Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Niedersachsen, 14.2.2014

Neues von der GEMA

Nach einer Einigung der GEMA mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter gibt es ab 1.1.2014 neue GEMA-Tarife. Der Tarif U-V (bisher U-VK) wird für Einzelveranstaltungen mit Livemusik eingeführt, die keine reinen Konzerte (Tarif U-K) sind. M-V heißt der Tarif für einzelne Veranstaltungen des Unterhaltungs- und Tanzmusikbereichs mit Tonträgerwiedergabe (die keine regelmäßigen Discoangebote – ab 1x wöchentlich- darstellen).

 
M-CD regelt die regelmäßigen Musikangebote mit Tonträgern in Clubs und Diskotheken. Neu ist hier ein angepasster Tarif für Musikkneipen, in denen Musik einen wichtigen Stellenwert annimmt, die aber keine Diskotheken sind, bzw. bei denen nicht getanzt wird.
 
In allen Tarifen sind weitere Ausnahmetatbestände bzw. Nachlässe geregelt, Markteinführungsrabatte mit ansteigenden Sätzen bis zum Jahr 2018 vorgesehen und eine Angemessenheitsprüfung (falls sich Einnahmen und GEMA-Gebühren in einem groben Missverhältnis befinden) festgeschrieben.
 
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die GEMA-Kosten sich bei dieser Tarifgestaltung in einem zumutbaren Rahmen halten, auf jeden Fall sich weit von den Horrormeldungen (Aufschläge für Discos von über 600%) der letzten beiden Jahre unterscheiden. Beispielsweise berechnet der Tarif U-V bei einer Tanzveranstaltung mit Livemusik (bis zu einer Dauer von 8 Stunden):
 
Saalgröße 200 m² - Eintritt in Höhe von 10,--€ = 151,74 € 
(Eintritt bis 2 € = 45,20 €  + je weitere 1 € Eintritt je 13,33 €)
 
Durch den Markteinführungsrabatt steigen die Kosten danach  langsam an (je weitere 1,-€ über 10,-€ von zunächst 5,- € je 1 ,-€ bis zu 6,33€  in 2018). So würde eine Veranstaltung mit 20,-€ Eintritt in 2014 nicht das Doppelte einer „10,-€-Veranstaltung“, sondern nur 251,74 € kosten. Ab der 11. Veranstaltung kann, bei einem Jahresvertrag, ein weiterer Rabatt in Höhe von 10% in Anspruch genommen werden. Hinzu kommt die gesetzl. Umsatzsteuer in Höhe von 7 %. Mitglieder von Verbänden, zum Beispiel der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V., nutzen den Gesamtvertragsnachlass in Höhe von 20%.
 
Klaus Thorwesten, Regionalberater der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Niedersachsen