ID_4-2001

Informationsdienst Soziokultur 4-2001

Soziokultur zwischen Kunst und Kommerz

Money makes ...
... the world go around, auch in der Soziokultur. Anspruchsvolle Kunst zu machen und zu bieten, obwohl oder weil es dafür kein/ wenig/nie genug Geld gibt, gehört zum Gründungskonsens vieler Einrichtungen. Dennoch scheint der derzeitige Trend zur Ökonomisierung aller Lebensbereiche auch an ihnen nicht spurlos vorbei zu gehen. Grund genug für ein Themenheft zur Frage, wo zwischen paralysierendem Existenzkampf und vorauseilendem (Markt-) Gehorsam Möglichkeiten liegen, "trotz alledem" neue Kreativität zu gewinnen, auf ungewohnten Wegen zu Geld zu kommen und dabei die Souveränität des eigenen Handelns nicht zu verlieren. Wie schwierig dies ist, belegen die Versuche in diesem Heft, sich von verschiedenen Seiten dem Thema zu nähern. Denn die mit der Ökonomisierung verbundene Simplifizierung und Beschleunigung gesellschaftlichen Lebens ist auch ein Prozess von Verarmung und Entwertung durch Gleichschalten, Glätten und Enttabuisieren, in dem für manche Idee soziokulturellen Handelns, für Selbstverwaltung, Minderheitenkultur, Entschleunigung & Co kein Platz mehr zu sein scheint.
Doch der Mangel an Geld ist nicht überall für den Verlust an Sinn und Kreativität verantwortlich zu machen. Es bleibt das Hauptproblem künstlerischer Arbeit überhaupt, wach zu bleiben, Reibungspunkte mit dem gesellschaftlichen Umfeld zu finden, auch gegen Widerstände durchzuhalten und vor allem den eigenen Auftrag immer wieder neu zu definieren.
 
Preis: 2,50 €