Baden-Württemberg

"Digitale Geschichten"

Das Projekt erarbeitete eine Geschichtensammlung von Menschen mit Migrationshintergrund, die jetzt in Deutschland leben. Dazu luden die Veranstalter, die Kulturzentren E-WERK, Freiburg, Tanz- und Theaterwerkstatt, Ludwigsburg und Merlin und Laboratorium, Stuttgart, den britischen Medienkünstler Matt White ein. 

In Freiburg sind die Italiener die größte ausländische Nationalität, sie leben zum Teil schon seit mehr als 40 Jahren in Südbaden. Hier wurden sieben Geschichten erzählt. In Ludwigsburg erzählten sieben Neuankömmlinge aus Integrationskursen der Volkshochschule ihre Geschichten. In Ludwigsburg beteiligten sich Akteure aus Sri Lanka, Indien, Iran, Rumänien, der Türkei und Angola. In Stuttgart, wo Menschen aus mehr als 170 Nationen leben, erzählten Menschen verschiedenen Alters aus zwei Stadtteilen. So entstand aus vielen Beiträgen ein gemeinsames Bild unterschiedlicher Lebensgeschichten in Baden-Württemberg.
 
Zuerst entwickelten die TeilnehmerInnen in einer Schreibwerkstatt, in einem intensiven Prozess gemeinsamen Erinnerns und Erzählens, verdichtete kurze Geschichten. Sie dienten als Grundlage für die Sprachaufnahmen. Die MigrantInnen sprachen die Texte selbst in ihrer Muttersprache und auf Deutsch ein. Anschließend bebilderten sie in einem Medienworkshop die Texte mit persönlichen Fotos, die sie mitbrachten oder neu aufnahmen. Unter Anleitung montierten sie am Computer die Tonspur mit den eingescannten Bildern. Die Ergebnisse wurden auf einer DVD zusammengestellt. 
 
Die „Digitalen Geschichten“ wurden auf dem interkulturellen Fest in Ludwigsburg und zum „Tag der deutschen Vielfalt“ im E-WERK Freiburg vorgeführt. Sie sind Teil der ständigen Ausstellung des neuen Stuttgarter Stadtmuseums. Darüber hinaus werden sie in kommunalen bzw. Programmkinos als Vorfilme gezeigt, bei öffentlichen Anlässen und in den Deutschkursen der Volkshochschulen vorgeführt. Stadtarchive und –museen erhalten sie als zeitgeschichtliche Dokumente zum Thema Migration. Im Foyer der Volkshochschule Ludwigsburg wurden sie als Loop fest installiert. Den Schulen in den Kommunen wurde angeboten, die „Digitalen Geschichten“ zum Beispiel in Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik oder Geschichte vorzuführen.
 
Das Projekt wurde gefördert vom Fonds Soziokultur, vom Kulturamt Freiburg, von Comites Freiburg von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau und dem Stadtmuseum Stuttgart. Die Stadt Ludwigsburg hat die erforderliche Hard- und Software gekauft und verleiht sie für die Workshops in anderen Städten. Die Volkshochschule Ludwigsburg und das Büro für Integration und Migration haben das Projekt ebenfalls unterstützt. Der Fonds Soziokultur nominierte das Projekt für den Innovationspreis 2008/2009.

 
Digitale Geschichten. Ein interkulturelles Projekt. 2009

Projektleitung: Laila Koller
Leitung der Schreibwerkstatt (Freiburg, Stuttgart): Laila Koller
Leitung der Schreibwerkstatt (Ludwigsburg): Regina Boge
Medienpädagogische Begleitung (Freiburg): Irene Schumacher
Medientechnische Unterstützung (Ludwigsburg, Stuttgart): Alexander Schmidt
Assistenz (Freiburg): Ksenija Cockova
Planung//Organisation (Ludwigsburg): Bettina Gonsiorek, TTW Ludwigsburg
Planung/Organisation (Stuttgart): Barbara Bruns, Kulturzentrum Merlin, Annette Battenberg, Laboratorium