LAKS Baden-Württemberg e.V., 20.10.2016

BABYLON 2.0 – CALL FOR IDEAS Ideen für eine moderne künstlerische, genreübergreifende Produktion im öffentlichen Raum gesucht

Die Stadt ist das Brennglas unserer Gesellschaft: Hier treffen Menschen unterschiedlichster kultureller und sozialer Herkunft aufeinander. Sie leben miteinander, gegeneinander, nebeneinander, kommunizieren über Sprache, Zeichen, Gesten oder Algorithmen, schaffen Orte der Begegnung oder Abgrenzung und frönen der oder bekämpfen die Kommerzialisierung. Dies ist der Raum, den die ProduZentren – ein Zusammenschluss mehrerer produzierender Soziokultureller Zentren in Baden-Württemberg – mit einer modernen künstlerischen, genreübergreifenden Produktion erkunden wollen.

Deshalb ergeht hiermit der Aufruf an Künstler/-innen und Künstlergruppen aller Sparten, Konzepte und Projektideen für eine künstlerische Erkundung des Stadtraums einzureichen.
Ziel ist es, die Gewinneridee in 2018 – vorbehaltlich der Finanzierung – zu realisieren und auf Tour durch die Heimatstädte der beteiligten Zentren zu schicken.
 
Die ProduZentren – Ein Zusammenschluss produzierenden Soziokultureller Zentren
 
Hinter den ProduZentren steckt eine lose Gruppe von ca. acht produzierenden Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg. Dem Kreis gehören an: Dieselstrasse Esslingen, E-WERK Freiburg, franz.K Reutlingen, GEMS Singen, KKT Kulturkabinett Stuttgart, Roxy Ulm, Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg, Tollhaus Karlsruhe. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam künstlerische Prozesse zu initiieren und Produktionen zu verwirklichen, die im Zentrumsalltag ansonsten keinen Platz finden.
 
Als erstes großes Projekt wurde 2015 „Hyrrätytö“, eine Produktion aus dem Bereich Cirque Nouveau, mit viel Engagement und großem Erfolg umgesetzt. Dem soll nun eine moderne, narrative, genreübergreifende Produktion im öffentlichen Raum folgen.
 
Das Thema: Babylon 2.0 – Der moderne Stadtraum zwischen Multikulti, Kommerz, Anonymität und Smart City
 
Gesucht wird die Idee zu einer modernen Produktion, die verschiedene künstlerische Genres (darstellende Künste, moderne Medien, Installationen etc.) in einem narrativen Kontext vereint und im öffentlichen Raum (wahlweise Open Air oder in geschlossenen öffentlichen Räumen) aufgeführt wird. Vorstellbar ist eine Art Stationenproduktion mit theatralischen, tänzerischen, musikalischen und multimedialen Elementen. Die Produktion sollte sich mit urbanen und sozialen Strukturen auseinandersetzen und sich dabei zwischen folgenden städtischen Phänomenen bewegen:

  • Schnelllebigkeit der Zeit, Macht der Technik, neue mediale Sprache, Smart City
  • Kommerzialisierung, Konsumterror
  • öffentlicher Raum für alle (?), Zugang bestimmter gesell. Gruppen zu bestimmten Räumen, veränderte Wahrnehmung der Räume, durch veränderte Nutzung/Eroberung der Räume durch bestimmte gesell. Gruppen
  • Anonymität trotz Begegnungen im öffentlichen Raum, parallele Realitäten/Lebenswelten, persönliche Räume versus öffentliche Räume
  • Fremdheit, Angst, Sprache/Sprachlosigkeit, Clash of communication, Multikulturalität

 
Die Idee sollte bereits den narrativen Rahmen sowie die Zusammensetzung der unterschiedlichen Genres benennen und eine Vorstellung der zu beteiligenden Künstler/-innen bzw. Künstlergruppen haben. Es ist zu beachten, dass die Produktion nach der Premiere auf Tour durch die Heimatstädte der beteiligten Soziokulturellen Zentren (Esslingen, Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Pforzheim, Reutlingen, Stuttgart, Singen, Ulm) geht und deshalb die Flexibilität bereit hält, einzelne Elemente an den jeweiligen Ort anzupassen.
Geplant ist eine professionelle künstlerische Produktion im Hinblick auf die beteiligten Künstler/-innen bzw. Künstlergruppen sowie den Inhalt und Umfang.
 
Der Auswahlprozess
 
Unter allen eingereichten Projektentwürfen wählen die beteiligten Soziokulturellen Zentren eine oder ggf. mehrere Ideen aus, die die Bewerber/-innen in einem zweiten Schritt in Zusammenarbeit mit den Initiatoren gegen ein Honorar zu einem antragsreifen Konzept ausarbeiten. Das innovativste, spannendste und aussichtsreichste Projekt wird schließlich in 2018 – vorbehaltlich der Finanzierung – in Kooperation mit den ProduZentren realisiert.
 
Die Bewerbung
 
Zur Bewerbung verschriftlichen Sie bitte Ihre Idee einer künstlerischen Produktion in Form eines Exposés (max. 3 Din A4-Seiten, Schriftgröße Pkt. 11! Darüber hinaus gehende Erläuterungen werden nicht gelesen!) inkl. einer ersten Kostenschätzung und senden dies ggf. mit entsprechendem Foto-, Video- oder sonstigem Dokumentationsmaterial, das Auskunft über bisherige Arbeiten gibt, spätestens bis 30.11.2016 per Mail an soziokultur@laks-bw.de.
 
Bei Fragen und Beratungswünschen wenden Sie sich bitte an:
LAKS Baden-Württemberg e.V.
Alter Schlachthof 11f
76131 Karlsruhe
0721/47041909
soziokultur@laks-bw.de www.laks-bw.de