Bundesvereinigung, 1.11.2013

Tagung "K hoch X. Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren"

Podiumsdiskussion

Zum Auftakt des diesjährigen „Tages der Soziokultur“, der unter dem Motto „vielfältig“ am 24. Oktober 2013 stattfand, veranstaltete die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. am 21. und 22. Oktober 2013 im Kulturhaus Kresslesmühle in Augsburg die Tagung „K hoch X. Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren“. Die Tagung war ein Meilenstein innerhalb des dreijährigen Projektes „Interkulturelle Öffnung von soziokulturellen Zentren“, mit dem sich die Bundesvereinigung am „Nationalen Aktionsplan Integration“ der Bundesregierung beteiligt. 60 Akteure aus soziokulturellen Zusammenhängen bundesweit waren nach Augsburg gekommen - in eine Stadt, in der mehr als 40 % Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Zum Auftakt gab Matthias Garte, Mitarbeiter im Referat des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg und Koordinator der Fachstelle Integration und Interkulturelle Arbeit, einen Einblick in die Integrationspolitik seiner Stadt. Im Jahr 2007 hatte der Stadtrat einstimmig ein Weißbuch mit „20 Grundsätzen für eine Integrationspolitik der Stadt Augsburg“ verabschiedet, das unter Beteiligung vieler gesellschaftlicher Kräfte erarbeitet worden war und so konnte Matthias Garte eine Fülle von Beispielen gelungener Integrationspolitik aufzeigen. Im Anschluss verdeutlichten Best-practice-Beispiele aus soziokulturellen Einrichtungen bundesweit das Zusammenarbeiten und -leben in kultureller Vielfalt: „Digitale Geschichten“ von Laila Koller (E-Werk Freiburg), „Interkultureller Garten“ von Gerlinde Brauer-Lübs (SKBZ e.V., Neubrandenburg) und „Kültürtage 2014“ von Sylvia Brecheler, Fabio Esposito und Fikret Yakaboylu (Kültürverein Augsburg). Am Abend konnte man gegenseitige Inspiration, Spaß und kreatives Miteinander beim Interkulturellen Musik Treff live erleben.

Am zweiten Tag boten Workshops Gelegenheit zum intensiven Austausch. Chancen, Potenziale und Strategien interkultureller Öffnung in den soziokulturellen Einrichtungen wurden im Workshop „Interkulturelle Öffnung im Kulturbetrieb“ unter Leitung von Laila Koller (Kulturzentrum E-Werk, Freiburg) und Judy Engelhard (Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg) diskutiert. In einem zweiten Workshop unter Leitung von Kristina Rahe und Madlen Hinze (beide Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren) tauschten sich Teilnehmende des Projektes „Jugend ins Zentrum!“ über interkulturelle Aspekte in ihren spezifischen Projekten aus. Dem Thema Antiziganismus widmeten sich die Projekte „Wo ist das Zigeunerland?“, vorgestellt von Axel Schneider (LASSA e.V., Sachsen-Anhalt), und „Romanistan“, das Gabi Gerbasits (IG Kultur Österreich) beschrieb. Als Gäste der abschließenden Podiumsdiskussion „Migrantische Selbstorganisationen (MSO) als potenzielle Partner der Soziokultur“ verwiesen Martin Gerlach, Türkische Gemeinde in Deutschland, Rolf Graser, Forum der Kulturen Stuttgart e.V. und Günay Darici, Yekmal e.V., Berlin, auf das Potenzial des Zusammenwirkens von MSO und soziokulturellen Einrichtungen und diskutierten Fakten und Faktoren, wie dies gelingen kann.

Mit der interaktiven Stadtführung „Augsburg. Handwerk – Wasser - Vielfalt. Drei Säulen dieser Stadt“ ging die Tagung zu Ende. Sie bot eine Fülle von Anregungen und Ansätzen für die weitere interkulturelle Arbeit in den soziokulturellen Zentren und für die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema innerhalb des Verbandes.

Abb. (v.l.n.r.): Martin Gerlach, Gabriele Spiller (GF des Kulturhauses Kresslesmühle, Moderation), Rolf Graser und Günay Darici, Foto Ute Fürstenberg