Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V. , 24.2.2015

„Soziokulturelle Zentren sind ein starkes Element in der Bürgergesellschaft“ Kunstministerin Theresia Bauer betont die wichtige Rolle der freien Kulturhäuser in Kunst und Gesellschaft.

„Soziokulturelle Zentren sind hochmoderne Einrichtungen und ein starkes Element in der Bürgergesellschaft.“ Dies war das Fazit, das Kunstministerin Theresia Bauer am vergangenen Mittwoch am Ende eines spannenden Gespräches über die heutige Rolle der Soziokulturellen Zentren zog. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg e.V. (LAKS BW e.V) hatte Theresia Bauer sowie die Kulturwissenschaftlerin Caroline Robertson-von Trotha (KIT), die Mannheimer Kulturamtsleiterin Sabine Schirra, den Kabarettisten Stefan Waghubinger und die LAKS-Vertreterin Laila Koller ins Kulturzentrum Merlin nach Stuttgart geladen. Moderiert von der Journalistin Adrienne Braun, diskutierten sie über die Funktion von Soziokulturellen Zentren als Seismographen der Gesellschaft.

Wie die Ministerin anerkennend feststellte, spüren diese mit ihrer feinfühligen Feder kulturelle Trends und gesellschaftliche Reibungspunkte wie Interkultur, Inklusion oder Antirassismus auf und beleuchten ihr eigenes Handeln durchaus auch mal selbstkritisch, wie jüngst ein Workshop der LAKS zum Thema „Alltagsrassismus im Kulturbetrieb“ bewies. Der Stuttgarter Kabarettist Stefan Waghubinger betonte derweil die Notwendigkeit der Zentren als Kunstlabore, in denen junge und noch unerfahrene Künstler und Künstlerinnen sich auf der Bühne ausprobieren können. Um dieses vielfältige bürgerschaftliche Engagement zu honorieren, stockte die grün-rote Landesregierung den Fördertopf auf und zahlte den Häusern im letzten Jahr rund 3,7 Millionen Euro Landesmittel aus. Einen weiteren unverzichtbaren Beitrag stellt die Hilfe von ca. 2.100 Ehrenamtlichen dar – sie machen die Arbeit der Einrichtungen erst möglich. Entsprechend differenziert argumentierte auch Laila Koller: Sie lobte die Unterstützung des Landes, wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Soziokulturellen Zentren in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt seien und das Risiko neuer Projekte und Konzepte oft nicht eingehen können, da sie im Schnitt 61% ihres Haushaltes selbst erwirtschaften müssten.
 
Am Ende des Abends herrschte Einigkeit darüber, dass das Bild von Soziokulturellen Zentren als linke Schuppen, die ein Gegenprogramm zur Hochkultur anbieten, längst überholt ist. Denn die Zentren sind heute vielerorts in der Kulturlandschaft etabliert und mit ihrer Arbeit in der Mitte Gesellschaft angekommen, was jedoch ohne das Engagement der Ehrenamtlichen sowie der Unterstützung durch die Kommunen und das Land nicht möglich wäre.
 
Foto: Laila Koller (E-WERK Freiburg) / Kunstministerin Theresia Bauer
 
Kontakt: Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V. / Alter Schlachthof 11 / 76131 Karlsruhe / soziokultur@laks-bw.de / Tel. 0721-47041909