Studien

Das Praxisfeld Soziokultur ist auch ein Feld für Studium und Forschung. Wir möchten hier neben den Publikationen renommierter Autor/-innen auch die Arbeiten von Student/-innen der Kulturwissenschaften bereitstellen. Wenn Sie uns ergänzend eine Studie empfehlen können, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis.  


 

Maecenata Institut

„Lotsen in die Gesellschaft“ Zivilgesellschaftliche Akteure und die Betreuung geflüchteter Menschen in deutschen Kommunen

Ohne die Zivilgesellschaft wäre die Aufnahme von über einer Million geflüchteter Menschen seit Sommer 2015 nicht möglich gewesen. Dies hat das Verhältnis zwischen den Organisationen und den Kommunen neu bestimmt. Aber auch innerhalb der Zivilgesellschaft haben die spontanen Helfergruppen viel verändert. Diese bleiben auch in der Phase der Integration, die jetzt beginnt, als Lotsen in die Gesellschaft unverzichtbar. Dazu müssen sie ertüchtigt werden. In den Kommunen sind die Erfahrungen sehr unterschiedlich. Hier ist ein Lernprozess angesagt. Dies sind wesentliche Ergebnisse einer Studie, die das Maecenata Institut gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU), Berlin, von Januar bis März 2016 durchgeführt hat.

Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

Berlin Mondiale – Flüchtlinge & Kulturinstitutionen: Zusammenarbeit in den Künsten

Berlin Mondiale initiiert und begleitet Partnerschaften zwischen Kultureinrichtungen und Geflüchteten-Unterkünften in Berlin. Dabei wird Wert auf Kontinuität und persönlichen Kontakt zwischen den Institutionen gelegt, um den Bewohner_innen möglichst nachhaltige Zugänge in die Stadtgesellschaft bzw. zu künstlerischen Ausdrucksformen zu ermöglichen. Die Teilnehmenden an den künstlerischen Projekten sind in der Regel Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene.

BMFSFJ

Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat den Endbericht einer Studie zur Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur herausgegeben. Anlass für die Studie war die Feststellung, dass sich viele Organisationen noch immer nicht in der Weise für die Einbeziehung ehrenamtlichen Engagements geöffnet haben, wie dies wün­schenswert wäre. Eine gelingende Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen ist eine zentrale Voraussetzung für eine solche Öffnung.

Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft

Förderpotenziale für Kultur in ländlichen Räumen

In wirtschaftlich schwachen Regionen und dünn besiedelten Gebieten kumulieren die Effekte des demografischen Wandels. Inzwischen haben sich flächendeckend integrierte Ansätze für Entwicklungskonzepte für ländliche Räume etabliert, in die auch kulturelle Aspekte und Kulturakteure im ländlichen Raum einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund hat die BKM eine Studie des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft finanziert, die eine Bestandsaufnahme von Fördermöglichkeiten für Aktivitäten und Infrastrukturen in ländlichen Räumen liefert, um jenen dialogorientierten, Ressourcen bündelnden und Strategien optimierenden Ansatz für die Kulturpolitik zu konkretisieren.

Institut für Demoskopie Allensbach (IfD)

JUGEND / KUNST / ERFAHRUNG. HORIZONT 2015

JUGEND / KUNST / ERFAHRUNG. HORIZONT 2015 - So lautet der Titel einer repräsentativen Umfrage, bei der bundesweit Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen allgemeinbildender Schulen zu ihrem Kulturverständnis, ihren kulturellen Interessen und Aktivitäten befragt wurden. Die Studie wurde initiiert vom Rat für Kulturelle Bildung und durchgeführt durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, welche Begegnungsmöglichkeiten mit den Künsten Jugendliche bis zum Ende der verpflichtenden Schulzeit haben.

Aron Weigl, Experte des ifa-Forschungsprogramms „Kultur und Außenpolitik“

Kulturelle Bildung im internationalen Austausch

Kulturelle Bildung als lebensbegleitendes Lernen in den Künsten, mit den Künsten und durch die Künste, kann nicht nur kulturelle Vielfalt und den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft in besonderem Maße fördern, sondern auch die Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen stärken. Dies geschieht vor allem im Bereich der kulturellen Bildung im internationalen Austausch, da dort interkulturelle Lernprozesse Teil und Folgen der Kooperationen sind. Nicht nur Akteure der Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik (AKBP) sind im Bereich der kulturellen Bildung im Ausland tätig, sondern es kooperieren auch zahlreiche Akteure der kulturellen Bildung aus Deutschland international.

Prof. Dr. Gabriela B. Christmann, Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung

Impulsvortrag anlässlich einer Veranstaltungsreihe der "Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz" zur Bedeutung kultureller Bildung im ländlichen Raum

"Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass in der Veranstaltungsreihe der „Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz“ das Thema „Starke Wirtschaft – starke Regionen“ in Verbindung mit „Kultur“ gebracht wird. Dies ist sehr umsichtig, denn eine gute Kulturpolitik und ein reiches Kulturleben sind basale Entwicklungsfaktoren für Regionen – neben Maßnahmen, die im engeren Sinne der Wirtschafts- und Regionalentwicklung dienen. Dies ist nicht nur der Fall, weil Kultur eine Ressource für die Identitätsbildung ist, die Regionen nach innen und nach außen stärkt (vgl. dazu Grußwort von Herrn Staatssekretär Schumacher). Dies ist auch der Fall – und das wird im öffentlichen Diskurs nur selten diskutiert – weil Kultur und kulturelle Bildung in modernen Wissensgesellschaften als Faktoren für die Förderung von Kreativität, die Generierung neuen Wissens und damit auch für die Förderung von Innovationen gelten dürfen. Dies ist ein Aspekt, den ich hier heute beleuchten und als Impuls in die Diskussion einbringen möchte."

EDUCULT

Förderung von Modellprojekten Kultureller Bildung

Inzwischen fördert in Deutschland eine Vielzahl von öffentlichen wie zivilgesellschaftlichen Stellen Programme und Aktivitäten im Bereich kultureller Bildung. Diese finden unter unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlichen Zielsetzungen statt. Gemeinsam ist den AkteurInnen die Hoffnung, kultureller Bildung einen größeren Stellenwert im Kultur- und Bildungssektor zu geben.

Dr. Christoph Mager, Institut für Geographie und Geoökologie, Karlsruher Institut für Technologie

Alternative kulturelle Einrichtungen in deutschen Städten und Gemeinden. Ein Beitrag zur Kritik ökonomischer Perspektiven auf Kreativräume

Mit der umfassenden Bestandsaufnahme im Enquetebericht des Deutschen Bundestages „Kultur in Deutschland“ von 2007 rücken neben öffentlichen und privatwirtschaftlichen Infrastrukturen auch zunehmend alternative Einrichtungen des zivilgesellschaftlichen Kultursektors in das Blickfeld von Kulturpolitik, Raumplanung und Kreativwirtschaft. Der Beitrag von Dr. Christoph Mager argumentiert am Beispiel der materiellen und diskursiven Entwicklungen soziokultureller Zentren seit den 1960er Jahren, dass kultur- und kreativwirtschaftliche Perspektiven zentrale Dimensionen kultureller Infrastrukturen systematisch ausblenden. Unter anderem unterschätzt ein bevorzugt innerstädtischer Fokus die Rolle von Kultureinrichtungen im suburbanen Raum und auf dem Lande, deren zivilgesellschaftliche Formen dort wichtige und die oftmals einzigen Ankerpunkte für kreative Praktiken darstellen.

Robert Hillmanns

Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren. Bestandsaufnahme und Reflexion (Master-Thesis, 2014)

Deutschland ist ein Einwanderungsland und der demografische Wandel lässt die deutsche Gesellschaft in Zukunft älter, bunter und weniger werden, wie es die Stiftung Niedersachsen (2006) formulierte. Diese Entwicklung stellt nicht zuletzt auch öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen vor neue Herausforderungen und Chancen. Denn mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesamtbevölkerung verändern auch das Publikum und seine Interessen. Um der steigenden kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft begegnen zu können, scheint ein Prozess der interkulturellen Öffnung zwingend notwendig.