Thesenpapier der kulturpolitischen Sprecherin Krumwiede, MdB Grüne, 4.8.2010

Potentiale der Soziokultur in Deutschland

Soziokultur in Zeiten der Finanz-und Wirtschaftskrise

Die kommunalen Haushalte leiden unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die seit Jahren in vielen Regionen strukturell unterfinanzierten Städte und Gemeinden trifft die Wirtschaftskrise massiv. Angefangen von steigenden Sozialausgaben bis hin zu einbrechenden Gewerbesteuern steigt das kommunale Defizit. Zu alledem sorgt auch die schwarz-gelbe Bundesregierung durch Steuersenkungen für Unternehmen und Gutverdienende und durch Sparvorschläge zur Sanierung des Bundeshaushaltes auf Kosten der Kommunen für noch tiefere Löcher in den kommunalen Haushalten. Zum Sparen gezwungen, kürzen die Kommunen als erstes bei den „freiwilligen Leistungen“. Davon betroffen sind viele Bereiche des Freizeitangebots, unter anderem auch soziokulturelle Zentren. Kurzfristige Einsparungen in den Städten und Gemeinden können langfristige kulturelle weiße Flecken hervorbringen. Denn Kommunen sind keine Verwaltungseinheiten, sondern Orte in denen gelebt wird, die Basis der Demokratie. Gerade deshalb darf und muss in Krisenzeiten daran erinnert werden, dass die kulturelle Infrastruktur kein Luxus, sondern elementar ist.

Plädoyers für die Soziokultur sind deshalb besonders in Krisenzeiten notwendig. Im schematischen kommerziellen „Kosten-Nutzen-Denken“ wird der psychologische, integrative und soziale Wert von Soziokultur gerne übersehen. Dabei hat die Soziokultur eine elementare, gesellschaftspolitische Relevanz: Ihre Bandbreite umfasst Jugendprojekte, kulturelle und politische Bildungsarbeit über Sozial- und Integrationsarbeit bis hin zur Seniorenarbeit. Für den kulturellen Dialog zwischen den Generationen, Nationalitäten und...

Lesen Sie das gesamte Papier