Ein Vergleich zwischen den Bundesländern

Die Unterschiede bei den Förderbedingungen für die soziokulturelle Arbeit sind zwischen den einzelnen Bundesländern zum Teil sehr groß. Die Corona-Krise hat diese Unterschiede noch einmal verdeutlicht.

Kultur gehört bekanntlich zu den freiwilligen Aufgaben kommunaler Selbstverwaltung, die deshalb auch durch die Kommunen zu finanzieren sind. Besonders in strukturschwachen Gebieten und in Problemquartieren von Großstädten reichen die kommunalen Einnahmen seit Jahrzehnten bei weitem nicht hin, um eine Grundfinanzierung der soziokulturellen Einrichtungen zu gewährleisten, die ein Mindestmaß an Planungssicherheit bietet. Während der letzten Jahre weisen die Leistungen unserer Mitgliedseinrichtungen sowohl qualitativ als auch quantitativ große Zuwächse auf. Parallel dazu hat sich beim Bund und in den Ländern das Bewusstsein vertieft, dass Soziokultur eine unverzichtbare Rolle für das demokratische Gemeinwesen spielt und mit vereinten Kräften unterstützt werden muss. Zwischen den einzelnen Ländern bestehen aber zum Teil sehr große Unterschiede. Es gab sie bereits während der „normalen“ Vor-Pandemiezeiten, und es gibt sie in den landespolitischen Reaktionen auf die aktuelle Krise. Erstmalig geben die Landesverbände einen Überblick über beides.

 

Teil 4: Bremen

 

In Bremen ist die derzeitige Situation von der Haushaltsaufstellung nach der Wahl im letzten Jahr geprägt. Der Haushalt soll im Juni 2020 verabschiedet werden. Mit dem 2018 vorgestellten Kulturförderbericht, der in enger Kommunikation mit der Kulturszene der Stadt entwickelt wurde, ist ein wichtiger Grundstein für die Haushaltsverhandlungen gelegt worden. Die freie Szene wird stärker gefördert. Es sind höhere Projektmittel in den Haushalt eingestellt. Das wird die Situation der Einrichtungen in der Stadt stabilisieren und wieder Bewegungsspielraum in der freien Szene schaffen. Nach jahrelangem Stillstand, einer zusammengesparten kulturellen Infrastruktur und realen Kürzungen der Förderungen ist dies ein erster positiver Schritt.

Erhöht werden mit 5,2 Millionen Euro für das Jahr 2020 und 5,4 Millionen Euro für 2021 vor allem die konsumptiven Mittel im städtischen Haushalt, also das Geld, mit dem die kulturellen Institutionen dauerhaft gefördert werden. Der andere Teil der Mittel, je 3,3 Millionen Euro, wird für Tariferhöhungen benötigt.

Die aktuellen Planungen betreffen die Bereiche Stadtkultur, Museen und Theater/Tanz. Die Arbeit der Bürgerhäuser wird gestärkt und es wird mehr variabel einsetzbare Projektmittel geben. Auch die junge Szene und die Subkultur können sich auf mehr Unterstützung einstellen. Die Politik lobte den Einsatz der Kulturbehörde in den Haushaltsverhandlungen und hob die Wichtigkeit der Förderung von Kultur für eine lebendige Stadtgesellschaft hervor. In Bremen sind viele kulturelle Einrichtungen über einen Haushaltstitel institutionell gefördert.

Durch die Auswirkungen der Pandemie sind jetzt jedoch viele Einrichtungen gefährdet. Die Eigeneinnahmen (Ticketverkauf, Gastronomie, Kursgebühren, Teilnahmebeiträge) sind weggebrochen und die Mischfinanzierungen, in denen die meisten Einrichtungen agieren, sind plötzlich nicht mehr auskömmlich. Kurzarbeitergeld, Soforthilfeprogramme des Bundes und speziell vom Land Bremen aufgelegte Soforthilfen werden derzeit von allen gesichtet und beantragt. Auch die freien Künstler*innen der Stadt suchen nach Möglichkeiten für Soforthilfen und Unterstützung.

216 freie Kulturschaffende haben bis zum 2. Mai einen Zuschuss aus dem Sofortprogramm für Künstlerinnen und Künstler des Senators für Kultur erhalten. Die Taskforce der Kulturbehörde bewilligte Zuschüsse von rund 383.000 Euro. Der Bremer Senat hatte das mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Programm am 31. März auf Vorschlag der Kulturbehörde auf den Weg gebracht. „Wir haben mit dem Sofortprogramm eine der Lücken in der bisherigen Architektur der Hilfsprogramme in Corona-Zeiten schließen können“, sagte Staatsrätin Carmen Emigholz. Anders als in anderen Förderflächen nimmt das Kulturressort keine weiterlaufenden Betriebskosten in den Fokus, sondern wegbrechende Einnahmen der Antragsteller*innen. Das Programm ist für diejenigen Künstler*innen gedacht, bei denen nicht die fortlaufenden Kosten bei fehlenden Einnahmen und ein daraus entstehender Liquiditätsengpass – wie im Bundesprogramm –, sondern allein die fehlenden Einnahmen das Problem sind. Derzeit stellen wir fest, dass sich in der Umsetzung des Programms noch Probleme ergeben. Wir kommunizieren sie mit der Kulturverwaltung.

Bremen unterstützt den Bundesratsantrag „Kunst-, Kultur-, Medien- und Kreativlandschaft in Deutschland sichern – Hilfen für Kulturschaffende und Kultureinrichtungen spezifisch und mittelfristig wirkend ausgestalten“, der sich zum Ziel setzt, die Existenz selbstständiger Künstler*innen zu sichern und weite Teile der Kunst-, Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft zu stützen.

Unsere Verbandsarbeit wird an die veränderten Bedingungen angepasst. Wir planen unsere Jahreshauptversammlung als Videokonferenz und hoffen, dass wir sie bis Ende Juni vielleicht (fast) normal durchführen können.

(Stand 20. Mai 2020)

Der Vergleich zwischen den Bundesländern ist in der Zeitschrift SOZIOkultur 2/2020 Lock’n’Roll erschienen.

Die Kraftstation, betreibt in Remscheid über zwei Vereine und eine GmbH das soziokulturelle Zentrum Kraftstation, das Jugendfreizeitheim Gelbe Villa, das Familienzentrum Nordstraße und die Kindertagesstätte Walkürenstraße.

Wir suchen im Rahmen einer Nachfolgeregelung die eigenverantwortliche, kommunikative & begeisterungsfähige Verwaltungsfachkraft (w, m, d) für 33,0 Stunden pro Woche in unserer GmbH.

Ihre Aufgaben umfassen:

 

Wir erwarten:

 

Unser Angebot:

Mehr über uns und unsere Arbeit unter: www.kraftstation.de

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an zoeller@kraftstation.de

Ein Vergleich zwischen den Bundesländern

Die Unterschiede bei den Förderbedingungen für die soziokulturelle Arbeit sind zwischen den einzelnen Bundesländern zum Teil sehr groß. Die Corona-Krise hat diese Unterschiede noch einmal verdeutlicht.

Kultur gehört bekanntlich zu den freiwilligen Aufgaben kommunaler Selbstverwaltung, die deshalb auch durch die Kommunen zu finanzieren sind. Besonders in strukturschwachen Gebieten und in Problemquartieren von Großstädten reichen die kommunalen Einnahmen seit Jahrzehnten bei weitem nicht hin, um eine Grundfinanzierung der soziokulturellen Einrichtungen zu gewährleisten, die ein Mindestmaß an Planungssicherheit bietet. Während der letzten Jahre weisen die Leistungen unserer Mitgliedseinrichtungen sowohl qualitativ als auch quantitativ große Zuwächse auf. Parallel dazu hat sich beim Bund und in den Ländern das Bewusstsein vertieft, dass Soziokultur eine unverzichtbare Rolle für das demokratische Gemeinwesen spielt und mit vereinten Kräften unterstützt werden muss. Zwischen den einzelnen Ländern bestehen aber zum Teil sehr große Unterschiede. Es gab sie bereits während der „normalen“ Vor-Pandemiezeiten, und es gibt sie in den landespolitischen Reaktionen auf die aktuelle Krise. Erstmalig geben die Landesverbände einen Überblick über beides.

 

Teil 3: Brandenburg

 

Die LAG Soziokultur Brandenburg e.V. richtet sich seit 2018 neu aus und öffnet sich seitdem über das Projekt „Musicbase“ Akteuren und Verwertern der Popularmusik, inklusive der Festivals. In der Folge wurde die Geschäftsstelle über Landesfördermittel personell mit vier Teilzeitstellen aufgestockt. Neben und mit der Geschäftsführung sind momentan eine Projektleiterin und eine Referentin im Projekt „Musicbase“, eine Referentin für die Belange der Soziokultur und eine Sachbearbeiterin tätig. Der Geschäftsstellenhaushalt hat sich damit mehr als verdreifacht. Ebenfalls geändert haben wir die Satzung und den Namen der LAG in ImPuls Brandenburg e.V./Landesverband für Soziokultur, Popularmusik und Festivals. Während die Projektförderung des Landes für soziokulturelle Einrichtungen, Initiativen und Projekte in den letzten Jahren nicht signifikant erhöht werden konnte, wurde diese für Popularmusik und Festivals deutlich aufgestockt beziehungsweise erstmalig aufgelegt.

Auf Basis unserer Rahmenvereinbarung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) Brandenburg wurde im Jahresgespräch 2019 mit der Kulturabteilung des MWFK Konsens darüber erzielt, im Zuge steigender Mitgliederzahlen die Landesförderung anpassen zu wollen. Seit dem Shutdown ab dem 11. März 2020 stellten wir die Arbeit in der Geschäftsstelle und in den Mitgliedseinrichtungen zügig auf Krisenbewältigungsstrategien um. In wöchentlichen Telefonkonferenzen der kulturellen Landesverbände mit der MWFK wurden zeitnah Maßnahmen diskutiert, die massive Schäden an der kulturellen Infrastruktur des Landes verhindern helfen sollen. Parallel wurden mit von der Geschäftsstelle initiierten Blitzumfragen zur aktuellen Situation in Einrichtungen unserer Praxisfelder relevante Daten abgefragt, hochgerechnet und gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Kultur des MWFK Brandenburg analysiert. Zudem half der regelmäßige Austausch mit dem Bundesverband Soziokultur, dem Bundesverband Pop und der LiveKomm, nicht den Überblick über die bundesweit erforderlichen und realisierten Rettungsschirme zu verlieren. Nicht zuletzt waren und sind wir im engen Kontakt mit den kultur- und haushaltspolitischen Sprecher*innen des Landtags, um sie für die spezifischen Problemlagen in unserem Arbeitsumfeld zu sensibilisieren. In einem wöchentlichen Corona-Newsletter informieren wir über Ergebnisse der Gespräche mit Politik und Verwaltung, wichtige Maßnahmen, Förderprogramme aller Ebenen sowie Praxistipps.

Der Rettungsschirm des Landes Brandenburg wurde von ursprünglich 500 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro aufgestockt. Seit dem 29. März 2020 werden – neben dem Soforthilfeprogramm für Solo-Selbstständige sowie kleinere und mittlere Unternehmen – aus diesen Mitteln 38,9 Millionen Euro für eine Corona-Kulturhilfe bereitgestellt, insbesondere für kommunale und gemeinnützige private Kultureinrichtungen und Projektträger, die als Teilausgleich von Einnahmeausfällen bis zu 50 Prozent für den Zeitraum vom 11. März bis zum 31. August 2020 verstanden werden.

In der Richtlinie zur Kulturhilfe wird darauf hingewiesen, dass sich der finanzielle Teilausgleich grundsätzlich und ausschließlich auf entstandene Einnahmeausfälle im „ideellen Zweckbetrieb“ bezieht. Insofern ist zu vermuten, dass diese Kulturhilfe soziokultureller Praxis nur bedingt und unzureichend gerecht werden wird. Unabhängig von den Hilfsprogrammen soll die bereits beantragte Projektförderung grundsätzlich fortgeführt werden, um eine existenzielle Gefährdung von Einrichtungen und Projekten zu verhindern beziehungsweise abzudämpfen. Da die entsprechenden Zuwendungsbescheide en gros noch auf sich warten lassen, bleibt abzuwarten, wie hier im Detail tatsächlich verfahren wird. Lobenswerterweise verknüpft das Land unter #KulturBB in Social Media veröffentlichte Inhalte auf der Metaplattform www.kultur-bb.digital. Das Tool hilft.

(Stand 20. Mai 2020)

Der Vergleich zwischen den Bundesländern ist in der Zeitschrift SOZIOkultur 2/2020 Lock’n’Roll erschienen.

Das Stadtteil- und Kulturzentrum MOTTE e.V. in Hamburg-Ottensen sucht zum 01.10.2020 oder später eine*n Presse- und Öffentlichkeitsreferent*in.

Die Stelle startet mit einem Umfang von 20 Std. pro Woche und ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Eine Aufstockung ist im Zuge der Organisationsentwicklung der MOTTE als Institution vorstellbar.

Über uns

Die MOTTE – Verein für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit e.V. ist seit 1976 in der Soziokultur sowie der Kinder- und Jugendhilfe aktiv. Als soziokulturelles Zentrum hat die MOTTE die Entwicklung im Stadtteil aktiv begleitet sowie soziale und kulturelle Initiativen wie z.B. die „altonale“ mitgeprägt. In den Netzwerkorganisationen des Sozialraums und im Quartiersmanagement ist die MOTTE als aktiver Partner vertreten, arbeitet eng mit Bezirk und Behörden sowie überregional im Netzwerk für kulturpolitische Entwicklungen mit verschiedenen Institutionen und Verbänden zusammen. Das Stadtteil- und Kulturzentrum MOTTE richtet sich mit Veranstaltungs-, Kurs- und Werkstatt-Angeboten an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Hierbei vertritt die MOTTE einen auf Diversität ausgerichteten Ansatz, in dem Interkultur und Inklusion im Mittelpunkt stehen. Interdisziplinäre und internationale Projekte werden in unterschiedlichsten Kooperationsverhältnissen umgesetzt. Als Jugendhilfeträger und Träger einer Kita arbeitet die MOTTE seit vielen Jahren mit dem Jugendamt Hamburg Altona und der BASFI (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg) zusammen.

 

Ihre Aufgaben

 

Ihr Anforderungsprofil

 

Was bietet die MOTTE?

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schicken Sie bitte Ihre Bewerbung (mit der eigenen Gehaltsvorstellung, inkl. Zeugnisse und Belege als PDF, max. 5 MB) bis zum 01.09.2020 per Email an: gf@diemotte.de (Michael Wendt)

Bitte beachten Sie, dass Reisekosten nicht übernommen werden können.
Bei Fragen nehmen Sie bitte Kontakt auf mit dem Geschäftsführer Michael Wendt

Ein Vergleich zwischen den Bundesländern

Die Unterschiede bei den Förderbedingungen für die soziokulturelle Arbeit sind zwischen den einzelnen Bundesländern zum Teil sehr groß. Die Corona-Krise hat diese Unterschiede noch einmal verdeutlicht.

Kultur gehört bekanntlich zu den freiwilligen Aufgaben kommunaler Selbstverwaltung, die deshalb auch durch die Kommunen zu finanzieren sind. Besonders in strukturschwachen Gebieten und in Problemquartieren von Großstädten reichen die kommunalen Einnahmen seit Jahrzehnten bei weitem nicht hin, um eine Grundfinanzierung der soziokulturellen Einrichtungen zu gewährleisten, die ein Mindestmaß an Planungssicherheit bietet. Während der letzten Jahre weisen die Leistungen unserer Mitgliedseinrichtungen sowohl qualitativ als auch quantitativ große Zuwächse auf. Parallel dazu hat sich beim Bund und in den Ländern das Bewusstsein vertieft, dass Soziokultur eine unverzichtbare Rolle für das demokratische Gemeinwesen spielt und mit vereinten Kräften unterstützt werden muss. Zwischen den einzelnen Ländern bestehen aber zum Teil sehr große Unterschiede. Es gab sie bereits während der „normalen“ Vor-Pandemiezeiten, und es gibt sie in den landespolitischen Reaktionen auf die aktuelle Krise. Erstmalig geben auf  die Landesverbände einen Überblick über beides.

 

Teil 1: Baden-Württemberg

 

Die LAKS Baden-Württemberg e.V. handelte Mitte der 1980er Jahre mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) eine Förderung für die soziokulturellen Zentren aus. Wurden zunächst Ausstattungs- und Baumaßnahmen gefördert, kamen später die Bereiche Projekte und Laufende Programmarbeit (= institutioneller Zuschuss) hinzu. Die anvisierte Zwei-zu-eins-Förderung (kommunaler Zuschuss gemessen an Landeszuschuss) konnte jedoch aufgrund von Haushaltssperren und stagnierenden Mitteln jahrelang nicht erreicht werden. Erst mit dem Regierungswechsel 2011 von CDU/FDP hin zu Grüne/ SPD wurde sie umgesetzt. Steigende kommunale Förderung und der Aufbau neuer Zentren ließen den Förderbedarf seitdem immer weiter steigen, was das Land jedoch nicht in jedem Fall mittragen kann oder will. So wurden mit den neuesten Förderrichtlinien die Bau- und Projektmittel auf das Nötigste beschränkt und die Haushaltsmittel nur um die üblichen Inflationsraten erhöht.

Als die pandemische Ausbreitung des Coronavirus die deutschen Behörden zwang, den kulturellen Veranstaltungsbetrieb für unabsehbare Zeit stillzulegen, reagierten viele Zuwendungsgeber schnell und umsichtig: Neben einigen Kommunen zahlte auch das Land Baden-Württemberg vorzeitig Raten der für dieses Jahr geplanten Landesmittel aus. Positiv wirkt sich außerdem aus, dass die soziokulturellen Zentren Rücklagen in Höhe von bis zu 30 Prozent ihrer durchschnittlichen zuwendungsfähigen Jahresausgaben bilden dürfen. Diese Umstände haben in den ersten Wochen das Überleben gesichert. Und noch besteht auch die Hoffnung, dass die Landesmittel in der ursprünglich veranschlagten Höhe ausbezahlt werden. So wurden verwendungsrechtliche Richtlinien erarbeitet, die es erlauben – mit Verweis auf die Härtefallregelung –, Fördermittel auch dann nicht zurückzufordern, wenn der Förderzweck nicht oder nicht in vollem Umfang erreicht werden konnte. Aber wie viel Geld vom Land letztendlich wirklich an die Zentren ausbezahlt wird, werden wohl erst die nächsten Monate zeigen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern konnten die soziokulturellen Zentren vom ersten Tag an an der CoronaSoforthilfe des Landes und des Bundes partizipieren. Gemeinnützige Betriebe (auch rein ehrenamtlich geführte) sind antragsberechtigt, soziokulturelle Zentren wurden auf der betreffenden Website des MWK sogar explizit als beispielhafte Antragsteller aufgeführt. Auch dies ist ein Erfolg der Lobbyarbeit der letzten Jahre. Solo-Selbstständige, und somit auch Künstler*innen, dürfen einen Betrag von 1.180 Euro pro Monat als Unternehmerlohn ansetzen. Mittlerweile haben 19 Mitglieder der LAKS einen Antrag gestellt, 14 davon haben bereits Geld in einer Gesamthöhe von über 215.000 Euro erhalten. Und ganz aktuell stellte das MWK seinen Masterplan Kultur vor, der unter anderem einen Nothilfefonds sowie ein Impulsprogramm zur Förderung von ersten kleinen Veranstaltungen in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro umfasst.

Eine wichtige Scharnierfunktion nimmt dabei die LAKS-Geschäftsstelle ein: Sie versorgt ihre Mitglieder mit Informationen bezüglich der Hilfsprogramme, rechtlicher Sachverhalte oder Onlinekultur. Und gleichzeitig steht sie in ständigem Austausch mit dem MWK, den Verwaltungsbehörden und den Fraktionen, um auf die Situation der Zentren aufmerksam zu machen und am Diskurs über Exit-Strategien teilhaben zu können.

Trotz dieser vergleichsweise positiven Umstände stellt sich die aktuelle Lage in manchen Zentren dramatisch dar. Knapp die Hälfte der LAKS-Mitgliedszentren arbeitet mit hauptamtlichem Personal, das vielerorts in Kurzarbeit geschickt werden musste. Und gerade Häuser mit einer hohen Eigenfinanzierungsquote von 70–90 Prozent können ihre Fixkosten trotz aller Hilfsmaßnahmen aufgrund des Einnahmeausfalls nicht decken. Sie sind in absehbarer Zeit massiv in ihrer Existenz bedroht. Hier müssen auch für die nächsten sechs bis zwölf Monate Hilfspakete geschnürt werden. Die ersten Brandbriefe an Verantwortliche wurden bereits verschickt.

(Stand 20. Mai 2020)

Der Vergleich zwischen den Bundesländern ist in der Zeitschrift SOZIOkultur 2/2020 Lock’n’Roll erschienen.

Der Bahnhof Langendreer e.V. sucht zum 1. Oktober 2020 oder später ein*e Mitarbeiter*in für den Bereich Programmplanung im Bereich Politik & Gesellschaft.

Der Bahnhof Langendreer in Bochum ist ein soziokulturelles Zentrum in Selbstverwaltung und verbindet Kultur mit gesellschaftspolitischen Inhalten. Mit seinen über 30 Jahren gehört es zu den ältesten soziokulturellen Zentren in NRW. Unsere Angebote werden jährlich von über 100.000 Gästen wahrgenommen.

Der Bereich Politik & Gesellschaft umfasst Projekte, gesellschaftspolitische Programmreihen und Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Filmveranstaltungen und mehr. Schwerpunkte sind u.a. Rassismus & Antirassismus, Rechtsextremismus, Internationales & globale Gerechtigkeit, alternatives Wirtschaften & Nachhaltigkeit. Da der Bahnhof Langendreer von vielen Initiativen genutzt wird, gehören auch die Betreuung von Nutzer*innengruppen sowie Kooperationen zum Programmbereich.

Dem/der künftigen Stelleninhaber*in obliegen u.a. folgende Aufgaben:

Voraussetzung ist, dass Bewerber*innen ein abgeschlossenes sozialwissenschaftliches Studium oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss oder gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen sowie Erfahrung in der politischen Bildungsarbeit und der Organisation von Veranstaltungen haben.

Wir suchen eine*n belastbare und selbständig arbeitende Mitarbeiter*in mit ausgeprägtem gesellschaftspolitischen und kulturellen Interesse, die/der sich durch Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Kreativität auszeichnet und Freude an der Arbeit im Team hat. Wochenendarbeit und Abenddienste sind selbstverständlicher Bestandteil der Arbeitszeitplanung. Wir freuen uns besonders über Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund, People of Color und Schwarzen Menschen.

Wir bieten

Haben Sie Interesse? Dann mailen Sie Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen (bestehend aus: Anschreiben mit Motivation, Extraseite mit beruflichen Erfahrungen im Bereich Kultur, Lebenslauf und Zeugnissen, max. 5 MB) bitte bis spätestens zum 09.09.2020 an: bewerbung@bahnhof-langendreer.de

 

Stellenanzeige als PDF

Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verantwortete NEUSTART KULTUR-Programm für Corona-bedingte Umbaumaßnahmen läuft an: Für einen wichtigen Programmteil des Rettungs- und Zukunftsprogramms hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters erste Fördergrundsätze bekanntgegeben.

Das Programm NEUSTART KULTUR zielt auf einen Neubeginn des kulturellen Lebens in Deutschland in Zeiten von Corona und danach. Kultureinrichtungen in ganz Deutschland sollen bei der Wiedereröffnung ihrer Häuser und Wiederaufnahme ihrer Programme und Aktivitäten unterstützt werden. Dadurch soll neben der dringend notwendigen Wiedergewinnung eines vielfältigen Kulturangebots auch wieder eine Beschäftigungs- und Erwerbsperspektive für Kulturschaffende entstehen.

NEUSTART KULTUR unterteilt sich dabei in vier Programmteile, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Für den ersten Programmteil „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“, stellt die Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters bis zu 250 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Davon fallen bis zu 25 Millionen Euro in den Bereich der Kulturzentren, Literaturhäuser und soziokulturellen Zentren. Der Bundesverband Soziokultur wird den ersten Programmteil für diesen Bereich durchführen. Mit den Mitteln sollen insbesondere investive Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die in Folge der Einschränkungen im Rahmen der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie notwendig sind. Aber auch weitere zukunftsgerichtete Investitionen zur Stärkung der Attraktivität der Kultureinrichtungen bei Wiedereröffnung und Weiterbetrieb sind erklärtes Ziel der Förderung.

Die Gelder kommen Einrichtungen zugute, deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird. Hier finden Sie die Fördergrundsätze (Link) des ersten Programmteils von NEUSTART KULTUR und hier ein Muster des Antragsformulars (Link).

Nähere Hinweise zur Ausschreibung finden Sie auf www.neustartkultur.de. Die Antragstellung ist für Kulturzentren, Literaturhäuser und soziokulturellen Zentren seit dem 1.9.2020 (online) möglich.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung der BKM, Prof. Monika Grütters

Gesucht werden je ein*e Sachbearbeiter*in Finanzen (w/m/d), Förderreferent*in (w/m/d)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik e.V. (BAG) ist der Verband der Kinderund Jugendzirkusse, Zirkuspädagog*innen und zirkuspädagogische Qualifizierungsinstitute in Deutschland. Auch sieben Landesverbände gehören zu den Mitgliedern der BAG. In Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, verwaltet die BAG die für den Bereich Zirkus bereitgestellten Fördermittel im Programm NEUTSTART KULTUR.

Sachbearbeiter*in Finanzen (w/m/d) – schnellstmöglich!

Für die Finanzbuchhaltung und weitere Aufgaben dieses Förderprogramms suchen wir in Hannover eine/n Sachbearbeiter*in Finanzen in Vollzeit (39 St./Woche)

Aufgaben und Einsatzfelder

Wir bieten

Bunte Lebensläufe sind willkommen! Wenn Sie sich von dieser Ausschreibung angesprochen fühlen, senden Sie Ihre Fragen und Bewerbungsunterlagen (max. 4 Seiten als PDF) zeitnah an: neustart-kultur@zirkus-vielfalt.de

PDF der Stellenanzeige

 

Förderreferent*in (w/m/d) – schnellstmöglich!

Für die administrative Umsetzung dieses Förderprogramms suchen wir in Hannover eine/n Förderreferent*in in Vollzeit (39 St./Woche).

Aufgaben und Einsatzfelder

Wir bieten

Bunte Lebensläufe sind willkommen! Wenn Sie sich von dieser Ausschreibung angesprochen fühlen, senden Sie Ihre Fragen und Bewerbungsunterlagen (max. 4 Seiten als PDF) zeitnah an: neustart-kultur@zirkus-vielfalt.de

PDF der Stellenanzeige

In der Corona-Krise brechen Verteilungskämpfe auf, deren Ausmaß zwar vorstellbar, aber im Detail und in der Dimension noch nicht absehbar ist. Wir erleben eine Verschärfung und Zuspitzung gesellschaftlicher Probleme, die Strukturen sozialer Ungleichheit verfestigen sich. In Ländern, in denen es soziologische Studien zu den Folgen der Corona-Krise gibt, lässt sich beobachten: Je enger beispielsweise die Wohnverhältnisse, desto höher der Anteil der COVID-19- Infektionen; je weniger die Menschen verdienen, desto höher ist der Ansteckungsgrad (siehe Schlachthöfe).

 

Wir erleben eine Verschärfung und Zuspitzung gesellschaftlicher Probleme, die Strukturen sozialer Ungleichheit verfestigen sich.

 

Geflüchtete, Obdachlose, Leiharbeiter*innen – diejenigen, die in prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen leben, infizieren sich häufiger, die Ärmsten stecken sich am ehesten an. Was aber hat das mit der Kulturszene zu tun? Hier lässt sich wie im Brennglas die Auseinanderentwicklung der Gesellschaft beobachten. Die Festangestellten erhalten weiter ihre Gehälter, wenn auch teilweise in Kurzarbeit. Dagegen haben die in den Medien euphemistisch als „frei“ bezeichneten Musiker*innen und Künstler*innen, aber auch all die Kulturarbeiter*innen, die im Hintergrund wirken und ohne die keine Kulturveranstaltungen stattfinden könnten (von Bühnenarbeiter*innen und Techniker*innen bis zu Securityleuten oder Roadies), aufgrund der Corona-Pandemie von einem Tag auf den anderen ihre Arbeitsgrundlage verloren. Und wann der Kulturbetrieb wieder (wenigstens einigermaßen) regulär arbeiten kann, ist nicht absehbar. Das Gros der „freien“, also selbstständigen Kulturschaffenden lebt prekär. Das Durchschnittseinkommen aller Musiker*innen hierzulande beträgt laut KSK gerade einmal 14.628 Euro pro Jahr. Und für die meisten gehen die Einnahmen in der Pandemie gegen Null.

 

Das Gros der „freien“, also selbstständigen Kulturschaffenden lebt prekär.

 

Einige Bundesländer haben mit einer Corona-Nothilfe entgegengewirkt, insbesondere das Land Berlin, das bereits im März eine Art bedingungsloser Grundsicherung in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Die Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit dagegen leider nicht erkannt. Es hat viel zu lange gedauert, bis den freien Kulturschaffenden in den Institutionen wenigstens eine marginale Ausfallgage von „bis zu“ 60 Prozent bei Gagen unter und „bis zu“ 40 Prozent bei Gagen über 1.000 Euro zugesichert wurde. Rätselhaft, warum nicht einfach die Regeln für Kurzarbeit angewandt wurden. Offensichtlich sind der Bundesregierung die Opernsänger*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen weniger wert als die Angestellten in anderen Branchen.

Die Förderung von Solo-Selbstständigen und kleinen Betrieben durch die Bundesregierung leidet unter mangelhafter Konzeption: Betriebskosten werden bezuschusst, eine pauschalisierte Hilfe zu den Lebenshaltungskosten dagegen wird ausgeschlossen. Damit läuft die Hilfe ins Leere. Leider hat die Bundesregierung diesen Denk- und Baufehler auch bei ihrem Konjunkturpaket nicht beseitigt – dort finden sich durchaus einige sinnvolle Fördermaßnahmen für die kulturelle Infrastruktur, die auch Clubs und soziokulturellen Zentren zugutekommen werden und dazu beitragen können, kulturelle Institutionen abzusichern und durch die Krise zu bringen. Individuelle Hilfen für Kulturschaffende fehlen allerdings komplett – Hunderttausende freiberufliche und solo-selbständige Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen werden weiterhin in die Grundsicherung geschickt, in eine Art Künstler*innen-Hartz-IV. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Bundesregierung zwar an die kulturellen Institutionen denkt, weniger aber an die Menschen, die diese Institutionen erst mit Leben füllen und die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft sichern.

 

Ein Meinungsbeitrag von Berthold Seliger aus der Zeitschrift SOZIOkultur 2/2020 

Der Eppendorfer Soziokultur e.V. sucht zum 1. November 2020 eine*n Sachbearbeiter*in Finanz- und Rechnungswesen in Teilzeit mit 20 Wochenstunden.

Aufgaben:

Finanzbuchhaltung (in der Software des Vereins)

  • Aufzeichnung aller Geschäftsfälle anhand von Belegen (Kontierung und Verbuchung)
  • Rechnungsprüfung
  • Überwachung Zahlungsein- und ausgänge, Verwaltung offener Posten
  • lfd. Zahlungsverkehr
  • Führung der Hauptkasse und des Geschäftskontos
  • Rechnungserstellung, Mahnwesen
  • Spendenverwaltung
  • Steuer(vor)anmeldungen

Jahresabschluss

  • Erstellung aller vorbereitenden Jahresabschlussarbeiten, Anlagenbuchhaltung, Bilanz/GuV

Finanzielle Auftragsabwicklung/Fördermittelmanagement

  • Überwachung und Erstellung von Mittelabrufen

Personalverwaltung

  • Vorbereitung aller Unterlagen und Informationen für die monatliche Lohnabrechnung
  • Gehaltsabrechnung erstellen
  • Personalaktenführung
  • Urlaubs- und Fehlzeitenverwaltung

Vereinsverwaltung und allgemeine Verwaltung

  • Mitgliederverwaltung, Ein- und Austritte, Einzug Mitgliedsbeiträge, Spendenwesen
  • Überwachung der Verträge mit Dienstleistern

Profil:

Das solltest du mitbringen:

  • Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung und/oder Berufserfahrung in der Buchhaltung
  • Buchhalterische, möglichst bilanzrechtliche Kenntnisse
  • Sicherer Umgang mit allen gängigen IT-Programmen wie MS-Office
  • Erfahrungen mit digitalen Buchhaltungsprogrammen
  • Eigenständige, zuverlässige und präzise Arbeitsweise
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift;
  • Teamfähigkeit sowie hohe Einsatzbereitschaft und Engagement

Der Verein bietet:

  • Ein interessantes und vielseitiges Aufgabengebiet in einem motivierten Team
  • Hintergrundinformationen über kulturelle Träger
  • Einen modernen Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten und flachen Hierarchien
  • Ein spannendes Arbeitsumfeld in einem selbstorganisierten Gemeinschaftsbüro
  • Eine Vergütung angelehnt an den Tarif des TVL E8 bei 20 Wochenstunden

Über Eppendorfer Soziokultur e.V.:

Der Eppendorfer Soziokultur e.V. ist der Trägerverein des Stadtteilkulturzentrums „KUNSTKLINIK“, der Geschichtswerkstatt Eppendorf und des Quartiersnetzwerks martini.erleben. Mehr: www.kunstklinik.hamburg

Bewerbung:

Bitte sende deine aussagekräftige Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf bis zum 1. September 2020 an:

info@kunstklinik.hamburg

oder

Kunstklinik
Martinistraße 44a
20251 Hamburg

Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich im September 2020 stattfinden.