Studien

Das Praxisfeld Soziokultur ist auch ein Feld für Studium und Forschung. Wir möchten hier neben den Publikationen renommierter Autor/-innen auch die Arbeiten von Student/-innen der Kulturwissenschaften bereitstellen. Wenn Sie uns ergänzend eine Studie empfehlen können, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis.  


 

Dr. Christoph Mager, Institut für Geographie und Geoökologie, Karlsruher Institut für Technologie

Alternative kulturelle Einrichtungen in deutschen Städten und Gemeinden. Ein Beitrag zur Kritik ökonomischer Perspektiven auf Kreativräume

Mit der umfassenden Bestandsaufnahme im Enquetebericht des Deutschen Bundestages „Kultur in Deutschland“ von 2007 rücken neben öffentlichen und privatwirtschaftlichen Infrastrukturen auch zunehmend alternative Einrichtungen des zivilgesellschaftlichen Kultursektors in das Blickfeld von Kulturpolitik, Raumplanung und Kreativwirtschaft. Der Beitrag von Dr. Christoph Mager argumentiert am Beispiel der materiellen und diskursiven Entwicklungen soziokultureller Zentren seit den 1960er Jahren, dass kultur- und kreativwirtschaftliche Perspektiven zentrale Dimensionen kultureller Infrastrukturen systematisch ausblenden. Unter anderem unterschätzt ein bevorzugt innerstädtischer Fokus die Rolle von Kultureinrichtungen im suburbanen Raum und auf dem Lande, deren zivilgesellschaftliche Formen dort wichtige und die oftmals einzigen Ankerpunkte für kreative Praktiken darstellen.

Robert Hillmanns

Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren. Bestandsaufnahme und Reflexion (Master-Thesis, 2014)

Deutschland ist ein Einwanderungsland und der demografische Wandel lässt die deutsche Gesellschaft in Zukunft älter, bunter und weniger werden, wie es die Stiftung Niedersachsen (2006) formulierte. Diese Entwicklung stellt nicht zuletzt auch öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen vor neue Herausforderungen und Chancen. Denn mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesamtbevölkerung verändern auch das Publikum und seine Interessen. Um der steigenden kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft begegnen zu können, scheint ein Prozess der interkulturellen Öffnung zwingend notwendig.

Christin Engelbrecht

Analyse der Machbarkeit einer ethischen Kulturstätte (Masterarbeit, 2014)

Kann eine Kulturstätte sich nachhaltig aufstellen? Und können hierbei ethische Prinzipien auf sämtlichen Ebenen berücksichtigt werden? Diese Fragen versucht die vorliegende Publikation zu klären und gibt damit einerseits einen möglichen Lösungsvorschlag zu den umfangreichen Herausforderungen, denen sich der Kulturbereich durch sinkende Subventionen und steigenden Legitimationsdruck ausgesetzt sieht. Andererseits kann die ethische und nachhaltige Kulturstätte auf die veränderten Ansprüche vieler Verbraucher reagieren und einen wegweisenden Platz in der Nachhaltigkeitsdebatte einnehmen.

Mareike Alscher, Patrick J. Droß, Eckhard Priller, Claudia Schmeißer

Vereine an den Grenzen der Belastbarkeit (2013)

Deutschland ist das Land der Vereine. Mehr als jeder zweite Deutsche ist Mitglied in einem Verein, viele gleich in mehreren. Weit über die Hälfte aller ehrenamtlich ak­tiven Bürgerinnen und Bürger engagieren sich unter dem organisatorischen Dach von Vereinen. Deren Vielfalt ist beeindruckend, doch ihr Selbstverständnis und ihre Möglichkeiten haben sich stark verändert, wie eine Befragung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt.

Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V.

Agieren mit Kunst (2013)

Im Sommer 2013 kamen Tanz-, Theaterschaffende und Kulturpädagogen aus ganz Deutschland sowie Kinder und Jugendliche aus der Region Stuttgart zu zwei intensiven Tagen im Theaterhaus Stuttgart zusammen, um ihre Erfahrungen mit Projekten der Kulturellen Bildung auszutauschen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Veranstaltungen dieser Art stand die Praxis der Kulturellen Bildung im Bereich Darstellende Künste im Mittelpunkt, nicht die konzeptionelle oder theoretische Arbeit. Die Ergebnisse der Tagung wurden in einem ansprechenden Buch plus DVD-Dokumentation festgehalten. Ergänzt wird der Report durch Interviews mit Kulturschaffenden aus der freien Szene sowie eine umfassend angelegte qualitative Auswertung der kulturellen Bildungsarbeit und ihrer Medienpräsenz.

Hanna-Julia Terbrack

Soziokultur and its evaluation. How to evaluate the impacts of Soziokulturelle projects

Die Masterarbeit von Hanna-Julia Terbrack, der Geschäftsführerin der Seefelder Mühle, beschäftigt sich mit der Evaluation soziokultureller Projekte.

Universität Hildesheim

Fachportal kulturvermittlung-online.de

Die Website www.kulturvermittlung-online.de fördert und vernetzt Forschungsaktivitäten im interdisziplinären Feld der Kulturvermittlung. Hier werden laufend aktuelle Studien zusammengetragen. Der Fokus liegt dabei auf systematischer und empirischer quantitativer und qualitativer Forschung in den Kategorien:

•Kulturelle Bildung
•Kunstrezeptionsforschung
•Audience Development
•Kulturnutzerforschung
•Kulturmarketing und Kultur-PR
•Literatur- und Recherchetipps rund um das Thema Kulturvermittlung

Die Hinweise auf Studien sind nach Erscheinungsjahr absteigend sortiert.

Universität Hildesheim

Die Rolle soziokultureller Zentren zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft in urbanen Räumen (2013)

In dem vorliegenden Abschlussbericht „Die Rolle soziokultureller Zentren zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft in urbanen Räumen“ werden die wesentlichen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zusammengefasst, die den Zusammengang von Aktivitäten soziokultureller Akteure und Kleinstunternehmern aus dem Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft am urbanen Beispiel Hannovers untersucht.

Centre for Educational Research and Innovation (OECD)

Transfereffekte vorhanden – aber nicht zentrales Argument für Kulturelle Bildung!

Der Wert der Künste für die menschliche Erfahrung und Erkenntnis reicht als Grund aus, um ihre Präsenz in den Lehrplänen der Schulen zu rechtfertigen – ganz gleich, ob aus Kultureller Bildung Transferwirkungen resultieren oder nicht. Zu diesem Schluss kommen die Autor/innen der OECD Studie „Kunst um der Kunst willen? Die Wirkungen Kultureller Bildung“.
 

Deutscher Kulturrat

Arbeitsmarkt Kultur. Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Kulturberufen

Die Studie gliedert sich in vier Teile. Nach einer Einführung wird im ersten Teil eine Bestandsaufnahme zum Arbeitsmarkt Kultur vorgenommen. Dabei wird sowohl auf die Ausbildung für diesen Arbeitsmarkt, die Arbeitgeber, die abhängige Beschäftigung wie auch die Selbständigen eingegangen. Im weiteren Teil wird eine explorative Analyse des Sozio-ökonomischen Panels zum Arbeitsmarkt Kultur vorgenommen. Danach werden Daten der Künstlersozialversicherung dezidiert ausgewertet. Im letzten Teil erfolgt eine Zusammenschau der Untersuchung.