ihr Mehrwert für die Teilnehmenden klar ist. Was haben die Menschen davon, sich zu engagieren? Werden ihre Bedürfnisse berücksichtigt und ihre Themen adressiert?
  3. Gemeinsamkeiten sichtbar machen: Die meisten Menschen lieben Eis, sorgen sich um ihre Liebsten, lachen gerne. Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir oft mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Diese Basis erleichtert es, auch über komplexere Themen ins Gespräch zu kommen.
  4. Alltagsorte nutzen: Begegnungen entstehen leichter dort, wo Menschen sich ohnehin aufhalten. Wenn ein Angebot einen Mehrwert an Orten schafft, den viele täglich aufsuchen, fällt der Zugang viel leichter.
  5. Lokale Vertrauensakteure einbinden: Vertrauenspersonen vor Ort können Türen öffnen und Menschen ermutigen, Neues auszuprobieren und mitzumachen.

Video: Forschungsimpuls von Inga Gertmann

Ali Cans überraschende Wege zur Begegnung

Ali Can verteilte in seinem ersten Projekt der aufsuchenden Begegnungsarbeit „Free Hugs, Umarmungen, kucaklama“ und entfachte die Antriebsenergie, die Menschen in neuen Begegnungen dazu bewegt, eine andere Sichtweise einzunehmen. Der Sozialaktivist, Moderator und Antirassismustrainer teilte im Webtalk „Türöffner-Momente”, die ihn ad hoc mit Menschen in Kontakt bringen: Mit einem Schokohasen auf einer Demonstration oder als “Deutscher” verkleidet im Karneval bringt Ali Can durch überraschende Settings unterschiedlichste Menschen zum Schmunzeln – und stellt gleichzeitig tiefe Fragen nach Identität und kulturellen Gemeinsamkeiten. Der Kern seiner Begegnungsprojekte ist das wirkliche Interesse am Gegenüber und am Erkenntnisgewinn, nicht das Befolgen einer Agenda.

Gelingensbedingungen, die Ali Can identifiziert:

Video: Praxisimpuls von Ali Can

Mitreden: Eure wertvollen Tipps aus der Praxis

Die Teilnehmenden des Webtalks teilten unter anderem folgende wertvolle Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit:

Durch das offene, lernende Miteinander, die inspirierenden Beiträge im Gespräch und im Chat sowie viele unterschiedliche Perspektiven war es ein gelungener Auftakt der Reihe Allzeitorte Webtalk.

Wir sprechen uns wieder: Allzeitorte Webtalk am 5. November

Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung! Der nächste Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns findet am 5. November von 14:00 bis 15:30 Uhr statt. Unsere Gäste sind Simon Lengemann von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sowie Agnes Scharnetzkyund Tom Luckner von der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (JoDDiD). Wir tauschen uns darüber aus, welche Stärken aufsuchende politische Bildung im Zusammenspiel mit Soziokultur entwickeln kann und freuen uns über eine rege Diskussion.

Lasst uns gemeinsam weiter über die Stärkung unserer Demokratie im Gespräch bleiben, neue Perspektiven und Menschen kennenlernen.
Wir bitten um Anmeldung unter: Anmeldung Webtalk 5. November 2026