Bundesvereinigung, 24.5.2011

„Interkulturelle Arbeit in der Soziokultur“ - Beitrag für den Aktionsplan der Bundesregierung zur Integration ab 2012

Anlässlich des Vierten Integrationsgipfels der Bundesregierung im November 2010 hat die Bundeskanzlerin die Erstellung eines Aktionsplans zur Integration auf den Weg gebracht, der in der zweiten Jahreshälfte im Bundeskabinett behandelt werden soll. Der Aktionsplan soll auf der Basis der im Nationalen Integrationsplan eingegangenen Selbstverpflichtungen konkrete und möglichst überprüfbare Ziele festlegen.In elf Dialogforen werden diese Selbstverpflichtungen diskutiert, konkretisiert und ergänzt. Für das Dialogforum „Kultur“ ist dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Federführung übertragen worden. Von ihm wurde die Bundesvereinigung neben weiteren zivilgesellschaftlichen Einrichtungen aufgefordert, die Maßnahmen und Initiativen der staatlichen Akteure zur kulturellen Integration zu ergänzen.

Unser dreijähriges Vorhaben „Interkulturelle Öffnung in soziokulturellen Zentren“ beginnt 2012 und beinhaltet sowohl die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen und Kulturprojekten als auch die Vernetzung der Akteure sowie die Kommunizierung von Modellprojekten des interkulturellen Dialogs.
 
Die Bundesvereinigung wird ihre Mitgliedszentren motivieren, feste Zuständigkeiten für die interkulturelle Arbeit in allen soziokulturellen Zentren zu schaffen, um:
a.    für das Thema zu sensibilisieren,
b.    grundlegende Strukturen zu schaffen und Netzwerke aufzubauen,
c.     Ziele und Kriterien festzulegen und in den Erfahrungsaustausch mit anderen soziokulturellen Zentren zu treten,
d.    erste Programmschwerpunkte und Veranstaltungen zu initiieren.
Das (Mitglieds-) Zentrum zakk gGmbH in Düsseldorf führt derzeit diese Maßnahme als Pilotprojekt durch. Die Erfahrungen bei der Umsetzung dieses Konzeptes werden ausgewertet und modellhaft in einem Workshop an die Mitgliedszentren der Bundesvereinigung weitergegeben. In frühem Stadium wird eine Arbeitsgruppe initiiert, die den Prozess moderiert. Die Bundesvereinigung wird ein Diskussionsforum und einen moderierten Themenraum in der verbandsinternen Elektronischen Vereinsverwaltung einrichten. Hier werden neben Fachpublikationen und Praxishilfen auch modellhafte Projekte (z. B. Projekt „Literatürk“, ein langjähriges Literaturfestival des (Mitglieds-) Zentrums GREND e.V. in Essen) dargestellt. Weiterhin wird die Bundesvereinigung eine öffentliche Fachtagung durchführen, in der bisherige Arbeitsergebnisse präsentiert und über die Fortführung des Programms beraten wird.
 
7-Punkte-Programm „Interkulturelle Öffnung in soziokulturellen Zentren“:
1.         Interkulturelle Arbeit wird nicht als eigenständiger Bereich, sondern als Querschnittsaufgabe in bestehende Arbeitsbereiche eingeführt.
2.         Interkulturelle Veranstaltungen werden in Kooperation mit regionalen oder lokalen Institutionen, Initiativen oder KünstlerInnen durchgeführt.
3.         Ein Drei-Jahres-Konzept mit Zieldefinition und Maßnahmen wird formuliert, welches der individuellen Struktur eines Zentrums entspricht.
4.         Eine jährliche Evaluation der Maßnahmen wird in den Zentren durchgeführt und dokumentiert.
5.         Menschen und KünstlerInnen mit Migrationshintergrund werden gezielt in Planung, Organisation und Umsetzung des Programms eines Zentrums eingebunden.
6.         Migrantenselbstorganisationen werden bei der Planung und Durchführung von eigenen kulturellen Veranstaltungen aktiv unterstützt.
7.         Die Inhalte auf der Homepage eines Zentrums werden in verschiedenen Sprachen angeboten.
 
Im Dialogforum „Kultur" werden die vorgeschlagenen Maßnahmen und Initiativen zusammen mit VertreterInnen aus staatlichen und nichtstaatlichen Kulturverbänden und Einrichtungen erörtert, bevor sie in der zweiten Jahreshälfte im Bundeskabinett behandelt werden.
 
Maßnahme und Programm sind angelehnt an das Konzept zur interkulturellen Öffnung im zakk Düsseldorf. Besonderen Dank an Robert Hillmanns für seine durchdachte Zuarbeit!
 
Ellen Ahbe
Geschäftsführerin
Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.