28.10.2015

Save the Rights! - Dossier »Verwertungsgesellschaften«

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, legt das Dossier „Save the Rights!“ zur Arbeit der Verwertungsgesellschaften in einer gedruckten und einer Online-Version vor.

Die Verwertungsgesellschaften sind aktuell wieder einmal in der Diskussion. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres muss die EU-Richtlinie zu Verwertungsgesellschaften umgesetzt werden. Der erste Referentenentwurf, der gleichzeitig ein neues Urheberrechtswahrnehmungsgesetz darstellt, liegt inzwischen vor. Die parlamentarischen Beratungen werden sicherlich bald beginnen. In diesem Zusammenhang soll das Dossier „Save the Rights!“ über die Arbeit der Verwertungsgesellschaften informieren, den aktuellen Handlungsbedarf aufzeigen und zur Diskussion anregen.
 
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Herausgeber von Politik & Kultur, Olaf Zimmermann, sagte: "Verwertungsgesellschaften sind zwar oftmals ungeliebt, aber für den Kulturbereich unverzichtbar. Das Dossier soll dazu beitragen, Vorurteilen über Verwertungsgesellschaften entgegenzuwirken und zu zeigen, in welchem Veränderungsprozess sich die Verwertungsgesellschaften aktuell befinden. Dass Verwertungsgesellschaften kein Auslaufmodell sind, zeigen die Beiträge anschaulich."
 
Der Vorstandsvorsitzende der GEMA, Dr. Harald Heker, unterstreicht in seinem Beitrag: "Zu unseren aktuellen Herausforderungen zählen die gerechte Verteilung der Wertschöpfung im Online-Bereich sowie eine länderübergreifende und angemessene Lizenzierung in einem stark fragmentierten europäischen "Digital Single Market" mit 28 verschiedenen Ländern. Gerade auch mit Blick auf die Haftung von Host-Providern, die inzwischen verstärkt an der Vermarktung kreativer Inhalte partizipieren, fordern wir eine angemessene Vergütung der Urheber ein."
 
Der Geschäftsführer der GVL, Guido Evers, betont in seinem Artikel: "Allgemein wird die Relevanz von Verwertungsgesellschaften aufgrund ihrer einzigartigen Servicefunktion für Nutzer und Rechteinhaber künftig eher zunehmen als abnehmen, auch im Hinblick auf ihre gesellschaftliche und kulturpolitische Rolle."
 
Der Geschäftsführer der GVL, Dr. Tilo Gerlach, hob in seinem Text hervor: "Für die GVL ist die kulturelle und soziale Förderung Grundlage ihres Selbstverständnisses als Verwertungsgesellschaft. Wir hoffen daher, dass es beim anstehenden Verwertungsgesellschaftengesetz bei der Pflichtaufgabe bleibt. Die Herabstufung zu einer ins Belieben gesetzten „Kann“-Vorschrift halten wir für kontraproduktiv."
 
Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der VG Bild-Kunst, Dr. Urban Pappi, und die Justiziarin der VG Bild-Kunst, Dr. Anke Schierholz, verdeutlichen in ihrem Beitrag: "Im Internet ist die Rechtewahrnehmung schwieriger geworden. Wenn die Arbeitsbedingungen zunehmend rauer werden, es kaum noch fest angestellte Fotografen und Illustratoren mehr gibt und gegen immer geringer ausfallende Pauschalvergütungen immer mehr Rechte abgetreten werden müssen, sind die gesetzlichen Vergütungsansprüche kein Zubrot mehr, sondern machen mehr und mehr einen wichtigen Teil der Einnahmen der Kreativen aus."
 
Die Geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der VG Wort, Dr. Robert Staats und Rainer Just, erklären in ihrem Beitrag: "Auch wenn die analoge Nutzung von Büchern und Texten weiterhin eine große Bedeutung hat, so nehmen doch digitale Werknutzungen ständig zu. Dieses verlangt eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen im nationalen und europäischen Recht. Hier bringt sich die VG Wort ein. Von großer Bedeutung ist für die VG Wort, dass sie auch in der Zukunft eine gemeinsame Verwertungsgesellschaft der Autoren und Verlage bleiben kann."
 
Gedruckt zu beziehen ist das Dossier über jeden Buchhandel oder versandkostenfrei über den Online-Shop des Deutschen Kulturrates
 
Die kostenfreie Online-Version (E-Book) kann hier abgerufen werden:
Dossier "Verwertungsgesellschaften" (PDF)