30 Jahre Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. - "Buve & Friends"

6. Mai 2009,  Berlin

30 Jahre – und wie weiter?
Mit einer Jubiläumsparty für die MacherInnen der Soziokultur feierte die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. am 6. Mai 2009 im  HAUS 13 der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH in Berlin ihren 30ten Geburtstag. In Anwesenheit von Bundestagsvizepräsident Thierse beschrieb Vorstandsfrau Stefanie Dunker in ihrer Festrede die Erfolge, aber auch die Schwierigkeiten der bundesweit 492 Soziokulturellen Zentren und Initiativen, die heute in 15 Landesverbänden zusammengeschlossen sind.

Höhepunkt der künstlerischen „Geburtstagsgeschenke“, die sich die Jubilare selbst gemacht hatten, war der mitternächtliche Auftritt von Kabarettist und Puppenspieler Michael Hatzius, dessen sprechende „Echse“ die rund 80 Gästen aus allen Teilen der Republik sehr gut unterhielt und sie hier und da auch in einen Spiegel blicken ließ.
 
Am Folgetag fand in der Kulturkantine der benachbarten Künstlergenossenschaft Werketage die diesjährige Frühjahrsmitgliederversammlung statt. Im Mittelpunkt stand die Auswertung des dritten Jahrzehnts seit Bestehen des Bundesverbandes. Geschäftsführerin Christiane Ziller, die das Amt am 1.1.2000 von ihrem Vorgänger, Gerd Spieckermann, übernommen hatte, stellte in einer gut einstündigen Präsentation die Entwicklungen, die Erfolge und verpassten Chancen während dieser Zeit dar und ein Reihe von möglichen nächsten Schritten zur Diskussion. Ihr Fazit: Soziokultur - als institutionalisierte gesellschaftliche Gestaltungskraft mit den Mittel von Kunst und Kultur – sei heute moderner denn je .Allerdings fände diese Art gesellschaftlicher Intervention heute zunehmend auch in anderen Bereichen statt. Die Zentren müssten heute beweisen, nicht nur behaupten, dass sie noch immer die Orte sind, wo diese Gestaltungskraft lebt. Vielfalt aus Prinzip – so das Motto des Verbandes – sei nicht (mehr) genug. Wenn der Bundesverband auch zukünftig die Interessen seiner Mitglieder wirkungsvoll vertreten wolle, müsse die Vielfalt „in Form“ gebracht, müsse der Verband kampagnenfähiger werden. Dies könne nur gemeinsam geschehen, z.B. in einem Prozess der Leitbildentwicklung, durch die Bildung von Arbeitsgruppen zur Positionierung des Verbandes in seinen Kernbereichen sowie in Bereichen, die zukünftig der Profilierung des Verbandes dienen sollen, oder auch durch die Entwicklung einer thematisch sortierte Zentrendatenbank, die auf Zuruf die Recherche nach bestimmten Kriterien ermöglicht. Besonders wichtig für die Schaffung einer bundesweiten Wahrnehmbarkeit seien gemeinsame Aktionen aller Landesverbände und möglichst auch Zentren, zum Beispiel an einen bundesweiten „Tag der Soziokultur“, analog zum Tag des Lesens oder zum Tag der Musik, der 2009 erstmals vom 12. bis 14. Juni stattgefunden hat.
 

Christiane Ziller

 

An der Bar...