Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V., 3.6.2015

„Was zählt!?“ Soziokulturelle Zentren in Zahlen 2015

Titel Broschüre Was zählt!?

Am Welttag der Kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung, am 21. Mai 2015, präsentierte die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren in der Berliner Kunstfabrik Schlot ihren aktuellen statistischen Bericht „Was zählt!?“. Er trifft wesentliche Aussagen zu Situation und Perspektiven der soziokulturellen Zentren in Deutschland. Die Auswertung der Daten erfolgte in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie und basiert auf der bundesweiten Befragung von 460 Mitgliedseinrichtungen im Jahr 2014.

Der internationale Aktionstag wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2001 ausgerufen und soll alljährlich das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt stärken und deren Werte  besser verständlich machen. Kulturelle Vielfalt trägt zur Förderung der menschlichen Entwicklung zu Gunsten gegenwärtiger und künftiger Generationen bei. Der Welttag hebt den Beitrag von Künstlern und Kulturschaffenden zum interkulturellen Dialog sowie zum harmonischen Zusammenleben verschiedener Menschen und gesellschaftlicher Gruppen hervor.
 
Soziokulturelle Akteure leisten in diesem Kontext seit über 40 Jahren eine vielschichtige Arbeit. „Kultur von allen für alle“ ist dabei leitender Gedanke und Ziel. 63 Prozent der soziokulturellen Zentren sehen sich als Ort für eine eigenständige Kultur. 49 Prozent arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. 46 Prozent haben einen interkulturellen Schwerpunkt. 85 Prozent der soziokulturellen Zentren stellen ihre Räume auch anderen Initiativen zur Verfügung. 50 Prozent der befragten Einrichtungen befinden sich außerhalb von großen Städten in Orten bis 100.000 Einwohner/-innen.
 
Insgesamt 13,5 Millionen Menschen besuchen pro Jahr die soziokulturellen Zentren. 86.000 Veranstaltungen und 250.000 kontinuierliche Angebote finden statt. Geleistet wird dies von 23.000 Menschen, die aktiv in soziokulturellen Zentren mitwirken. 14.000 von ihnen engagieren sich ehrenamtlich. 2.000 Festangestellte arbeiten trotz gesunkener Personalkostenförderung zunehmend in Vollzeit und unbefristet. Aber nur ein Fünftel der Einrichtungen kann den Mitarbeiter/-innen tarifgerechte Gehälter zahlen. Lediglich 30 Prozent ihrer Einnahmen stehen als institutionelle und 22 Prozent als zweckgebundene Förderung zur Verfügung. Demzufolge müssen soziokulturelle Zentren 48 Prozent ihres Finanzbedarfs selbst erwirtschaften.

Die sich kontinuierlich verschärfenden Rahmenbedingungen einer gesellschaftlich relevanten Kulturarbeit erfordern weitere Analyse und Auseinandersetzung sowie gezielte Maßnahmen. Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren verweist auf die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Kultur in Deutschland“ und fordert erneut Bund, Länder und Kommunen auf, die Soziokultur als eine zeitgemäße kulturelle Praxis zu sichern, zu entwickeln und entsprechend ihrer gesellschafts- und kulturpolitischen Dimension zu fördern!
 
 
Broschüre "Was zählt!?" als ONLINE-Version und zum Download