aus dem Bundesverband, 5.4.2009

Fonds Soziokultur: 480.000 Euro Projektmittel in der 2. Runde vergeben

Der Roman „Die Jüdin von Toledo“ von Lion Feuchtwanger ist die Vorlage für ein Jugendprojekt des Vereins „Stiftung Jugend fragt“ aus Ingolstadt. Zusammen mit professionellen Künstlern (Schauspielern, Musikern, Tänzern, Regisseuren) werden 100 Jugendliche aus unterschiedlichen Schulformen ein Tanz-/Sprech-/Musiktheaterstück erarbeiten und öffentlich präsentieren, das sich mit den Problemen und Chancen des Zusammenlebens in multikulturellen Stadtquartieren beschäftigt.

Unter dem Titel „20 Jahre später“ startet der Verein Greizer Theaterherbst aus Thüringen ein Filmprojekt, das sich mit DDR-Geschichte(n) auseinandersetzt und die Umbrüche in den Biographien der Bürger der Stadt Greiz seit dem Fall der Mauer beleuchtet.
Welches Unrecht haben sie in der DDR erlitten und welche Schicksale haben sich daraus entwickelt? Wie haben die 90er Jahre ihr Leben verändert?
Wie sehen ihre aktuellen Lebensentwürfe aus?
Menschen aus der Region sind eingeladen, an diesem Projekt mitzuwirken, bei der Drehbuchentwicklung, als Laiendarsteller, als Musiker und hinter den Kulissen – selbstverständlich mit Unterstützung von Filmemachern, Schauspielern und Profimusikern. Die Uraufführung des Films findet in der Festivalwoche des Greizer Theaterherbstes statt.

Die vorgestellten Vorhaben sind zwei von insgesamt 54 Projekten, die das Kuratorium des Fonds Soziokultur aus insgesamt 438 Anträgen ausgewählt hat. Die Vergabesitzung für das zweite Halbjahr 2009 fand Ende Juni in Bonn statt. 480.000 Euro Fördermittel konnten vergeben werden. Für die praktische Erprobung und Umsetzung ihrer Projektideen stellt der Fonds den Projektträgern jeweils Beträge bis zu 20.000 Euro zur Verfügung.
Im Vordergrund der Themen stand in diesem Halbjahr vor allem die Jugendkultur in der multimedialen Gesellschaft. Stark vertreten waren auch Projekte, die sich thematisch mit Fragen der Migration und des interkulturellen Dialogs auseinandersetzen. Aber auch das Thema „Finanz- und Wirtschaftskrise“ hat viele Projektträger zur Entwicklung von neuen Projektideen angeregt.
„Es ist bewundernswert, wie schnell die soziokulturelle Szene auf gesellschaftliche Krisen und Entwicklungen reagiert. In ihren Projektideen verbindet sich Verantwortungsbereitschaft, politisches Bewusstsein und kreative Fantasie. Das ist immer noch ein Gütesiegel der Soziokultur“, so das Fazit des Geschäftsführers des Fonds, Dr. Norbert Sievers, am Ende der Vergabesitzung.

Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem acht Bundesverbände aus der soziokulturellen Arbeit angehören. Seit 1988 fördert er Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen und Einrichtungen qualitative Maßstäbe setzen. Die Fördermittel werden von der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellt.
Im September dieses Jahres gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur: Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die im ersten Halbjahr 2010 beginnen oder realisiert werden. Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 1. November 2009.

Nähere Infos unter (www.fonds-soziokultur.de).

Bonn, 30.6.2009

Fonds Soziokultur e.V.
Weberstr. 59 a
53113 Bonn
Tel.: 02 28 – 97 144 795
Fax.: 02 28 – 97 144 799
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