Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NW) , 10.2.2015

Zukunftskongress Soziokultur 2015

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NW) veranstaltet am 5. und 6. März im Kulturzentrum zakk in Düsseldorf den „Zukunftskongress Soziokultur - Vorwärts und wohin!“ Dort werden die Aktiven der Soziokultur in NRW mit prominenten Referenten neue Perspektiven für die Einrichtungen und Projekte sowie ihre Förderer erörtern. Unter anderem sind dabei der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der Staatssekretär im NRW-Kulturministerium, Bernd Neuendorf, und der international tätige Theatermacher Florian Malzacher.

1974 hat das erste Soziokulturelle Zentrum in NRW aufgemacht: "Die Börse" in Wuppertal. In den vier Jahrzehnten seither sind allein zwischen Rhein und Lippe mehr als 60 weitere Einrichtungen dieser Art entstanden, bundesweit sogar einige hundert. Der Zukunftskongress wird nicht etwa eine Jubelfeier zum 40sten, sondern ein analytischer Blick auf aktuelle Konzepte, Herausforderungen und die Praxis vor Ort. Mit versierten Beobachtern sollen allgemeine Absichten und konkrete Ziele sowie deren Umsetzungsoptionen diskutiert werden – ein Prozess, der im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt.
 
Den Einstieg in die kritische Standortbestimmung in Düsseldorf wird Florian Malzacher liefern. Der frühere Dramaturg am Wiener Burgtheater organisiert heute mit dem „Impulse“-Festival unter anderem die bedeutendste Plattform der internationalen Freien Theaterszene in NRW. Er steht für lokale Wurzeln, innovative Formen und die ganz große Bühne – ein visionärer Theatermann und Kulturmanager, der die Kongressteilnehmer an die revolutionäre Kraft der Kunst erinnern wird.
 
Am Abend des 5. März klärt dann eine hochkarätig besetzte Runde den bisherigen Lebenslauf der Soziokultur: „Von der Subkultur zum Mainstream … und zurück?!“ Mit dem Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Kulturministerium, Bernd Neuendorf, und dem Schriftsteller und Programmchef der jungen WDR-Welle 1Live, Jochen Rausch, sowie dem Leiter es Grend, Essen, Johannes Brackmann diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus den Zentren, der Wissenschaft und des Kulturbetriebs. Das Gespräch wird für das Kulturpolitische Forum auf WDR 3 aufgezeichnet und dort am Sonntag, den 8. März 2015, ausgestrahlt.
 
Auch der zweite Tag des Düsseldorfer Zukunftskongresses beginnt mit prominenter künstlerischer Reflektion: Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu wird sich und dem Fachpublikum die so einfache wie schwierige Frage stellen: "Können Kunst und Kultur die Welt verändern?" Die Veranstalter der Tagung sind ziemlich sicher, dass seine Antwort lauten wird: „Ja“!
 
Dazwischen und danach ist zwei Tage in großen Foren und kleinen Runden, Bühnendebatten und Werkstattgesprächen Gelegenheit zu Standortbestimmung und Perspektiventwicklung für die Kongressteilnehmer. Alle in der Soziokultur wissen: Die Realität ist ein Spagat zwischen den gesellschaftlichen, künstlerischen und politischen Ansprüchen einerseits sowie der Absicherung eines Geschäftsbetriebs, der nicht nur Kunden bedient, sondern auch Mitarbeiter und Künstler bezahlt. Bloß: Was hat diese tägliche Arbeit noch mit den ursprünglichen Zielen zu tun?
 
Die gesellschaftspolitischen und kulturwissenschaftlichen Hintergründe der soziokulturellen Anfangsjahre werden ebenfalls ein bedeutendes Thema sein. Ihre Verwurzelung in und Bedeutung für die Initiativen der Stadtentwicklung während des Strukturwandels in NRW waren von großer Bedeutung. Unter dem Motto „Recht auf Stadt“ erlebt diese Bewegung ganz aktuell eine Renaissance.
 
Und nicht zuletzt dreht sich der Kongress auch um das Spannungsfeld von Angekommensein und Innovationsfähigkeit. "Etabliert - und das ist gut so" lautet die provokative These dazu. Sie fragt, ob Soziokulturelle Zentren und Projekte noch Brutstätte und Entfaltungsorte neuer gesellschaftlicher Strömungen sind - oder wie gegebenenfalls die neuen Aufgaben und Herausforderungen lauten.
 
Alles Weitere zum Kongress und die laufend aktualisierte, detaillierte Programmplanung finden Sie hier.
 
Für Nachfragen und mehr stehen Ihnen die Geschäftsstelle der LAG NW natürlich zur Verfügung. Die LAG NW ist der Zusammenschluss von derzeit 63 Soziokulturellen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Sie finden uns im Internet: http://www.soziokultur-nrw.de/
 
Kontakt: LAG NW, Rainer Bode, Achtermannstr. 10-12, 48143 Münster, Tel. 0251-518475, Fax 0251-518876, Email: lagnw@soziokultur.de