Bundeszentrale für politische Bildung

Innovative Konzepte zur Sensibilisierung Jugendlicher für Diskriminierung

Bewerbungsschluss: 15. Juni 2018
Bundesweit

Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert mit dem Programm die Entwicklung und Durchführung eines innovativen Veranstaltungsformats für Jugendliche. Das Projekt kann frühestens ab dem 15. August 2018 beginnen und sollte zwölf Monate dauern. Die Zuwendung beträgt mindestens 20.000 Euro und maximal 60.000 Euro pro Projekt. Antragsberechtigt sind Organisationen mit eigener Rechtsfähigkeit. Natürliche Personen sind nicht antragsberechtigt.

1. Förderziele
In sozialen Medien und im sonstigen Alltag treffen Jugendliche vermehrt auf Haltungen, die andere aufgrund von Ethnie, Sexualität oder Religion abwerten. Solche Positionen finden zurzeit vermehrt Raum in der politischen Öffentlichkeit, abwertende Einstellungen werden immer öfter als legitime Meinungsäußerung dargestellt. Zwar haben die meisten Studien gezeigt, dass die Zustimmung zu Einstellungsmustern gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit grundsätzlich mit dem Alter ansteigt. Ältere nehmen also im Durchschnitt häufiger abwertende Haltungen ein als Jüngere. Dennoch sind auch in der Altersgruppe der 16-30-Jährigen relativ hohe Werte beispielweise in den Dimensionen Rassismus (8 %), Muslimfeindlichkeit (11,2 %), Fremdenfeindlichkeit (12,1 %), Abwertung von Sinti und Roma (17,1 %), Abwertung wohnungsloser Menschen (21,3 %) oder Abwertung asylsuchender Menschen (33,5 %) gemessen worden. Da abwertende Haltungen, die sich im Jugendalter verfestigen, häufig nicht mehr abgelegt werden, besteht ein Bedarf der Prävention.

Daher soll ein innovatives Projektformat für Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren entwickelt und durchgeführt werden. Diese sollen für Ideologien der Ungleichwertigkeit in ihrem Umfeld sensibilisiert und argumentativ gestärkt werden, um Widerrede zu leisten und um eigene Vorstellungen der unveräußerlichen Menschenwürde in Debatten einbringen zu können und als MultiplikatorInnen in ihren Peer-Gruppen zu wirken. Das Format soll als Tagung, Tagungsreihe oder Fortbildung konzipiert sein.

Um eine intensivere Auseinandersetzung und Aufarbeitung dieser komplexen Themen für die Zielgruppe Jugendliche zu ermöglichen und sich für Vielfalt, Toleranz und Demokratie einzusetzen, werden Maßnahmen der politischen Bildung im oben geschilderten Themenfeld gefördert. Eine Förderung setzt voraus, dass die eingereichten Projekte eine langfristige Wirkung anstreben und messbare Projektziele benennen.

2. Zielgruppen
In den Blick genommen werden sollen Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren.

3. Gegenstand der Förderung 
Förderfähige Maßnahmen sind Fortbildungen (z.B. Diversity Trainings, Argumentationstrainings, Vermittlung von Handlungskompetenzen im Umgang mit Rassismus etc.), Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche, Veranstaltungen zur Diskussion und Informationsvermittlung zu den Themenfeldern Vorurteilsstrukturen, Rassismus und Rechtsextremismus, Vernetzungsangebote zur Bündelung von Synergien und Ressourcen, Angebote der politischen Bildung für Jugendliche, integrative Maßnahmen, die sich an die heterogene Zielgruppe wenden.

Mehr Informationen dazu hier.

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