Schleswig-Holstein, 30.9.2011

Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein

Der Vorstand der LAG Soziokultur e.V. hat am 28.9.2011 einstimmig beschlossen, den Rendsburger Aufruf von Landeskulturverband Schleswig-Holstein, Kulturforum Schleswig-Holstein und Kulturpolitische Gesellschaft zu einer Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein mit zu unterzeichen. Die Verbände erklären: „Mit Sorge sehen wir, dass Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein wegen der drastisch eingeschränkten finanziellen Handlungsspielräume des Landes und der Kommunen in Gefahr geraten auszubluten. Viele kulturelle Einrichtungen und Organisationen sind in ihrer Existenz gefährdet bzw. können ihre Aufgaben inzwischen nicht mehr so qualitativ hochwertig und innovativ wie bisher erfüllen. Schleswig-Holstein bildet bei der Kulturfinanzierung bereits heute das Schlusslicht in Deutschland;

ohne die Mittel des kommunalen Finanzausgleichs sind es nur etwa 0,3% des Gesamthaushalts. Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein verkraften deshalb keine weiteren Kürzungen.“ Sie fordern daher Land und Kommunen auf, sich an folgenden Grundsätzen zu orientieren: 1. Kunst und Kultur sind entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung und Bildung des Einzelnen, für eine demokratische und friedliche Zukunft unserer Gesellschaft, für die Lebensqualität und die Wirtschaft in Schleswig-Holstein. 2. “Kulturhoheit” ist der Kern der Eigenstaatlichkeit der Länder. Kunst und Kultur gehören deshalb zu ihren Kernaufgaben. Das gilt auch für Schleswig-Holstein. 3. Kunst und Kultur bedürfen einer verlässlichen und verstetigten Mindestfinanzierung, die die Städte und Gemeinden, die Kreise und das Land als Gemeinschaftsaufgabe wahrnehmen müssen. Das Land Schleswig-Holstein stellt dabei mindestens einen Förderbetrag bereit, der sich am Mittel der Förderung von Kunst und Kultur pro Einwohner aller anderen Bundesländer orientiert. In den kommenden Jahren sind wenigstens die Tarifsteigerungen und die Steigerung der Lebenshaltungskosten aufzufangen. 4. Land und Kommunen sichern Künstlerinnen und Künstlern Freiräume für kreatives Arbeiten. Sie stellen die notwendige kulturelle Infrastruktur bereit und tragen dazu bei, dass allen Bevölkerungsgruppen der Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht wird. 5. Die Kommunen sind die wichtigsten Träger und Förderer von Kunst und Kultur. Das Land wird ihnen deshalb Anreize bieten, diese Aufgaben mit mittel- und langfristigen Perspektiven zu erfüllen. Ausgaben für Kunst und Kultur werden durch Haushaltssicherungskonzepte nicht eingeschränkt. 6. Land und Kommunen stellen zur Planungssicherheit von Kunst und Kultur Kulturentwicklungspläne auf und aktualisieren sie. Dazu müssen kommunale und Landeskulturpolitik frühzeitig und ernsthaft den Dialog mit den Betroffenen und Beteiligten suchen. Ohne ihre intensive Partizipation ist keine breite gesellschaftliche Zustimmung für kulturpolitische Entscheidungen zu finden. (mehr unter http://www.kulturprotest.de/category/aktuelles/) Der Vorstand der LAG Soziokultur e.V. sieht Anzeichen für eine Aufbruchstimmung für eine neue Kulturpolitik in Schleswig-Holstein Er hofft daher, dass weitere Kulturverbände, Institutionen und Organisationen diesen Aufruf mit unterzeichnen und der wieder aufgenommene Dialog mit der Politik konstruktiv fortgesetzt wird. Die soziokulturellen Zentren in Schleswig-Holstein sind unmittelbar von den Kürzungen im Kulturbereich betroffen. Die Investitionsförderung Soziokultur des Landes, bisher mit jährlich 95.000 Euro angesetzt, soll in 2012 auf Null gefahren werden. Sollte der Ansatz nicht im Rahmen eines Nachtragshaushaltes wieder angehoben werden befürchtet die LAG Soziokultur e.V. eine Verschärfung des bereits bestehenden Investitions- und Sanierungsstau bei den Kulturzentren im Lande. LAG Soziokultur Schleswig-Holstein e.V. Gurlittstr. 22 * 25813 Husum Fon: 04841-81243 * Fax: 04841-62375 www.kindertheater-des-monats.de www.youngstertheater.de