Workshop "Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren"

16. Oktober 2012,  Berlin

Am 16.10.2012 kam in Berlin 22 VertreterInnen aus 11 Bundesländern zusammen, um zum einen die Kriterien von interkultureller Arbeit in der Soziokultur zu definieren und zum anderen allgemein gültige Maßnahmeschritte zur interkulturellen Öffnung bzw. Weiterentwicklung der soziokulturellen Zentren zu diskutieren.
 
Im Ergebnis wurden die folgenden Punkte, je nach individueller Voraussetzung, einzeln oder kombiniert umgesetzt, als sinnvoll und hilfreich angesehen, um sukzessiv die interkulturelle Arbeit strukturell in den Zentren zu verankern:
 
1. Interkulturelle Arbeit wird nicht als eigenständiger Bereich, sondern als Querschnittsaufgabe in bestehende Arbeitsbereiche eingeführt und ist verbunden mit einer klaren personellen Verantwortung.
 
2. Interkulturelle Veranstaltungen werden in Kooperation mit regionalen oder lokalen Institutionen, Initiativen oder KünstlerInnen durchgeführt.
 
3. Ein mittel-/ langfristiges Konzept mit Zieldefinition und Maßnahmen wird formuliert, welches der individuellen Struktur eines Zentrums entspricht und vom gesamten Team als Handlungsmaxime angesehen.
 
4. Eine jährliche Evaluation der Maßnahmen wird in den Zentren durchgeführt und dokumentiert.
 
5. Menschen und KünstlerInnen mit Migrationshintergrund werden gezielt in Planung, Organisation und Umsetzung des Programms eingebunden und unter Umständen fester Bestandteil der Personalstruktur.
 
6. Migrantenselbstorganisationen (MSO) werden bei der Planung und Durchführung von eigenen kulturellen Veranstaltungen aktiv unterstützt, wenn es dafür ausreichende Kapazitäten gibt.
 
7. Gezielt werden einzelne Instrumente/Materialien der Öffentlichkeitsarbeit mehrsprachig gestaltet oder darüber informiert, welche Sprachen im Team gesprochen werden.
 
2011 wurde das Leitbild Soziokultur verabschiedet, welches im Ergebnis dieses Workshops um den Aspekt der interkulturellen Arbeit erweitert und von der Mitgliederversammlung am nächsten Tag mit folgendem Wortlaut verabschiedet wurde: „Interkulturelle Arbeit bedeutet für uns, die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft erlebbar zu machen. Dieser Anspruch wird durch die Teilhabe in Bezug auf die Gestaltung des Programms, die Personalstruktur und die Zusammensetzung der BesucherInnen erreicht und somit zur selbstverständlichen Praxis.“
 
Mehr Informationen zum Vorhaben „Interkulturelle Öffnung in soziokulturellen Zentren“ auf www.soziokultur.de

 

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