Bundesvereinigung, 2.10.2012

soziokultur 3-2012 zum Thema "Couragiert gegen Rechts" erschienen

Manch eineR behauptet, Soziokultur sei – im Verhältnis zu ihren Anfangsjahren – bürgerlich und unpolitisch geworden. Doch das stimmt nicht! Wie politisch Soziokultur heute ist, zeigt die neueste Ausgabe der „soziokultur“. Bundesweit sind soziokulturelle Zentren und Initiativen aktiv im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus.  

Zum Beispiel in Düsseldorf: Ganz junge Leute sind die MacherInnen des „Edelweißpiratenfestivals“, das jährlich im Spätsommer im zakk stattfindet. Es nimmt Bezug zu oppositionellen Bewegungen, die zur NS-Zeit mit Edelweiß geschmückt durch die Städte wanderten und mit Hilfe von regimekritischen Liedern ihre Botschaft verbreiteten. Junge erfolgreiche Bands, die sich musikalisch mit dem Thema Widerstand damals und heute auseinandersetzen, stehen auf der Bühne.  So wie damals positionieren sich heute in den Konzerten tausende junger Menschen gegen Rechts – eine starke ermutigende Kraft.
 
Wie in Düsseldorf setzt sich die Soziokultur bundesweit mit den Gefahren des Rechtsextremismus auseinander, konsequent und kontinuierlich, sachlich und engagiert – und das nicht erst seit Aufdeckung der Zwickauer NSU-Zelle.
 
Vor der Gefahr, das Thema jedoch ausschließlich am rechtsextremen Rand der Gesellschaft zu platzieren, warnt Klaus Farin, Leiter des Archivs der Jugendkulturen. Er verweist auf Diskriminierungen, die „andere“ alltäglich in unserer Gesellschaft erleben. Farin sieht im gewalttätigen Rechtsextremismus nur die Spitze des Eisbergs rassistischen Denkens, das bis weit in die Mitte der Gesellschaft anzutreffen ist. Er analysiert jedoch auch, dass „Menschen, die das Gefühl haben, ernst genommen zu werden, die Einfluss gewinnen können – auch in der Schule, im Jugendclub oder im eigenen Stadtteil –, die sich aktiv einbringen können und dies auch tun, (…) in der Regel für rechtsextreme Szenen und jede Art autoritärer Szene verloren“ sind.
 
Dass Menschen sich aktiv einbringen können, ist lebendiger Alltag in soziokultureller Zentren: Das „Meine Kultur”-Festival fuhr in den Thüringer Wald, das stadtweite Projekt „Ich komm als Blümchen wieder“ der Bremer Quartier gGmbH thematisierte das Leben und Sterben und die Jugendkulturinitiative Esperanza in Schwäbisch Gmünd initiierte zum neunten Mal das „AllStyle SummerFestival“ für Menschen mit und ohne Behinderung.
 
Darüber und noch mehr lesen Sie in der aktuellen „soziokultur“.
Erhältlich im Shop auf www.soziokultur.de

 

Pressemitteilung, 2.10.2012 (ca. 3.200 Zeichen inkl. Leerzeichen)
Pressemitteilung als pdf  hier.

 
Weitere Informationen und Kontakt:
Ute Fürstenberg
Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit
Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.
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