Zeitschrift SOZIOkultur
 
Die SOZIOkultur informiert über Prinzipien, Praxis und Perspektiven soziokultureller Arbeit. Zu Wort kommen sowohl Praktiker*innen aus der Soziokultur als auch Autor*innen aus (Kultur-) Politik und (Kultur-) Wissenschaft. Die Zeitschrift berichtet über Entwicklungen und Projekte in den einzelnen Bundesländern und in der Kulturpolitik auf Bundesebene und richtet ihren Blick regelmäßig auf europäische Entwicklungen.
 
Sie können die quartalsweise erscheinende Zeitschrift in der Online-Version hier kostenlos einsehen oder als gedruckte Broschüre zum Preis von 3,50 Euro beziehen. Das jährlich zum 1. Dezember kündbare Jahresabo kostet 18,30 Euro.
 

Themen 2017

 
 

 

Informationsdienst Soziokultur 03/07

Musik

Mehr als vier Millionen Menschen besuchen pro Jahr die gut 27.000 Konzert-, Disco- und Tanzveranstaltungen in den rund 470 Einrichtungen unseres Verbandes. Hinzu kommen Kurse, Workshops, Bandproben und Festivals, bei denen Musik die Hauptrolle spielt. Grund genug, den Besonderheiten von Musik in soziokulturellen Zentren eine Ausgabe zu widmen. An konkreten Beispielen beleuchten wir verschiedene konzeptionelle Zugänge. Mit Susan Weinert porträtieren wir eine der weltbesten Jazz- und Weltmusikgitarristinnen (sic!). Sie bekennt sich ganz klar zu ihren Wurzeln in der Soziokultur. Christoph Waitz, kultur- und medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, unterstreicht die Bedeutung von soziokulturellen Zentren für die Musikförderung in Deutschland. Auch der Länderteil beinhaltet Beiträge zum Thema.

READER mit dem Thementeil der Ausgabe

Informationsdienst Soziokultur 02/07

Ja, aber ...
Bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement - kurz BE - ist ein Recht und keine Pflicht. Daher dürfe der
Staat es auch "nicht als Ausfallsbürgen für leere Staatskassen mißbrauchen", so Ute Kumpf (MdB) in dieser Ausgabe. Soziokulturelle Arbeit ist ohne das bürgerschaftliche, freiwillige und unbezahlte Engagement vieler gar nicht denkbar. Als "durchgängiges Strukturprinzip" bezeichnet es daher auch Dorit Klüver im einleitenden Beitrag. Zugleich verweist sie darauf, dass BE kein Ersatz ist für bezahlte Arbeit. Im Gegenteil, um sich zu entfalten, braucht es professionelle Ermöglicher. Kulturzentren bieten den Engagierten Raum, Technik, PR und fachliche Anleitung. Selma Tuzlali befragt zwei Praktikerinnen über ihre Erfahrung mit dem "Ermöglichen". Thomas Röbke fordert von den Zentren, nicht beim Erreichten stehenzubleiben. Die Ausgabe versucht zu zeigen, wie vielfältig das Engagement selbst und auch die Sichtweisen darauf sind.

Informationsdienst Soziokultur 01/07

Stadtentwicklung

Dass Kultur wichtig ist für eine lebendige und lebenswerte Stadt, scheint heute breiter Konsens zu sein. Für die Soziokultur ist Stadt(teil)entwicklung ein Klassiker. Hinter der Inanspruchnahme des Intendanz-Begriffs für die Soziokultur steht jedoch ein neues Konzept, das eine aktuelle Antwort auf heutige Herausforderungen gibt. Kulturelle Intendanzen in der Stadt(teil)entwicklung, wie es die Zentren sind oder sein sollen, sollten Impulse setzen, Profile schärfen, professionell managen und sektorenübergreifend vernetzen, fordert Yvonne Fietz. Ihr Beitrag findet seine Entsprechung bei Peter Vermeulen. Den Bogen zwischen Stadtteil und Bundespolitik schlägt Monika Grütters am Beispiel Berlin, das Porträt des KASCH in Achim belegt die Relevanz auch für den ländlichen Raum. Der Pavillon aus Hannover steuert die ästhetische Komponente bei.

Informationsdienst Soziokultur 04/06

Sinn und Sinnlichkeit
Was ist heute Soziokultur?

Eigentlich ist die Dualität, ja Dialektik von Sinn und Sinnlichkeit keine Besonderheit der Soziokultur, sie wohnt jeder künstlerischen und kulturellen Aktivität inne. Doch hier ist der Zusammenhang wohl am stärksten erfahrbar, wenn der Disco-Besucher in der Kneipe mit den zeitgleich tagenden Globalisierungsgegnern ins Politisieren gerät, wenn die ZuschauerInnen sehr viel dichter am künstlerischen Produktionsprozess dran sind als andernorts, wenn in den Zentren zugleich experimentiert, ausgebildet, produziert und präsentiert wird. Weil sich hier alle Altersgruppen und Schichten begegnen (können). Weil in der Soziokultur Kunst und Kultur nicht Selbstzweck sind, sondern Gesellschaft gestalten. Eigentlich sollte sich daher jedeR die Frage danach, was Soziokultur heute ist, selbst beantworten können. Dass dies nicht der Fall ist, liegt nicht nur an dem sperrigen und unscharfen Begriff, sondern auch daran, dass der Soziokultur wichtigstes Merkmal die Vielfalt ist, die sich eben der Verallgemeinerung entzieht.

Informationsdienst Soziokultur 03/06

Los! Stop! Schade!?

Zum Verhältnis von außerschulischer und schulischer Bildung
 
Seit »Rhythm is it...« weiß nun auch der letzte Bildungsmuffel, dass schöpferischer Umgang
mit Kultur und Kunst vor allem jungen Menschen möglich macht, sich innere und äußere
Welten zu erschließen. Zahlreiche Studien belegen, dass kulturelle Bildung die Persönlichkeit formt , das soziale ebenso wie das moralische Bewusstsein schult und damit die Zukunftschancen von uns allen stärkt, denn kulturelle Bildung ermöglicht schließlich jedem, sich in einer permanent sich ändernden Umgebung zu orientieren und sein Leben offensiv und selbst verantwortlich zu führen. Und selbstbewusste, kreative und sozial aktive Menschen tragen die Gesellschaft. Kreativität und Engagement, Neugier und Durchhaltevermögen sind Grundanliegen auch von Soziokultur. Und so gehören die verschiedensten Facetten von Bildung mit Kunst und Kultur zum Kernbestand der Angebote Soziokultureller Zentren. Hier weiß man aber auch genau, das Bildung Kontinuität benötigt, dass »Ex« und »Hopp«, wie es so typisch ist für Politik-Programme, mehr Schaden denn den gewünschten Nutzen bringen.

 

Informationsdienst Soziokultur 02/06

Zu arm, zu bunt, zu alt?
Soziokultur und demografischer Wandel

Heutige Verteilungskämpfe finden nicht mehr zwischen Kapital und Arbeit statt, sondern,
»weltweit gedacht, zwischen Kapital und Menschheit«, zieht Reinhold Knopp sein Fazit. Zu radikal oder zu pauschal gedacht? Wohl eher typisch soziokulturell, nämlich von den Betroffenen her. Ebenfalls typisch für die Soziokultur: Hier bildet sich jeder sein eigenes Urteil, zum Beispiel über die Mythen, die sich um Alte, Alter und Altern ranken. Hier ist eine Veränderung nicht nur Gefahr, sondern auch Chance, zum Beispiel für neues Leben in leer stehenden Plattenbauschulen. Hier versucht man die Interessen aller zu berücksichtigen und zu bündeln, der Dazukommenden wie der schon Ansässigen, zum Beispiel beim FAUST e.V. Und hier gibt es »Orte, wo Generationen sich begegnen und helfen, auch wenn sie nicht miteinander verwandt sind«, wie sie die Bundesfamilienministerin fordert.

Informationsdienst Soziokultur 01/06

Fußball als Soziokulturelles Phänomen
 
Ein seltsames Paar sind Fußball und Soziokultur nur auf den ersten Blick. Denn sie haben
eine Menge Berührungspunkte, wie diese Ausgabe belegt. In viel mehr Zentren, als wir selbst vermuteten, wird Fußball gelebt und begriffen, wie es dem Prinzip Soziokultur entspricht: „solidarisch, lebendig, bunt und vielfältig, lebensnah, mit- statt gegeneinander, emanzipatorisch. Zum Beispiel mit „Bildung durch Fußball“ (Uli Glaser), welche die Integrationsbereitschaft auf allen Seiten erhöht. Zum Beispiel bei der antirassistischen Weltmeisterschaft, einem jährlich in Italien stattfindenden Festival rund um Fußball, Politik und Kultur. Zum Beispiel in St. Pauli, wo mit Corny Littmann ein offen schwuler Künstler als Vereinspräsident erfolgreich den Männlichkeitskult ad absurdum führt. Und nicht zuletzt durch Netzwerke wie FARE, das in mittlerweile 35 Ländern Europas gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kämpft, nicht nur in den Stadien, sondern auch an Schulen und in Vereinen.

Informationsdienst Soziokultur 04/05

 Arbeitsplatz Soziokulturelles Zentrum

Anders arbeiten ... ist Alltag in soziokulturellen Zentren, meist unbeachtet von Politik und Wirtschaft und von den Gewerkschaften ob des Ausmaßes an Identifikation mit dem Arbeitsort eher beargwöhnt. In Soziokulturellen Zentren arbeiteten 2004 etwa 21.500 Menschen, davon 9.500 bezahlt und 12.000 unentgeltlich, so die gerade ausgewertete Statistik. Für viele von ihnen sind die Zentren nicht nur Bindeglied, sondern auch Sprungbrett zwischen kultureller Freizeitbeschäftigung und professionellem Broterwerb, wie Jürgen Barth am Beispiel der Bessunger Knabenschule in Darmstadt beschreibt. Soziokulturelle Zentren sind zudem potenzielle Kristallisationspunkte neuer Formen von Arbeit, meint Andreas Kämpf und findet Bestätigung bei Gert-Andreas Oberfell, der den Zentren am Beispiel der Tauschringe viel nützliche Erfahrung mit Selbstorganisation attestiert und sie als Orte der Begegnung mit einer offenen, aber relativ stabilen Verwaltungsstrukturm schätzt. Und Soziokulturelle Zentren nehmen die Herausforderung von anderem Arbeiten selbst an. Das Steinhaus Bautzen zum Beispiel sieht sich auf gutem Weg zu einem modernen sozialwirtschaftlichen Unternehmen.

Informationsdienst Soziokultur 03/05

Ein Netz der Netze
Soziokultur in Europa

Europa braucht Begegnung, dann gelingt es auch. Wie auf dem Berliner Workshop des ENCC im Juni, als VertreterInnen Soziokultureller Zentren aus 8 Nationen zwei Tage lang Erfahrungen austauschten und ihre Netze fester knüpften.  Europa ist Vielfalt mit einem gemeinsamen Kern – wie auch die europäischen Kulturzentren es sind. So könn(t)en die Zentren Labore sein für ein funktionierendes Miteinander im europäischen Haus –jenseits ökonomischer und politischer Interessen. Die Kurzporträts von Seite 4 bis 7 geben Einblick in Vielfalt und Gemeinsamkeiten von Verbänden in verschiedenen Ländern Europas. Wie sich die Zentren selbst dem Thema Europa nähern, zeigt eine kleine Auswahl von Projektbeispielen. Politik und Wirtschaft können sich auch als Verbündete erweisen, wie das Porträt der EU-Parlamentarierin Helga Trüpel und das niederländische Kulturhus-Programm belegen. Und schließlich werfen wir noch einen Blick über den europäischen Tellerrand hinaus ins fernöstliche Japan.

Informationsdienst Soziokultur 02/05

Für eine Zukunft mit Zukunft
Soziokultur und Nachhaltigkeit

Wie hängen Soziokultur und Nachhaltigkeit zusammen? Martina Eick und Michael Wehrspaun vom Umweltbundesamt halten das Aufzeigen der Lebbarkeit von Nachhaltigkeitsorientierungen für eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ für erfolgsentscheidend und erhoffen sich dies u. a. von den Akteuren der Soziokultur. Die Kulturwissenschaftlerin Hildegard Kurt sieht in dem offenen, inklusiven Kultur-(selbst)verständnis der Zentren „genau die Ressourcen, die heute entscheidend sind für die nötige gesellschaftliche Transformation“. Und die ehemalige Greenpeace-Aktivistin und Umweltministerin Monika Griefahn, Vorsitzende des Bundestagskulturausschusses, attestiert der Soziokultur auf Grund ihrer präventiven Wirkung und ihrer positiven Auswirkung auf die Lebensumstände zahlreicher Menschen sogar eine größere Nachhaltigkeit als der Sozialarbeit.