LAG Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V.

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V.
 
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Kontakt:
 
LAG Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V.
Achtermannstr. 10-12
48143 Münster
Tel.: 0251-518475
Fax: 0251-518876
E-Mail: lagnw@soziokultur.de
Internet: www.soziokultur-nrw.de
 

 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NW) ist der Zusammenschluss von derzeit 66 soziokulturellen Zentren und Initiativen in freier Trägerschaft. Bis zu 50 weitere Einrichtungen und Initiativen sind in das Netzwerk der LAG kooperierend eingebunden. 1981 gegründet, war die LAG NW bis 1989 zunächst ein Zusammenschluss ohne juristische Form. 1989 erfolgte die Konstituierung als eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1990 erhält die LAG NW für die Arbeit der Geschäftsstelle einen institutionellen Zuschuss vom Land NRW. Die Arbeit wird derzeit von einem dreiköpfigen Vorstand, einen erweiterten Vorstand (Arbeitsausschuss) sowie von themenbezogenen Arbeitsgruppen und Beiräten gesteuert.
 
Die Zentren
Zu den Grundsätzen der Arbeit der Zentren gehören u.a.: Basis- und NutzerInnenorientierung, demokratische Entscheidungsstrukturen, Selbstverwaltung, Formen sozialer und politischer Arbeit sowie demokratischer Kultur (Initiierung sozialer, politischer und kultureller Lernprozesse sowie der generationsübergreifende Ansatz. Die Zentren zeichnen sich durch spartenübergreifende Veranstaltungsprogramme aus, sprechen unterschiedliche soziale Gruppen, Bevölkerungskreise und Nationalitäten an. Sie fördern selbstorganisierte Aktivitäten von Gruppen und bieten Möglichkeiten zur Entwicklung kreativer Eigeninitiativen, sowohl auf kulturellen, sozialen und politischen Gebieten. Die Schwerpunkte der Arbeit der Zentren umfasst alle Sparten von Kunst und Kultur, von politischer Bildung und Förderung von politischer Initiativen sowie die Jugend- und Sozialarbeit.
 
Soziokultur als zentrales Element neuer Kultur, in der Gesellschaft, in der Gemeinwesenarbeit und Politik hat in den letzten Jahren einen größeren Stellenwert erhalten. Die Soziokulturellen Zentren verfolgen den "Dritten Weg" der Mischfinanzierung mit dem Problem der Abhängigkeit vom Markt und den politischen Entscheidungsträgern in den Kommunen. Soziokultur und insbesondere Soziokulturelle Zentren sind als Strukturmodell, als Modell im Rahmen der wohlverstandenen Verwaltungsreform zu begreifen und deren Innovationspotential (dezentral, finanziell effektiv, ressourcen-verantwortlich, selbstverwaltet, basisorientiert, sozialgebunden und vor allen Dingen in den Regionen verankert) im Sinne von festen Bestandteil fortschrittlich konzipierter Stadtentwicklung und Kulturpolitik zu sehen.
 
Die Zentren arbeiten flächendeckend und dezentral. Zentren sind in allen Regionen Nordrhein-Westfalens zu finden, in den großen Städten, wie auch in den Klein- und Mittelstädten. Dabei wirken die bestehenden Zentren vorbildhaft für Initiativen in den kleineren Städten und Gemeinden. Soziokulturelle Zentren sind Zentren der sozialen, kulturellen und ökologischen Innovation. Soziokulturelle Zentren können für die lokalen und regionalen Szenen der Initiativ- und Selbsthilfegruppen, der selbstorganisierten Projekte und für sogenannte Randgruppen oder Subkulturen verschiedene Funktionen erfüllen:
  • Modellfunktion an anschaulicher Beweis der Machbarkeit und Beständigkeit selbstorganisierter Projekte
  • Kristallisationsfunktion für die Sammlung von Interessengruppen und Subkulturen
  • Freiraumfunktion für diskriminierte Minderheiten
  • Ressourcenfunktion für Selbsthilfegruppen und Bürgerinitiativen, die nicht über eigene Räume verfügen
  • Starthilfefunktion für Projekte, die nach ihrer Festigung dann in eigene Räume nach draußen gehen - fast im Sinne einer alternativen Wirtschaftsförderung
  • Vernetzungsfunktion für regionale Projekte- und Initiativszenen
  • Sprachrohr- oder Lobbyfunktion bei der Einbringung von gemeinsamen Interessen aus der Initiativszene, insbesondere dann, wenn ein Zentrum das größte und renommierteste Szeneprojekt am Ort ist.
Soziokultur und darin die soziokulturellen Zentren als ein zentrales Element haben sich zu einer wichtigen Schnittstelle von Kultur- und Gesellschaftspolitik entwickelt. Im Kontext der Diskussion um öffentliche Verwaltungsreform und Stadtentwicklungs- und Kulturpolitik können die soziokulturellen Zentren durchaus als Strukturmodell gesehen werden: dezentral, finanziell effektiv, ressourcen-verantwortlich, selbstverwaltet, basisorientiert, sozi­alge­bunden und meist mit regionaler bzw. überregionaler Bedeutung und in der Verfolgung des modellhaften "dritten Weges" der Mischfinanzierung.
 
Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren
 Die LAG NW verfolgt als Ziel, die Zusammenarbeit zwischen allen Einrichtungen zu fördern, die eine alternative und soziale Kulturarbeit betreiben, neue Initiativen zu unterstützen, die Öffentlichkeit über die geleistete Arbeit zu informieren und die Interessen der soziokulturellen Einrichtungen gegenüber öffentlichen Stellen zu vertreten.
 
Projektmittel
Die LAG NW vergibt seit 1986 alljährlich die vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellten Fördermittel für projektbezogene soziokulturelle Arbeit. Die inhaltlichen Kriterien der für zusätzliche Vorhaben vorgesehenen Landesmittel sind: Dezentralität, Selbstverwaltung, Strukturausgleich, Bürgernähe sowie die Förderung regional und überregional bedeutsamer oder modellartiger Projekte. Die Projektförderungen sollen explizit nicht nur in Ballungsräumen erfolgen, sondern sind bevorzugt für dezentrale, bürgernahe Angebote, in eher ländlichen und unterversorgten Regionen vorgesehen. In den größeren Städten werden vorwiegend innovative Projekte gefördert, während in den kleineren Städten die kulturelle Grundversorgung und die Qualifizierung der Veranstaltungsarbeit unterstützt werden. Diese Landesförderung initiiert häufig die kulturelle Profilbildung vorwiegend kleinerer Einrichtungen und erhöht die Chancen, auch von den Kommunen bzw. Kreisen weiteren Mittel einzuwerben (kulturpolitischen ‚Anstoßes’). Die LAG NW hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe übernommen, jeweils jährlich ein Konzept für die Verteilung der Mittel zu er­arbeiten und die verwaltungsmäßige Abwicklung des Verfahrens zu gewährleisten.
 
Beratung
Die LAG NW ist Beratungs- und Kooperationsinstanz für Mitgliedseinrichtungen und für neue Initiativen, Einrichtungen und kommunale Träger in allen Fragen der soziokulturellen Praxis. Die Anfragen von neuen Initiativen, von Zentren, von anderen Organisa­tionen, insbesondere aber auch von Kulturverwaltungen beziehen sich auf Beratung und Unterstützung in organisatorischer, konzeptioneller und juristischer, politisch-administrative Fragen sowie Aspekte der baulichen Planung und Programmkonzeption Hinsicht. Dazu gehört u.a.: Die Information über Satzungen, Verträge, steuerliche Bewertung von kulturellen Einrichtungen/soziokulturellen Zentren, Ausländersteuer, Künstlersozialkasse, GEMA, Arbeits- und Sozialrecht, Buchhaltung, Organisations- und Vereinsstrukturen, Personalfragen, Betriebsorganisation, die Unterstützung bei der Antragstellung von Projektmitteln und bei institutioneller Förderung das Stiften von Verbindungen zu Institutionen und Verbänden auf Landesebene und zu lokalen Einrichtungen. Die strukturbildende Funktion der LAG NW für die kulturelle Landschaft in Nordrhein-Westfalen wird durch die zahlreichen landesweiten Anfragen deutlich. Im Hinblick auf die sehr umfangreiche ehrenamtliche Arbeit gerade der im Aufbau befindli­chen Initiativen ist hier die Unterstützung und Begleitung der LAG NW unentbehr­lich. Nicht selten begleitet die LAG die Entstehung eines Zentrums von der Idee bis zur funktio­nierenden soziokulturellen Einrichtung, indem sie an Gründungstreffen, an Vereinssitzun­gen, an Podiumsdiskussionen, an Gesprächen mit KommunalpolitikerInnen und -verwal­tungen teilnimmt und in Fragen der baulichen Planung und der Programmgestaltung Unterstützung bietet und berät.
 
Information
Die LAG NW informiert regelmäßig über Fragen zur soziokulturellen Theorie und Praxis. Per Mitgliederversammlung, Tagung, Internetauftritt, E-Mail- Informationsdienst und der quartalsweise erscheinendem Rundbrief werden aktuelle Positionen ausgetauscht. Somit wird der flexible und schnelle Informationsfluss zwischen Landesebene und den Mitgliedszentren gewährleistet. Neue Mitglieder und Interessierte sind in diesen Foren stets Willkommen.
Die öffentlichen LAG Mitgliederversammlungen und Tagungen dienen der Positionsbestimmung und der Fortschreibung des Selbstverständnisses von soziokultureller Arbeit und gewährleisten eine Einbindung in die aktuelle Fachdiskussion. In diesen Foren wird der Erfahrungsaustausch von ZentrumsmitarbeiterInnen, die Entwicklung und Initiierung von Kooperationsprojekten und die Einbindung externen Fachwissens in die soziokulturelle Arbeit sichergestellt. Weiterhin werden spezifische Themen wie Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, Weiterbildungsangebote, Jugend- und Jugendkulturarbeit, Arbeitsförderung, neue Medien und regionale Kulturpolitik erörtert. Auf den LAG-Tagungen nimmt insbesondere die kontinuierliche Neubestimmung der Perspektive von soziokultureller und freier Kulturarbeit einen hohen Stellenwert ein. Eine aktuelle kulturpolitische Standortbestimmung wird hier regelmäßig fokussiert. Die 2002 in Kooperation mit der kulturpolitischen Gesellschaft durchgeführte Tagung „Fit für die Zukunft" beispielsweise leitete das Forschungsprojekt „Soziokulturelle Zentren in Nordrhein – Westfalen. Genese – Profile – Perspektiven" ein.
Auf den Internetseiten der LAG NW (www.soziokultur-nrw.de), auf denen neben Selbstdarstellung der LAG NW sowie der einzelnen Zentren, wird der Kommunikations- und Vernetzungsprozess untereinander mit diesem Medium gefördert.
 
Qualifizierung
Die LAG NW qualifiziert durch Seminare und Tagungen in Wort und Schrift, entweder in eigener Regie oder in Kooperation mit anderen Trägern zur Fort- und Weiterbildung von ZentrumsmitarbeiterInnen durch. Durch die enge Abstimmung mit den Mitgliedseinrichtungen wird ein an den unmittelbaren Bedürfnissen und Problemen der Zentren orientiertes Programm durchgeführt. Beispielsweise hat die LAG NW das Fortbildungs- und Qualifizierungsprojekt "Quatro" in Zusammenarbeit mit den Beratungsfirmen Culturplan Krefeld und Move Münster/Solingen entwickelt. Hier wurden 1998 und 1999 innovative Steuerungsinstrumente und Organisationsprozesse für besucherorientierte Dienstleistungen in soziokulturellen Einrichtungen vorgestellt.
 
Umbau und Modernisierung
1997 hat die LAG NW auf der Grundlage einer Umfrage unter den Mitgliedseinrichtungen ein Finanzierungskonzept zum Umbaubedarf der Zentren entwickelt. Im Rahmen des Modellprojekts "Förderung soziokultureller Zentren" wurden in den Jahren 1998 und 1999 insgesamt 5,5 Millionen DM investiver Landesförderung für Bau- und Umbaumaßnahmen sowie Ausstattungsinvestitionen soziokultureller Zentren bereit gestellt. Die Mittel waren für eine ‚Verjüngungskur’ der Zentren vorgesehen. „Die freie Szene bereitet sich auf die Zukunft vor und will neue Wege in der Kultur- und Stadtteilarbeit gehen. Das Land will sie dabei auch mit den Möglichkeiten der Stadtentwicklung unterstützen, damit die Kreativität dieser Zentren nicht an baulichen Hürden scheitert" (MSWKS). Über die von den Zentren eingereichten Förderanträge beriet eine Kommission, in der die LAG NW mitvertreten war. Die Palette der geförderten Maßnahmen reichte von der Einrichtung einer neuen Bühne, über die Erweiterung der Räumlichkeiten bis zum Einbau einer energie- und betriebskosten sparenden Heizung. Die Modernisierung mit Stadterneuerungsmitteln wurde mit insgesamt ca. 10 Mio. DM gefördert.
 
Kooperationen und Außenvertretung
Die LAG NW ist Mitglied der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren, des Kulturrates NRW, der Kulturpolitischen Gesellschaft, der gemeinsamen Kommission Jugendkulturarbeit in NRW und von ATTAC.
Mit dem Ziel, spezifische Profile für die Arbeitsansätze der einzelnen Landesverbände zu entwickeln sowie übergreifende Maßnahmen und Stellungnahmen abzustimmen, wurde ein landesweiter Austausch der Kulturverbände eingerichtet. Aus diesem Zusammenschluss ist 1996 der Kulturrat NRW unter maßgeblicher Beteiligung der LAG NW hervorgegangen.
Die Vertretung der Interessen soziokultureller Zentren gegenüber staatlichen Institutionen, Verbänden, politischen Entscheidungsträgern und den Parteien in NRW ist vorwiegend auf die Sicherung der Akzeptanz und Unterstützung soziokultureller Einrichtungen ausgerichtet. Der regelmäßige Informationsaustausch insbesondere mit den im Landtag vertretenen Parteien sowie den Ministerien der Landesregierung zielt darauf ab, die förderungspolitische Mitverantwortung des Landes am Erhalt und Ausbau der soziokulturellen Infrastruktur deutlich zu machen und in angemessene Konzepte umzusetzen. Weiterhin wird die institutionelle Vertretung soziokultureller Zentren durch den ständigen Austausch mit dem deutschen Städte- und Gemeindetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Wuppertaler und Gütersloher Kultursekretariat, dem Landesarbeitsamt, dem Landesinstitut für Schule und Weiterbildung sowie den Stiftungen in NRW gewährleistet.
 
Geschäftsführer: Rainer Bode

 

 

 

Mitgliederliste der LAG Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V.:

Altstadtschmiede e.V., Recklinghausen
Bunker e.V. Marl, Marl
Bunker Ulmenwall, Bielefeld
CUBA Münster, Münster
Depot Dortmund, Dortmund
Die Welle e.V. , Remscheid
Druckluft e.V. , Oberhausen
Kreativhaus , Münster
Kulturzentrum Fabrik e.V. , Duisburg
Q1 - Jugend-Kulturzentrum , Bergisch-Gladbach
Ruhrwerkstatt , Oberhausen
Sojus 7 Monheim am Rhein, Monheim am Rhein
Werkhaus e.V., Krefeld