Newsletter der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.: Mai/Juni 2015
Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.
 

Mai/Juni 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde der Soziokultur!

"Also. Wenn mich einer fragen würde. Was ist denn so ein soziokulturelles Zentrum? Was das denn so wäre. Dann würde ich sagen: „Na, ein Zentrum. Sie aus dem Nest gefallene Wurstwachtel!“ Das ist doch klar. Eines mit Soziokultur. Das ist doch klar. Mehr als klar, ist das doch. Da ist die Soziokultur zentriert. Da ist die dann drin in dem Zentrum. Drinnen drin. Da drinne da drin. Da sitzt die Soziokultur. Wie ein dicker Buddha. Wie eine Henne. Im Zentrum. Würde ich sagen. Keine Esskultur, keine Kriegskultur. Soziokultur! Das würde ich sagen. Und ganz klammheimlich würde ich mich selber fragen, was es bedeutet, weil das ja manchmal passiert: Da hat man ein Wort und seine Form auf den Tisch. Wie ein Pfefferkuchenhaus. Mehrfach haut man es auf den Tisch – hier – da – schau - und am Ende bröselt es einem in den Händen. Aber Soziokultur bröselt mir schon nicht weg. Die ist ja nicht in dem Wort, die ist ja in den Zentren. Das klingt jetzt vielleicht abstrakt. Aber wenn es abstrakt wird helfen meistens nur Zahlen. Denn wer die Zahlen hat, hat Recht. Das ist immer so."

Julian Heun, Slam Poet
Auszug aus der künstlerischen Interpretation der Statistik "Was zählt!?"

Inhaltsverzeichnis

„Was zählt!?“ Soziokulturelle Zentren in Zahlen 2015

Am Welttag der Kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung, am 21. Mai 2015, präsentierte die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren in der Berliner Kunstfabrik Schlot ihren aktuellen statistischen Bericht „Was zählt!?“. Er trifft wesentliche Aussagen zu Situation und Perspektiven der soziokulturellen Zentren in Deutschland. Die Auswertung der Daten erfolgte in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie und basiert auf der bundesweiten Befragung von 460 Mitgliedseinrichtungen im Jahr 2014. In Bälde wird die 40 Seiten umfassende Broschüre inkl. eines Leporellos mit den 15 wichtigsten Zahlen versandt.

Hier finden Sie die Broschüre „Was zählt!?“ als Online-Version und zum Download

 

 

Projekt ΣtART: Ausschreibung für soziokulturelle Zentren und Initiativen als Gastinstitutionen

Sie sind interessiert an kultureller Kooperation in Europa und interkultureller Vernetzung? Sie verstehen sich als Förderer und haben Interesse, Ihre Erfahrungen und Expertise in der soziokulturellen Arbeit zur Verfügung zu stellen und sich im Gegenzug von der Kulturarbeit eines anderen Landes inspirieren zu lassen?

Das Programm „stART – Jugendkultur in Griechenland“ sucht Gastinstitutionen, die einem griechischen Stipendiaten (Berufseinsteiger m/w im Bereich Kulturmanagement) in einer vierwöchigen Hospitationsphase die Möglichkeit geben, eine soziokulturelle Einrichtung kennenzulernen, ihn in ein Projekt der Gastinstitution einzubinden, und darüber hinaus den Stipendiaten bei der Entwicklung eines eigenen jugendkulturellen Projekts in Griechenland sowie bei der Antragstellung für dieses Projekt zu unterstützen.

Bewerben können sich bis zum 30. Juni 2015 soziokulturelle Zentren und Initiativen in Deutschland sowie kulturelle Vereine und Non-Profit-Organisationen mit soziokulturellem Profil und gemeinnützigem Status.
Für anfallende Unterbringungskosten, Auslagen für Projektmittel und als Verwaltungskostenpauschale werden insgesamt bis zu 5.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Detaillierte Informationen zum Programm, seinem Ablauf und dem Bewerbungsverfahren finden Sie unter www.soziokultur.de/projekt/start.

„Jugend ins Zentrum!“ Die neue Homepage ist online!

Das Förderprojekt der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. steht vor einer neuen Antragsrunde. Vom 1. Juli bis 30. August wird es wieder die Möglichkeit geben, Anträge auf Förderung in Höhe von bis zu 20.800 Euro einzureichen – für Projekte mit Start in 2016.

Die Bundesvereinigung führt gemeinsam mit der LAG Soziokultur Thüringen e.V. eine Informationsveranstaltung zum Programm „Jugend ins Zentrum!“ und zu den konkreten Fördermöglichkeiten durch. Einen Einblick in die praktische Umsetzung eines über „Jugend ins Zentrum!“ geförderten Projektes gibt aus erster Hand Kathrin Schremb vom DAS-Jugendtheater, dem Veranstaltungsort des Treffens. Termin: Donnerstag, 11. Juni 2015, 15:00 bis ca. 17:00 Uhr. Aus Planungsgründen ist eine formlose Anmeldung per Mail bis zum 8. Juni 2015 an info@soziokultur-thueringen.de notwendig. Die Veranstaltung ist natürlich kostenfrei!

Jugend ins Netz! Die neue Homepage des Projekts ist online! Wir laden alle ein, auf der Website zu stöbern, sich im wahrsten Wortsinne ein Bild von den geförderten Projekten zu machen und sich über die Rahmendaten und Antragsmodalitäten des Förderprogramms zu informieren.
www.jugend-ins-zentrum.de

Ausschreibung: 3. Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop und Jazz

Bis zum 30. Juni können ab sofort Anträge für den 3. Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop und Jazz eingereicht werden! Wer sich bewerben kann: Clubbetreiber und Veranstalter für Konzerträume mit einer Besucherkapazität von bis zu 1.000 Gästen, Sitz in Deutschland und einer Förderung unter 40 Prozent ihrer Umsätze. Für den Programmpreis werden auch in 2015 Preisgelder in Höhe von 900.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2014 waren 11 Prozent der Gewinner/-innen des 2. Spielstättenprogrammpreises soziokulturelle Zentren. Bewerbt euch!

Alle Infos gibt es hier: http://initiative-musik.de/spielstaettenprogrammpreis.html

Kulturstaatsministerin Grütters verleiht BKM–Preis Kulturelle Bildung 2015

Am 2. Juni hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf einer Festveranstaltung in der Stiftung Genshagen bei Berlin drei Projekte mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung 2015 ausgezeichnet. Monika Grütters betonte bei der Preisverleihung: „Der BKM-Preis Kulturelle Bildung, den wir heute zum siebten Mal verleihen, zeigt eindrucksvoll: Kulturelle Bildung fördert Integration – und Integration fördert kulturelle Vielfalt. Alle hier nominierten und ausgezeichneten Projekte holen Menschen in ihrer jeweils eigenen Lebenswelt ab, mag diese noch so weit weg sein von öffentlich geförderten kulturellen Angeboten." Der Preis ging an:

KULTÜR AUF! JugendtheaterBüro Berlin, Initiative Grenzen-Los! e.V. (Berlin)
Das Bündnis „KulTür auf“ setzt sich für die Öffnung etablierter Theater- und Kulturbetriebe für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten ein und fordert Freiräume für selbstbestimmte kulturelle Mitgestaltung. Außerdem hat die Initiative ein eigenes Theater gegründet und bringt Themen auf die Bühne, die die Jugendlichen bewegen.

PEOPLE BERLIN – Straßenkinder machen Mode
KARUNA – Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not international e.V. (Berlin)
Junge obdachlose Menschen haben mit verschiedenen Partnern (Jugendhilfe, Krankenhaus, Kulturschaffende u.a.) ein Modelabel aufgebaut. Die Jugendlichen werden künstlerisch aktiv und erfahren Wertschätzung für ihre Leistungen. Das Modelabel „People Berlin“ hat Vorbildfunktion, inzwischen wurden in Hamburg, Gera und Dresden „Produktionsfilialen“ eröffnet.

WAS KANN ICH FÜR EURE WELT
Theater ASPIK (Hildesheim) und das Staatsschauspiel/Bürgerbühne Dresden: Gemeinsam mit Dorfbewohnern jeden Alters wurde in der Sächsischen Schweiz ein partizipatives Theaterprojekt entwickelt. Gesellschaftliche Fragen nach Fremdenfeindlichkeit, Abwanderung oder Arbeitslosigkeit werden in eine phantastisch-humorvolle Handlung eingebunden. Die überregionale Resonanz hat viele Gespräche in Gang gesetzt und das Selbstbewusstsein der Dorfbewohner gestärkt.

Kulturagenten weiterdenken: Die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator fördern die Verstetigungsinitiativen der Länder

Nach vierjähriger Laufzeit endet im Sommer 2015 das Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“. Doch die Kulturagenten sind aus den beteiligten Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen nicht mehr wegzudenken. Die fünf Länder arbeiten daher aktuell an länderspezifischen Konzepten zur Verstetigung des Kulturagentenprogramms. Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator haben jeweils bis zu 4,5 Millionen Euro für die Unterstützung der Verstetigung des Programms in den fünf beteiligten Bundesländern bewilligt.

12 Minuten: Umfrage zum Beitrag von Non-Profit-Organisationen in der Kultur

Gemeinnützige Organisationen wie die soziokulturellen Zentren und Initiativen tragen als „sozialer Kitt“ dazu bei, die Gesellschaft zusammen zu halten. Bisher gibt es jedoch nur wenige gesicherte Erkenntnisse darüber, welchen Anteil gemeinnützige Organisationen tatsächlich am Gemeinwohl haben. Das Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster arbeitet deshalb daran, Herausforderungen und Probleme von gemeinnützigen Organisationen zu identifizieren. Diese Erkenntnisse können anschließend auch für die soziokulturellen Akteure von Nutzen sein, da sie den Einfluss von Non-Profit-Organisationen quantifizieren sowie die einzelnen Wirkungszusammenhänge offenlegen.

Mit Ihrer Teilnahme ermöglichen Sie den Forschenden einen Einblick in den Alltag von gemeinnützigen Organisationen und können dazu beitragen, den Stellenwert von NPOs in der Gesellschaft perspektivisch zu steigern. Der Fragebogen ist Teil eines durch die EU-Kommission geförderten europäisch-vergleichenden Forschungsprojekts, das den sozio-ökonomischen Beitrag von NPOs in den Politikfeldern Sport, Soziales und Kultur untersucht.

Die Umfrage ist bis zum 12. Juni 2015 frei geschaltet und kann über den folgenden Link erreicht werden http://ivv7survey.uni-muenster.de/index.php/971144/lang-de. Selbstverständlich werden alle Angaben vertraulich und anonym verwendet und ausgewertet. Bei Fragen können Sie sich jederzeit an Christina Rentzsch wenden, die die Befragung organisiert: tsi@uni-muenster.de
Anmerkung: Die Umfrage wurde bereits als Rundmail an alle Mitgliedseinrichtungen der Bundesvereinigung versandt. Dieser Aufruf dient zur Erinnerung.