Baden-Württemberg
Digitale Geschichten
Digitale Geschichten 2009
Ein interkulturelles Projekt
Der britische Medienkünstler Matt White wurde eingeladen, die Digitalen Geschichten, ein von der BBC entwickeltes Format, in Workshops mit TeilnehmerInnen unterschiedlicher Herkunft in Freiburg, Ludwigsburg und Stuttgart zu erarbeiten.
“Digitale Geschichten – Storie Digitali” - “Gewagt und Angekommen” – „Zweiheimisch in Stuttgart“
In Freiburg entstanden sieben Geschichten unter dem Titel “Digitale Geschichten – Storie Digitali” auf Italienisch und auf Deutsch.
In Ludwigsburg ist der Titel des Projekts “Gewagt und Angekommen”, dort erzählten sieben Neuankömmlinge aus Integrationskursen der Volkshochschule ihre Geschichten, jeweils in Ihrer Muttersprache und auf Deutsch. Folgende Nationen sind Ludwigsburg in dem Projekt der Tanz- und Theaterwerkstatt vertreten: Sri Lanka, Indien, Iran, Rumänien,Türkei und Angola.
In Stuttgart werden im Oktober 09 in den Kulturzentren Merlin und Laboratorium weitere Digitale Geschichten entstehen, unter dem Motto „Zweiheimisch in Stuttgart“, erzählt von Stuttgartern mit Migrationshintergrund verschieden Alters aus zwei Stadtteilen. In einem Erzählworkshop entwickeln die ProjektteilnehmerInnen Geschichten aus ihrem Leben. In einem Medienworkshop im Oktober im Merlin dann bebildern sie ihre selbst gesprochenen Texte mit persönlichen Fotos.
Der erste Schritt: Die Schreibwerkstatt
Die Lebensgeschichten werden zunächst in einer Schreibwerkstatt ausgetauscht. In einem intensiven Prozess gemeinsamen Erinnerns und Erzählens entstehen schließlich verdichtete kurze Geschichten, die als Grundlage für die Sprachaufnahmen dienen.
Der zweite Schritt: Der Medienworkshop
Im anschließenden Medienworkshop nimmt Matt White zunächst die Stimmen der TeilnehmerInnen auf. Die Migranten erzählen ihre persönliche Geschichte in ihrer Muttersprache und auf Deutsch. Die TeilnehmerInnen montieren am Computer unter Anleitung und Hilfestellung die Tonspur mit den eingescannten Bildern zu Digitalen Geschichten. Die Fotos bringen sie mit oder sie wurden aktuell für die Geschichten aufgenommen. Die Ergebnisse sind auf DVD festgehalten.
Im Mittelpunkt: die ProjektteilnehmerInnen
Im Fokus in Freiburg stehen die Italiener, da sie die größte ausländische Nationalität in Freiburg stellen und zum Teil schon seit über 40 Jahren in Freiburg oder Südbaden leben. Ihr Erfahrungsschatz ist ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Geschichte, gerade auf kommunaler Ebene.
In Stuttgart werden die Erfahrungsberichte von heutigen Stuttgartern mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Stadtteilen kontrastiert. In Stuttgart leben Menschen aus mehr als 170 Nationen.
Durch den Austausch der Geschichten wird ein gemeinsames Bild der unterschiedlichen Lebensgeschichten in Baden-Württemberg erzeugt.
Das Finale: Die Präsentation
Die ersten Präsentationen erfolgten auf Begegnungsfesten, am 07. Mai in Ludwigsburg und am 09. Mai 2009 in Freiburg. Dort sprachen die Bürgermeister, in Freiburg auch der italienische Konsul, sowie die Projektleiterinnen, um den Aufführungen einen öffentlichen Rahmen zu geben; die örtliche Presse berichtete.
Wie geht es weiter? Vorführungen und Öffentlichkeitsarbeit
Neben der direkten Arbeit mit den MigrantInnen ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Die Digitalen Geschichten werden in Kommunalen Kinos bzw. Programmkinos als Vorfilme und bei öffentlichen Anlässen aufgeführt.
Die Stadtarchive und –museen erhalten die DVD als interessante zeitgeschichtliche Dokumente zum Thema Migration.
Im Foyer der Volkshochschule in Ludwigsburg werden die Digitalen Geschichten als Loop mit DVD-Recorder und Fernseher mit Kopfhörer fest installiert und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
In den Deutschkursen der VHS werden die Geschichten ebenfalls vorgeführt.
Die Schulen in den Kommunen werden über das Projekt informiert, mit dem Angebot, die Digitalen Geschichten im Unterricht (Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik, Geschichte) vorzuführen.
Am 18.07.09 werden die Geschichten in Ludwigsburg auf dem interkulturellen Fest als Loop präsentiert. In Freiburg werden die Ludwigsburger Geschichten am 03.10.09 am “Tag der deutschen Vielfalt” im E-WERK vorgeführt, einer der Ludwigsburger Teilnehmer wird eingeladen um über das Projekt und seine Erfahrungen in Freiburg zu berichten. Nach der Fertigstellung der Stuttgarter Geschichten wird die Präsentation voraussichtlich am 17.11.09 im Stuttgarter Rathaus stattfinden, die Digitalen Geschichten werden dann Teil der ständigen Austellung des neuen Stuttgarter Stadtmuseums.
Das Fazit: Ergebnisse
- Die TeilnehmerInnen lernen sich kennen, bauen Vertrauen auf, teilen ihre Herkunftsgeschichten, und manche schließen Freundschaft
- Die Kulturzentren gewinnen aktive, neugierige und kreative Menschen für die weitere Zusammenarbeit
- Die Projektteilnehmer spüren das Interesse an ihren individuellen Lebensgeschichten und Erfahrungen. Sie erhalten öffentliche Wertschätzung und Resonanz für ihren Mut, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen.
- Die Projektteilnehmer entwickeln ihre sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten und ihre Medienkompetenz
- Die Öffentlichkeit wird durch die Geschichten bereichert, die Einfühlung und Verständnis befördern
- Durch die Presseberichterstattung wurde eine größere Öffentlichkeit von den Projekten informiert und für die Thematik sensibilisiert
- Weitere Vorführungen an öffentlichen Orten, bei interkulturellen Aktivitäten, Festivals und an Schulen sind geplant.
- Die Stadtarchive und –museen erhalten interessante Dokumente der Zeitgeschichte zum Thema Migration
Die Förderer
Das Projekt wird gefördert vom Fonds Soziokultur, vom Kulturamt Freiburg, von Comites Freiburg von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau und dem Stadtmuseum Stuttgart. Die Stadt Ludwigsburg hat die erforderlichen Computer und Software gekauft und verleiht sie für die Workshops in anderen Städten. Die Volkshochschule Ludwigsburg und das Büro für Integration und Migration haben das Projekt ebenfalls unterstützt.
Der Fonds Soziokultur nominierte das Projekt für den Innovationspreis 2008/2009.
Digitale Geschichten 2009
Ein interkulturelles Projekt
Projektleitung: Laila Koller
Leitung der Schreibwerkstatt: in Freiburg und Stuttgart: Laila Koller
in Ludwigsburg: Regina Boger
Medienpädagogische Begleitung in Freiburg: Irene Schumacher
Medientechnische Unterstützung in Ludwigsburg und Stuttgart: Alexander Schmidt
Assistenz in Freiburg: Ksenija Cockova
Planung und Organisation in Ludwigsburg: Bettina Gonsiorek, Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg
Planung und Organisation in Stuttgart: und Barbara Bruns, Kulturzentrum Merlin und Annette Battenberg, Laboratorium Stuttgart
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