1.10.2012

Vertrauen in die MacherInnen vor Ort

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. erhält vom Bundesministe­rium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Kultur macht stark! Bündnisse für Bildung“ für die Realisierung des Konzeptes „Jugend ins Zentrum!“ für den Zeitraum 2013 bis 2017 Fördermittel in Höhe von insgesamt sechs Millionen Euro.

163 bundesweit tätige Verbände und Initiativen der außerschulischen Bildung hatten sich bei „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ um Fördermittel beworben. Am 20. September wurden die 35 GewinnerInnen auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Sie erhalten in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 230 Millionen Euro. „Ich gratuliere allen Verbänden und Initiativen, die heute für eine Förderung ausgewählt worden sind. Gute Bildung ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Deshalb freue ich mich ganz besonders über die hohe Qualität der eingereichten Konzepte. Sie zeigen, dass gute Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird, bei der wir alle an einem Strang ziehen”, erklärte Frau Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan.

Der Juryvorsitzende Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff berichtete in selbiger Presskonferenz, dass die Jury ihre Entscheidung fast einstimmig und voller Überzeugung getroffen hat. Zufriedenheit herrschte auch darüber, dass alle Sparten abgedeckt worden sind. Bewusst wurde von der Jury der ländliche Raum bedacht, denn kulturelle Bildung sei dort das größte Defizit, weil es an Einrichtungen fehlt. Jury-Mitglied Hatice-Akyün zeigte sich begeistert darüber, von welch großem Herzblut und Leidenschaft die Konzepte zeugen. Sie enthielten viele gute Ideen, steckten voller Kreativität und seien absolut zeitgemäß. Sie selbst hätte ausgesprochen gern als Kind, dessen Großeltern nach Deutschland eingewandert sind, von solch einem Bildungsangebot profitiert.

Mitglieder der Jury waren Frau Hatice Akyün, Journalistin und Autorin, Frau Prof. Ida Bieler, Professorin an der Robert-Schumann-Hochschule, Düsseldorf, Leiterin der Meisterklasse für Violine und Leiterin des Projektes „vivaldi“, Herr Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU), 2005 bis 2010 Kulturstaatssekretär beim Ministerpräsidenten NRW (Juryvorsitzender), Frau Dr. Annette Lepe­nies, Diplompsychologin, ehem. Lehrerin an Grund- und Hauptschulen, ehem. Dozentin am Sozialpädagogischen Institut Berlin, Frau Andrea Tober, Leiterin des Education-Programms der Berliner Philharmoniker, Professorin für das Fachgebiet Musikvermittlung und Selfmanagement an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Berlin, und Herr Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates in Berlin.

Die Bundesvereinigung wird mit den Fördermitteln des BMBF bundesweit zunächst 30, später 55 lokale „Bündnisse für Bildung“ ausstatten. Bis zum Ende des ersten Quartals 2013 werden dafür folgende Voraussetzungen geschaffen:

  • Einrichtung der zusätzlichen erforderlichen Arbeitsplätze sowie personelle Entscheidung
  • Konstituierende Sitzung der Jury (mind. 6 Mitglieder aus den Reihen der Landes-    verbände)
  • Festlegung von Antragsmodalitäten und Qualitätsrichtlinien
  • Erste Antragsrunde und Auswahl der zu fördernden Bündnisse
  • Start der ersten Maßnahmen ab 1. April 2013

Bereits auf der Herbst-Mitgliederversammlung am 17. Oktober in Berlin werden sich die LandesgeschäftsführerInnen über ihr weiteres Vorgehen zur Initiierung von lokalen Bündnissen abstimmen. Die Bundesvereinigung wird fortlaufend auf www.soziokultur.de über Fortgang des Programms „Jugend ins Zentrum!“ informieren und alle Materialien dort bereit stellen.

Die Gewinner und weitere Informationen unter www.bmbf.de und www.buendnisse-fuer-bildung.de

Ellen Ahbe, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.

(Beitrag in "soziokultur" 3-2012)