Newsletter der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.: März 2016
Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.
 

März 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freundinnen und Freunde der Soziokultur,

das Jahr schreitet voran – mit ihm begegnen uns allen große Herausforderungen, aber auch neue Chancen.

Herzlich gratulieren möchten wir den Kolleg/-innen der LAKS Hessen, die zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein deutschlandweit einmaliges Modellprojekt für die Förderung der Soziokultur im Land ins Leben gerufen haben.

Mit unserer Tagung "Mehr als Willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n) in der Soziokultur" am 20./21. Mai 2016 in Berlin stellen wir uns den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und richten den Blick zusammen mit allen Beteiligten in die Zukunft. Gerne möchten wir heute dazu einladen – und freuen uns auf geballte soziokulturelle Expertise und inspirierende Diskussionen!

Für Mitgliedseinrichtungen der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren bieten wir eine vergünstigte Teilnahmegebühr an. Außerdem haben wir eine begrenzte Anzahl an kostenfreien Plätzen für in der Kulturarbeit Aktive mit eigener Fluchtbiographie. Nähere Informationen gibt es im nachfolgenden Newsletter.

Herzliche Grüße,
Ellen Ahbe
(Geschäftsführung)

Inhaltsverzeichnis

Tagung "Mehr als Willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n) in der Soziokultur"

Die Kulturarbeit von, für und mit Geflüchtete(n) fordert soziokulturelle Zentren und Initiativen trotz ihrer Expertise und langjährigen Erfahrung mit interkultureller Arbeit in besonderem Maße. Engagement und Unterstützung stehen unter dem destabilisierenden Einfluss von rechtlichen Bestimmungen, Fremdenhass in der Gesellschaft und fehlenden Strukturen für die Grundversorgung der ständig wachsenden Zahl von asylsuchenden Männern, Frauen und Kindern.

Die Tagung am 20./21. Mai 2016 will Akteur/-innen aus der Soziokultur und der kulturellen (Bildungs-) Arbeit zusammenführen, Praxiserfahrungen und Handlungsempfehlungen zusammentragen und mit der Bundespolitik ins Gespräch kommen. Dabei sollen auch Verantwortung und Möglichkeiten der Soziokultur hinsichtlich der Polarisierung der Gesellschaft thematisiert werden. Die Veranstaltung gibt Gelegenheit, spezielle Fragestellungen zu diskutieren und sich mit Gleichgesinnten bundesweit zu vernetzen.

Im Anschluss an die Tagung findet die Auftaktveranstaltung KULTUR ÖFFNET WELTEN der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien statt. Die Teilnehmer/-innen der Tagung können sich einem geführten, interaktiven Stadtspaziergang zum Veranstaltungsort im Deutschen Historischen Museum anschließen.

Das Programm der Tagung "Mehr als Willkommen!" und weitere Informationen finden Sie auf www.soziokultur.de/veranstaltungen. Dort ist auch die Anmeldung bis zum 22. April möglich!

Am Vortag, am 19. Mai, findet am selben Veranstaltungsort die 1. Mitgliederversammlung 2016 der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. statt.

Projekt „Fluchtpunkte“ der ACC Galerie Weimar für BKM-Preis Kulturelle Bildung nominiert

Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat die Nominierungen für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2016 bekannt gegeben. Eine Fachjury hatte zuvor die zehn bemerkenswertesten Vorhaben aus rund 100 Vorschlägen ausgewählt. Wir freuen uns außerordentlich, dass auch ein von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. vorgeschlagenes Projekt nominiert wurde – „Fluchtpunkte“ der ACC Galerie Weimar!

In dem Projekt bewarben sich Weimarer Bürger/-innen als Kuratoren einer Ausstellung, in der sie ihre brennendsten Fragen thematisieren konnten. Vier von ihnen setzten sich anschließend mit den Themen "Flucht und Migration in Weimar, Deutschland und der Welt" auseinander. Es entstand eine Ausstellung, die auf großes Interesse des städtischen Publikums stieß.

Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2016 in der Stiftung Genshagen statt. Dort wird Monika Grütters die diesjährigen Preisträger bekanntgeben. Nominiert wurden in diesem Jahr Projekte aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. Jede Nominierung ist mit einer Prämie von 5.000 Euro verbunden, die drei Preisträger erhalten jeweils 20.000 Euro.

Nähere Informationen zu den nominierten Projekte finden Sie auf der Website der Kulturstaatsministerin.

Hessen startet deutschlandweit einmalige Modellförderung für Soziokultur: Fördergelder auf 700.000 Euro verdoppelt

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat gemeinsam mit den Vertreten der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen e.V. (LAKS) das deutschlandweit einmalige Modellprojekt für die Förderung der Soziokultur im Land gestartet. Kernpunkt des Modellprojekts ist, dass die LAKS künftig die erste Anlaufstation für die Antragsteller sein wird. Hier gibt es kompetente Beratung, Informationen und die Prüfung auf Förderfähigkeit. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) stellt der LAKS die Fördergelder zur Verfügung, die diese dann an die soziokulturellen Zentren und Initiativen weiterleitet.

„Das Modellprojekt Soziokultur ist ein Meilenstein für die Förderung der Soziokultur in Hessen. Es ist die größte Errungenschaft auf Landesebene seit der Einrichtung eines entsprechenden Landesetats in 1993“, sagte Bernd Hesse, Geschäftsführer LAKS. Florian Haupt, Vorsitzender LAKS: „Gerade für die kleineren und mittelgroßen Kulturzentren und –initiativen stellt das Modellprojekt eine große Unterstützung und Erleichterung dar: deutlich weniger Verwaltungsaufwand und viel bessere Möglichkeiten der Verwendung.“

Ein wesentliches Element des Modellprojekts ist die so genannte Strukturförderung. Damit ermöglicht das HMWK erstmals, den Zuschuss vor Ort nicht mehr streng projektbezogen einzusetzen. Die Landesregierung verdoppelt zudem die Fördersumme für die Soziokultur auf insgesamt 700.000 Euro. In Kombination mit dem neuen Modellprojekt leistet das Kunstministerium damit einen erheblichen Beitrag zu Erhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen Vielfalt in Hessen. Kulturinstitutionen vor Ort, auch abseits der Ballungsräume, können erheblich profitieren.

Hier kann die vollständige Pressemitteilung gelesen werden.

Kultur-Recorder gesucht! Last Minute-Bewerbungen noch bis 31. März, 12 Uhr!

Was zeichnet kulturelle Zentren in Europa aus? Welche partizipativen Projekte werden verwirklicht? Wie stellen sie sich den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels? Diesen und andere Fragen will das Forschungsprojekt RECcORD nachgehen, welches das European Network of Cultural Centres (ENCC) zusammen mit Kulturhusene Dänemark, der Universität Arhus und "Cultural Productioncenter Godsbanen" durchführt.

20 Personen aus Kulturzentren aus ganz Europa werden als "Kultur-Recorder" in kulturelle Zentren entsandt. Nach einem 3-Tages-Training von Forscher/-innen der Universität Arhus, Dänemark, forschen sie in einem kulturellen Zentrum in einem anderen Land (mindestens 10 Tage). Die Ergebnisse werden in einer Konferenz in Arhus vom 16.-19. Juni 2017 präsentiert.

Mitmachen können (englischsprechende) Aktive - auch Freiwillige - aus einem soziokulturellen Zentrum, das sich bereit erklärt, anderen „Kultur-Recordern“ seine Türen zu öffnen. Reisekosten (inkl. Unterkunft und Verpflegung) werden erstattet.

Mehr Informationen und Anmeldung unter www.reccord2017.eu.

Unterstützung der Allianz für Weltoffenheit

Die Allianz für Weltoffenheit steht für Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat und richtet sich gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt. Ihr Aufruf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ kann auf der Website in 7 Sprachen gelesen, geteilt und verbreitet werden. Bisher haben sich bereits 142 bundesweite Organisationen, darunter die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V., als Unterstützer dem Aufruf angeschlossen. Das ist ein wichtiges politisches Signal, gerade in den aktuellen Debatten, die vielfach von Fremdenfeindlichkeit bis Rassismus geprägt sind.

Einen ausführlichen Bericht von Olaf Zimmermann, der mit dem Deutschen Kulturrat die Allianz für Weltoffenheit mitgegründet hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift SOZIOkultur 1/2016.

Zeitschrift SOZIOkultur 1/2016 – FLUCHTPUNKTE

Geflüchtete verändern unsere Gesellschaft und sind auch kulturelle Akteure. Von wechselseitigen Chancen und Perspektiven in der Soziokultur berichtet die neueste Ausgabe der SOZIOkultur. Die Zeitschrift erscheint Anfang April und kann dann hier bestellt werden: www.soziokultur.de/shop

Solidaritätssampler „Refugees Welcome - Gegen jeden Rassismus“

An den Außengrenzen der EU sterben unzählige Menschen, die sich in der Hoffnung auf ein besseres und sicheres Leben Richtung Europa aufgemacht haben, die Flüchtlingsthematik dominiert alle Medien. Dabei ist die „Krise” vor allem eine, die von Rassismus und Hetze geprägt ist. Fast täglich werden Refugees angegriffen und Unterkünfte brennen. Dem gilt es, soviel wie möglich entgegen zu setzen.

Während das Klima in Deutschland auch 2016 immer noch rauer wird und Rassismen verstärkt werden, gibt es auf der anderen Seite auch sehr viele tolle Menschen, die sich aktiv gegen Gewalt von Rechts und für Geflüchtete einsetzen. Um diese finanziell zu unterstützen, haben Jonas Engelmann und Torsten Nagel einen Sampler zusammengestellt, der nicht nur viele exklusive Songs enthält, sondern auch umfangreiches Informationsmaterial zum Thema beinhaltet. Viele der Songs wurden exklusiv für den Sampler produziert. Mit dabei sind u. a. Dirk von Lowtzow, Frittenbude, Denyo, GUSTAV, Antilopen Gang u. v. m.

Der Sampler erscheint am 8. April über SPRINGSTOFF in Kooperation des Ventil Verlag & Kupo e.V. Sämtliche Erlöse werden lokalen, selbstorganisierten und antirassistischen Initiativen zur Verfügung gestellt.

25 Jahre gute Nachbarschaft: Deutsch-Polnisches Jubiläumsjahr

Am 17. Juni 2016 jährt sich die Unterzeichnung des „Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ zum 25. Mal. Zwischen Deutschland und Polen gibt es heute auf allen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen engste Verbindungen. Dies ist zu großen Teilen Verdienst der Zivilgesellschaft – der enge Austausch zwischen Kommunen, Schulen, Vereinen, kulturellen und vielen weiteren Institutionen, quer durch alle Gesellschaftsschichten, konnte auf beiden Seiten ein Maß an Vertrauen schaffen, das der Politik allein nicht möglich gewesen wäre.

Das ganze Jahr über werden Veranstaltungen und Projekte aus Politik und Zivilgesellschaft Gelegenheit geben, die vergangenen 25 Jahre gemeinsam zu würdigen. Es geht insbesondere darum, die gelebte Vielfalt zwischen den Gesellschaften unserer beiden Länder sichtbar zu machen.

Das Auswärtige Amt ist sehr interessiert an Plänen für das Jubiläum – seien es Feierlichkeiten, Reisen, Austauschprogramme, Kultur- oder Diskussionsveranstaltungen – und ruft die Einrichtungen dazu auf, das Auswärtige Amt hierüber in Kenntnis setzen. Nach Möglichkeit werden die Einrichtungen bei ihren Vorhaben unterstützt. Im Eventkalender können Veranstaltungen und Projekte mit Polenbezug selber eintragen werden (auch nachträglich). Außerdem finden sich dort zusätzliche Informationen rund um das Deutsch-Polnische Jubiläumsjahr.

Bei Fragen oder Anregungen zum Jubiläumsjahr informiert das Auswärtige Amt gerne.

Internationales Symposium „ALL IN: Qualität und Öffnung von Kulturarbeit durch Inklusion“

Wie Inklusion in der kulturellen Praxis qualitätvoll gestaltet werden kann und wie sich Kultureinrichtungen und Akteure für die Vielfalt von Fähigkeiten öffnen können sind die Schwerpunkte des internationalen Symposiums „ALL IN“ am 3. und 4. Mai 2016 im FORUM Volkshochschule im Kulturquartier (Rautenstrauch-Joest-Museum) in Köln. Bei der Veranstaltung geben Fachexpertinnen und -experten aus mehreren europäischen Ländern Einblicke in kulturpolitische Initiativen und Forschung zu Inklusion und Kultur. In zahlreichen Workshops sowie beim Besuch Offener Proben von inklusiven Kunstproduktionen, können außerdem Methoden aus der Praxis kennengelernt werden.

Hier gibt es ausführliche Informationen zum Programm und zur Anmeldung.

Kulturarbeit im ländlichen Raum: Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft erstellt Studie

In wirtschaftlich schwachen Regionen und dünn besiedelten Gebieten kumulieren die Effekte des demografischen Wandels. Inzwischen haben sich flächendeckend integrierte Ansätze für Entwicklungskonzepte für ländliche Räume etabliert, in die auch kulturelle Aspekte und Kulturakteure im ländlichen Raum einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund hat die BKM eine Studie des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft finanziert, die eine Bestandsaufnahme von Fördermöglichkeiten für Aktivitäten und Infrastrukturen in ländlichen Räumen liefert, um jenen dialogorientierten, Ressourcen bündelnden und Strategien optimierenden Ansatz für die Kulturpolitik zu konkretisieren.

Unter anderem werden 51 Programme des Bundes, der Länder, der EU sowie anderer öffentlicher und privater Träger untersucht, die Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels in ländlichen Räumen fördern und zugleich geeignet sind, auch kulturelle Vorhaben zu unterstützen.

Diese und weitere Studien können hier heruntergeladen werden: www.soziokultur.de/studien