LAG Soziokultur Thüringen e.V., 6.12.2016

Thüringer Soziokulturförderpreis geht nach Lauscha

Der Verein Kulturkollektiv Goetheschule e.V. aus Lauscha erhält den diesjährigen KULTURRIESE-Förderpreis für sein Engagement beim Aufbau eines soziokulturellen Zentrums in der Kleinstadt am Rennsteig. Damit konnt sich ein noch relativ junger Verein durchsetzen.

Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Knapp einhundert Kulturschaffende und Vertreter aus Politik und Verwaltung aus ganz Thüringen waren am 1. Dezember ins Kulturcafé Franz Mehlhose nach Erfurt gekommen, um bei der Verleihung des diesjährigen KULTURRIESE-Förderpreises für Soziokultur in Thüringen dabei zu sein. In einer unterhaltsamen Show unternahm das Publikum im Beisein von Kulturminister Benjamin Immanuel Hoff eine Reise durch Thüringen zu den sieben für den Preis nominierten Kulturvereinen. Anschließend wurde der diesjährige Preisträger gekürt.

Die Jury würdigte in ihrer Begründung vor allem das außerordentliche Engagement des erst 2014 gegründeten Kulturkollektivs beim Aufbau eines soziokulturellen Zentrums in der südthüringischen Stadt. Unter schwierigsten Bedingungen und in Eigenregie seien die Räume und teilweise auch das Gebäude der ehemaligen Goetheschule gemeinschaftlich instand gesetzt worden. Inzwischen nutzen 40 Maler, Grafiker, Musiker, Graffitikünstler, Glasbläser, Fotografen und Filmschaffende die Räumlichkeiten. Es finden regelmäßig Konzerte, Poetry Slams, Open-Air-Kino, Ausstellungen und Workshops statt.

Nach Ansicht der Jury ermöglichten die Veranstaltungen und Aktivitäten des Kulturkollektivs breiten Bevölkerungs- und Altersgruppen ein Zugang zu Kunst und Kultur und berücksichtigten auch die kulturellen Traditionen des Ortes. Mit der zuvor leerstehenden Goetheschule sei zudem ein für die Stadt emotional stark besetzter Ort wieder zugänglich gemacht und einer neuen Nutzung zugeführt worden. Die Jury würdigte dies als einen wichtigen Impuls für die von Abwanderung und Überalterung betroffene Region.

Insgesamt erreichten die LAG Soziokultur Thüringen als Stifter des KULTURRIESE-Förderpreises in diesem Jahr 28 Bewerbungen soziokultureller Vereine und Initiativen aus ganz Thüringen. Die Jury war beeindruckt von der Vielfalt der Arbeitsfelder der Bewerber. Die Spanne reichte vom privat betriebenen Museum im Thüringer Wald über das spartenübergreifende Musical-Projekt und das soziokulturelle Zentrum in der Kleinstadt bis hin zum zeitgenössischen Musik-Festival im urbanen Raum. All diese Projekte und Einrichtungen trügen auf ihre Weise dazu bei, Menschen verschiedener Generationen und sozialer Schichten im Kulturbereich anzuregen, ihre kreativen Potenziale zu entfalten. Ihr Tun wirke identitätsstiftend, ermögliche aktive Teilhabe und bereichere unseren Alltag, so die Jury.

Aus allen Bewerbern nominierte die Jury sieben Vereine und Projekte für den diesjährigen Förderpreis. So stand ein relativ neues Projekt, wie die Kulturbaustelle Suhl neben schon etablierten Einrichtungen, wie dem Greizer Theaterherbst oder dem Café Wagner aus Jena. Aber auch das Musical-Projekt des Vereins Zukunft Harztor, das gemeinsam mit vielen unterschiedlichen Akteuren der Nordthüringer Gemeinde auf die Beine gestellt wurde, war unter den Nominierten. Ebenso gewürdigt wurde das Engagement des Vereins studio44 aus Nordhausen, der in diesem Jahr mit einem Zirkuszelt einen neuen Veranstaltungsort für die Stadt etablieren konnte. KLICK – das Festival für Jetztkultur aus Jena schließlich zeigte, wie zeitgenössische Kulturformate an verschiedenen urbanen Orten ineinandergreifen und zu einer interkulturellen Verständigung führen können.

DER KULTURRIESE-FÖRDERPREIS

Der KULTURRIESE – Förderpreis der Soziokultur in Thüringen wird seit dem Jahr 2008 jährlich an herausragende Beispiele soziokultureller Praxis verliehen und ist mit 1.111,11 Euro dotiert. Stifterin ist die LAG Soziokultur Thüringen e.V. Mit der Vergabe des KULTURRIESEN zeichnet die LAG Projekte, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen aus, die sich durch ein vorbildliches Engagement oder besondere Leistungen in der Soziokultur und ihren Randbereichen in Thüringen hervorgehoben haben. Nicht zuletzt, um das Bewusstsein für Kultur und deren gesellschaftliche Bedeutung zu schärfen und die oft lokal verankerten Projekte und Akteure vor einer breiteren Öffentlichkeit zu würdigen.

Die Entscheidung über die sieben Nominierten und den Hauptpreisträger traf eine fachkundige und unabhängige Jury, die in diesem Jahr aus folgenden Mitgliedern bestand: Dr. Julia Ackerschott (Thüringer Landgesellschaft, Umsetzung Kulturentwicklungskonzeption Hildburghausen-Sonneberg), Monique Förster (Kunsthaus Erfurt e.V.), Philipp Gliesing (PAF – Pößneck Alternativer Freiraum e.V.; Vorjahrespreisträger), Michael Helbing (Thüringer Allgemeine), Alexander Lochthofen (LAG Soziokultur Thüringen e.V.).

Die vollständige Pressemitteilung inkl. Jury-Begründung lesen Sie hier.