Bundesvereinigung, 18.4.2011

Statistikpräsentation am 14. April 2011 im Paul-Löbe-Haus, Berlin

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. präsentierte am 14. April 2011 im Paul-Löbe-Haus in Berlin die aktuelle Statistik „Soziokulturelle Zentren in Zahlen“.
 
Broschüre "Soziokulturelle Zentren in Zahlen" als pdf
Die Geschichte der soziokulturellen Arbeit und Einrichtungen ist fast vierzig Jahre alt. Sie ist eine Erfolgsgeschichte, was die Zahl der Einrichtungen und der Aktiven – Hauptamtliche und vor allem Ehrenamtliche – betrifft. Und sie ist eine Erfolgsgeschichte, was den Umfang, die Qualität und die Vielfalt der Angebote ausmacht. Die Soziokultur wird mittlerweile gesellschaftlich und kulturpolitisch akzeptiert. Inhalte und Formate wurden fast „Mainstreaming“ und auch von anderen Kultureinrichtungen übernommen.
In soziokulturellen Zentren fanden im Jahr 2009 mehr als 84.000 Veranstaltungen statt. Dazu kamen fast 14.000 kontinuierliche Angebote. Mehr als 24 Millionen Mal wurden bundesweit die Veranstaltungen und Angebote der Kulturzentren besucht. JedeR vierte BesucherIn ist unter 20 Jahre alt Ermöglicht wurde das durch die Arbeit von nur 1.100 Vollzeit- und 1.400 Teilzeitkräften sowie von 14.200 ehrenamtlich Engagierten. 1.300 junge Menschen arbeiteten als Auszubildende, im Freiwilligen Sozialen Jahr, als Zivildienstleistende oder als PraktikantInnen. Hinzu kamen 1.200 geringfügig Beschäftigte und 4.200 Honorarkräfte. 10,8 % der Gesamtzahl der Festangestellten sind Menschen mit Migrationshintergrund.
Diese gesellschaftlichen Beiträge schlagen sich jedoch nach wie vor nicht in der finanziellen Ausstattung durch Zuschüsse aus den öffentlichen Haushalten nieder. 70% der befragten Zentren hatten in der Vergangenheit und haben gegenwärtig finanzielle Schwierigkeiten.
Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren fordert deshalb mehr institutionelle Förderung auf Landes- wie kommunaler Ebene: Die Einrichtungen benötigen verlässliche Förderstrukturen, damit stabile personelle Rahmenbedingungen geschaffen werden können, unter denen die Arbeit fortschreiten und sich weiter entwickeln kann. Kulturell interessierte und engagierte BürgerInnen, ungeachtet ihres Alters, ihrer regionalen Herkunft und Ausbildung, sollen sich aktiv beteiligen und selbst verwirklichen können. Dabei muss sicher sein, dass die Kommunen ihre Förderung ohne Kürzung oder Streichung auf Grund des Haushaltssicherungsgesetzes aufrechterhalten. Die Bundesvereinigung fordert außerdem ressortübergreifende Finanzierungen, damit dem spezifischen Querschnittsansatz der Soziokultur, entsprochen werden kann. Grundsätzliche Vereinfachungen im Zuwendungsrecht ist unerlässlich. Gerade ehrenamtlich betriebene Zentren und Kulturinitiativen werden durch die breitgefächerten Verwaltungsanforderungen in ihrer Arbeit beschnitten. Ehrenamtliches Engagement wird durch übermäßige Verwaltung ausgezehrt. Es bedarf der Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements durch die Schaffung entsprechender öffentlichkeitswirksamer steuerrechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen.