Initiative Musik, 29.11.2016

Bundestag beschließt großes Maßnahmenpaket für Rock, Pop und Jazz in Deutschland

Um die Rock-, Pop- und Jazzmusik in Deutschland zu stärken, hat der Bundestag am 23.11.2016 beschlossen, die bestehenden relevanten Strukturprojekte auszubauen, inhaltlich zusammenzuführen und durch weitere zu ergänzen. Insgesamt 8,2 Millionen Euro stehen 2017 für dieses Vorhaben zur Verfügung. Damit unterstreichen das Parlament und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien die kulturelle Funktion der Rock-, Pop- und Jazzmusik als Ventil, Sprachrohr und Ideengeber des gesellschaftlichen Lebens.

Foto: Initiative Musik gGmbH

Finanziert wird dies aus den vor zwei Wochen von der Koalition in ihren Beratungen zum Bundeshaushalt 2017 beschlossenen zusätzlichen Mitteln zur Kulturförderung, womit in kommenden Jahren zusätzliche 660 Millionen Euro für die Kulturförderung zur Verfügung stehen werden.

Rüdiger Kruse (CDU), Hauptberichterstatter für Kultur und Medien im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages: „Die große Koalition im Bund zeigt mit diesem Beschluss ihre hohe Wertschätzung für Kultur in Deutschland. Neben der Bewahrung großer kultureller Schätze ist die Stärkung der Kultur vor allem eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Wir können derzeit erleben, was passiert, wenn kulturelle Bildung vernachlässigt und der Kunst in unserer Gesellschaft zu wenig Raum gegeben wird. Dem müssen wir in Deutschland entgegentreten.”

Zur Umsetzung des Beschlusses wird der Etat der Initiative Musik, der zentralen Export- und Fördereinrichtung für Rock, Pop und Jazz in Deutschland, gegenüber dem Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2017 mit zusätzlich 4,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Förderprogramme zur Künstler- und Infrastrukturförderung wie auch der Spielstättenprogrammpreis APPLAUS der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien profitieren davon zu 100 Prozent. Das durch die Initiative Musik mit Unterstützung der LiveMusikKommission, dem Verband der Musikspielstätten in Deutschland, umgesetzte Digitalisierungsprogramm für die Musikclubs der Republik erhält ebenfalls zusätzliche Unterstützung, um die kulturelle Vielfalt und die Auftrittsmöglichkeiten junger wie etablierter Künstler in den Ballungszentren wie in den Flächengebieten zu sichern.

Als die zentrale Plattform für Musik und Technologie in Europa wird das Reeperbahn Festival gestärkt. Zusätzliche Gelder bekommen darüber hinaus die als Nachwuchs-Sprungbrett renommierte c/o pop in Köln und das Musicboard Berlin mit seinem neuartigen Festivalformat an der Schnittstelle von Pop und Kultur. Die jazzahead! in Bremen erfährt frühzeitig eine Absicherung für 2018. Und schließlich können durch die zusätzliche Förderung der Deutschen Rockmusik Stiftung Proberäume für Musikerinnen und Musiker in Deutschland ausgebaut werden.

„Mit diesem Maßnahmenpaket sollen die wichtigen Akteure von Rock, Pop und Jazz gemeinsam aktive Angebote für Musikerinnen und Musiker realisieren. Damit kann die kreative Energie unserer jungen Künstlerinnen und Künstler besser zum Erfolg gelangen. Die dafür notwendigen Strukturen zu schaffen und zu stärken und ihnen auf diese Weise den Raum zur Entwicklung und Professionalisierung zu ermöglichen, ist ein notwendiger Baustein der deutschen Kulturförderung“, resümiert Rüdiger Kruse.

Die Nachwuchsförderung, die Sicherung von Kommunikationsplattformen, von Auftrittsmöglichkeiten und internationalen Festivals ebenso wie die Exportförderung durch nationale wie internationale Tourneen sind entscheidende Grundlagen, um die ökonomische wie künstlerische Basis der Kreativen zu stärken.

„Die Arbeit der Initiative Musik wird durch das tolle Maßnahmenpaket gestärkt. Durch die zusätzlichen 4,1 Millionen Euro können rund 400 Bands und Clubbetreiber in Deutschland neue musikalische Werke schaffen und in hoher Qualität vor Publikum aufführen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Initiative Musik, Prof. Dieter Gorny. „Mit dem Gesamtpaket zur Musikförderung in Deutschland werden unsere zentralen Leuchttürme, Publikumsfestivals wie Branchenevents, gefestigt und gemeinsam weiterentwickelt. Damit setzt der Bund einen klaren Schwerpunkt auf die lebendige Vielfalt der Rock-, Pop- und Jazzmusik.“

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