Fachhochschule Düsseldorf, 2012

Wie politisch ist Soziokultur heute?

Eine vergleichende Betrachtung soziokultureller Zentren in Nordrhein-Westfalen am Beispiel Bahnhof Langendreer und zakk. Masterarbeit von Sonja Baltruschat.
 
Das Interesse am Thema dieser Masterarbeit hat sich bei mir über einen längeren Zeitraum hin entwickelt. Während meines Studiums der Sozialen Arbeit absolvierte ich 2007 das Jahrespraktikum im Künstlerhaus K4 in Nürnberg. (…) Während meines Praktikums bemerkte ich, wie häufig der Mythos des alten KOMMs erwähnt wurde, der mit einer gewissen Verklärung des Vergangenen und dem damit verbundenen Wunsch nach den freieren, von der Stadt unabhängigeren Strukturen und basisdemokratisch geprägten Arbeitsweisen, einherging. Nicht alles wurde einfach als positiv geschildert, häufiger Kritikpunkt war aber die Veränderung bzw. das Verschwinden eines politischen Selbstverständnisses des Hauses und seiner Mitarbeiter. Dies spiegelt allerdings in gewisser Weise Tendenzen innerhalb der deutschen Gesellschaft wider, die sich dahingehend entwickeln, dass sich die Politikverdrossenheit der Bürger durch immer weniger Interesse am politischen Geschehen zeigt. Politische Veranstaltungen sind somit in der Regel 'Draufzahlveranstaltungen', bei denen häufig wenig oder kein Eintritt verlangt werden kann. Politik sollte allerdings in der soziokulturellen Arbeit in Form von politischen Veranstaltungen oder auch kulturellen Veranstaltungen mit politischem Charakter, einen wichtigen Schwerpunkt bilden.
 
In meiner Masterarbeit möchte ich untersuchen, ob diese gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen in Bezug auf die konkrete politische Arbeit und das poltische Selbstverständnis auch bei soziokulturellen Zentren vorzufinden sind, also wie und ob Soziokultur heute noch politisch ist. (Aus der Einleitung)

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