Kultur und Politik, Pressemitteilung, Zahlen und Fakten

Sonderausgabe Statistik „3, 2, 1 … auf!“ zeigt: Soziokultur auf Wiedereröffnung vorbereitet

Der Bundesverband Soziokultur e. V. ermittelte in einer Blitzumfrage im April 2021 die aktuelle Lage in soziokulturellen Zentren und Initiativen und bezog dabei auch Kultur- und Literaturzentren sowie kulturelle Initiativen mit ein. Die Ergebnisse zeigen, dass passgenaue Fördermaßnahmen griffen und die Akteur*innen mit der finanziellen Unterstützung, mit Widerstandsfähigkeit, Solidarität und kreativer Kraft die extrem schwierige Zeit meistern. Zudem zeichnen sich aber Notwendigkeiten hinsichtlich einer Reform des Zuwendungsrechts ab und es gibt großen Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen. Regelmäßig befragt der Bundesverband Soziokultur e.V. die mittlerweile mehr als 600 Mitgliedszentren, die er vertritt, und veröffentlicht dazu statistische Berichte, zuletzt „Was braucht`s? Soziokulturelle Zentren in Zahlen 2019“. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie erhob der Bundesverband mit einer Blitzumfrage im April 2021 Daten zu Situation und Perspektiven von Kultureinrichtungen über den Tellerrand der Soziokultur hinaus: Befragt wurden neben Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes auch Kultureinrichtungen mit einem ähnlichen Profil, Kulturhäuser, Literaturzentren und kulturelle Initiativen, die erfolgreich Mittel von Bundesförderprogrammen über den Bundesverband Soziokultur e.V. beantragt hatten. Die Ergebnisse stehen deshalb nicht in direktem Zusammenhang zu den regulären statistischen Erhebungen des Bundesverbandes Soziokultur. Beteiligung Die Umfrage bezieht sich auf den Zeitrahmen April 2020 bis April 2021. Bundesweit nahmen 615 Einrichtungen teil. Die Ergebnisse sind übersichtlich zusammengefasst in der Sonderausgabe des statisti-schen Berichts „3, 2, 1 … auf! Lage der soziokulturellen Zentren und Initiativen, Literatur- und Kulturzentren und kulturellen Initiativen 2021“. Der Bundesverband dankt den Teilnehmenden herzlich für ihre Mühe und ihr Engagement! Das vermittelt die Umfrage Die gewonnenen Informationen vermitteln ein konkretes aktuelles Bild der personellen und finanziellen Situation der Kultureinrichtungen, der veränderten Angebote während der Lockdowns, der umfänglichen Vorbereitung auf eine dauerhafte und sichere Wiedereröffnung und bilden die Entwicklungsschübe ab, die Akteur*innen erarbeitet haben. Zudem lassen sich eindeutige Bedarfe nach mehr Vernetzung, Beratung und Qualifizierung ablesen sowie nach einer zeitgemäßen, fundierten, sachdienlichen finanziellen Unterstützung, um die Herausforderungen der Zukunft und absehbare künftige Gefährdungen abzuwenden. Der Bundesverband wird sich dieser Aufgaben annehmen. Kulturorte und Initiativen blieben weitesgehend arbeitsfähig Die Umfrageergebnisse zeigen eines deutlich: Die soziokulturellen Zentren und Initiativen werden weiterhin als Orte der kulturellen Vielfalt und der gelebten Demokratie wirken und somit in Zeiten sich zu-spitzender Spaltung der Gesellschaft an Bedeutung weiter zunehmen. Aufgrund rascher Förder- und Unterstützungsmaßnahmen von allen politischen Ebenen, kurzfristiger Umsetzung durch den Bundesverband sowie aufgrund des Einfallsreichtums und der Energie der Akteur*innen blieben die Kultureinrichtungen zum weit überwiegenden Teil arbeitsfähig. Neben einer Abmilderung der Pandemiefolgen konnte durch Programme wie das Sofortprogramm NEUSTART und das Rettungspaket NEUSTART KULTUR der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) zudem ein Teil des Investitionsstaus in den soziokulturellen Zentren und Initiativen abgebaut werden. Kaum Ausfälle in der Programmarbeit Auch die Programmarbeit wurde wirksam unterstützt. Nicht einmal drei Prozent der befragten Einrichtungen mussten die Veranstaltungen komplett ausfallen lassen. Auch Kurse, Workshops und Projekte wurden zu 90 Prozent so modifiziert, dass sie stattfinden konnten. Kreativ und erfinderisch trafen die Einrichtungen Vorbereitungen für eine neue Digitalität. Durch sie werden Hybridveranstaltungen auch in Zukunft verankert und Teilhabe kann in neuen Dimensionen gedacht werden. Solidarität in den Zentren und Initiativen Die Solidarität der Kolleg*innen vor Ort dabei beeindruckt: Neben vergleichsweise geringen personellen Folgen bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – weit weniger Personen als befürchtet wurde, waren und sind von Entlassung bedroht – konnten auch die meisten Stellen für Freiwilligendienstleistende gehalten werden. Ein großer Teil der Ehrenamtlichen hat sich im Rahmen der Möglichkeiten weiterhin engagiert. Bestens auf Eröffnung vorbereitet Auf eine Eröffnung sind die Zentren und Initiativen so umfassend vorbereitet, dass sie in fast allen Bereichen binnen kürzester Zeit wieder starten können. Sie benötigen dazu von der Politik eine dauerhaft verlässliche Öffnungsstrategie. Das alles zeigt: Die soziokulturellen Zentren und vergleichbare Kultureinrichtungen werden neben spannenden Veranstaltungsprogrammen – engagierter denn je – die Frage „Wie wollen wir leben?“ durch alltägliche und niedrigschwellige künstlerisch-kulturelle Auseinandersetzung, durch Austausch und Beteiligung verhandeln. Aus dem Selbstverständnis der Soziokultur heraus wird der statistische Bericht „3, 2, 1 … auf!“ am heutigen „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“ herausgegeben. _________________________________________________ Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes Soziokultur erhalten die Sonderausgabe des statistischen Berichtes "3, 2, 1 ... auf!" kostenlos. Weitere Infromationen hier. Die Pressemeldung hier zum Download.
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Förderung, NEUSTART KULTUR, Pressemitteilung

Aufstockung BKM-Förderprogramm NEUSTART KULTUR: BUNDESVERBAND SOZIOKULTUR erneut mittelausreichende Stelle

Der Bundesverband Soziokultur e. V. begrüßt die zweite Kulturmilliarde für das BKM-Programm NEUSTART KULTUR. Der Verband sichert der Kulturstaatsministerin seine volle Unterstützung als mittelausreichende Stelle bei der Umsetzung weiterer Teilprogramme in Höhe von 20 Mio. Euro zu, womit sich das Fördervolumen auf insgesamt 68,7 Mio. Euro erweitert. Alle bisher eingereichten förderfähigen Anträge aus der ersten Runde können somit mit einem Zuwendungsvertrag versehen werden. Weitere Ausschreibungsrunden sind für September und November 2021 geplant. Auch Einzelpersonen, die eine Kultureinrichtung betreiben, sind antragsberechtigt. Dies kommt vor allem den kleinen soziokulturellen Zentren und Initiativen in den ländlichen Räumen entgegen. Die Ausschreibungen werden auf unseren Webseiten und Social-Media-Kanälen angekündigt: www.soziokultur.de, www.soziokultur.neustartkultur.de, Facebook und Twitter. Im Rahmen der Ausschreibung des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur e. V. im Herbst 2020 reichten Kultureinrichtungen und Initiativen mehr als 1.000 Anträge ein. Der Bedarf an finanzieller Unterstützung, um die Kultureinrichtungen kurzfristig und flächendeckend den gesundheitspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung anzupassen und auf eine Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen vorzubereiten, war und ist groß. Deshalb begrüßen wir als Bundesverband die erneute Aufstockung des Programms und freuen uns, dass wir als mittelausgebende Stelle für zusätzliche Fördermittel im Rahmen von 20 Mio. Euro auch im Jahr 2022 einen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Stärkung von Kultureinrichtungen leisten können. Durch die Aufstockung erhöht sich die verfügbare Fördersumme für die vom Bundesverband im Rahmen von NEUSTART KULTUR betreuten Kulturbereiche auf insgesamt 68,7 Mio. Euro. Dank der Verlängerung der Fristen für die Weiterreichung der Fördermittel ist nun zudem sichergestellt, dass die Mittel in diesem Umfang auch ausgegeben werden können. Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, sichern wir weiterhin unsere volle Unterstützung bei der bundesweiten Verteilung der Mittel zu, verbunden mit großem Dank für ihr persönliches Engagement in dieser Sache! Eine Zwischenbilanz zur Umsetzung beim Bundesverband zeigt die großen Erfolge des Programms: Mit Hilfe der Fördermittel sind die teilnehmenden Kultureinrichtungen bereit für die Wiedereröffnung. Der vielfältige und intelligente Einsatz der Fördermittel in den Einrichtungen wird im Blog der Webseite zum Förderprogramm illustriert: www.soziokultur.neustartkultur.de Wirksame und nachhaltige Investitionen im Förderbereich „Zentren“  Über die Hälfte der bisher eingereichten Anträge bezog sich auf den Förderbereich „Zentren“ im ersten Programmteil „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“. Die in diesem Bereich verfügbaren Fördermittel von initial 31 Mio. Euro werden derzeit im Rahmen der Förderung an Kulturzentren, Literaturhäuser und soziokulturelle Zentren ausgereicht. Die Mittel fließen in Investitionen für eine baldige und sichere Wiedereröffnung. Aktuell zeigen sich erste Erfolge des Programms: Bisher wurden allein für neue Lüftungssysteme Fördergelder in Höhe von 5 Mio. Euro bewilligt. Daneben können weitere Millionen in Schutzvorrichtungen, Wegeleitsysteme und Open-Air-Bühnen investiert werden – essentielle Maßnahmen, um sich auf eine Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen vorzubereiten und die Sicherheit von Akteur*innen und Nutzer*innen zu gewährleisten. Darüber hinaus ermöglicht die Förderung nachhaltige Investitionen in technische Ausstattung und IT-Infrastruktur. Diese bilden unter anderem die Basis für die Entwicklung von Streaming-Angeboten, über die die Einrichtungen und Initiativen trotz des anhaltenden Lockdowns ein digitales Lebenszeichen in Richtung ihres Publikums senden können. So entstehen zukunftsfähige Infrastruktur und Kompetenz, die auch nach der Pandemie digitale bzw. hybride Angebote ermöglichen werden. Förderbereich „Programm“: Warten auf die Wiedereröffnung mit Publikum Bei der im Programmteil „Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur“ verorteten Einzelmaßnahme „Programm“ gestaltet sich die Situation aufgrund des anhaltenden Lockdowns schwieriger. Die in diesem Bereich verfügbaren Fördermittel von initial 17,7 Mio. Euro sollen Kulturarbeit und -angebote auch unter unwirtschaftlichen Pandemiebedingungen ermöglichen. Dass die zweite und dritte Corona-Welle Kulturarbeit mit Live-Publikum über Monate hinweg unmöglich machen würden, war jedoch zum Start des Förderprogramms nicht vorhersehbar. So konnten viele entsprechend beantragte und bewilligte Maßnahmen noch nicht wie geplant realisiert werden. Die in den Förderanträgen dargestellte Programmplanung muss mit jeder weiteren Woche im Lockdown neu angepasst werden. Zudem hat sich während der langen Zeit der pandemiebedingten Schließungen in den Einrichtungen viel verändert: Teamstrukturen haben sich aufgelöst, Honorarkräfte und ehrenamtliche Helfer*innen sind als wichtige Stützen weggebrochen. Darüber hinaus können mit langer Vorlaufzeit terminierte Auftritte bereits gebuchter Künstler*innen oft nicht verschoben werden. Konkrete Zahlen hierzu wird der Bundesverband Soziokultur am 21. Mai 2021 veröffentlichen. Trotz aller Widrigkeiten: Die Einrichtungen und Initiativen haben eine breite Palette an Angebotsformaten vorbereitet, mit denen sie jederzeit starten könnten. Besucher*innen und Teilnehmer*innen können darauf vertrauen, künftig in sicher ausgestatteten Einrichtungen ein reichhaltiges Programmangebot wahrnehmen zu können. Der Bundesverband Soziokultur wird darüber berichten. _________________________________________________ Die Pressemeldung hier zum Download.
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Förderung, Jugend ins Zentrum

Verlängerung „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“

Vor Kurzem empfahl der Bundesverband Soziokultur dringend einen politischen Beschluss zur Fortsetzung des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) noch in dieser Legislaturperiode. Wir sprachen uns für eine nahtose Fortführung des Programms im Jahr 2023 aus, um nachhaltig die Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen aufrechtzuerhalten, die das Programm verbessert. Am Mittwoch, den 21. April, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek dazu: Das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ soll ab 2023 für weitere fünf Jahre fortgesetzt werden. Bereits für Sommer 2021 ist die Erarbeitung/Veröffentlichung einer Förderrichtlinie geplant. Hier die Pressemeldung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek nachlesen. Die Empfehlung des Bundesverbands Soziokultur zur Fortführung des Programms ist hier nachzulesen.
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Kulturpolitik, ländliche Räume, Zeitschrift SOZIOkultur

Land – Aktuelle Ausgabe Zeitschrift SOZIOkultur

Im urbanen Kontext nimmt die Soziokultur einen festen Platz ein, aber auch auf dem Land ist sie längst fest verwurzelt. Als Ort für Begegnung und Bildung, Kreativität und Kunst ist sie oft der einzige kulturelle „Player“. Demografische Entwicklung und Digitalisierung lassen ihre Relevanz sogar noch steigen. Der Soziokultur in ländlichen Räumen widmet sich die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur. Offenes, positives soziales Klima in soziokulturellen Zentren Zu den ersten Zentren weitab städtischen Lebens gehörte das Haus Felsenkeller in Altenkirchen im Westerwald. Margret Staal beschreibt, wie nicht nur Angebote geschaffen, Akteur*innen vernetzt und Räumlichkeiten instandgesetzt wurden, sondern wie sich damit das soziale Klima generell wandelte, positiver und offener wurde. Das gilt bis heute und zeigt sich vielerorts: Die Künstlerstadt Kalbe in der Altmark begegnet den Folgen des demografischen Wandels. Ein umgebauter Kleintransporter, die „Fette Elke“, tourt für Demokratie und Weltoffenheit durch Mecklenburg-Vorpommern. Im brandenburgischen Stechlin-Institut trifft Kunst auf Visionen und Zukunftsfragen. In Schleswig-Holstein lässt die KulturAkademie Segeberg während der „SE-KulturTage“ Scheunen und Ställe, Kirchen und Werkstätten zu ungewöhnlichen Kulturorten werden. Mit Medienkunst befeuert der KulturBahnhof Viktoria in Itzehoe Partizipation und Teilhabe. Die aktuelle Krise ist dabei Katalysator für Entwicklungen, die sich ohnehin vollziehen. Gerd Dallmann ist gespannt, wie sich mit dem Leben auch die Soziokultur auf dem Land verändert. Schwierig bleibt es allemal. Die strukturschwachen Regionen stellen die Akteur*innen vor große Herausforderungen. Deshalb fordert Katrin Budde, MdB (SPD), gerade im Hinblick auf ländliche Räume, dass Kultur fester Bestandteil der Daseinsvorsorge werden muss, denn kulturelle Angebote gehören zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse dazu. Förderprogramme des Bundes Mehrere Förderprogramme des Bundes helfen derzeit, die Programmarbeit fortzusetzen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Mit „LAND INTAKT – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ konnten die Ausstattung verbessert und dringend notwendige Baumaßnahmen realisiert werden. Das „NEUSTART Sofortprogramm“ und „NEUSTART KULTUR“ reagierten direkt auf die Pandemie. Die Förderprogramme „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“ und „Jugend ins Zentrum!“ fördern die soziokulturelle Projektarbeit auch in ländlichen Räumen. Mit der Umsetzung der Förderprogramme unterstützt der Bundesverband Soziokultur nicht nur soziokulturelle Zentren, sondern auch viele andere Kultureinrichtungen, um die einzigartige kulturelle Landschaft in Deutschland zu erhalten. Auch auf dem Land. Das und noch mehr lesen Sie in der aktuellen SOZIOkultur. Ihre Ute Fürstenberg und die Redaktion SOZIOkultur _________________________________________________ Die Pressemeldung hier zum Download. Zum Download hier die Ausgabe der SOZIOkultur zum Thema „LAND“. Die Printversion können Sie in der Geschäftsstelle des Bundesverbands Soziokultur bestellen.
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Aktuelles, Kultur und Politik

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Weiterentwicklung 2021

Zum Verständnis Wie andere Kulturakteure auch befasst sich Soziokultur mit der Pflege und Förderung künstlerischer Genres und deren einzigartig effektiven Möglichkeiten der Weltwahrnehmung und des Selbstausdrucks. Ihr Ziel besteht darin, in den Nahbereichen der Menschen Räume zu schaffen, in denen sie sich kulturell und kreativ entfalten und gemeinsam Antworten auf die zentrale Frage der Kultur entwickeln können: Wie wollen wir miteinander leben? Deshalb wendet sich Soziokultur mit Veranstaltungen auch an Publikum, wesentlich jedoch an Teilnehmer*innen und Engagierte. Sie hält es für den falschen Umgang mit Konflikten, unterschiedliche Interessen auf dem schnellsten Wege gegeneinander zu entscheiden. Vielmehr sieht sie ihre Aufgabe darin, aus den vielfältigen Kompetenzen, Erfahrungen und Interessen der Menschen Synergien für neue Lösungen zu gewinnen. Künstlerische Annäherungen an offene oder umstrittene Probleme hält sie dabei auf allen Levels von der amateur- bzw. laienhaften bis zur meisterlichen Beherrschung für unverzichtbar. Soziokultur will als Energiequelle und Role Model einer Demokratie wirken, die auch und gerade in Krisen ihre Potenziale nutzen kann und erstarkt. Das bestimmt den Blick des Bundesverbands auf die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Position des Bundesverbands Soziokultur Uns ist sehr wichtig, dass die Deutsche Bundesregierung komplexe Anstrengungen für ihre Nachhaltigkeitsstrategie unternimmt und damit auch die Ziele des Pariser Klimaabkommens verfolgt, dass sie sich engagiert, um der besonderen globalen Verantwortung Deutschlands – als eine der alten Industrienationen und großem Verursacher von Klimaschäden – gerecht zu werden. Wir haben Respekt vor der Vielzahl von Expert*innen und Akteur*innen, die ihr Wissen und ihre Arbeit in den vorliegenden Entwurf eingebracht haben und wir begrüßen die bereits praktizierte Absicht, breite Bevölkerungsgruppen in die Erarbeitung und Realisierung der Nachhaltigkeitsstrategie einzubeziehen. Wir würdigen, dass die Notwendigkeit ökologischer, sozialer und ökonomischer Transformationen als ganzheitliche Herausforderung behandelt und dass die Kultur dabei als maßgeblicher Einflussfaktor erkannt wird. Dass die Fragen von Governance, Operationalisierung und Monitoring breiten Raum einnehmen, halten wir für zielführend und für unsere eigenen Anstrengungen für hilfreich. NEUSTART KULTUR schätzen wir als Überlebenshilfe der Bundesregierung für den Kulturbereich in Zeiten der Pandemie hoch. Das Programm hilft uns dabei, Teile des in Jahren angehäuften Investitionsstaus abzubauen und wird nachhaltige Wirkungen für die beteiligten Einrichtungen haben. Wir danken der Beauftragten für Kultur und Medien für ihren engagierten Einsatz. Für eine weitere nachhaltige Lösung der sozialen Situation der selbständigen Künstler*innen, Honorarkräfte und Unternehmer*innen im Kulturbereich bieten wir unsere Mitwirkung an. Wir freuen uns, dass der Kulturbereich ausdrücklich zu den wichtigen gesellschaftlichen Akteuren gezählt wird. Besonders im Blick auf die Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands Soziokultur denken wir allerdings, dass es zu einseitig ist, seine Wirksamkeit hauptsächlich auf Innovation und Kreativität festzulegen. Für das Gelingen von Zukunft halten wir die gemeinsame Entwicklung und die Vermittlung von Werten sowie die Konfliktfähigkeit der Gesellschaft für ebenso entscheidend. Für beides leisten die Akteur*innen der Soziokultur unverzichtbare Beiträge. Wir regen an, dies in der Nachhaltigkeitsstrategie zu berücksichtigen. Begründung: Seit der Gründung der ersten soziokulturellen Zentren vor mehr als einem halben Jahrhundert spielen Fragen der Umwelt und der Nachhaltigkeit in den Mitgliedseinrichtungen des Verbands eine wichtige Rolle. Mehrere Jahrzehnte lang haben wir das Thema zwar immer wieder bearbeitet, konnten aber die entsprechenden realen Ergebnisse schwer oder kaum erfassen und beurteilen. Gemeinsam mit dem Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim haben wir im Projekt „Jetzt in Zukunft“ – unter anderem durch die gemeinsame Definition von Indikatoren und Festlegung konkreter Verantwortlichkeiten – Voraussetzungen für ein effektives Monitoring geschaffen. Dies fußte auf der Arbeit, die der Rat für Nachhaltige Entwicklung in einen breit anwendbaren Deutschen Nachhaltigkeitskodex investiert hat. Den ersten Datensatz über den entsprechenden aktuellen Ist-Zustand haben wir bereits erhoben und ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im statistischen Bericht „Was braucht’s? Soziokulturelle Zentren in Zahlen 2019“ veröffentlicht und stehen zum Download zur Verfügung. Für künftige Erhebungen ist Vergleichbarkeit gewährleistet. Wir werden uns in den kommenden Jahren weiter konzentriert mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. Zukunftsfähigkeit befassen. Die Bedingungen dafür haben sich während der letzten Zeit stark verändert. Zum einen drängen die immer drastischer ausfallenden Folgen des Klimawandels zu immer größerer Eile. Zum anderen führt der durch die Digitalisierung bewirkte und durch die Pandemie noch beschleunigte Strukturwandel in allen Bereichen zu Verwerfungen und Disruptionen, die unsere Akteur*innen vor Ort hautnah spüren. Ängste, Unsicherheiten und Konflikte bis hin zu Polarisierungen nehmen zu, während die Konfliktfähigkeit der Gesellschaft seit langem abnimmt. Vor diesem Hintergrund bildet der Übergang zur zukunftsfähigen Gestaltung unserer eigenen Arbeitsprozesse nur einen Teil unseres Engagements. Vor allem geht es in den Mitgliedseinrichtungen des Verbands darum, sich aus der Komfortzone der Gleich- oder Ähnlich-Gesinnten in den gewohnten Netzwerken hinaus zu bewegen. Wir streben danach, in neuen Formaten mit Laborcharakter die an den jeweiligen Orten vorhandenen unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Interessen der Menschen zusammen zu bringen, Synergien für beste Lösungen zu entwickeln, Konflikte nicht nur diskursiv, sondern auch mit künstlerischen Mitteln zu artikulieren und sie so emotional verhandelbar zu machen. Darin sehen wir eine wesentliche Aufgabe der Soziokultur.
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Artikel

15.06.2021
LAND, ländliche Räume, NEUSTART KULTUR, Zeitschrift SOZIOkultur

Bereit für die Zeit nach dem Lockdown – NEUSTART KULTUR im ländlichen Raum

Im ländlichen Raum spielen soziokulturelle Zentren und Initiativen eine besondere Rolle. Sie sind in ihrer Region häufig die einzigen Anlaufstellen für den besonderen Mix aus niedrigschwelliger kultureller Teilhabe und demokratischer Charakter- und Meinungsbildung. Die spezifischen Rahmenbedingungen, unter denen sie Kulturarbeit leisten, spiegeln sich in ihren Plänen für die Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen wider. Ländliche Räume – […]
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14.06.2021
LAND, Netzwerk Soziokultur, Zeitschrift SOZIOkultur

Kulturbahnhof Viktoria: Die Kunst zu wachsen – über sich selbst hinaus

Der KulturBahnhof Viktoria in Itzehoe befördert mit Medienkunst Partizipation und Teilhabe. Er ist Thabea Schultz` Arbeitsplatz. Idee und Aktion Der Anfang von allem liegt zwei Jahre vor der eigentlichen Gründung von K|9 und vom KulturBahnhof Viktoria. Im Herbst 2012 besuchen Ingrid Ebinal und Thomas Engel eine öffentliche Veranstaltung des „Kulturdialogs“ der Landesregierung von Schleswig-Holstein. Dort […]
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10.06.2021
#KOOPERATIONEN, Kultur und Politik, Netzwerk Soziokultur, Veranstaltung, Verbandsnachrichten

Soziokultur im Change: Tagungsdokumentation online!

Am 2. Juni 2021 fand die Online-Fachkonferenz Soziokultur im Change! Nachhaltige Zukunftsgestaltung in Kultureinrichtungen statt. Wir hatten auf unserer Webseite darauf hingewiesen. Die Stiftung Niedersachsen hat zwischen 2016 und 2021 insgesamt 15 soziokulturelle Einrichtungen und Initiativen, theaterpädagogische Zentren und Kultureinrichtungen im ländlichen Raum mit dem Förderprogramm sozioK_change bei ihren Organisationsentwicklungsprozessen begleitet. Ziel war es, mit […]
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04.06.2021
Förderung, Jugend ins Zentrum

Digitale Antragsberatung zur laufenden Ausschreibung

Beim Förderprogramm „Jugend ins Zentrum!“ können noch bis zum 13. Juni 2021 Projektanträge für 2021 und 2022 gestellt werden. Es kann das vereinfachte Kurzformat „Ferienwerkstatt“ beantragt werden. Frühester Projektstart der Ferienwerkstätten ist Juni 2021. Alle Projekte müssen spätestens zum 31. August 2022 beendet sein (Ende von „Kultur macht stark II“). Die Antragstellung verläuft einstufig direkt […]
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03.06.2021
Stellenangebote

Geschäftsführung mit Weit- und Überblick

Das Kulturzentrum Dieselstrasse e. V. in Esslingen sucht zum 1. Februar 2022 eine Geschäftsführung mit Weit- und Überblick (m/w/d) Das Kulturzentrum Dieselstrasse ist ein klassisches soziokulturelles Zentrum in Vereinsträgerschaft. Neben einem laufenden Jazz-, Folk-, Rock-, Indie- und Kabarettprogramm bieten wir regelmäßig Tanzveranstaltungen, Kindertheater und Klassische Frühstücke. Vier Tanz-/Theatergruppen proben und inszenieren regelmäßig in unserem Haus. […]
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02.06.2021
Verbandsnachrichten

Trauer um Hans-Michael Krüger

Wir teilen die Trauer und Bestürzung aus dem Kreis des Kulturzentrums Faust und unseres Landesverbandes Soziokultur Niedersachsen um Hans-Michael Krüger. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen, denen wir viel Kraft wünschen. Auch den Kolleginnen und Kollegen im Kulturzentrum Faust wünschen wir große Stärke, den Verlust zu tragen. Seiner bisherigen Stellvertreterin und jetzigen Nachfolgerin Luna Jurado […]
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Veranstaltungen

 

22. Jun -

24. Jun

AfP-Seminar in der Zinnschmelze/Hamburg

Seminar zur Sicherheit von/bei Veranstaltungen in soziokulturellen Zentren in der Zinnschmelze - Barmbeker Verein für Kultur und Arbeit, Maurienstr.19, Hamburg.
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20. Jul -

22. Jul

AfP-Seminar in der Brunsviga/Braunschweig

Seminar zur Sicherheit von/bei Veranstaltungen in soziokulturellen Zentren im Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga in Braunschweig. Vorhang auf, Bühne frei ... so heißt es nicht nur in Opernhäusern und großen Theatern, sondern auch in soziokulturellen Einrichtungen. Da in den Kulturzentren die Szenenflächen oft eher kleiner sind, auf denen die unzähligen Veranstaltungen stattfinden, so stellt der Gesetzgeber auch hier einige Anforderungen an die Sicherheit. SEMINARINHALT Überblick über die relevanten Gesetze und Verordnungen Leitung und Aufsicht in Veranstaltungsstätten Ermittlung von Gefährdungen, Erarbeiten von Schutzzielen und Ableitung von Maßnahmen Brandschutz, Notfallmaßnahmen Umgang mit veranstaltungstechnischem Equipment Unterweisung von Mitwirkenden Verantwortung und Haftung REFERENT Thomas Schiffmann ist Meister für Veranstaltungstechnik und technischer Betriebswirt. Nach Tätigkeiten für verschiedene Veranstaltungstechnik-Firmen und den Bayerischen Rundfunk hat er zwischen 2004 und 2011 die Abteilung Veranstaltungstechnik im Kulturzentrum E-Werk (Erlangen) geleitet. Mittlerweile ist er dort in der Verwaltung tätig, kümmert sich aber weiterhin u. a. um den organisatorischen Brandschutz, Fragen rund um die Besuchersicherheit und die Planung der Notfallorganisation. ZIELGRUPPE Das Seminar ist konzipiert für Mitarbeiter*innen von soziokulturellen Zentren, die mit der (technischen) Durchführung von Veranstaltungen betraut sind. Sinnvoll ist die Teilnahme auch für Mitarbeiter*innen in der Verwaltung und Leitung, die für die Personalauswahl für Veranstaltungen verantwortlich sind. Anmeldungen bitte an: Daniela.Koch@soziokultur.de DAUER 3 Tage (in der Regel Di. – Do.) 1. Tag: 10:30 - 17:00 Uhr 2. Tag: 09:00 - 17:00 Uhr 3. Tag: 09:00 - 15:00 Uhr HINWEIS Das Seminar wurde für ein zeitliches Minimum konzipiert. Eine zeitliche Verkürzung ist nicht möglich, auch eine teilweise Teilnahme ist nicht sinnvoll. KOSTEN Für Kolleg*innen von Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands Soziokultur e.V. übernimmt der Bundesverband einen Teil der Kosten. Preis für Mitarbeiter*innen von Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands Soziokultur e. V.: 150,00 Euro (inkl. 7 % MwSt.) pro Person Preis für externe Teilnehmer*innen: 400,00 € (inkl. 7 % MwSt.) pro Person Im Preis inbegriffen sind eine warme Mahlzeit pro Seminartag, Tagungsgetränke und -snacks sowie umfangreiche Unterlagen. Fahrt- und Übernachtungskosten sind im Preis nicht inbegriffen. FÖRDERHINWEIS Die Ausschreibung und Anmeldung erfolgt vorbehaltlich der Fortführung der Förderung des Bundesverbandes durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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17. Aug -

19. Aug

AfP-Seminar im Kulturzentrum Schlachthof, Bremen

Seminar zur Sicherheit von/bei Veranstaltungen in soziokulturellen Zentren im Kulturzentrum Schlachthof e.V. Findorffstr. 51, 28215 Bremen.
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Publikationen

Aktuelle Programme des Bundesverbandes

 

Jugend ins Zentrum!

Unser Förderprogramm im Rahmen des Bundesprojekts „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (BMBF) für Kunst- und Kulturprojekte mit Kindern und Jugendlichen.

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NEUSTART KULTUR

Der Bundesverband Soziokultur verantwortet als einer von mehreren Fachverbänden einen Teil des Förderprogramms von NEUSTART KULTUR (Programmteil 1d) „Zentren“ und Einzelmaßnahme 3.5d) „Programm“).
Mit NEUSTART KULTUR wurde ein umfassendes Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich geschaffen, das mit Mitteln in Höhe von einer Milliarde Euro hilft, den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten.

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NEUSTART. Sofort­programm für Corona-bedingte Investitionen in Kultur­einrichtungen

Das Programm richtet sich an Museen, Ausstellungshallen, Gedenkstätten, Veranstaltungs­orten für Konzert, Tanz- und Theateraufführungen sowie soziokulturellen Zentren und Kulturhäuser. In Zeiten der Corona-Krise sollten vor allem kleinere und mittlere Kultureinrichtungen unterstützt werden, die Zugänglichkeit von Kultureinrichtungen und deren Vermittlungsangebote zu sichern und die Wiedereröffnung zu ermöglichen. Eine Antragsstellung ist nicht mehr möglich.

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UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier

Zur Aktivierung der Nachbarschaft erproben ausgewählte soziokulturelle Zentren künstlerische Beteiligungsformate in ihren Stadtteilen.

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LAND INTAKT - Soforthilfe­programm Kultur­zentren

Mit diesem Projekt werden Investitionen für Kulturzentren in ländlichen Räumen gefördert und damit ihr Betrieb und ihre Weiterentwicklung gestärkt.

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